#1  
Alt 13.11.2017, 13:15
usegen usegen ist offline männlich
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Standard o mit Überstrich (Macron)

Jahr, aus dem der Begriff stammt: 1786
Region, aus der der Begriff stammt: Kreis Hoya

Liebe ExpertInnen,

ich habe jetzt zum 2. Mal im Kirchenbuch ein ō (kleines o mit Überstrich bzw Macron) gefunden:
1. in einem Konfirmationseintrag nach dem Namen: "nachconfirmiert kan ō lesen"
2. in einem Sterbeeintrag: "... sonst ō optimae nota"

Ich vermute, dass der Pastor es für "NICHT" einsetzt, also die Konfirmandin NICHT lesen kann und der Verstorbene NICHT über einen guten Ruf verfügte.

Im PONS Schülerwörterbuch Latein steht "ō" auch für einen Ausdruck lebhafter Gefühlsäußerung (Freude, Trauer, Verwunderung ...) also "ach!" oder "oh!" - aber ich nehme an, das der Überstrich hier den betonten Vokal markiert.

Kann jemand helfen?
__________________
Viele Grüße
Uwe

Geändert von usegen (13.11.2017 um 13:17 Uhr)
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  #2  
Alt 13.11.2017, 14:17
Benutzerbild von GiselaR
GiselaR GiselaR ist offline weiblich
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Hallo Uwe,
stell doch mal bitte 1 besser 2 Scans ein, oder wenigstens ganze Einträge von vorne bis hinten.
Ein Strich über -egal ob Vokal oder Konsonant - bedeutet in 1. Linie eine Auslassung bzw. daß stillschweigend vorausgesetzt wird, der Leser weiß selbstverständlich, was zu ergänzen ist. Z.B. ein Doppelkonsonant. Bei einem Querstrich über einem Vokal fehlt in der Regel ein ganzer Worteil. Ich habe so etwas bisher nur gesehen, wenn Anfang und Ende des Wortes da waren und der Mittelteil zu ergänzen war
Also bitte bitte einen Scan.

Einen Strich der eher einem schlampigen Circumflex ähnelte- und es wohl auch sein sollte - über einem a habe ich öfter gesehen, dann diente er tatsächlich der Längenmarkierumg, um einen femininen Ablativ von einem f. Nominativ zu unterscheiden.
vG
Gisela
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  #3  
Alt 13.11.2017, 15:04
Valentin1871 Valentin1871 ist offline männlich
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Ich kenne ein durchgestrichenes O (in Anlehnung an das Zeichen der leeren Menge) für "nicht" bzw. "keine Angabe". Vielleicht ist das eine Abwandlung, den Strich dann darüber zu setzen.
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  #4  
Alt 14.11.2017, 14:44
usegen usegen ist offline männlich
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Moin Gisela und Valentin,
danke für eure Erklärungsansätze, sie überzeugen mich aber noch nicht.
Der Strich als Ersatz für den Doppelkonsonant ist gängig und kommt auch bei diesem Pastor häufig vor. Hier ist aber ein Vokal alleinstehend mit Überstrich, das müßte einen anderen Sinn ergeben!? Ich füge mal die Scans bei.
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg mcron1.JPG (83,3 KB, 21x aufgerufen)
Dateityp: jpg macron2.JPG (111,7 KB, 25x aufgerufen)
__________________
Viele Grüße
Uwe
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  #5  
Alt 14.11.2017, 14:49
Valentin1871 Valentin1871 ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von usegen Beitrag anzeigen
Der Strich als Ersatz für den Doppelkonsonant ist gängig und kommt auch bei diesem Pastor häufig vor.
Es fällt auch, dass hier die Strichlänge die Breite des Zeichens (im Gegensatz zum Verlängerungsstrich) stark übersteigt.
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  #6  
Alt 14.11.2017, 15:03
usegen usegen ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von GiselaR Beitrag anzeigen
Bei einem Querstrich über einem Vokal fehlt in der Regel ein ganzer Worteil.
Das bringt mich auf eine Idee: könnte der Strich für entfallene Buchstaben stehen? Hier für ein "n" vorne und hinten: dann würde sich "non" ergeben - latein für "nicht" !?
__________________
Viele Grüße
Uwe
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  #7  
Alt 14.11.2017, 15:49
Benutzerbild von Interrogator
Interrogator Interrogator ist offline männlich
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Hallo,

warum so sparsam mit den Scans? Ganze Sätze bieten mehr, hier ein Mix von Latein und Deutsch?
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Gruß
Michael
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  #8  
Alt 14.11.2017, 18:44
henrywilh henrywilh ist offline männlich
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Das ist ein Zeichen für "non" = "nicht"
Uwes Vermutung war also richtig.

Siehe Cappelli, S. 244:

o.png
__________________
Schöne Grüße
hnrywilhelm

"Man muss das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns immer wieder gepredigt wird." J. W. v. Goethe

Geändert von henrywilh (14.11.2017 um 18:47 Uhr)
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  #9  
Alt 14.11.2017, 19:31
usegen usegen ist offline männlich
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Vielen Dank, HenryWilhelm !
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Viele Grüße
Uwe
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