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  #11  
Alt 11.06.2019, 22:33
Philipp Philipp ist offline
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Registriert seit: 19.07.2008
Beiträge: 707
Standard

Hallo!

"Genealogie ohne DNA ist möglich, aber sinnlos!"

Mit diesem Satz kann ich mich nicht anfreunden. Ich finde ihn fast anmaßend.

Er würde unter anderem bedeuten, dass Genealogie erst ab einem gewissen Grad sinnvoll wäre. Wer will bestimmen, wo dieser Punkt liegt?
Muss ich noch Steuerlisten einsehen, wenn ich alles andere vorliegen habe?
Wenn es keine Steuerlisten gibt? Meine Vorfahren sich erfolgreich vor der Zahlung von Steuern gedrückt haben? Und ohne Testament aus dem 30jährigen Krieg ist ohnehin alles nur sinnlos?

Die Diskussion, wer forscht wie warum gab es schon. Jeder hat da mitunter eigene Ansichten, weil mitunter auch andere Ziele verfolgt werden. Und je nach Epoche und Region andere Möglichkeiten vorhanden sind.

Und meine Vorredner hatten es ja bereits erwähnt:
Mit welcher DNS möchte man vergleichen?

Und wie ist gesichert, dass die DNS wirklich von dem stammt, der hierzu mit konventionellen Mitteln ermittelt wurde?

Was nützen mir gemeinsame Vorfahren, wenn ich weiß, dass ich mit jemandem vermutlich um 1670 die gleichen Vorfahren hatte, wenn die Jahre von 1670 bis 1870 nicht belegt werden können?

Was nützt mir die Auswertung meiner DNS, wenn ich damit keine Treffer erziele, weil es keine anderen Nachfahren meiner Vorfahren gibt?
Oder wenn es tatsächlich Nachfahren geben sollte, diese jedoch keine DNS-Genealogie betreiben?

Dann bleibt es ein teures Unterfangen für nichts.

Natürlich sehe ich die Chancen, welche die Auswertung der DNS birgt, aber ich halte sie weder für ein Wundermittel, noch würde ich behaupten, die Papierforschung wäre ohne sie sinnlos. Die Papierforschung ist Grundlage für die Forschung über die DNS.

Nur weil jemand einen Erfolg mit einer Methode hatte, kann man anderen dazu raten. Sie ohne weitere Bedingung zum Standard zu erklären - sinnlos. Ich könnte sonst bei mir anfangen und eine Meldebestätigung anfordern, damit ich weiß, wo ich wohne.

Meine Meinung dazu.

VG
Philipp
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  #12  
Alt 11.06.2019, 22:37
Lock Lock ist offline
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Registriert seit: 08.04.2016
Beiträge: 233
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Hallo Zusammen

Uns sollte doch klar sein, das sich jegliche Pers. Daten, die wir dem WWW überlassen, sich unserer Kontrolle entziehen. Dabei ist es völlig unerheblich welche Gesetzeslage herrscht oder ob wir unsere Zustimmung erteilt haben oder nicht. Dabei ist es auch egal wie die Firma heißt, A... ; F... ;M.... ; oder G....

Für mich stellt sich die Frage des praktischen Nutzens eines DNA Tests zur Ermittlung oder Bestätigung der wahrscheinlichen Vorfahren. Schließlich beruht das ganze ja auf Vergleichen. Meine Probe wird mit anderen verglichen und das Ergebnis ist, Person X ist mit mir verwandt oder eben nicht. vermutlich lässt sich noch die Generation des gemeinsamen Vorfahren bestimmen.
Es ist mir auch völlig egal zu wieviel % ein Süd oder Nord Europäer oder was auch immer in mir steckt.

ansonsten halte ich es mit gki

v.G. Gerhard
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  #13  
Alt 11.06.2019, 22:54
Benutzerbild von Friedrich
Friedrich Friedrich ist offline männlich
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Registriert seit: 02.12.2007
Beiträge: 10.592
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Moin zusammen,

korrigiert mich, wenn ich mit dem folgenden Satz falsch liege. Aber für mich ist Genealogie immer noch eine Angelegenheit, die über die Ermittlung der reinen verwandtschaftlichen Beziehungen hinausgeht, und nur dort greift die DNA-Genealogie überhaupt. Aber ich finde es zum Beispiel wie fps völlig uninteressant, ob ich nun zig Cousins im 22. Grad in den USA habe. Stattdessen habe ich zum Beispiel herausbekommen, dass einer meiner Vorfahren gewagt hat, seinen Landesherren zu besch...n, und die Sache deswegen schief ging, weil ausgerechnet die Frau meines Ahnen zuviel erzählt hat. Das finde ich weit faszinierender, vor allem, weil man gerade durch das Weitergeben solcher Infos das Interesse derjenigen weckt, die mit Genealogie nicht viel oder gar nichts am Hut haben. Darüber kann man wenigstens lachen. Über eventuelle Ergebnisse der DNA-Genealogie nicht unbedingt.

Dann: DNA-Genealogie hat aus meiner Sicht - das klang oben ja auch mehrfach an - schon deswegen einen "Haken", weil das "Material" in zurückliegenden Generationen nicht mehr erfasst werden kann (wir sind ja keine "echten" Grabräuber). Die geschriebenen Quellen haben die Jahrhunderte überdauert und können im Original oder als Reproduktion/Digitalisat heute noch benutzt werden. Die DNA aus dieser Zeit liegt aber für "Ottonormalforscher" in der Regel nicht vor.

Für mich hat DNA-Genealogie daher nur einen sehr eng begrenzten Wert für einen Teilaspekt der Genealogie. Wen's interessiert, bitte.

Friedrich
__________________

"Bärgaf gait lichte, bärgop gait richte."

(Friedrich Wilhelm Grimme, Sauerländer Mundartdichter)
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  #14  
Alt 11.06.2019, 23:18
gki gki ist gerade online
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Registriert seit: 18.01.2012
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Hallo Friedrich!

Zitat:
Zitat von Friedrich Beitrag anzeigen
Dann: DNA-Genealogie hat aus meiner Sicht - das klang oben ja auch mehrfach an - schon deswegen einen "Haken", weil das "Material" in zurückliegenden Generationen nicht mehr erfasst werden kann (wir sind ja keine "echten" Grabräuber)
Da liegst Du mMn daneben. Wenn man zB von allen lebenden Männern das Y-Chromosom analysieren würde, ließe sich schon eine große Verwandtschaftsstafel aufbauen. Das Problem ist, daß um für einen Probanden John Doe eben sehr viele DNS-Spender braucht, die auch mitmachen wollen, um diesem John einen Treffer zu garantieren.

Das scheint auch die Motivation vieler Leute zu sein, die diese Methode befürworten: Mehr Mitspieler zu gewinnen um eben selber bessere Treffer zu bekommen.
__________________
Gruß
gki
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  #15  
Alt 12.06.2019, 01:32
gki gki ist gerade online
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Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.817
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Nachdem ich mich gegen die DNS-Forscherei positioniert habe, will ich mal ein Beispiel aufführen, wo sie mir persönlich wirklich helfen könnte und auch die Probleme, die bei der Umsetzung auftreten, beleuchten.

1) Einer meiner Ururgroßväter ist unehelich geboren (*1851).

2) Sein im Taufrapular angegebener Vater trägt einen Allerweltsnamen, Georg Fuchs, allerdings bin ich mir recht sicher, daß ich diesen korrekt zugeordnet habe. Trotzdem wäre eine Bestätigung natürlich schön.

3) Um da Sicherheit zu gewinnen bräuchte ich zunächst einmal Nachfahren in männlicher Linie meines Ururgroßvaters, meine eigene Linie scheidet da aus, da ich von seiner Tochter abstamme. Er hatte allerdings auch einen Sohn, von dem ich nach 1917 allerdings den Aufenthalt nicht weiß und demzufolge keine Nachkommen finde. Aber nehmen wir mal an, daß ich einen fände.

4) Diesen Nachkommen müßte ich zunächst von den Vorteilen der DNS-Genealogie überzeugen. Wenn ihm das ganze egal ist, würde ich da vermutlich schlechte Karten haben, aber wer weiß.

5) Zu dieser hypothetischen Genprobe müßte ich dann noch einen Nachfahren des Georg Fuchs in gerader männlicher Linie finden. Dummerweise gibt es keinen, da der Georg keine weiteren Kinder hatte. Dann muß also ein Bruder des Georg her. Dummerweise war auch der unehelich.

6) Aber auch da bin ich mir recht sicher, den Vater nach KB richtig gefunden zu haben, Bernhard Fuchs. Dieser Bernhard hatte aus drei Beziehungen 3 uneheliche Söhne, einer starb als Kind, wo der zweite verblieb, weiß ich nicht.

7) Der Bernhard war immerhin ehelich und hätte auch noch einen Bruder, da könnte man noch nach Nachfahren schauen. Aber daß ich bei dem Nachnamen eine Linie in die Jetzt-Zeit finden könnte erscheint mir doch zweifelhaft.


Man sieht also: Einen Nutzen bringt das nur, wenn quasi flächendeckend getestet wird.
__________________
Gruß
gki
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  #16  
Alt 12.06.2019, 10:32
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Nein, ich brauche auch keine Cousins, von denen ich noch nie gehört habe.
Aber wenn es sie gäbe, dann müssten sie wohl ein bißchen Interesse an der Geschichte ihrer Familie haben und vielleicht gibt es Genealogien.

Sie kommen ja aus meiner Linie und es gibt gemeinsame Ahnen.
Da könnte man anknüpfen, vielleicht haben sie Erkenntnisse die mir noch fehlen.
Spannend wäre es schon.

Aber bei uns ist es bisher wenig verbreitet, da bleiben dann eher die "entfernten" Verwandten in Amerika und ihre Nachfahren.
__________________
Lieber Gruß
Manfred


Gesucht: Herkunft von Johann Christoph Bresel (Brösel, Prehel, Brahel),
ehem. Dragoner im Churfürstlich Sächsischem ehemaligen Herzog Churländischen Regiment Chevaux Leyers in Zittau.
Eheschließung 1781 in Zittau
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  #17  
Alt 12.06.2019, 10:36
gki gki ist gerade online
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Registriert seit: 18.01.2012
Beiträge: 3.817
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Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Man sieht also: Einen Nutzen bringt das nur, wenn quasi flächendeckend getestet wird.
Das scheinen auch andere erkannt zu haben, auch wenn es hier wohl eher um Stichproben geht:

https://compgen.de/userfiles/downloa...ect_German.pdf
__________________
Gruß
gki
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  #18  
Alt 12.06.2019, 11:10
Benutzerbild von fps
fps fps ist offline männlich
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Dieses Vorhaben von "Living DNA" (Eine Familie - Die Deutschen) kommt mir ein wenig sonderbar vor. Was ist denn die Zielsetzung dahinter? Die Beschreibung ist doch etwas schwammig. Und dann soll man auch noch dafür zahlen?
Ob man das beim Verein für Computergenealogie auch gut durchdacht hat?
__________________
Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan/Rheinland (vor 1700); Scheer/Grevenbroich und Umgebung; Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
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  #19  
Alt 12.06.2019, 11:43
mhhanno mhhanno ist offline männlich
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Ich halte den Erkenntnisgewinn für zu dürftig, als dass ich irgendwelchen Datenkraken auch noch meine DNA zur Verfügung stelle.
__________________
Beste Grüße
Manfred
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  #20  
Alt 12.06.2019, 11:56
Benutzerbild von Bergkellner
Bergkellner Bergkellner ist offline
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Ort: nicht mehr ganz so nah an Butjadingen
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Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Das scheinen auch andere erkannt zu haben, auch wenn es hier wohl eher um Stichproben geht:

https://compgen.de/userfiles/downloa...ect_German.pdf
Da würde ich schon rausfallen, es gibt eine 80km-Grenze für die Großeltern.


Um zum Thema zu kommen, ich bin da sehr radikal: meine DNA gehört mir!

Und so wie ich im Netz meine Daten und meine Wege schütze, so tue ich dies auch mit meiner genetischen Struktur.

Genealogie hat für mich eine stark haptische Seite, der Geruch alter Bücher ist einfach überwältigend.
Daneben finde ich es spannend, in uralten Akten zu wühlen, Kirchenbücher zu durchforsten und daher meine Aha-Effekte zu ziehen.

Lg, Claudia von den bergkellners
__________________
Wer lesen kann, ist besser dran!(Andreas' Opa Fred)
Nierngstwuh giehts so zu wie uff dar Walt!(Claudias Uroma Anna)

Suchen immer:
Loewe - Steinau an der Oder/Schlesien(vor 1850)
Heine - Glogau/Schlesien(vor 1850)
Hollenstein - Bleiwäsche/Westfalen(vor 1710)
Ulich - Neukirchen b. Stollberg(um 1710)
Rothbart - Kröslin/Pommern(um 1740)
Mädtke - Grambin und Umgebung/Vorpommern(vor 1840)
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Kellner/Gevers - Hannover Stadt u.U.(um 1700)


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