#11  
Alt 08.09.2019, 09:57
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fps fps ist offline männlich
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Moin,

die Fotos lassen tatsächlich eine afrikanische Beteiligung in der Abstammungslinie vermuten. Vor allem fallen mir die sehr dunklen Pupillen bei den Söhnen auf.

Und wenn ich das Foto der Urgroßmutter betrachte, dann erinnert mich das an den Südwesten Afrikas. Solche Gesichter habe ich in Namibia gesehen.
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Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan/Rheinland (vor 1700); Scheer/Grevenbroich und Umgebung; Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
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  #12  
Alt 08.09.2019, 10:39
tuedelluet tuedelluet ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von tuedelluet Beitrag anzeigen
Guten Morgen,

das mit afrikanischen Anteilen ist aber durchaus nicht unwahrscheinlich.

Im 17. Jahrhundert war es wohl bei den Adeligen Mode, sich einen "Mohren" im Hofstaat zu leisten.
Jetzt mag der/die eine einwenden, zwischen den Lebensdaten des Plöners und der Mitte des 19ten Jahrhunderts liegen rund 200 Jahre und einige Generationen. Das Thema ist familiengeschichtlich interessant. Wenn ich auch nur vor Jahren über Stadtführung in Plön und später eines der Bücher damit in Kontakt gekommen war.
Mir ging jetzt noch so durch den Kopf, dass ja auch durch den Handel Farbige Ehepartner von Überseekaufleuten nach Deutschland gekommen sein dürften. Klingt doch romantisch, oder?
Grundsätzlich waren Farbige auch Anfang des 19. Jahrhunderts zwar selten, aber nicht unbekannt. Erinnert Euch mal an den "kohlpechrabenschwarzen Mohr" aus dem Stuwwelpeter.

Und noch ein Nachtrag für Wien - unten sogar mit Literaturhinweisen. https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Mohren

Viel Erfolg bei der weiteren Suche.
__________________
Gruß aus Bremen

tuedelluet

Geändert von tuedelluet (08.09.2019 um 10:55 Uhr)
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  #13  
Alt 08.09.2019, 11:31
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Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Guten Tag,
mit Bildern von Elises Geschwistern kämen wir weiter-
Meine These ist, dass Elise "aus der Reihe tanzt", indem sie einen anderen Vater als ihre (Halb-)Geschwister hat.
Wann haben denn die Eltern geheiratet?
Nach dem 10.12.1870?
__________________
Freundliche Grüße.
Fahr mal wieder U-Bahn. Linie 1.
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  #14  
Alt 08.09.2019, 13:27
tuedelluet tuedelluet ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Angelika23562 Beitrag anzeigen
...
Auf der Seite meiner Mutter gab es einige Verwandte, die etwas exotisch aussahen. Schwarze (teilweise krause) Haare, dunkle Augen, eine leicht dunke Hautfarbe. In meiner Eltern- und Großelterngeneration wurde gelegentlich darüber spekuliert, warum sie so aussahen, aber keiner wusste es.

"Da war wohl mal ein Zigeuner zwischen", hieß es. Oder (wohl mit dem Gedanken an die Lübecker Franzosenzeit): "Vielleicht ist da was französisches drin". Eine algerische Freundin, der ich mal ein altes Familienbild zeigte, tippte auf Vorfahren aus ihrem Heimatland.

..., müssen die afrikanischen Vorfahren somit von ihrer Seite kommen. Rein rechnerisch müsste der afrikanische Vorfahre 4-5 Generationen zurückliegen - das wäre in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Meine Urgroßmutter ist 1871 in Neustadt/Holstein geboren. Alles, was vor ihr kam, hat in Ostholstein auf dem Land gewohnt - größtenteils in Roge, jetzt Ortsteil von Sierksdorf. Und es waren alles Landarbeiter - keine Abenteurer, keine Seeleute.

Was kann es einen Afrikaner/eine Afrikanerin im 19. Jahrhundert ins ländliche Ostholstein verschlagen haben?

Und könnte über so einen - für damalige Zeiten - ungewöhlichen Mitbürger vielleicht irgendwas in irgendwelchen Ortschroniken zu lesen sein?...
Einen südfranzösischen Soldaten aus der Napoleonischen Zeit 1806-13 möchte ich nicht ganz ausschließen, betrachte ich aber als eher unwahrscheinlich. Nachdem ich jetzt so weit in derr Geschicht über Mohren bei Hofe spekuliert habe, hier noch ein paar andere Überlegungen.

Einerseits natürlich die Kirchenbücher. Da kann es sein, dass Ostholsteiner Kb bei Ancestry zu finden sind, da bin ich aber nicht sicher. Bei Archion ist man für Holstein leider noch nicht so weit. Jedenfalls gehört Sierksdorf zur Kirchengemeinde Süsel.
(Wobei ich vermute, dass Du, Angelika, schon die Kirchenbücher ins Visier genommen hattest.)

Dann gibt es für Sierksdorf tatsächlich wohl eine relativ aktuelle Chronik. In einem Zeitungsartikel der Lübecker Nachrichten aus 2017 war die Rede von einer Jubiläumsfeier 750 Jahre Roge im September 2018. Auf der Webseite der Gemeinde www.sierksdorf.de/von-a-z.html ist der Eintrag Chronik Sierksdorf - Tourismus-Service, Vogelsang 1 - Tel. +49 (0)4563 47 89 90
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Gruß aus Bremen

tuedelluet
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  #15  
Alt 08.09.2019, 16:17
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Cardamom Cardamom ist offline weiblich
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Hallo Angelika,

bei gedmatch.com gibt es noch ein paar verfeinerte Herkunftsanalysen, kostenlos. Du kannst Daten von ancestry herunterladen und dort hochladen. Vielleicht gibt's dort auch Treffer mit Menschen aus Afrika.
Ich wollte Dir zusätzlich vorschlagen, dass Du Dich in der fb-Gruppe "DNA-Genealogie auf deutsch" anmelden könntest; da sind auch ein paar Leute von diesem Forum drin, ich auch. Mit den Experten könntest Du aus Deinen Tests an Information rausholen, was geht. Da gibt es noch ein paar Tools.

Denkt auch mal an die (für heutige Maßstäbe entsetzlichen) sogenannten "Völkerschauen", die es anscheinend seit den 1870ern gab. Hagenbeck war da auch fleißig dabei.
Ansonsten fällt mir noch ein möglicher Bediensteter eines adeligen Hauses ein.

Liebe Grüße
Cornelia
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Meyer, Töpfer in Stargard
Budde, Retzlaff, Manthe, Prielipp


"Nach dem Krieg um 6 im Kelch"

Geändert von Cardamom (08.09.2019 um 16:56 Uhr)
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  #16  
Alt 08.09.2019, 20:33
Verano Verano ist offline
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Zitat:
Zitat von tuedelluet Beitrag anzeigen


Im 17. Jahrhundert war es wohl bei den Adeligen Mode, sich einen "Mohren" im Hofstaat zu leisten.

In Plön gab es zum Beispiel die wahre Geschichte um den "Schwarzen Trompeter" Christian Gottlieb.

Christian Gottlieb war ein "Mohr" - ein ehemalier Sklave - der durch Gunst des Herzogs vom Stalljungen zum Hoftrompeter aufstieg.

Nach seinem Tod 1690 wurde er als erster im Mittelgang der Plöner Johanniskirche begraben.

Die Grabplatte von Christian Gottlieb steht heute vor der St. Johanniskirche in Plön.

Hallo zusammen,

ich habe einen Zufallsfund im Sterberegister Itzehoe 1818:

"Ein in der Elbe ertrunkener Neger, ohne besondere Kennzeichen."

@ Angelika,
die Fotos sind schön anzusehen und zeigen eine sehr adrette Familie.

__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
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  #17  
Alt 08.09.2019, 21:23
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Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo

Welche Informationen gehen denn aus dem Taufeintrag und dem Heiratseintrag der Urgrossmutter hervor bezüglich ihrer Eltern?
Liegen auch der Heiratseintrag und die Taufeinträge ihrer Eltern bereits vor?
Wenn kriegsgefangene französische Soldaten dort untergebracht waren und verstorben sind, müsste es auch Sterbeeinträge in den Kirchenbüchern geben.

Gruss
Svenja
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  #18  
Alt 08.09.2019, 23:27
Angelika23562 Angelika23562 ist offline
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So viele Antworten... so viele Anregungen... so viele Fragen. Vielen vielen Dank an Euch alle.


Ich werde mich in nächster Zeit durch alles durcharbeiten (kann ein paar Tage länger dauern, weil ich ab Mittwoch für eine Weile auf Reisen bin)... zunächst erstmal nur zu den wesentlichesten Dingen:


Mein Urgroßmutter, Elise, ist unehelich geboren - den Namen des Vaters habe ich, aber ich habe über ihn nichts herausfinden können. Meine Ur-urgroßmutter hatte vier Kindern von wahrscheinlich drei Vätern - ich sage "wahrscheinlich", weil die Namen nicht ganz übereinstimmen. Bei meiner Urgroßmutter steht Christian David Schuldt. Bei ihrer Schwester Dora (Dorothea Johanna Friederika) steht David Christian Schulz. Ich habe leider unter keinem der beiden Namen irgendwelche Informationen finden können.



Quellen: Für Elise ein 1936 per Schreibmaschine erstellter Auszug aus dem Taufregister von Neustadt. Für Dora das Taufregister von Süsel, das bei Ancestry eingestellt ist. (Dass meine Urgroßtante Dora genannt wurde, ist in der Familie überliefert).


Fotos habe ich leider nur vom jüngsten (Halb-)Bruder von Elise - dem einzigen ehelichen Kind ihrer Mutter. Und diese Fotos stammen aus einer Zeit, als er schon alt und grau war. Meine Scans sind nicht sehr gut, ich mache sie noch mal neu



Noch einmal vielen Dank an alle. Ich melde mich wieder!
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  #19  
Alt 09.09.2019, 15:28
tvogel17 tvogel17 ist offline männlich
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Hallo zusammen,

ich glaube, das wurde noch nicht genannt - Dänemark hatte ja auch Kolonien in Afrika und "Westindien" (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/D%C3%A4nische_Kolonien).
Da wäre auch eine Verbindung denkbar.
Wer weiß, ob ein ehemaliger Sklave den Namen "Schuldt" oder "Schulz" bekam?

Auf jeden Fall eine sehr spannende Geschichte.

Viele Grüße

Thomas

PS - kleine Ergänzung:
"Ab 1755 segelten Flensburger in die Karibik und brachten neben Tabak, Edelhölzern und Baumwolle vor allem Rum und Zucker mit. Flensburg gehörte damals zu Dänemark, war neben Kopenhagen und Altona eines der Wirtschaftszentren des Königreichs und damit eine Drehscheibe des dänischen Westindienhandels..." (https://taz.de/!5105960/)

Geändert von tvogel17 (09.09.2019 um 15:58 Uhr) Grund: Ergänzung
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  #20  
Alt 09.09.2019, 17:16
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Hi,
ich denke auch, dass ein dänischer Seefahrer sich eine Afrikanisch-Stämmige, bzw. Mischling, aus der Karibik mitgebracht haben könnte.
Die Sklaven waren ja schon sehr früh aus Westafrika in die Karibik gebracht worden, als die Spanier gemarkt hatten, dass die ursprüngliche indianische Bevölkerung sich nicht so leicht versklaven ließ.
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (09.09.2019 um 17:21 Uhr)
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breede , roge , röpke , sierksdorf , sysel

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