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  #1  
Alt 04.07.2019, 17:01
Benutzerbild von FJ Recktenwald
FJ Recktenwald FJ Recktenwald ist offline männlich
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Standard FN Recktenwald

Familienname: Recktenwald
Zeit/Jahr der Nennung: 1500
Ort/Region der Nennung: Saarland


Hallo Allerseits,
Ich moechte mal gerne wissen ob es Informationen gibt wie der Name Recktenwald entstanden ist.
Danke im voraus.
Gruss, Frank
  #2  
Alt 04.07.2019, 19:44
Verano Verano ist offline
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Standard

Hallo Frank,

ich denke so etwas wie unter II:
Recke: Landbefriedung, Grenzbefestigung usw.
https://drw-www.adw.uni-heidelberg.d...ata&term=recke

Mit Artikel und das Ganze im/am Wald.


Warte aber noch andere Meinungen ab.
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
  #3  
Alt 04.07.2019, 20:11
Xylander Xylander ist offline männlich
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Hallo August,
im anderen Thread hatten wir schon vorgearbeitet, ab #17: https://forum.ahnenforschung.net/sho...=171470&page=2

Ich favorisiere den Satznamen Recke-den-Wald - Zieh-den-Wald-hoch als Berufsübernamen für einen Förster.

Aber gut, dass Du neue Ideen reinbringst. Wie meinst Du das mit dem Artikel?

Viele Grüße
Xylander
  #4  
Alt 04.07.2019, 21:25
DoroJapan DoroJapan ist gerade online weiblich
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Hallo,

2005 hat schon mal jemand die gleiche Idee wie Xylander
https://www.onomastik.com/recktenwald.php

liebe Grüße
Doro
__________________
Brandenburg
Lehmann: Französisch Buchholz
Mädicke: Alt Landsberg, Wolfshagen
Colbatz/Kolbatz: Groß Köris
Lehniger, Kermas(s), Matzke: Schuhlen-Wiese(Busch)
Schlesien
Neugebauer: Tschöplowitz+Neu-Cöln (Brieg)
Gerstenberg: Pramsen
Langner, Melzer, Dumpich: Teichelberg (Brieg)
Kraft: Dreißighuben (Breslau), Lorankwitz
Pommern-Schivelbein
Barkow: Polchlep
Böhmen-Schluckenau
Pietschmann: Hainspach, Schirgiswalde
Kumpf: Alt Ehrenberg 243, 28
Ernst: Nixdorf 192
  #5  
Alt 05.07.2019, 07:53
Verano Verano ist offline
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Beiträge: 5.763
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Zitat:
Zitat von Xylander Beitrag anzeigen
Wie meinst Du das mit dem Artikel?

Guten Morgen,


ich meinte „befriede, befestige den Wald, der, der den Wald befriedet.
Wie ich gesehen habe ist in #4 schon sowas Ähnliches geschrieben worden.
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
  #6  
Alt 05.07.2019, 08:18
Xylander Xylander ist offline männlich
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Registriert seit: 30.10.2009
Beiträge: 2.283
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Zitat:
Zitat von DoroJapan Beitrag anzeigen
Hallo,
2005 hat schon mal jemand die gleiche Idee wie Xylander
https://www.onomastik.com/recktenwald.php
liebe Grüße Doro
Ja Doro, das war die Quelle, die ich gefunden hatte. Ich hatte die Vermutung, dass es sich um einen Satznamen handeln könnte und Recktenwald + Satzname gegoogelt. Im Forum Allgemeines #17 hatte ich das schon geschrieben.
https://forum.ahnenforschung.net/sho...=171470&page=2

Ich schlage vor, dass wir die Namendeutung nicht dort, sondern hier weiter diskutieren.

Viele Grüße
Xylander
  #7  
Alt 05.07.2019, 09:00
Xylander Xylander ist offline männlich
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Beiträge: 2.283
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Zitat:
Zitat von Verano Beitrag anzeigen
Guten Morgen,
ich meinte „befriede, befestige den Wald, der, der den Wald befriedet.
Wie ich gesehen habe ist in #4 schon sowas Ähnliches geschrieben worden.
Ah, August, dann glaubst Du also auch eher an einen Satznamen und weniger an ein Kompositum aus Grundwort und Bestimmungswort.

Klassische Satznamen folgen dem Schema Verb+Artikel+Substantiv, wobei der Artikel oft stark verschliffen bis weggeschliffen wird.

Dieses Schema liegt hier anscheinend vor. Das ten statt den beim Artikel stört mich nicht. Es gibt übrigens auch die Namensform Reckdenwald.
https://www.familysearch.org/search/...rmany&count=20

Das Substantiv ist klar: was anderes als Wald brauchen wir hier nicht zu vermuten.

Bleibt das Verb recken. Von seinen zahlreichen Bedeutungen und deren Nuancen hatte mich hochziehen, aufziehen, in die Höhe bringen am meisten angesprochen: Bring-den-Wald-hoch, Zieh-den-Wald-auf für einen Förster.

Zäune-den-Wald-ein, Friedige-den-Wald-ein für jemanden der vom Wald ein Gehege abteilt o.ä. ergäbe aber auch Sinn. Allerdings müssten wir dann nicht nur das Substantiv Recke - (Latten-)Zaun, Einfriedung; wohl auch Landeswehre, Grenzbefestigung (1488) aus Deinem Link finden, sondern auch das Verb recken, diesmal in der Bedeutung einzäunen, einfriedigen. Mir ist es in dieser Bedeutung bisher nicht begegnet, hab ja aber auch noch nicht gezielt gesucht und komme heute frühestens am Nachmittag dazu. Vielleicht habt Ihr inzwischen mehr Glück.

Viele Grüße
Xylander
  #8  
Alt 05.07.2019, 12:56
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
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Hallo,

nach einer aktuellen onomast.-wiss. Veröffentlichung tritt der FN Recktenwald bereits 1013 im Saarland auf. Das wäre bezogen auf die Herausbildung von FN sehr früh.
Eine andere Lit.-Stelle nennt einen Joh. Reckh den waldt, 1665 Berschweiler (Ottweiler) / Saarland.
Letzterer FN würde bereits gut zur beginnenden forstwirtschaftlichen Nutzung der Waldgebiete passen - in den vorhergehenden Jahrhunderten wurde eher Raubbau betrieben - sodaß ich mich mit dem Erscheinen eines FN Recktenwald im Jahre 1053 nicht so recht anfreunden kann (evtl. ein Druckfehler?).
Nach all dem bereits hier und an anderer Stelle Genannten tendiere ich auch zu einem Satznamen für einen im Wald Beschäftigten (Förster etc.)

Zum Terminus "reck(en)" nach Köbler, Ahd. + Mhd. WB:
ahd. rekken "recken, strecken, ausdehnen, ausbreiten, erklären, ausstrecken, sich ausdehnen, entfalten, gewähren, dauern lassen, aufsteigen lassen, erheben, überragen, hervorbringen, aufbringen, heraufführen, verursachen, erregen, ersinnen, sinnen auf, ausführen, treiben ..."
mhd. recken (1) "recken, erheben, ausstrecken, strecken, entgegenstrecken, heben, heben an, spannen, glätten, vergrößern, erregen, sich ausstrecken, in die Höhe bringen, hervorbringen, verursachen, ausdehnen, sich ausdehnen, sich erstrecken, reichen"

Ergo: Bring den Wald in die Höhe / Pflege den Wald, damit hohe Bäume darin wachsen

Weshalb sich aber fast nur im Saarland der FN Recktenwald und in ähnlichen Schreibweisen historisch (1896) konzentrierten, ist noch ungelöst. Siehe auch hier: https://nvk.entless.org/mapbox/1890:...90:recktenwald
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
  #9  
Alt 05.07.2019, 16:07
Xylander Xylander ist offline männlich
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Idee

Hallo Laurin,
danke für die interessanten Funde. Ist denn mit 1013 die Jahreszahl gemeint? Das erscheint mir auch sehr früh. Kann es stattdessen die Häufigkeit kennzeichnen oder irgendein Querverweis sein?

Die Verbreitungsermittlung 1890 hatte ich auch gesehen und im Parallelthema erwähnt. Bei solch einem Bild mit regionaler oder gar lokaler Ballung vermutet man als Basis des FN ja am ehesten eine Wohnstätte oder einen Dialektbegriff oder beides in einem. So etwas wurde bisher nicht gefunden. Der Vorschlag im rechten Wald scheidet für mich aus sprachlichen Gründen aus. Aus dem ch-Laut kann mE im Saarland nicht ein k-Laut werden bzw. als alter Lautstand bewahrt worden sein.

Daher halte auch ich den Satznamen für wahrscheinlich, mit Tendenz zum Berufsübernamen für einen Förster.

Einen (Berufs-)Übernamen Recktenwald - Friedige-den-Wald-ein, ebenfalls als Satznamen, Vorschlag von August, schließe ich nicht aus. Er könnte einen bezeichnen, der vom Wald einen Teil abzäunt und seinem Besitz hinzuschlägt. Oder einen, der Waldgehege einzäunt, zB als fürstliches Jagdgehege. Die Möglichkeit Grenzzaunersteller müsste aus der lokalen Geschichte und Topographie belegt werden. Die Grenzen lagen ja oft in Waldgebieten.

Vor allem müssten wir das Verb recken in der Bedeutungsvariante einzäunen, einfriedigen, Grenze ziehen aufspüren. Auch inzwischen habe ich da nichts gefunden. Zu bedenken dabei: Reck(e) scheint einen speziellen Zauntyp zu bezeichnen (Lattenzaun, Staketenzaun). Verben werden aber eher vom generellen Begriff (Zaun, Einfriedigung, Hag) gebildet. Aber da kann es natürlich regionale Besonderheiten geben.

Anmerkung zur Waldwirtschaft: die eigentliche Verwüstung begann im späten Mittelalter und der frühen Neuzeit. Vorher wurden die Gemeinschaftswälder zwar intensiv und multipel (Holznutzung, Waldweide, Schweinemast, Streunutzung, Reisig, Plaggenhacken) genutzt, aber es gab keinen gesetzlosen Zustand, sondern klare Regelungen, auch für die Nachhaltigkeit zB in den Weistümern der Markengenossenschaften. Die herrschaftlichen Wälder unterstanden ebenfalls strengen Forstordnungen und Kontrollsystemen. Das ist jetzt sehr sehr pauschal, nur als Hinweis. Den Beruf des Försters nennt Köbler schon im althochdeutschen Wörterbuch.

Aber im Moment liegen wir, solange 1013 nicht bestätigt ist, bei der gesicherten Ersterwähnung Recktenwald ja in der frühen Neuzeit und da gab es auf jeden Fall Förster. Vorzugsweise wohl als Herrschaftsbedienstete, und diese Herrschaft und ihren Förster Recktenwald zu finden, das wäre das Ideal. Ich bezweifle, dass es zu erreichen ist.

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (05.07.2019 um 16:22 Uhr)
  #10  
Alt 05.07.2019, 16:31
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Xylander Beitrag anzeigen
Ist denn mit 1013 die Jahreszahl gemeint? Das erscheint mir auch sehr früh. Kann es stattdessen die Häufigkeit kennzeichnen?
Ja, das könnte die Anzahl der Tokens sein.

Gottschald, Dt. Namenkunde, deutet Recktenwald als Herkunftsnamen zum gleichnamigen Ortsteil von Saarbrücken.
Nur ist es mir bisher noch nicht gelungen, einen solchen ausfindig zu machen.
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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