#11  
Alt 07.07.2017, 02:45
gustl gustl ist offline
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Hallo Scheuck,
ich hätte vielleicht noch einen Tipp, von dem ich ich nicht weiß, ob er hilfreich und willkommen ist. Aber: die preußischen Könige waren reformierte Christen, im Gegensatz zu der Bevölkerung in Berlin und Brandenburg, die lutherisch war. Später dann im 19. Jahrhundert haben die preußischen Potentaten veranlaßt, dass diese beiden Zweige der Refomation zusammengeführt wurden und sich fortan evangelisch zu nennen hatten. Wir kennen das ja. Das Problem ist, dass die Reformierten und die Lutheraner sich spinnefeind waren. Die Reformierten hätten sich nie in einer lutherischen Kirche taufen lassen und umgekehrt. Die Reformierten gingen dann lieber zu den französisch (= Hugenotten)-, deutsch-, niederländisch- oder schweizerisch Reformierten (letztere sind auch als Calvinisten bekannt). Niederländisch- und französisch-Reformierte kommen in Deiner Gegen durchaus vor. Ich weiß nicht, ob ich Dir empfehlen soll, in den entsprechenden Kirchenbüchern auch mal zu gucken, sofern sie denn vorhanden sind.

Des weiteren konnte ein sehr katholisches Mädchen die Erlaubnis der katholischen Kirche zu einer interkonfessionellen Ehe (mir gefällt das Wort Mischehe nicht so gut, verständlich?) vom Pfarrer nur erhalten, wenn sie Stein und Bein schwor, die Kinder katholisch taufen zu lassen. Ob meine Vermutungen all Deine Verwirrungen abdecken, weiß ich nicht so genau. Ich blicke da nicht so ganz durch.

Was alle anderen über die bezüglichen Vorschriften gesagt haben, das habe ich auch genauso gefunden und kenne das auch, Wenn das aber so glatt gelaufen wäre, dann hätte es die "Kölner Wirrungen" ja nicht gegeben.

Das alles sind nur Vermutungen, nicht einmal Hinweise, wo Du noch eventuell suchen könntest. Und da Du ja noch Deine Schifferfamilien hast ... Ich bewundere jedenalls Deine Hartnäckigkeit.

Beste Grüße
Cornelia
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  #12  
Alt 07.07.2017, 18:00
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Zitat von scheuck Beitrag anzeigen
Wer katholisch getauft ist, ist für mich katholisch; es sei denn, er konvertiert (was ja sicherlich erst in späterem Lebensalter möglich ist).
Hallo scheuck,

das ist so nicht ganz richtig. Die katholische und evangelische Kirche erkennen (und haben das auch damals getan) die Taufe in der jeweils anderen Kirche an. Konvertieren ist also nicht nötig.

Es kam in dem Fall also allein darauf an, in welchem Glauben die Kinder nach der Taufe erzogen wurden und im Falle der Mädchen auf die Konfirmation. Inwieweit die Kommunion in der katholischen Kirche wichtig ist, kann ich nicht sagen.

Grüße aus OWL
Anja
__________________
Vom Standpunkt der Jugend aus gesehen
ist das Leben eine unendlich lange Zukunft.
Vom Standpunkt des Alters aus
eine sehr kurze Vergangenheit.
Arthur Schopenhauer, 1788 - 1860, dt. Philosoph
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  #13  
Alt 07.07.2017, 18:52
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Zitat:
Zitat von XJS Beitrag anzeigen
Hallo scheuck,

das ist so nicht ganz richtig. Die katholische und evangelische Kirche erkennen (und haben das auch damals getan) die Taufe in der jeweils anderen Kirche an. Konvertieren ist also nicht nötig.

Es kam in dem Fall also allein darauf an, in welchem Glauben die Kinder nach der Taufe erzogen wurden und im Falle der Mädchen auf die Konfirmation. Inwieweit die Kommunion in der katholischen Kirche wichtig ist, kann ich nicht sagen.

Grüße aus OWL
Anja
Hallo, Anja!

DANK Dir!

Siehste, und genau das mit der Erziehung wird ein ewiges Rätsel bleiben , weil man's nicht mehr nachvollziehen kann.

Es gibt für Wesel ein Abendmahl-Register (nicht online), in das vor ein paar Jahren schon mal jemand für mich geguckt hat. Den FN Haasters sucht man dort vergebens ...
Ob es auch ein "Kommunion-Register gibt, weiß ich nicht; noch bin ich bei den Taufen, Heiraten und Todesfällen und habe da noch etliche Seiten vor mir .
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #14  
Alt 07.07.2017, 19:04
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Hallo, gustl!

Vielen DANK!

Ja, ich habe sie nun zurückverfolgt bis ca. 1730, da sitzen sie in Ruhrort, sind allesamt Schiffer und reformiert! - Definitiv kommen die Haasters ehemals aus den Niederlanden, das steht fest.

Das Reformierte muss eine Rolle gespielt haben bzw. wichtig gewesen sein, ansonsten hätte es sie 18xx nicht immer wieder von Wesel zum Heiraten nach Ruhrort gezogen, denke ich.

Die reformierte Gemeinde ist in Wesel wohl "Mathena" gewesen, da habe ich alle verfügbaren KBs schon durch, das war aber nicht so ergiebig.

Sie haben zeitweise auf ihren Schiffen gelebt, daher sind die Kinder auch irgendwo "on tour" geboren und getauft, also hat es mich auch zunächst nicht gewundert, dass die gesamten Kinder aus Ur-Opa's erster Ehe nicht im evang.KB Wesel auftauchen. - Nun habe ich sie allesamt im kath.KB gefunden, lediglich die jüngste Tochter (*1865) fehlt mir noch, aber bei den Taufen aus 1865 bin ich noch nicht angekommen.

Ich habe es jetzt aber aufgegeben, mich verwirren zu lassen ; es ist alles wie's ist, und ich werde die gefundenen Dokumente fein säuberlich in meine Chronik einfügen, fertig ...

Ja, meine Hartnäckigkeit Manchmal beiße ich mich an irgendwas fest wie ein Terrier, damit habe ich mir schon so manches Mal selbst ein Bein gestellt - Ob man das wirklich "bewundern" muss, weiß ich nicht, ich glaube nicht ...
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #15  
Alt 14.07.2017, 12:50
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Hallo zusammen
Bei uns in Österreich ist es nicht so leicht festzustellen welche Religion der betreffende Vorfahre hatte.Nach der Gegenreformation war die evangelische Kirche verpflichtet einmal im Monat alle Hochzeiten,Sterbefälle und Taufen der katholischen Kirche bekanntzugeben.
Dies musste so geschehen weil die katholische Kirche mit den betreffenden KB das
"Meldewesen" in Österreich über hatten.Ich habe viele Tage im Diözesanarchiv verbracht und viele Einträge von evangelischen gesehen wo etliche plötzlich als katholisch eingetragen waren obwohl sie evangelisch getauft waren. Also man sieht, dass es die Pfarrer früher nicht sehr genau nahmen.
LG
Franz Josef
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