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  #11  
Alt 18.10.2021, 11:06
HErtlFernwald HErtlFernwald ist offline
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Hallo Helen,

alles gut!

Ich verstehe nun die Reaktion, aber es macht außerordentlich viel Sinn:

Der Zahlvater ist eben nicht registriert!
Und hätte, da er zeitgleich einen ehelichen Sohn zeugte, gem. Zeitgeist das Kind nicht anerkannt, da a) kein Interesse seitens der Mutter [Skandal im Dorf!] und b) da meine Uroma, die nunmehrige Ehefrau, ein massives Problem mit dem Vorhandensein des "Kegels" hatte, dies auch nicht tun können...
Jedoch regelte er mit dem Arbeitgeber (Bergwerk) eine Zahlvaterschaft, sodass die freiwilligen (!) Alimente/Zahlungen netto abgezweigt wurden u. kamen der Tochter bzw. deren Mutter/Stiefvater zugute!
Zur Chronologie: Heirat 25.10.1919, Geburt unehel. Tochter 19.04.1920, Geburt ehel. Sohn 24.05.1920.

Da besagte Tochter in der Famile des (Stief-) Vaters 100% integriert und beliebt war, wurde kein Unterschied zu den beiden nachgeborenen, ehelichen Kindern der Mutter gemacht.

Nun möchte doch der "Erzieher" alle Kinder gleich gegütern im Falle des Ablebens u. genau dies geschieht vollkommen unaufwändig, wenn er das Mädchen adoptiert/gleichgestellt hätte! Dann hätte man aber auf die Zahlungen des leiblichen Vaters verzichten müssen! Wir reden von der Weimarer Republik und nicht von trüben Zeiten vor der Jahrhundertwende! Und wir reden von Preußen. Das Standesamt bestand seit 1874, eine ganz reguläre Einbenennung steht als Randvermerk im Geburtseintrag des Mädchens (anbei).
Die übrigen, m.E. nach manipulierten Dokumente hänge ich mal mit gerne an.

Ich freue mich auf Deine/Eure wertvolle Meinung .

LG Hendrik
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  #12  
Alt 21.10.2021, 15:55
HErtlFernwald HErtlFernwald ist offline
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Hallo liebe Gruppe !


Schade, dass nicht einer eine Meinung dazu zu haben scheint.
Ähnliche Themen wurden schon eingehend beleuchtet, ist ein wenig enttäuschend, wenn man bedenkt, dass man schon bei einigen geholfen hat, Sachverhalte eingehender aus dem eigenen Blickwinkel heraus zu analysieren.


Falls sich jemand in mein Thema verirrt, wäre ich sehr für Euren Input dankbar!


Nichts für ungut!


LG
Hendrik
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  #13  
Alt 21.10.2021, 16:42
Su1963 Su1963 ist offline weiblich
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Hallo Hendrik,
was genau versuchst du herauszufinden?
Geht es dir darum herauszufinden, wer nun tatsächlich der leibliche Vater ist oder um die formalrechtlichen verwandthschaftliche Beziehung von vor- bzw. außerehelicher Tochter und späterem Ehemann und den daraus abzuleitenden Rechten (z.B. Erbrecht)?
In Östereich gab es in der fraglichen Zeit jedenfalls die Möglichkeit, vorehelich geborene Kinder als Vater als eigene anzuerkennen und somit ehelich geborenen gleichzustellen. Adoption dagegen ist NUR für nicht leibliche Kinder vorgesehen.


Ob dein Großvater nun zurecht gezahlt hat lässt sich jedenfalls über Rechtsformm die die Mutter des Kindes gewählt hat nicht beweisen. Auch die Motive, die für die gewählte Form der Legitimierung/Namensänderung ausschlaggebend waren, kennt nur die Mutter selbst. Dass es dabei vor allem um das Beibehalten der Zahlungen ging, ist ja lediglich deine Vermutung.


Gruß, Susanna
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  #14  
Alt 21.10.2021, 17:02
HErtlFernwald HErtlFernwald ist offline
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Hallo Susanna!


Die Ausgangssituation wie folgt:


In einem knapp 800-Seelen-Dorf gibt es im fragl. Zeitraum 1919-20 nur eine uneheliche Tochter und die Geburtsurkunde beweist, dass eine Einbenennung stattfand, keine Adoption!


Die Folgedokumente, wie nachträgliche Änderung des Taufeintrags, Taufschein ausgestellt im Nachhinein sowie die Heiratsurkunde (alles vorher anhängend), suggerieren, dass Heinrich Karl Fuhr der Vater war!
Er hat dem Mädchen lediglich seinen Namen erteilt, warum die Verdrehung??


Schlampigkeit? Absicht?


Warum lässt der Vater in latein die Legitimierung durch den Ehemann der Mutter suggerieren? Vaterschaftsanerkennungen wie Adoptionen müssen zwingend im standesamtl. Geburtseintrag in Form eines Randvermerks angebracht werden! Dort steht aber "nur" die Einbenennung.


Nun gut, warum adoptiere ich ein Kind ohne rechtlichen Vater nicht? Der Neffe und die Schwägerin wussten jedenfalls nichts von der Unehelichkeit der Tante!


Im Gegensatz zu Österreich gab es in Preußen das Standesamt in der Form bereits seit dem 01.10.1874; die Formvorschriften waren stringent!
Ich selbst habe auch viel in der KuK-Monarche geforscht, wo die Statuten bis 1939 völlig andere waren.


LG
Hendrik
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  #15  
Alt 21.10.2021, 17:39
Su1963 Su1963 ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von HErtlFernwald Beitrag anzeigen
die Geburtsurkunde beweist, dass eine Einbenennung stattfand, keine Adoption

Legitimiert bedeutet ja, dass das das Kind einem ehelichen Kind gleichgestellt ist. Es kommt dabei also das selbe heraus, wie bei einer Adoption.Der Unterschied liegt in der Ausgangslage: Eine Adoption bedeutet die Annahme eines nicht leiblichen Kindes "an Kindes statt", Legitimierung stellt für ein leibliches Kind nachträglich die Ehelichkeit her.
Wäre die Verpflichtung zur Zahlung von Unterhalt gerichtlich angeodnet gewesen, wäre sie durch die Legitimation ebenso beendet wie durch eine Adoption.


Die Zahlung deines Großvaters ist ja offenbar freiwillig, ohne gerichtliche Anordnung erfolgt. Meine Vermutung ist die, dass zwar alle drei Beteiligten um die tatsächliche Vaterschaft Bescheid wussten aber sich auf eine Regelung verständigt haben, die das Beste für das betroffene Kind bringt:
Der tatsächliche Vater zahlt und der "Neue" bekennt sich zur Tochter und gibt ihr den Namen und alle familiären und gesellschaftlichen Vorteile. Durch eine Adoption wäre ja die außereheliche Geburt quasi offiziell geworden und damals leider wohl als Makel erhalten geblieben.


Gruß, Susanna
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  #16  
Alt 21.10.2021, 18:16
HErtlFernwald HErtlFernwald ist offline
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Hallo Susanna!Das ist ein interessanter Gedankengang.
Allerdings wäre auch eine Vaterschaftsanerkennung (Legitimierung) im Geburtseintrag vermerkt worden. Sorry, dass ich darauf herumreite!
Was die Regelung angeht, die ja offensichtlich getroffen wurde, sehe ich es so, dass die Adoption kein Makel gewesen wäre, da durch die (wie Du korrekt anmerkst) Gleichstellung kein öffentlicher Nachteil entstanden wäre - man hätte sie per sé gar nicht als adoptiertes Kind erkannt!



Sorry für die deutsche Beharrlichkeit, aber mir geht es um die nicht rechtskonforme Ausgestaltung der Urkunden, denn eine Legitimierung wie auch ein Adoption sind nie erfolgt!
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  #17  
Alt 21.10.2021, 19:44
Su1963 Su1963 ist offline weiblich
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Jetzt mal die schonungslose Wahrheit Du wirst nie erfahren, ob die Tochter deine leibliche Tante ist.


Das einzige, das sich klären lässt, ist die rechtliche Konstruktion, die die beteiligten"drei Eltern" gewählt haben. Für mich ist eindeutig, dass eine Legitimierung durch Eheschließung stattgefunden hat. Fraglich ist nur ob alles rechtlich sauber abgelaufen ist und alle erforderlichen Eintragungen erfolgt sind. Aber ganz sicherlich ist ist es das, was ab der Taufe des Kindes 1920 gewollt war.

Geändert von Su1963 (21.10.2021 um 19:52 Uhr)
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  #18  
Alt 21.10.2021, 20:28
HErtlFernwald HErtlFernwald ist offline
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Ich danke Dir!!!
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  #19  
Alt 22.10.2021, 12:27
HErtlFernwald HErtlFernwald ist offline
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Hallo an Alle, liebe Susanna!

Ich habe eine Rückmeldung vom Stadtarchiv erhalten, was die Meldevorgänge angeht und das finde ich erstaunlich !

Die Mutter wurde am 01.05.1923 in Wetzlar, also kurz vor der Heirat mit dem Stiefvater der Tochter, angemeldet. D.h., dass sie bis zur Heirat bei ihren Eltern lebte (die Vormund der Enkeltochter waren oder einer der Onkel).

Die Tochter wurde erst am 17.12.1930 (!) bei der Mutter gemeldet!
Geburts-/Herkunftsort liegt rund 10 km weg von Wetzlar, d.h. es handelt sich um ein 800-Seelen-Örtchen.

Und der Zielort = Wetzlar ist eine Kreisstadt mit damals ca. 25.000 Seelen.

Also existierte keine Absicht "von Geburt an" das Kind zu legitimieren.

Auch wenn Du Recht hast, es schier unmöglich ist, ohne DNA eine Absicherung zu ereichen. Dennoch ist es spannend, dass die Mutter erwiesenermaßen bis die Tochter 3 Jahre alt ist am Heimatort verbleibt u. sie das einzige uneheliche Mädchen in der in Frage kommenden Zeit am Ort zur Welt bringt, wo mein Uroma damals "gewütet hat".

Das finde ich spannend!

LG
Hendrik
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Stichworte
name erteilt , unehelich , zahlvaterschaft

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