#1  
Alt 13.11.2020, 14:12
elli-cindy elli-cindy ist offline
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Standard Erbfolge / Erbrecht

hallo folgende Sachlage würde mich interessieren:
1951 stirbt ein Mann in der ehemaligen DDR.
sein erstgeborener Sohn ist im Krieg gefallen,dessen Witwe mit Sohn ca 1956 in die BRD gezogen.
weitere Nachkommen des Erblassers sind in der DDR im Haus mit Grundstück bis heute wohnhaft.
Nach evtl.Nachkommen des erstgeborenen wurde nie in der BRD gesucht.
Sohn des erstgeboren 1998 verstorben.Seine Tochter lebt noch.
Hat sie eigentlich Anspruch auf das Erbe ?
Auf Anfrage ( wie man miteinander verwandt ist )an den noch im Haus wohnenden mit gleichem Nachnamen bekam man keine Antwort.Allerdings wurde der Besitz zum Kauf angeboten,Begründung :damit es in der Familie bleibt.

wenn es hier nicht hingehört ,gebt bescheid ,dann lösche ich
lg
elli
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  #2  
Alt 13.11.2020, 14:42
1975reinhard 1975reinhard ist offline männlich
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Hallo Elli,

eine fundierte Antwort wirst du nur von einem Rechtsanwalt bekommen.

Das Erbe wurde doch eigentlich schon 1951 aufgeteilt und zwar unter allen Kindern des Mannes. Den Anteil des verstorbenen Erstgeborenen müsste dessen Sohn bekommen haben, wobei die Witwe, abhängig vom Alter des Sohnes, das Erbe verwaltet hätte.

Möglicherweise hat der Staat alles, was die Schwiegertochter bzw. der Enkel 1956 zurückgelassen haben, konfisziert und dann an die Verwandtschaft verkauft.

Es ist also eventuell gar nicht so sehr eine Frage des Erbrechts, sondern welche Rechte Personen und ihre Nachkommen haben, die von der DDR enteignet wurden oder Eigentum bei ihrer Flucht/Ausreise zurückgelassen haben.

Viele Grüße
Reinhard
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Forschungsgebiete:

waldviertel-genealogie.jimdo.com/
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suedmaehren-genealogie.jimdo.com/
  • Südmähren: Gebiet um Joslowitz
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  #3  
Alt 13.11.2020, 14:46
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Hallo,

eine Frage ist ja schon einmal. Was bzw. wer steht im Grundbuch?
Und von 1951 bis 1956 sollte ja eine Erbauseinandersetzung stattgefunden haben, oder ist das nicht erfolgt?
Wenn die evtl. überlebende Ehefrau nach einem sogen. Berliner Testament allein geerbt hat, ist natürlich erst der Zeitpunkt ihres Todes relevant. Und dann wäre die Äußerung, dass nach Nachkommen des Erstgeborenen nicht gesucht wurde, natürlich stimmig.
Ein Grundbuchberechtigungsanspruch nach § 894 BGB, zB wegen eines unrichtigen Erbscheins, verjährt grundsätzlich nicht, wie ich im Netz gefunden habe.

Grüße

Thomas
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FN Pein (Quickborn vor 1830), FN Hinsch (Poppenbüttel, Schenefeld), FN Holle (Hamburg, Lüchow?), FN Ludwig/Niesel (Frankenstein/Habelschwerdt) FN Tönnies (Meelva bei Karuse-Estland, später Hamburg), FN Lindloff (Altona, Lüneburg, Uelzen)
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  #4  
Alt 13.11.2020, 15:40
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von elli-cindy Beitrag anzeigen
... Nach evtl.Nachkommen des erstgeborenen wurde nie gesucht ...
Hallo,
von Amts wegen wird nicht gesucht, sondern man muss sich selber als potentiell Erbberechtigter um ein mögliches Erbe bemühen: das bezeichnet man dann als "Beantragung eines Erbschein beim Amtsgericht am Wohnort des Verstorbenen." Dabei muss man seine Erbansprüche selber belegen, mithilfe von Geburtsurkunden etc.

Erfolgt dieser Antrag nicht, geht das Nachlassgericht davon aus, dass man auf das Erbe verzichtet hat.
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Viele Grüße
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  #5  
Alt 13.11.2020, 15:56
Kasstor Kasstor ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Hallo,
von Amts wegen wird nicht gesucht, sondern man muss sich selber als potentiell Erbberechtigter um ein mögliches Erbe bemühen: das bezeichnet man dann als "Beantragung eines Erbschein beim Amtsgericht am Wohnort des Verstorbenen." Dabei muss man seine Erbansprüche selber belegen, mithilfe von Geburtsurkunden etc.

Erfolgt dieser Antrag nicht, geht das Nachlassgericht davon aus, dass man auf das Erbe verzichtet hat.
Das ist so nicht richtig. Bei vorhandenem Testament wird natürlich versucht, die bedachten Erben o. deren Rechtsnachfolger zu ermitteln. Ggfs wird ein Abwesenheitspfleger bestellt. Wenn bei nicht vorhandenem Testament einer oder mehrere der Erben bekannt sind ( wie es hier ja offensichtlich der Fall war ) ist/ sind dieser/diese gehalten, andere Miterben bzw. deren Wegfall zu ermitteln, andernfalls das Nachlassgericht einen Erbschein nicht bzw. nur einen Teil-Erbschein erstellen kann. Inwieweit die DDR bei ihrem Verhältnis zum Privateigentum auch so genau vorging, weiß ich allerdings nicht, das BGB galt jedenfalls bis 1974.

Grüße

Thomas
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  #6  
Alt 13.11.2020, 16:40
elli-cindy elli-cindy ist offline
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ich danke euch für die zahlreichen antworten.

lg elli
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  #7  
Alt 13.11.2020, 18:15
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Die Ansprüche sind sowieso verjährt. Verjährungsfrist 30 Jahre.
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Viele Grüße
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  #8  
Alt 13.11.2020, 20:04
Hedwiga Hedwiga ist offline
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Zitat:
Zitat von Anna Sara Weingart Beitrag anzeigen
Die Ansprüche sind sowieso verjährt. Verjährungsfrist 30 Jahre.

Hallo, so einfach ist das aber nicht, es sei denn, es geht "nur" um Pflichtteilsansprüche. Ich denke, das Thema ist so komplex, dass
"handgestrickte" Auskünfte nicht genügen.


Ich kann mich nur der bereits erteilten Empfehlung anschliessen, eine Beratung bei einer auf Erbrecht spezialisierten RA-Kanzlei in Anspruch zu nehmen (eigene Erfahrung, ähnl. Konstellation).



Das Forum kann und darf ja auch keine Rechtsberatung erteilen, ich denke, das Thema sollte beendet werden.
__________________
ich grüße freundlich


Renate
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  #9  
Alt 13.11.2020, 20:51
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Zitat:
Zitat von Hedwiga Beitrag anzeigen
Hallo, so einfach ist das aber nicht, es sei denn, es geht "nur" um Pflichtteilsansprüche. ...
Um was soll es denn sonst gehen. Es ist doch sicherlich kein Testament mehr vorhanden.
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Viele Grüße
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  #10  
Alt 14.11.2020, 09:16
Hedwiga Hedwiga ist offline
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Standard Erbrecht

@ASW,



ich bleibe bei meiner Ansicht, nur wirklich fundierte Auskünfte können von Fachleuten mit entsprechendem juristischem Fachwissen erteilt werden.


Ich habe dieses spez. Wissen nicht, insofern "haue" ich auch nicht einfach eine Stellungnahme raus, ohne den gesamten Sachverhalt zu kennen und
zu analysieren.


Interessant wäre in diesem Zusammenhang sicher noch die Frage ob und wie hier Rechtsberatung zugelassen wird und wer für unrichtige Auskünfte haftet.



Ich bin jetzt aus diesem Thema raus, mögen weiterhin "Fachleute" ihre fundierten, rechtssicheren Auskünfte erteilen.
__________________
ich grüße freundlich


Renate
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