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  #11  
Alt 07.03.2017, 21:25
Benutzerbild von Krefelder81
Krefelder81 Krefelder81 ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Bernhardo Beitrag anzeigen
Hallo,

ob nun verheizt oder als Klopapier benutzt ist eigentlich egal.
Kommt auf das gleiche raus.... nähmlich das es keine Unterlagen mehr gibt.
Was wirklich mit den Unterlagen passiert ist, ist wohl nicht bekannt.

Und Ja, es gibt ein Staatsarchiv Lyck. Aber auch dort gibt es keine Unterlagen vom Standesamt Ostrokollen !

Quelle:

Deutsche Personenstandsbücher und Personenstandseinträge von Deutschen in Polen
Verlag für Standesamtswesen, Berlin 2000

Bestandsverzeichnis DZfG Leipzig - (Teil 1)
Die Kirchenbuchunterlagen der östlichen Provinzen Posen, Ost- und Westpreußen, Pommern und Schlesien.
Verlag Degener, 3. Auflage 1997, 214 S.

Standesregister und Personenstandsbücher der Ostgebiete im Standesamt I in Berlin.
Gesamtverzeichnis für die ehemaligen deutschen Ostgebiete, die besetzten Gebiete und das Generalgouvernement
.
Verlag: Frankfurt. Verlag für Standesamtswesen 1992

Diese oben genannten Bücher liegen mir vor !


Gruß Bernhard Opretzka
Vielen Dank für die Information!
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  #12  
Alt 10.03.2017, 23:28
Benutzerbild von Draschba
Draschba Draschba ist offline männlich
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Sorry, dass ich jetzt erst antworte.

Dann wollen wir mal versuchen Licht in die Geschichte zu bringen. Im Sommer 1944 erinnerte man sich in den östlichen Landkreisen Ostpreußens an die Geschehnisse im 1. WK im südlichen und südöstlichen Masuren. Etwas leise und unauffälig wurden bereits im Juni/Juli 1944 alle relevanten Personenstandsregister in den östlichen Kreisen eingesammelt und in einen Bergwerkstollen in der Rhön nach Hessen verbracht. Und zwar sowohl die Hauptegister als auch die Nebenregister. Nebenregister wurden eben gerade als Sicherungskopien geführt, damit im Zweifelsfall eine Kopie "überlebt". Sie hätten ordnungsgemäß an einen anderen Ort verbracht werden müssen - auch dafür Danke an die Idioten von damals

Viele Fluchtberichte aus den Kreisen Lyck, Goldap und Treuburg und weiter nördlich berichten davon, dass erste Bevölkerungsteile bereits im Juni/Juli 1944 weiter nach Osten, zumeist in den Raum Allenstein evakuiert wurden, die männlichen Bevölkerungsteile jedoch wieder zur Einholung der Ernte und als Volkssturm zurückbeordert wurde.

Die Standesamtsurkunden und die ebenfalls im Stollen eingelagerten Kirchenbücher aus den östlichen Kreisen, sofern sie nach dem 1. WK noch erhalten waren (siehe Grigoleit), gingen beim Einmarsch der Amerikaner in besagtem Bergwerkstollen im Feuer als Totalverlust auf. Nur minimale Fragmente sind heute noch erhalten - so das verkohlte, trotz Restaurierung in der DDR kaum noch lesbare Kirchenbuch aus Wischniewen (1915-1942). Es liegt heute im DzfG Leipzig. Schriftliche Berichte über das Feuer in dem Stollen in der Rhön habe ich bis heute selbst noch nicht gesehen, bin aber für jeden ergänzenden Hinweis dankbar. Die Geschichte ist einerseits durch den Pfarrer Dr. Theophil Flügge aus Alt-Ukta überliefert, wurde mir aber schon von "alten Hasen" berichtet. Schriftliche Berichte dazu liegen mir nicht vor. Hier könnte vielleicht Herr Donder von der Kreisgemeinschaft Lyck etwas mehr zu beitragen.

Wenn man die Karte der digitalisierten Standesamtsbezirke (http://allenstein.draschba.de/karte.php) auf meiner Webseite betrachtet wird nun auch klar, warum ab einer recht klaren Linien östlich der großen masurischen Seeplatte keine Standesamtsbezirke mehr vertreten sind. Einzelne Sprengel bestehen aus fragmentarischen Einzelurkunden, alphabetische Register oder Urkunden die gerade zur Bearbeitung in einem anderen Amt lagen und von dort aus archiviert wurden.

Die Duplikate der Kirchenbücher aus Ostrokollen reichen nur von 1832-1874. Sie sind durch Ernst und Willy Nikulski in der QMS 20 bearbeitet und über den VFFOW zugänglich. Die einzige noch verwertbare genealogische Quellen für den "schwierigen Zeitraum" zwischen 1874 - 1944 sind die, im Staatsarchiv Lyk noch erhaltenen Grundbücher, sofern diese nicht zwischen 1930-1942 bereinigt wurden. Sie reichen zumeinst bis 1830 zurück und enthalten Testamente und Grundstücksübereignungen. Dieser Bestand 64/269/0 kann nur vor Ort in Lyck eingesehen werden. Der Index ist aber nach Namen online über "simple Inquery" der polnischen Staatsarchive durchsuchbar: http://baza.archiwa.gov.pl/sezam/index.php?l=en

Träger meines Familiennamens sind seit 1656 im Ort Wischniewen, zum Kirchspiel Ostrokollen zugehörig nachgewiesen. Mein Urgroßvater (siehe mein Avatar) verließ Krzywen im Kreis Lyck ca 1900, um sein Glück in der Schutztruppen und später in Gelsenkirchen zu versuchen. Die meisten Spuren zu den verbliebenen Resten der Familie seiner Schwester Luise Almon, geb. Draschba verlieren sich zwischen 1942 und 1945 - fast so wie die Standesamtsurkunden.

Schönes Wochenende
Clemens
__________________
Ich forsche nach den Familiennamen:
  • Draschba, Drazba, Drasba, Almon, Stehl, Warda, Lask, Zdorra (Kreis Lyck)
  • Sussek, Lumma, Pozdziech, Rogowski, Korz, Brosch, Lorenz, Leumann, Syska, Trzaska, Buttler, Hermann, Norowna (Kreis Ortelsburg)
  • Woroschinski, Lipka, Lypka, Zadra, Galera, Gallera, Dukatz, Wujak, Tyska, Gwiasda (Kreis Johannisburg)
  • Groß, Gross, Bahl, Baal, Mankowius, Monkowius, Nadolny, Tomaschewski (Kreis Sensburg)
Mitglied im VFFOW und Verein für Computergenealogie

Geändert von Draschba (10.03.2017 um 23:38 Uhr)
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