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  #141  
Alt 09.02.2010, 20:18
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Standard KB-Trauungseintrag 1781

Hintiberi

1781 Novembris 6tâ
hujus presente amicorum turbâ Matrimonialiter juncti sunt Herman Kattenbrack ex Störmede viduus et Angela Maria Limme ex Eringhausen paroctiari hujates ter debite proclamati parentes sponsi fuêre Joes Bernardus Kattenbrack ex Störmede et Maria Catharina N ex Alme conjuges. parentes sponse Stephanus Geremeyer et Catharina Maria Limme conjuges in Eringhausen.


j.steffen

Am 6. Nov. dieses Jahres 1781 wurden in Anwesenheit einer Menge von Freunden ehelich verbunden H. K. aus St., Witwer, u. A. M. L. aus E., hiesige Gemeindemitglieder [statt paroctiari lies parochiani], nachdem sie dreimal gebührend abgekündigt worden waren. Trauzeugen des Ehemannes/Verlobten waren ...., Eheleute . Trauzeugen der Ehefrau/Verlobten waren .... Eheleute in E.

BenediktB

Naja aber ich lese da immer noch "parentes sponsi" und "parentes sponse" und parentes heißt immer noch Eltern und nicht Trauzeugen....oder etwas doch nicht?

Hintiberi

wie gesagt - das hoff(t)e ich; einen Berndt Kattenbrack konnte ich im Sterberegister für 1778 bereits finden, wahrscheinlich handelt es sich um jenen Bernhard, Hermanns Vater.
"Maria Catharina N" verstehe ich auch nicht so ganz:
War dem Pfarrer der Name der Frau nicht bekannt oder hatte sie einen Nachnamen, der aus nur einem Buchstaben bestand?
Die Eltern der Ehefrau sind zunächst nicht weiter wichtig, Hermanns erste Frau war meine Vorfahrin.
Also Du bist sicher, daß es sich um die Eltern handelt, ja? :P

BenediktB

Also zumindest mein Lateinwörterbuch gibt mir für "parentes" die Übersetzung "Eltern" und auch selbst habe ich bislang bei "parentes" immer die Eltern vorgefunden.
Trauzeugen sind in fast allen "meinen" Einträgen angegeben mit "Testes".

Hintiberi

einen Heiratseintrag zu Joh. Bernhard Kattenbrack habe ih im Jahr 1739 gefunden, mit Maria Catharina Klaholtz:
In praesentia Francisci Cramer et Anna Nusen copulati sunt Joannes Bernardus Kattenbrack et Maria Catharina Klaholtz habita Dispensatione super proclamationibus.
Im Sterbeeintrag von Hermann von 1815 steht allerdings, daß er ungefähr 80 Jahre alt wurde, demnach etwa 1735 geboren wurde, was vor der Eheschließung läge.
Entweder ist also die Klaholtz wieder mal die zweite Ehefrau gewesen, oder Hermann war vorehelich - oder er wurde keine 80 Jahre alt.
Leider steht auch die Herkunft der Klaholtz nicht agegeben.

Marlies

Zitat:
Original von Hintiberi
"Maria Catharina N" verstehe ich auch nicht so ganz:
War dem Pfarrer der Name der Frau nicht bekannt oder hatte sie einen Nachnamen, der aus nur einem Buchstaben bestand?
dem Pfarrer war (in den meisten Fällen) der Name nicht bekannt:
N.N. -> Nomen Nescio = unbekannten Namens.
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #142  
Alt 09.02.2010, 20:22
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Standard Losschein

Hintiberi

Jahr aus dem der Begriff stammt: 1815
Region aus der der Begriff stammt: Störmede, Westf.
Im Jahre Christi 1815 dem 11. im Julius wurden nach in hiesiger Pfarrkirche ordnungsgemäß geschehener Proklamation und gesehenem Losscheine von Seiten der Braut mit Einwilligung des Vaters des Bräutigams getraut und ehelich eingesegnet[...]"
Was genau ist ein Losschein?!
Die Braut war zum Zeitpunkt der Heirat 32 Jahre alt und hatte zwei Kinder, zu denen sich der Bräutigam bekannte und von denen das erste schon vor der Hochzeit gestorben ist.
Die Eltern der Braut waren zum Heiratszeitpunkt bereits verstorben; von welcher Stelle also kam so ein "Losschein" und was ist das genau?

liseboettcher

Ich denke, es war eine Bescheinigung, die der Braut, weil schon verheiratet gewesen und mit Kindern, die Genehmigung erteilte, daß sie wieder heiraten durfte. Sie wurde also "los" gesprochen. Bestimmt mußte ein Amt wegen evtl. Erbsachen für das/die Kinder aus 1. Ehe die Zustimmung geben, weil sicherlich für die Kinder auch ein Vormund eingesetzt worden war. Nach 1810 (napoleonische Gesetze) fand ich einmal in einem Eheaufgebot solche Abmachungen für evtl. spätere Trennung, ab diesem Zeitpunkt etwa konnten Ehen geschieden werden.

Hintiberi

Und eine Entschuldigung: ich hatte vergessen zu erwähnen, daß die Braut ledig war!
Die ersten beiden Kinder waren unehelich geboren, der Mann hat sich aber zu den Kindern bekannt; so auch im Heiratseintrag vermerkt:
"Der Bräutigam erklärte zugleich, daß er die zwei von der Braut unehelich geborenen Kinder/ wovon das erstgeborene, ein Sohn, schon gestorben, das andere aber, eine Tochter, in diesem Jahre 1815 den 17. im März geboren, am 19. nämlichen Monats in hiesiger Pfarrkirche getauft, und Angela Maria Elisabeth genannt ist/ für durch ihn erzeugte Kinder erkenne."
In diesem Fall hat der Losschein also wohl eine andere Bewandtnis - nur welche?!

GiselaR

in meinem schlauen Buch für derartige Fragen, kommt das Wort "Losschein" nicht vor, dafür aber "Losprecher" mit drei Hauptbedeutungen. Nehme wir mal hypothetisch an, ein Losschein sei eine Bescheinigung über eine Lossprechung(=Befreiung von einer Schuld/Verpflichtung):
1. Lossprechung eines Lehrlings (gibt es wheute noch) kommt wohl nicht in Frage
2. Lossprechung von einer Schuld/Schande durch den Beichtvater (möglich?)
3. Befreiung aus der Verpflichtung aus einem Vertrag (Ehevertrag?)
Bedenke die Redewendung: jemand ist "los und ledig"
Ich lese aus deinem Beitrag nichts über eine vorherige Ehe, oder habe ich mal wieder Tomaten auf den Augen? Mein erster Impuls war: zwei voreheliche Kinder, die der Vater als eigene bereits vor der Hochzeit anerkannt hat. (sowas habe ich bei menen Vorfahren um 1840 in Sachsen)
eine vermutlich schriftliche Bescheinigung legt die Annahme nahe, daß entweder die Braut aus einem anderen Ort kam, oder aber Möchlichkeit 2. flachfällt, denn dann bräuchte der Priester ja keine Bescheinigung, wenn er persönlich Absolution erteilt hätte.
Falls doch vorherige Ehe: Ehescheidungen gab es durchaus schon vor Napoleon. Gerade eben habe ich mit eigenen Augen einen Eintrag in einem KB (ev., linksrrheinisch, tiefstes 18. Jhdt.), demzufolge eine Frau wieder heiratete "nachdem sie von ihrem ehebrecherischem Ehemann geschieden".

Marlies

woher kam die Braut? Aus der gleichen Pfarrei, in der geheiratet wurde?
Ich kenne nämlich den Losschein als Erlaubnis, außerhalb der zuständigen Pfarrei heiraten zu dürfen

Hintiberi

Die Braut kam tatsächlich nicht aus derselben Gemeinde - ist der Losschein dann vielleicht soetwas wie die Dimissio??
Dann wäre die ganze Sache natürlich klar... :P
Es geht hier wieder um meine Kattenbrack-Linie, ich kann euch aber gern mal den ganzen Kirchenbucheintrag abtippen, vielleicht erkennt ihr noch etwas wichtiges:
"Im Jahre Christi achtzehnhundertundfünfzehn dem eilften im Julius wurden nach in hiesiger Pfarrkirche ordnungsgemäß geschehener Proklamation und gesehenem Losscheine von Seiten der Braut mit Einwilligung des Vaters des Bräutigams getraut und ehelich eingesegnet Johann Pankraz Bernard Kattenbrack, des hiesigen Gemeindsmannes und Schneiders Johann Hermann Kattenbrack mit der verstorbenen Angela Maria geborenen Heers ehelich erzeugten ledigen Sohn, neuangehenden Gemeindsmann dahier, alt dreißig vier Jahr und Maria Catharina Müller des verstorbenen Joseph Müller gewesenen Bürgers und Linnenwebers in Rüthen mit der ebenfalls verstorbenen Maria Catharina geborene Buschof ehelich erzeugten ledigen Tochter, alt zwei und dreißig Jahr.
Der Bräutigam erklärte zugleich, daß er die zwei von der Braut unehelich geborenen Kinder/ wovon das erstgeborene, ein Sohn, schon gestorben, das andere aber, eine Tochter, in diesem Jahre 1815 den 17. im März geboren, am 19. nämlichen Monats in hiesiger Pfarrkirche getauft, und Angela Maria Elisabeth genannt ist/ für durch ihn erzeugte Kinder erkenne.
Zeugen waren die hiesigen Jünglinge
Johann Bernhard Nüse
Friedrich Wientäpper,
welche gegenwärtiges Protokoll nebst mir dem Pfarrer, der die Copulation verrichtet, unterschrieben haben.
Unterschrift Joh. Bern. Nüse
Unterschrift Friedr. Wientäpper
Unterschrift Friedrich Busch, Pfarrer"


GiselaR

hab inzwischen nochmal gegoogelt und habe nebenbei, zwischen vielen Lotteriethemen, auch einen kurzen Eintrag in einem anderen Forum gefunden (keinen eigenen Thread), es sieht mit dem ganzen Kontext tatsächlich ziemlich eindeutig nach einer dimissio/einem dimiddionale aus. So wie es eine meiner und Marlies' Vermutungen waren. Alle anderen Möglichkeiten sind sehr abwegig, jetzt wo die Zusammenhänge klar sind.
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(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #143  
Alt 09.02.2010, 20:29
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Standard Hausrat

Ursula

wisst Ihr vielleicht zufällig, ob es irgendwo eine Liste gibt mit alten Namen von Hausrat?
Ich habe hier einige Heiratsabreden aus dem 18. Jh., in denen aufgezählt wird, was in der "ehelichen Ausstattung" enthalten ist..
Manches kann ich einfach nicht entziffern. Wenn ich nur andeutungsweise wüsste, was es sein könnte, wäre mir bestimmt geholfen.

Eva64

Ich weiß, dass in Heimatbüchern immer wieder Listen von Inventuren- und Teilungen auftauchen, wo dann der ganze Hausrat aufgezählt wird, d.h. da kann man es schön in Druckschrift lesen kann und vergleichen
D.h. das gilt für Württemberg ob das anderswo üblich war weiß ich nun gar nicht...

Ursula

ich habe ein paar Bücher hierstehen, aber sowas kommt in keinem vor.
Ich tu mich einfach schwer. Ein Wort, das Kolpfanne heißen könnte, aber die Braut kriegt gleich 4 davon, was soll sie damit?

Gerda

ob mit Kolpfanne evtl. eine Kohlpfanne (von Kohle) gemeint ist? Also der Vogänger der Wärmflaschen aus Metall. Kohle rein, ins Bett gelegt und es gibt schöne warme Füße
Zu bedenken ist auch, dass bestimmte Dinge z.b. in Bayern anders bezeichnet wurden, als im hohen Norden.

Ursula

An Kohlen habe ich auch gedacht, aber nicht an Kohlen fürs Bett
Aber 4 Stück gleich?
Die Heiratsabreden sind aus Baden-Württemberg.

Irmgard

http://www.feuerwehr-camburg.de/historie.htm
Kol = Kohle ist identisch.

Witha

Keine Ahnung - aber könnten es vielleicht ganz normale Pfannen zum Kochen sein, in dem etwas angekohlt also angebraten wird?

Silanna

nach dem WB der Grimms:
Kohlpfanne f. pfanne für Kohlenfeuer, glutpfanne, wärmpfanne, foculus portatilis
kolpfannen, foculus.
15. Jahrh. -kolphannen
nl. koolpan
engl. coal-pan
dän. kulpande

Marlies

zur "ehelichen Ausstattung" einer Braut gehörten je nach "Vermögen" der Brauteltern außer dem üblichen Küchengeschirr (Töpfe, Pfannen, irdenes Geschirr usw.) auch Stoffe, Wäsche, die Bettstatt (mit "Zubehör) Truhen und/oder ein Schrank.
Die sicher auch bei Dir in der Nähe gelegenen Bauernmuseen zeigen viele solcher Gerätschaften auf, vielleicht bringt Dich ein Besuch weiter.

Ursula

Wenn es die Kohlpfannen v. Silanna sind, würden 4 Stück Sinn machen.
Ich kann schon einiges lesen wie: Bettruchen, Bethstatt, Barchent, Pfulben etc., aber da gibts Sachen, die ich mir gar nicht vorstellen kann, wie z.B. Sindel.

Marlies

nicht, dass ich wüßte, was Sindel ist, aber nachdem Du ja selbst geschrieben hast, dass Du nicht alles genau entziffern kannst, also evtl. Lesefehler möglich sind, hier zwei ähnlich lautende Begriffe: (sie können in BaWü ja anders heißen)
Sidel/Sidl = Truhe
Simmer = flacher Korb (Simri = früheres württembergisches Getreidemaß)
Vielleicht kann ein Heimatforscher weiterhelfen und genaueres dazu sagen, evtl weiß auch das Archiv, aus dem die Heiratsabreden kommen, mehr.

Silanna

was ich gefunden habe in Grimms WB:
Sindel m. = für sindal, mittelhochdeutsch zindal = Leinen
Sindel - Zindel = Leinen
sindel - sindones = feines Leinengewebe
Zu was das Leinen verarbeitet wurde, weiß ich nicht, ich stelle jetzt auch einfach eine Vermutung an, vielleicht waren es Nachtgewänder und Nachthauben. Als Bettwäsche wohl zu feinfädig, eher schon für Tischwäsche.

Ursula

Leinen wurde hier vielfältig verwendet. Auch für Sommer-Unterwäsche. Das könnte schon passen.

Marlies

hier findest Du das Wörterbuch online:
http://germazope.uni-trier.de/Projects/DWB
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(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #144  
Alt 09.02.2010, 20:31
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Standard Was bitte ist ein Stahlbad?

schaefera

was Salz-,Schwefel-,Seifen-, Malz- und Kräuterbäder sind weiß ich, aber was sind Stahl-und Lohbäder
(die Werbeanzeige stammt aus dem Frankfurter Adressbuch 1877)

Silanna

also unter Lohbad kann ich mir ein Sumpfbad vorstellen,ähnlich wie Fango heut-
zutage. Loh = Sumpf, Lohboden = Sumpfboden.
Im bayrischen kann es auch Loh = Harn bedeuten.(Harnbäder?)
Aus: Deutsches Wörterbuch.
Ein Stahlbad ist ein Heilbad : Deutsches Wörterbuch,
da kämen Bäder mit Kaliumpermanganat in Frage zur Desinfektion, bzw. als Antiseptikum in 0,05 - 0,1% Lösung.

gudrun

beim "gugeln" gefunden:
Stahlbad, eine eisenhaltigen Heilquelle

schaefera

Das Bad des Herrn Alt,hatte ja richtigen Wellness-Oasen Charakter ,für jedes Zipperlein den richtigen Badezusatz.
__________________

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  #145  
Alt 09.02.2010, 20:37
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Standard Berufe im Bergbaubetrieb

Stef

Der Steiger war der Vorgesetzte der Arbeiter unter Tage. Er war für die Organisation der Arbeit und damit für den kontinuierlichen Fortgang der Förderung zuständig. Außerdem handelte er mit der Belegschaft den so genannten „Gedingenlohn“ aus, dessen Höhe von der zu verrichtenden Arbeit (Sicherung der Gruben etc.) und den geologischen Bedingungen abhing. Zwischen dem Steiger und den anderen Arbeitern gab es soziale Schranken, welche durch Streitigkeiten und ungleiche Behandlungen zu Stande kamen. Als Grubenbeamter erhielt der Steiger nahezu den doppelten Durschnittslohn der Arbeiter und bessere Wohnungen gestellt.
Zu den einfachen Arbeitern unter Tage zählte der Schlepper. Man kann diesen Beruf als unterste Stufe der Hierarchie bezeichnen. Der Schlepper war ein unausgebildeter Bergmann, der früher für das Schieben der Förderwagen (Loren) zuständig war und später vor allem als Gehilfe des Hauers eingesetzt wurde. Lehrhauer waren Bergleute, die sich in der Ausbildung zum Hauer befanden, bzw. diesen Beruf nicht erreicht hatten. Ein Hauer war ein ausgebildeter Bergmann, der wie Lehrhauer und Schlepper mit Werkzeugen wie Keilhaue und Schaufel arbeitete. Im Gegensatz dazu waren Schießmeister und Schießhauer für die Gewinnung von Kohle mit Sprengstoff zuständig.

Siegfried Mühle

Für Genealogen, die in ihrer Forschungsarbeit mit Begriffen des Bergbaus konfrontiert werden, gibt es das Berg- und Hüttenwesen von Georg Agricola mit einem alphabetisch geordneten Schlagwortverzeichnis.
“Zwölf Bücher vom Berg- und Hüttenwesen. In denen die Ämter, Instrumente, Maschinen und alle Dinge, die zum Berg- und Hüttenwesen gehören, nicht nur aufs deutlichste beschrieben, sondern auch durch Abbildungen ... aufs klarste vor Augen gestellt werden.”
Das Werk kann online auf http://www.digitalis.uni-koeln.de/Ag...ola_index.html eingesehen werden.

Marlies

Schießmeister: Ein Betriebsunterbeamter, dem das Laden, Besetzen und Wegschließen der Sprengstoffe für die in den Grubenabteilungen von den Hauern gebohrten Sprenglöcher obliegt. Das Amt der Schießmeister besteht fast nur in den Kohlengruben, wo die Schießarbeit wegen der damit verbundenen Gefahr der Entzündung von schlagenden Wettern oder Kohlenstaub nur unter bestimmten Umständen stattfinden darf. Denn es darf nur mit der größten Vorsicht und unter Anwendung besonders flammensicherer Sprengstoffe und Zündvorrichtungen gesprengt werden.
Quelle: genealogisches-etymologisches Lexikon

Siegfried Mühle

dabei muß man berücksichtigen, dass diese 12 Bücher von Georg Argricola 1556 herausgegeben wurden. Zu dieser Zeit wurde im Berbau noch nicht mit Sprengstoff gearbeitet.
Für die spätere Zeit gibt es aber ein weiteres gutes Buch, dass für Genealogen generell als allgemeines Auskunftsdokument dienen sollte: Ökonomische Encyklopädie, oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus- und Landwirthschaft, auf http://www.kruenitz1.uni-trier.de/ online einzusehen. Diese Enzyklopädie von J. G. Krünitz umfasst 242 Bände und ist im Zeitraum von 1773 bis 1858 erschienen.
Mal darin zu blättern und zu lesen ist sicher für jeden Ahnen- und Familienforscher sehr aufschlußreich.
Bei Berufen muss man immer die Zeit und die Region berücksichtigen. Das Berufsbild des Hauers von heute ist nicht mit dem eines Hauers in und vor dem 19. Jahrhundert zu vergleichen. Ähnliches gilt auch für Steiger, Markscheider u. a., zumal der Erzbergbau viel älter als der Kohlebergbau ist.
Das wird leider in der genannten Quelle (Website von Lisa Marquaß) nicht deutlich.
Zur Ergänzung: Als Schlepper arbeiteten meist Kinder!

Svenja

Aus dem Vortrage eines Bergmannes
Letzte Woche hatten wir Gelegenheit, einen Vortrag über das Bergwerk anzuhören. Es kam nämlich ein verunglückter Bergmann hierher. Damit wir den Vortrag besser verstehen konnten, hatte der arme Mann ein kleines Silberbergwerk bei sich. Er erklärte uns sein Werk. Die Beschäftigung des Bergmannes ist eine sehr schwierige. Er ist ausgeschlossen von dem fröhlichen Leben in der Gottesfreien Natur. Er muss tief in die Erde hinab steigen. Im Bergwerk befinden sich verschiedene Abteilungen. Der Bergmann nennt die Horizonte. Viele steigen auf den ersten Horizont, 120 m tief, andere auf den zweiten, 245 m und die mutigsten auf den dritten, 420 m unter der Erde ab. Von diesen Horizonten führen viele Haupt- und Nebengänge ab, sie heissen Stollen. In diesen Stollen arbeiten nun die Bergleute. Die einen sprengen die Steine los, diese nennt man Hauer. Jüngere müssen die zurück gebliebenen Steine losschlagen, daher ihr Name: Nachhauer. Eine dritte Abteilung bilden die Schlepper. Diese müssen den gewonnenen Stoff in den Rollwagen = Hunde an’s Tageslicht bringen. Das geschieht aber nur bei den Kohlenbergwerken. Bei den Silberberg- werken können die Hunde nicht hinauf, sondern sie werden in kleinere Körbe und Kessel geladen und so hinauf getragen. Im Bergwerk gibt es auch sehr viel Unglück: Es fallen oft Steine herunter, die Stollen stürzen ein oder es entstehen oft Explosionen. Auch unser Bergmann hat bei einem solchen schlagenden Wetter einen Arm verloren. Der Bergmann muss jetzt durch beständiges herumreisen und erklären dieses Bergwerkes sein Brot verdienen. Ich wünsche ihm Glück und hoffe, er werde wohltätige Leute finden. Ein solcher braver Mann der bei fleissiger Arbeit ein Unglück getroffen hat, bedarf Unterstützung. Er sagt in einem Gedicht so schön: Und genesen irr ich nur mit einem Arme fern der Heimat, fern dem Vaterland, dass das Mitleid meiner sich erbarme, biet ich mein Bergmannsliedchen an. So durchwandre ich die deutschen Zonen, durch die Hilfe hoher Obrigkeit: Und wo gute edle Menschen wohnen, öffnet sich die Tür auch meinem Leid!
(Quelle: Aufsatzheft von Stefania Letter, Oberägeri/Schweiz, letztes Schuljahr 1908/09)

Ich habe mehrere Vorfahren namens Beinberger aus Peiting, Weilheim-Schongau, Oberbayern die im nahe gelegenen Kohlebergwerk in Hohenpeissenperg tätig waren.
Geschichte des Bergwerks und weitere Literaturangaben findet man hier:
Bergbaumuseum und Stollenwanderweg:
http://www.peissenberg.de/Kultur-Fre...bergbaumuseum/
Geschichte, Museum, Stollenweg, Bergbaulexikon:
http://www.knappenverein-peissenberg.de/
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"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #146  
Alt 09.02.2010, 20:41
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Standard alte Berufsbezeichnungen

Carlheinz

Jahr aus dem der Begriff stammt: 18. Jh.
Region aus der der Begriff stammt: Thüringen
Ich kann mit dem Begriff "Maßmüller" (offensichtlich als Berufsbezeichnung) nichts anfangen. Dieser war "in der Oelschröde" beschäftigt. Könnte das eine Oelmühle (einer bestimmten Art?) gewesen sein?

Stephan Appel

auf den ersten Suchangriff im WEB folgendes gefunden. Schau mal hier nach, evtl. passt dies ja in Eure Familie:
http://de.wikipedia.org/wiki/Massem%C3%BChle
Evtl. hat der Berufsschreiber ja den einen oder andern Buchstaben "anders" geschrieben - z.B. in "Lautschrift" .
Aber auch hier werde ich noch in den Büchern nachschauen...
Was die "Oehlschröde" angeht gibt es hier:
http://de.wikipedia.org/wiki/Frieder...h%C3%BCringen)
(Du musst allerdings den Link in den Internet-Browser kopieren, da die Klammern den Link "verstümmeln". Oder das Fiedersdorf auswählen, welches zutreffen ist -- 4. Friedersdorf von oben)
einen Verweis auf eine Wassermühle in Friedersdorf in Thüringen. Abschnitt Geografie - letzter Satz.

Carlheinz

Mit dem "Massemüller" bin ich noch nicht ganz überzeugt. Dagegen war der Hinweis auf die Ölschröte in Friedersdorf ein Volltreffer (ich hatte auch bei Wikipedia gesucht aber vermutlich wegen der anderen Schreibweise nichts gefunden). Der Vorfahre, um den es hier geht, stammt aus Herschdorf, einem Nachbarort von Friedersdorf, weshalb ich ziemlich sicher bin, dass er dort beschäftigt war. Er war zugleich noch "Radmacher" also Stellmacher, Tätigkeiten, die durchaus dorthin passen könnten.
Aber vielleicht gabs ja auch in einer Ölmühle ähnliche Aufgaben wie die unter "Massemüller" beschriebenen? Vielleicht hat noch jemand einen ergänzenden Hinweis!

Marlies

ein Lesefehler ist ausgeschlossen? Es gäbe nämlich noch den Mahlmüller und den Malzmüller.

Christian Benz

Zitat:
(Du musst allerdings den Link in den Internet-Browser kopieren, da die Klammern den Link "verstümmeln". Oder das Fiedersdorf auswählen, welches zutreffen ist -- 4. Friedersdorf von oben)
... oder man korrigiert den BBCode bei der Beitragserstellung manuell, siehe oben.
__________________

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(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #147  
Alt 09.02.2010, 20:44
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Standard Einiges an KB-Latein

patrickgrothe

- bei Anna Maria Hofmann +1805:
sine extrema unctione, ad quam dandum mihi vocato occurit in via maritus ejus, mortuam esse annuntians vocaverant Georg Kadenbach et frater
- bei Maria Severin + 1807:
apoplexia tacta, ideo sine sacramentis obiit
- bei Jakob Birkenbeul + 27 09 1796:
qui tactus apoplexia carens mente et voce tntum extreme unctione obiit
- bei Maria Magdalena Bemb +1799:
apoplexia, forte ob carpones in cubili habitos inventa mortua in cubili prope Henricum Bemb
- bei Anton Böhm +1805:
verberibus frigore, et potii necatus 6ta januarrii obiit
- bei Maria Hamm +1799:
de quam in nocte vocatus dum ipsemet ire non poteram ob fractum pedem misi fratrem foelix qui eam mortuam invenit absque sua culpa
- bei Jakob Gesell +1814:
in bello hispanico per ventorum impetum in mari facti sunt praeda piscium
- bei Simon Gilberg + 1796:
globo gallico prope domum meam ocussus
- Heinrich Haag +1805:
tactus Apoplexia, ideoyue sola unctione sacra munitus
- bei Johann Peter Hoefer +1800:
a pluribus infirmus, ad eum, dum hodie vocabar, veniens, non inveni specialiter infirmu quod et ipse dicebat praesente propria matre, post aliquot horas moriebatur sine sacramentis, quia sero nimis vocabar 2de vice.
- bei Wilhelm Hoefer + 1801:
hic primus est, qui sepeliebatur in plaga meridionali penes ecclesiam
- bei Matthias Hoffend +1799:
qui in lampis semi mortuus famulo repertus et domum portarus statim obiit sine smtis insiis amicis
- bei Nikolaus Hinsinger +1816:
qui infelici lapsu prope Heddesdorf vitam finiit
- bei Joseph Hunsinger +1814:
in bello hispanico per ventorum impetum in mari facti sunt praeda psicius
- bei Johann Meurer +1815:
obiit apud belle Alligariae globo gallico percussus
- bei Margaretha Geier +1797
de cuius infirmitate in domo pastorali nil notum erat et sic obiit sine satis licet tres presbyteri erant preesentes per noctem, in qua obiit
- bei Jakob Schley +1805:
per annos fere quinquaginta horteclanus toti viciniae charissimus Rommersdorfiensisincirca per sex septimanas habitans in Gladbach in domo propria obiit
- bei Johann Schlemmer +1799:
in incendio de 11ma hujus laesus extremis tamen munitus obiit

j.steffen

1. ohne letzte Ölung; mir, der ich gerufen wurde, ihr diese zu erteilen, kam auf dem Wege ihr Ehemann entgegen, der mir mitteilte, sie sei tot; gerufen hatten [mich] G. K.u. der Bruder
2. vom Schlag getroffen, daher starb sie ohne Sakramente.
3. der, vom Schlag getroffen, seiner Sinne u.seiner Sprache nicht mächtig war u. nur mit der letzten Ölung [versehen] starb
4. durch einen starken Schlaganfall wegen der im Bette gehaltenen? ….. [carpones nicht bekannt] tot aufgefunden im Bett neben H. B.
5. durch Schläge, Kälte u. … [potii passt so gramm. nicht, muss irgendwas mit Trinken zu tun haben] getötet, starb er 6. Jan.
6. wegen der ich des Nachts gerufen wurde, selbst aber nicht gehen konnte wegen eines gebrochenen Fußes u. ich den Bruder Felix? schickte, der sie tot vorfand ohne seine Schuld
7. im Spanischen Krieg durch die Gewalt der Stürme auf dem Meer zur Beute der Fische geworden
8. von einer französischen Kugel nahe meinem Haus getötet [müsste heißen occisus oder percussus]
9. vom Schlag getroffen, daher nur mit der heiligen Ölung versehen
10. da ich heute von mehreren Kranken [müsste heißen mortuis]gerufen wurde u. zu ihm kam, fand ich ihn nicht besonders leidend, was auch er selbst sagte in Gegenwart seiner eigenen Mutter; nach einigen Stunden starb er ohne Sakramente, weil ich beim zweiten Mal zu spät gerufen wurde
11. dieser ist der erste, der bestattet wurde auf der südlichen Fläche bei der Kirche
12. der auf den Feldern [müsste heißen campis] halbtot von einem Knecht gefunden wurde, und, nach Hause gebracht, auf der Stelle verstarb ohne Sakramente [insiis nicht bekannt; sinngemäß etwa: in Gegenwart] seiner Freunde
13. der durch einen unglücklichen Sturz bei H. sein Leben beendete
14. sind im Spanischen Krieg durch die Gewalt der Stürme auf dem Meer zur Beute der Fische geworden
15. starb bei B. A.?, von einer französischen Kugel durchbohrt
16. von deren Krankheit im Pfarrhaus nichts bekannt war u. die so ohne Sakramente? [falls für satis zu lesen wäre sacramentis, evtl. in Abkürzung]; immerhin waren 3 Presbyter/Älteste anwesend die Nacht hindurch, in der sie starb
17. war etwa 50 Jahre lang der gesamten Nachbarschaft beliebtester Gärtner? zu R. ….., wohnte 6 Wochen in Gl. u. starb in seinem eigenen Haus
18. beim Brand vom 11. dieses Monats schwer verletzt, starb er doch [mit den Sakramenten] versehen

zu dem Eintrag Nr.15 fällt mir noch ein: Das dort genannte belle Allegariae könnte , nach Gehör u. ziemlich verdreht, aufgeschrieben, identisch sein mit Belle Alliance, u. das wäre dann die Schlacht bei Waterloo vom 18.6.1815. Das würde ja passen zu dem Todesjahr des J. Meurer 1815.
hier noch eine Vermutung zu Eintrag Nr.4:
statt carpones könnte es heißen calores, dann also: wegen des im Bette gehabten Fiebers.
__________________

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(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #148  
Alt 09.02.2010, 20:46
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Standard samt Trieb und Tratt

Marlies

im Jahr 1611 kaufte ............ in Konstanz : Haus, Hoffraiten, Baum-und Krautgarten, auch Heuwachs sambt Trieb und Tratt um 800 fl.
Was beinhaltet Tratt genau?

Udo Wilhelm

für Tratt fand dieses im Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm.
http://germazope.uni-trier.de/Projec...?lemid=GT07808
__________________

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  #149  
Alt 09.02.2010, 20:49
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Standard Sterbeeintrag, 1723, BW

Ursula

Jahr aus dem der Begriff stammt: 1723
Region aus der der Begriff stammt: Baden-Württemberg
Ein Sterbeeintrag von 1723 in Latein. Es handelt sich um einen Mann in gesegnetem Alter. Mit den letzten Worten habe ich große Schwierigkeiten, wobei ich auch nicht weiß, ob ich es richtig lese. Er lautet in etwa so:
formitis (oder fermitis) ehsus probè munitus.........., dann kommt sein Alter.
Könnte es vielleicht bedeuten, dass er mit den Sterbesakramenten versorgt war?
Weiter unten hat eine Frau dieselben Schlussworte (munita am Ende). Jedoch haben nicht alle Gestorbenen diesen Zusatz.

liseboettcher

Ich kann auch nur wenig Latein, aus GENTOOLS lese ich:
munitus (ta) omnibus sacramentis - mit allen Sakramenten versehen.
Vielleicht war es nicht bei allen möglich, sie mit den Sacaramenten zu versehen, weil sie bereits ohne diese verstorben waren. Man weiß nicht, wie genau es der Pfarrer nahm bei der Eintragung.

menestrel

bin auch kein Lateiner, aber nach meinen Unterlagen könnte es eine lateinische Zusatzwendung sein, die in etwa das so besagt, dass die Identitität der Person "sicherheitshalber (= formitis) zwecks Überprüfung (= ehsus probis) durch Siegel" (= muniteras) geprüft wurde.
Aber wir harren gemeinsam den echten Lateinern, oder?

Ursula

@Ilse
omnibus sacramentis kommt nicht vor. Dann ist es das wohl nicht, was ich meinte
@bongolit
das wäre ja ein weiteres Rätsel, was mir dieser Mann dann wieder aufgeben würde. Er ist schon rätselhaft genug.

j.steffen

ich würde doch stark für die Sakramente plädieren. Für dieselben findet man oft Abkürzungen, etwa scrmtis, und für omnibus auch, etwa oibus o. ä. mit einem kleinen Bogen darüber, und dann würde da die übliche Formel stehen: sacramentis omnibus probe munitus bzw. munita = mit allen Sakramenten wohl versehen.

Ursula

mit viel Phantasie könnten das Abkürzungen sein. Bei der Frau weiter unten ist in der Tat ein o und i zu erkennen mit einem undefinierbaren Schnörkel hinten dran. Kringel sind auch vorhanden.
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"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
  #150  
Alt 09.02.2010, 20:52
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Standard "In die Mutter geboren"- Was bedeutet das?

Peggy

habe in einem Tagebuch folgendes gefunden:
Catharine verehel. Grundbesitzer Friedr. Wittkowski in Lehmanen
Geboren den 5. April 1811 (in die Mutter geboren)
Ich habe den Auszug mal angehangen.


Xtine

ist die Mutter bei der Geburt verstorben? Vielleicht hat man das Kind mit Kaiserschnitt nach dem Tod der Mutter geholt? Ihr Tod muß auch nicht unbedingt was mit der Geburt zu tun haben, vielleicht starb sie aus anderem Grund und man wollte das Baby retten. Was in diesem Fall dann ja auch geklappt hat. :P
Noch eine Frage nebenbei, woher kommen Deine Wittkowskis? Meine Uroma ist eine geborene Wittkowski, sie stammte aus Danzig. Geboren um 1885. Leider bin ich in der Richtung noch nicht weit.

Silanna

die Catherine kann nicht 1811 geboren sein, wenn ihr Mann schon 1773 gestorben ist. Der Zusatz unter dem Sterbedatum des Ehegatten sagt wahrscheinlich aus, daß er der Erstgeborene war. ( in die Mutter gebrecht ist eine alte Formulierung dafür), vielleicht wurde daraus im Laufe der Zeit die Bezeichnung in die Mutter geboren. In Zedlers Lexikon gibt es einen Artikel darüber: Allerley Männlein das zum ersten die Mutter bricht. Das Lexikon findest Du oben bei Wörterbücher, Allgemeine Suche, als Suchbegriff in die Mutter eingeben und Verweisehäkchen setzen. Da kannst Du es nochmal nachlesen. Für mich ist das die schlüssigste Erklärung bei dem gesuchten Begriff.

BenediktB

Wer sagt, dass es 1773 ist? Kann es nicht auch 1873 sein und der Eintrag nachträglich eingefügt worden sein?
Mit dem Begriff kann ich leider auch nichts anfangen.

Marlies

sowohl der Eintrag gestorben am ...... als auch: in der Mutter.......
sind Nachträge

Peggy

also bei dem 6.6.73 handelt es sich um das Jahr 1873 und das Datum bezieht sich auf den Sterbetag der Catharine. Dieses Datum ist mit dem Kirchenbuch abgeglichen.
Sie war auch nicht das erstgeborene Kind. Vor ihr gab es schon einen Sohn, der 1809 geboren wurde.
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