#11  
Alt 10.10.2012, 17:00
Joanna
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Hallo Gerd,

frage doch bei www.mittelpolen.de an. Du suchst ja in Polen und nicht in Russland. Auch wenn Polen viele, viele Jahre unter Russischer Verwaltung stand, haben die Grafen in Polen ihre Werbekampagnen selbständig durchgefürt.

Zu diesem Thema gibt es auch reichlich Informationen und Bücher, die Du aber mittels Google alle auch selbst finden kannst. Als Autoren fallen mir dazu gerade die Bücher von Breyer, Eichler, Kauder, Kneifel und Dr. Miller ein.

Viel Spaß und Gruß
Joanna
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  #12  
Alt 10.10.2012, 18:02
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Gerdchen Gerdchen ist offline männlich
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Hallo Joanna,

lieb gemeint, aber "meine" ANSPERGER habe ich ja von Berlin bis mindestens 1759 nach Polen (Ostrow/Wielkopolski) lückenlos nachweisen können. Dort in Ostrow, habe ich ja den Hinweis, dass mein Spitzenahn Tuchmacher aus dem Russsichen Reich war, bzw. von dort kam!
Deshalb meine Suche hier im Russland-Forum.

LG
Gerdchen
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  #13  
Alt 10.10.2012, 20:06
Joanna
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Ja Gerdchen,

ich dachte nur - da das Russische Reich ja wahnissing groß war!!!!!! Und Jahrhunderte auch große Teile Polens dazu gehörten.

Aber ich wünsche weiterhin viel Erfolg.

Gruß Joanna
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  #14  
Alt 10.10.2012, 23:38
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Hallo Gerdchen,
ich wiederhole mich mit Seiten jetzt in deutscher Sprache; russische Seiten sind voll mit allg. Informationen, aber keine Anwerber-Namen und Werbestellen, wie es die Zarin Katarina geregellt hat.
"Deutsche Spuren im russischen Sprachraum lassen sich bis ins Mittelalter zurückverfolgen, also noch weit vor der planmäßigen Ansiedlung Deutscher im 18. Jahrhundert. In Nordrussland siedelten deutsche Händler seit dem 12./13. Jahrhundert in Nowgorod, welches ausgezeichnete Handelskontakte zu den Hansestädten des Ostseeraums unterhielt. Unter Iwan dem Schrecklichen wurden zwischen 1533 und 1584 vermehrt Fachleute aus Deutschland ins Land geholt – Handwerker, Baumeister, Ärzte, Offiziere, Verwaltungsspezialisten, die in Moskau in einer deutschen Vorstadt wohnten. Zar Peter der Große leitete dann den Prozess der Europäisierung Russlands in weiten Teilen des Landes ein. Durch ein Manifest aus dem Jahre 1702, welches Ausländer zum Aufbau des Landes rief, lockte er vor allem Deutsche zur Besetzung verantwortungsvoller Posten in die von ihm gegründete neue Hauptstadt St. Petersburg. Dieses blieb auch später ein Zentrum des Deutschtums in Russland."
www.migrazioni.altervista.org/.../1.1_ansiedlungsmanifest
Und letztendlich, nach all dem, was ich gelesen habe, muss ich Joanna zustimmen: es geht um Geschichte Polens. Selbst wenn Ostrow/Welikopolska mal russisch war- in russischer Geschichte ist die Rede über Polen, egal wie man dieses Land genannt hat und egal, wem es gehörte.
Was "Imperia" betrifft, richtig, damit ist Russisches Imperium gemeint, ausgerufen im Jahre 1721...
www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=113967
Auch im allg. gibt womöglich was Interessantes, wenn man Innet nach Textilindustrie in Polen (Jahr)sucht, denn... Tuch und Leinenfertigung in Welikopolska war die Quelle für jede 8-9 Familie(gefunden in russischem).
Genauere Informationen (hab endlich Begriffen,was Du suchst :-)) konnte ich leider nicht finden :-(
In Übersetzungen von Kirchenbücher/Pabianice hab ich oft Beruf "Risowalschik"-Zeichner gelesen, und dass in Textilfabrik?...Jetzt weis ich, dass diese für Herstellung von SCHÄRPE zuständig waren, deutsche Wiki hat ein Bild dafon de.wikipedia.org/wiki/Kontusz Kontusz – Wikipedia Aber dass ist schon ein anderes Thema.....
Viele Grüße
Lora
PS: den Nachnamen betreffend...Ansperger wird in russ.Internet zu Dr.Hans Asperger (Wien) geleitet, "Asperger-Syndrom". Sonst nichts. Womögliche veränderungen im russischem: statt "p"-"b" und "sp"-"schp"... ergab einzelne nichtssagende Treffer.
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La Rochefoucauld

Geändert von Lora (11.10.2012 um 10:50 Uhr)
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  #15  
Alt 11.10.2012, 12:28
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Hallo Lora,

danke noch einmal für deine Mühen.

Nachdem ich mich nun ein wenig einlesen konnte, gehe ich davon aus, dass "meine" ANSPERGER möglicherweise im Zuge des vom russischen Zaren Peter I. (Peter der Große) erlassenen Ansiedlungsmanifestes vom 16. April 1702 als Tuchmacher nach Russland angeworben wurden, vielleicht auch schon früher!

Diese Erkenntnis bringt mich allerdings nicht wirklich weiter, weil ich auch nicht weiß, wo ich nun suchen soll?

Die weitere Frage ist ja, wie und wann (auch warum?) kamen sie von Russland nach Polen?

Lora, da du offensichtlich Zugriff auf das russische Internet hast, hätte ich noch eine Bitte an dich:

Könntest du mal nach dem Namen "LACHASKOWNA" suchen, ob du darüber etwas findest?

Mein ANSPERGER heiratet 1759 in Ostrow (Wielkopolski) eine Anna Beata LACHASKOWNA. Ich weiß nicht, ob es sich hierbei um einen russischen Namen handelt. Ein polnischer soll es wohl nicht sein! Auch habe ich im Deutschen Internet nichts über diesen Namen finden können!

Ich grüße dich ganz herzlich aus Berlin

Gerdchen
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  #16  
Alt 11.10.2012, 22:20
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Hallo Gerdchen,
stimmt eigentlich diese Übersetzung von Eheschließung? An beiden FN scheitert das Internet auch im russischem Raum...
Die Frage Warum und Wann: hier ein Link Thema: Deutsche Siedlungsgebiete - Deutsche und Polen (rbb ...

Gruß
Lora
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Geändert von Lora (11.10.2012 um 22:52 Uhr)
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  #17  
Alt 11.10.2012, 23:24
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Hallo Lora,

hier der Link zum KB-Eintrag:

http://dl.dropbox.com/u/21032209/IMG_2177.JPG

Mir wurde folgendes übersetzt:

Ostrow

26. November 1759


Idem qui supra benedixit matrimonium –

Derselbe (Pfarrer) wie oben segnete die Ehe ein

inter Conradum Erszperger et Annam Beatam Lachascowna –

zwischen
Konrad Anszperger (ANSPERGER)
und
Anna Beata Lachaskowna (LACHASCOWNA)

praemissis tribus denuntiationibus –

nachdem drei Verkündigungen vorausgegangen waren

praesentibus Antonio Carolo Domasrewski et aliis –

in Anwesenheit des Carl Domaszewski und andere.



PS: die Namen decken sich auch mit dem am Anfang meiner Frage erwähnten Buch von 1773.

Viele Grüße

Gerdchen
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  #18  
Alt 12.10.2012, 22:54
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Hallo Gerdchen,
da haben wir jetzt: Konrad Erspenger und Anna Beata Lahach. Wer russich und polnisch lesen kann, bitte um Bestätigung-Конрад Эршпенгер и Анна Беата Лахач. Statt ANNA lese ich, übrigens, Danna...
Es sind polnische Konsonanten cz(ч/tsch) und зz(ш/sch), die man oft missachtet.
FN LAHACH/Lachatsch/Лахач ist mit den Endung "owna" geschrieben, weil es früher so übrig war. Genau so, wie in Deutschland zum Beispiel:Anno 1766- Nikolaus Scherff und Catharina Krafftin...oder Schnellenbacherin und so weiter.
Familienname Lahach/Lachatsch ist auch in Russland ziemlich selten. In erhaltenen russ.Annalen (laut Onosmatik) Menschen mit diesem Familiennamen waren wichtige Personen des rusischen Adels in Nowgorod (15-16 jahrhundert). Die erste Erwähnung der Namen findet sich in der Volkszählung in der Zeit der Herrschaft von Ivan der schreckliche.

Verbreitung-in Litauen,Weißrusland,Polen, Ukraine.
Und FN Erspenger kanst Du jetzt auch in Deutschland finden.
Eine schöne Wochenende.
-Lora-
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Geändert von Lora (13.10.2012 um 17:41 Uhr)
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  #19  
Alt 13.10.2012, 11:38
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Hallo Lora,

zunächst erst einmal vielen Dank für deine Mühen. Das sind schon beeindruckende Informationen, die ich erst einmal verarbeiten muß.

Wenn man davon ausgeht, dass ja früher in der Regel die Namen phonetisch übermittelt wurden ist natürlich nach allen Seiten ein gewisser Spielraum offen.
So findet man z.B. den Namen Erzberger auch bei den Salzburger Emigranten, was ja auch eine Option der Herkunft wäre, obgleich ja offensichtlich der Eintrag von 1759 vermutlich auf eine katholische Hochzeit (?) hindeutet.

Es wird auch nicht einfacher, wenn man weiß, dass in allen "Folgeeinträge" der Hochzeit von 1759, also z.B. die Geburten der Kinder, usw. der Name wieder ANSPERGER (Anszperger/Ansberger) geschrieben wird.

(Bei den Salzburger Emigranten findet man übrigens auch häufig den Namen Lachner-, vielleicht ist es ja die Familie von Anna Beata ?)

Wie dem auch sei, offensichtlich habe ich noch eine Menge (Forscher-) Arbeit vor mir.

Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.

LG

Gerdchen
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  #20  
Alt 13.10.2012, 20:17
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Bitteschön Gerdchen,
ich habe nur diese Familiennamen und nur aus diesem Kirchenbucheintrag "auseinander" genommen. "Lachner" ist, eindeutig, nicht drin. "Lachatsch"- ist südslawisch. Nachnamen mit den Endung tsch gibt in Kroatien.
Die evangelische Fachwerkkirche in Ostrowo würde etwas später errichtet.Aber dass sagt gar nichts. Es muss doch eine Chronik über dieses Gebiet geben, besonders, weil dieser Stadt Ostrowo existiert.
Ja,ja... :-)Forschung ohne Ende. Aber sehr interessant.
Viel Spaß und Erfolg wünsche ich Dir.
Lora
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ansperger , auswanderung , deutschland , russland

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