#1  
Alt 08.10.2015, 16:43
gudrun gudrun ist offline
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Entnazifizierungsakte.

Ich habe beim Staatsarchiv die Entnazifizierungsanke meines Großvaters angefordert.
Was ich daraus lesen konnte, hat mich vom Hocker gehauen.
Kaum zu glauben. Wir wußten nicht, daß mein Großvater zu 33% als Kriegsgeschädigter aus dem 1. Weltkrieg kam. Mein Großvater hat nie etwas darüber erzählt.
Was er dann nach dem 2. Weltkrieg mitmachte, geht auch auf keine Kuhhaut.
Eine Anfrage nach der Entnazifizierungsakte, kann sich sehr lohnen.

Viele Grüße
Gudrun
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  #2  
Alt 09.10.2015, 07:10
OliverS OliverS ist offline männlich
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Und in welchem "Staatsarchiv" hast du die bekommen?
Ist das eine zentrale Sammelstelle die man anschreiben muss?
Gruß
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  #3  
Alt 09.10.2015, 09:37
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Standard Staatsarchiv

Hallo OliverS,

ich habe das Münchner-Staatsarchiv angeschrieben.
Mein Großvater lebte im Kreis Mühldorf/Inn.
Die Akten wurden an das Staatsarchiv in München abgegeben.
Es kommt also darauf an, wo die Leute zu dem Zeitpunkt (1945/46 gelebt haben.

Viel Erfolg bei Deiner Suche
wünscht
Gudrun
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  #4  
Alt 09.10.2015, 11:18
Benutzerbild von Xtine
Xtine Xtine ist offline weiblich
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Hallo Gudrun,

hast Du da auf Verdacht nachgefragt, ob sie was haben, oder hattest Du Anhaltspunkte daß dort was sein könnte?

Ich denke mal, für einen einfachen Soldaten, der kurz vor Kriegsende in Gefangenschaft geriet und erst '51 entlassen wurde, wird da nichts sein - oder? Er war zwar NSDAP Mitglied, dort aber nicht aktiv.
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  #5  
Alt 09.10.2015, 12:27
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Hallo Xtine,

ich wusste, dass da was da sein musste. Meine Großmutter hat doch Alles was nicht niet- und nagelfest war, im Ofen verbrannt. Darunter wahrscheinlich auch die Akte der Spruchkammer. Und diese Akte hab ich jetzt in Kopie vom Staatsarchiv erhalten.
Mein Großvater war Jahrgang 1888 und NSDAP Mitglied, auch nur so, also nicht aktiv.
Anhand der Akte habe ich festgestellt, dass mein Großvater von einer Mitarbeiterin (untergebene Postangestellte) angeschwärzt wurde. Bei der Akte ist eine Unterschriftenliste dabei, da hat fast der ganze Ort für meinen Großvater unterschrieben.
Schreib mal an das zuständige Staatsarchiv, vielleicht ist auch etwas von Deinem Verwandten dabei.

Viel Erfolg
wünscht
Gudrun
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  #6  
Alt 09.10.2015, 12:45
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Danke Gudrun,

mal schaun, bis jetzt hab ich keinerlei Anzeichen, daß da eine Akte existieren könnte. Aber fragen kost ja nix

Der ganze Ort hat bei meinem Großvater sicher nicht unterschrieben , dafür war München doch ein bisserl zu groß
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Christine
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  #7  
Alt 09.10.2015, 13:28
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Xtine Beitrag anzeigen
Der ganze Ort hat bei meinem Großvater sicher nicht unterschrieben , dafür war München doch ein bisserl zu groß.
Hallo Christine,

Gudrun schrieb: "Mein Großvater lebte im Kreis Mühldorf/Inn."

LG Wolfgang
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  #8  
Alt 09.10.2015, 13:37
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scheuck scheuck ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Xtine Beitrag anzeigen
Der ganze Ort hat bei meinem Großvater sicher nicht unterschrieben , dafür war München doch ein bisserl zu groß
Nicht "München", liebe Xtine , ein Ort im Kreis Mühldorf/Inn

Bezüglich einer solchen Akte hab' ich's übrigens genau so gemacht; Opa lebte in München.
Die Akte habe ich ebenfalls aus dem Staatsarchiv bekommen und auch gelesen, dass er denunziert wurde. Diese unterschriebenen "Unbedenklichkeits-Bescheinigungen" sind auch dabei. Opa war auch Partei-Mitglied (wie auch anders als Beamter), hat aber lediglich seinen Partei-Beitrag bezahlt.
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #9  
Alt 09.10.2015, 15:06
gudrun gudrun ist offline
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Hallo Scheuck,

bei meinem Großvater war die Sachlage ebenfalls so. Er war Beamter, eigentlich war er SPD, wurde aber nach 1918 aus dem Postdienst entlassen, weil er bei der SPD war. Wie dann 1933 die Partei gegründet wurde, hatte mein Großvater Angst, daß ihm das gleiche nochmal passieren würde und ist der Partei beigetreten, nur Mitglied, ohne Funktion.
Nach dem Krieg wurde ihm das angekreidet, weil er bei der Partei (als Beamter ja obligatorisch) war und wurde wieder entlassen. Er war 2 Jahre ohne Einkommen. Dann hat der ganze Ort (anscheinend bis auf ein paar Hanseln) für ihn unterschrieben. Er wurde dann wieder eingestellt, weil im Postamt etliche Diebstähle vorgekommen sind.
Der Anzeigerin ist anscheinend nichts passiert.
Ich weiß auch nicht, wo die Frau später dann hin ist.

Viele Grüße
Gudrun
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  #10  
Alt 09.10.2015, 15:13
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Hallo Xtine,

bin gespannt ob Du fündig wirst.
Soviel ich gelesen habe, wurden viele Entnazifierungen gemacht,
wenn auch oft nicht viel rauskam.

Münchner Staatsarchiv ist sehr schnell. Das wars bei mir auch.
Ich hatte das Geburtsjahr und Geburtsort und den Wohnort von 1945 angegeben.

Viel Glück
wünscht
Gudrun

PS: Es sind einige Sachen beschrieben gewesen, die ich bisher nicht gewußt habe.
Obwohl ich meinen Großvater noch kennenlernen durfte. Er starb als ich 17 Jahre alt war.
Daß er aus dem ersten Weltkrieg zu 33% Invalide heimgekommen ist, wußte ich nicht.
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