#1  
Alt 11.08.2018, 00:04
Rosale Rosale ist offline
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Standard Einwanderung Ende 19./Anfang 20. Jhd

Guten Abend,
mich würde interessieren, ob Einreisen/Einwanderungen nach Deutschland Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts (vor 1920) erfasst wurden und wenn ja, wo ich entsprechende Daten finden kann.
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  #2  
Alt 17.08.2018, 00:42
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zeilenweise zeilenweise ist offline
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Geht es um eine Statistik der Einwanderung in dieser Phase, oder um Daten zu einzelnen Personen?
Im ersten Fall würde ich zunächst mal nach historischer Fachliteratur über Migration im Deutschen Kaiserreich suchen, denn da sind sicher die statistischen Daten enthalten, und es gibt Angaben zu den zuständigen Archiven.

Im zweiten Fall sind auf jeden Fall die lokalen Meldeämter eine gute erste Anlaufstelle. Vielleicht auch im lokal zuständigen Archiv nachfragen, ob es Unterlagen dazu gibt.
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Gruß, zeilenweise
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  #3  
Alt 17.08.2018, 16:13
Ginster43 Ginster43 ist offline weiblich
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Hallo Rosale,

ich würde direkt im Ort, in den die Person oder Familie eingewandert ist, bei Familysearch suchen.

Zum Schlagwort "Einwanderung*" gibt es einige Treffer.

https://www.familysearch.org/search/...ility%3AOnline

Je nachdem, welche Informationen Du genau suchst, könnten auch Bürgerrollen weiter helfen.

VG
Angelika
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  #4  
Alt 18.08.2018, 21:41
Rosale Rosale ist offline
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Es geht um Daten zu einzelnen Personen.
In den Daten der Meldeämter tauchen sie erst in den 1930er Jahren auf, waren aber gesichert schon vorher da (gleicher Ort). Also das waren die Angaben, die ich beim lokalen Archiv der Meldestelle bekommen habe.

Bei familysearch bin ich leider nicht fündig geworden.
Was sind Bürgerrollen?
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  #5  
Alt 19.08.2018, 00:22
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zeilenweise zeilenweise ist offline
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Bürgerrollen spielen nach 1871 keine Rolle mehr, für die genannten Personen sind sie also wahrscheinlich unerheblich.
In der Zeit davor mussten Männer, die Bürger einer Stadt werden wollten und durften, einen Bürgereid und eine Zahlung leisten und trugen sich dann in das Bürgerbuch oder die Bürgerrolle ein. Mit der Gründung des Deutschen Reiches änderten sich Verwaltung und Bürgerrecht.
Gibt es an dem Ort Adressbücher (Vorläufer der Telefonbücher)? Ich finde die immer extrem hilfreich, um zumindest ungefähr abzuschätzen, ab wann eine Person in einem Ort gewohnt hat. (Dabei bedenken, dass die Daten für ein Adressbuch natürlich im Jahr vorher erhoben wurden).
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Gruß, zeilenweise
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  #6  
Alt 19.08.2018, 09:04
Ginster43 Ginster43 ist offline weiblich
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Hallo Rosale,

nachdem Du Ende 19. JH geschrieben hast, dachte ich, Bürgerrollen könnten - falls vorhanden - hilfreich sein.
Zeilenweise hat die Bedeutung ja schon erklärt.

Ich finde es etwas schwierig, ohne ein bisschen mehr Informationen zu helfen.

In welcher Stadt lebten die Gesuchten?
Wie kommst Du darauf, dass sie (aus einem anderen Land?) eingewandert sind?
Woher weißt Du, dass die Familie schon vor 1930 gesichert in dieser Stadt war (aus Heiratsurkunden, Geburtsurkunden...)?
Gibt es in vorhandenen Urkunden keine Hinweise auf ein Herkunftsgebiet oder -Land?
Hast Du bei Familysearch oder Ancestry alle vorhandenen Daten durchsucht, auch zB Militärstammrollen?
Bei Familysearch gibt es tlw auch Einwohnermeldekarten, hier ein Beispiel aus Tangermünde (unter Einwohner/Auswanderer), bei dem die Geburtsorte vermerkt sind.
https://www.familysearch.org/ark:/61...=41&cat=394202

Adressbücher finde ich auch, wie Zeilenweise, sehr hilfreich, es schränkt zumindest die Suche in den Kirchenbüchern ein, soweit sie für den gesuchten Zeitraum schon einsehbar sind.

Du hast beim lokalen Archiv nachgefragt. Welche Unterlagen gibt es noch im Stadt- oder Landesarchiv?

VG
Angelika
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  #7  
Alt 19.08.2018, 11:54
Rosale Rosale ist offline
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Schonmal vielen Dank für die Erklärungen.
Es geht um eine Frau, daher kommt o.g. leider nicht in Betracht. Ist ja aber ohnehin erst später.

Vielleicht etwas genauer:
Die erste Urkunde, die ich habe ist von 1919 (Eheschließung).
Aus dieser geht hervor, dass sie in den 1890ern im Ausland geboren wurde.
Für den Ehemann habe ich einen Adressbucheintrag gefunden (ebenfalls 1919). Dieser ist in Deutschland geboren, mich interessiert aber nur die Frau. Sie selbst taucht nicht in Adressbüchern auf, zumindest nicht an diesem Ort (Bonn)
Melderegister bekam ich nur für die 1930er Jahre Einträge.

Ich würde gerne wissen, wann die Frau eingewandert ist. Ihr Vater blieb mutmaßlich im Herkunftsland, zumindest ist es so auf der Eheurkunde vermerkt.
Sie kam aus dem damals russisch besetzten Litauen (heute Polen/Weißrussland).

Ihre Geburtsurkunde bekomme ich wohl nur in ihrem Herkunftsland...

Ancestry habe ich leider keinen bezahlten Zugang (ohne finde ich nichts).
Familysearch habe ich über die Namenssuche mit verschiedenen Ländern weder sie noch ihre Eltern gefunden.
Von ihr weiß ich Namen und Geburtsdatum/-ort, von den Eltern Namen und Geburtsort sowie von allen die Konfession.
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  #8  
Alt 19.08.2018, 14:12
Ginster43 Ginster43 ist offline weiblich
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Du hast wahrscheinlich beim Stadtarchiv in Bonn nachgefragt, ob es außer den Meldekarten der 1930er Jahre noch Unterlagen wie Volkszählungen oder frühere Meldekarten gibt, die Dir weiter helfen könnten, nicht wahr?

Da Dir der Geburtsort, das Geburtsdatum und die Namen der Eltern bekannt sind: Stelle Deine Fragen doch mal hier im Ostpreußen- oder Russland-Forum.

Gerade von Polen sind ja viele KB im Internet Online einzusehen.

Bei Familysearch findest Du über die Namenssuche nur Personen aus den indexierten Filme bzw aus den Stammbäumen, die Online gestellt wurden.

Es könnten also durchaus noch Filme des Ortes, der Dir ja bekannt ist, Online einzusehen sein.
Die Orte kannst Du über den Katalog suchen.
https://www.familysearch.org/search/catalog/search
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  #9  
Alt 20.08.2018, 14:54
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zeilenweise zeilenweise ist offline
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Ich würde auch das entsprechende Regionalforum empfehlen, nur noch zwei Gedanken:
Erster Gedanke: Tatsächlich findet man verheiratete Frauen in der Regel nicht im Adressbuch. Aber der Beruf des Ehemannes könnte ein Hinweis sein auf die Schicht, zu der sie gehörte, und insofern auch Aufschlüsse darüber geben, warum sie nach Deutschland kam. Und über das Warum ergibt sich vielleicht das Wann.

Wenn sie allein als junge Frau nach Bonn kam, dann vielleicht, um dort zu arbeiten - zum Beispiel als Hausangestellte oder in einer Fabrik. Das wäre dann vermutlich vor dem Ersten Weltkrieg passiert.

Gehörte sie zu den besser gestellten Leuten, dann besuchte sie vielleicht eine Weiterbildungsanstalt für Bürgertöchter oder lebte als Haustochter bei einer Familie. Auch das passt eher zur Gesellschaft vor dem Ersten Weltkrieg.

Ist er Akademiker, dann haben sie sich vielleicht beim Studium kennen gelernt. Das passt wiederum besser in die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg.

Den Ehemann würde ich also nicht ganz außer Acht lassen, sein Werdegang kann Hinweise auf ihren enthalten.
Zweiter Gedanke: Wenn jemand die Anstrengungen auf sich nimmt, in ein anderes Land zu gehen, dann gibt es in der Regel Push- und Pull-Faktoren - also Gründe, den angestammten Ort zu verlassen, und Gründe, einen bestimmten Ort aufzusuchen. Was sind die Push-Faktoren in ihrem Heimatort? Wie war dessen Geschichte zwischen 1900 und 1919? Wie war die wirtschaftliche Lage, welchen Beruf hatten die Eltern, welche Chancen boten sich für eine junge Frau?
__________________
Gruß, zeilenweise
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  #10  
Alt 20.08.2018, 23:31
Rosale Rosale ist offline
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Hallo Angelika,
ich hatte beim Stadtarchiv nach dem Melderegisterauszug und allen vorhandenen Urkunden gefragt, und die o.g. Dinge bekommen.
Sollte ich dort nochmal nachhaken?
Meine Vermutung geht in eine ähnliche Überlegung wie die von zeilenweise, dass sie zB bei einer anderen Familie angestellt war.
Danke für den Hinweis zur Ortssuche. Das Dorf, aus dem sie kommt, und auch die Gemeinde, zu der es gehört, tauchen dort leider nicht auf.
Bei den größeren Kreisen bekomme ich sehr viele Seiten. Leider alles sprachlich nicht lösbar für mich - klar, wenn es um einzelne Seiten ginge, könnte ich Hilfe bekommen, aber ich müsste ja Dutzende Bücher durchgehen, die ich nicht lesen kann.

Danke auch @zeilenweise für die sehr hilfreichen Überlegungen, die ich mir in ähnlicher Form zT auch schon gemacht hatte, aber lange nicht so weitgehend.
Über den Ehemann gibt es nicht mehr so viel herauszufinden, das Wesentliche ist, denke ich bekannt, zB der Beruf, den ich auch von ihr kenne.
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