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  #111  
Alt 21.05.2019, 21:44
Benutzerbild von Dickel
Dickel Dickel ist offline männlich
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Standard Badeunfall in Seppenrade 1911

Da hatten wir wohl den gleichen Gedanken, sophonibal, hier das was ich recherchiert hatte:

Anfang Mai war es in Westfalen schwül und heiß, mit dieser Witterung waren auch starke Gewitter verbunden, wie es in diversen Zeitungsausgaben aus dieser Zeit nachlesbar ist. Dadurch war das Bedürfnis nach einer Abkühlung am 17. Mai 1911 bei den Schülern einer Seppenrader Schule groß. Also ging der Hauptlehrer Johannes Flötgen, der schon seit über 25 Jahren dort lebte und sich in der Umgebung auskannte, mit 13 Schülern zu einer nahe gelegenen Mergelgrube der Ziegelei "Allgemeine Gesellschaft Seppenrade" zum Schwimmen. Diese hatte sich durch die Regenfälle bis zum Rand mit Wasser gefüllt. Was der Lehrer nicht wußte, war, daß die Grube nach wenigen Metern steil abfällt. Dieses wurde der Gruppe zum Verhängnis, da der Lehrer nicht erlaubte, daß die Schüler einzeln schwimmen durften, sondern eine lange Kette mit 9 Schülern bildete, die restlichen 4 waren sich noch beim Ausziehen und konnten dadurch dem Unfall entgehen.
Nach wenigen Metern im ein Meter tiefen Wasser versanken 4 Schüler in der Grube und rissen dadurch die anderen mit sich. Nur zwei Schüler wurden durch einen herbeigeeilten Ziegeleiarbeiter mit einer langen Stange in Sicherheit gebracht, der Lehrer hingegen ertrank mit sieben Schülern in der Grube.

Das Ereignis muß damals so aufsehenerregend gewesen sein, daß von diesem Ereignis nicht nur in den lokalen Medien berichtet wurde, sondern auch in der deutschsprachigen und ausländischen Presse lassen sich zahlreiche Artikel finden:
Westdeutsche Landeszeitung, 19. Mai 1911 (am ausführlichsten)
Salzburger Wacht vom 18. und 19. Mai 1911
Salzburger Chronik vom 19. Mai 1911
Liechtensteiner Volksblatt vom 2.6.1911 Beilage Nr. 22
Tilburgsche Courant vom 20.05.1911
Provinciale Geldersche en Nijmegsche Courant vom 20.05.1911
um nur einige zu nennen...
(Sehr interessant ist es auch die Texte zu vergleichen, man erkennt, wer von wem abgeschrieben hat!)

Auch 100 Jahre später erinnerten mehrere Artikel in der westfälischen Presse an dieses schreckliche Unglück:
https://www.wn.de/Muensterland/Kreis...Tod-aneinander

Aus unbekannter Quelle wurde später sogar ein Gedicht dazu gefunden, der das Ereignis auch in seinen Auswirkungen auf die Seppenrader Bevölkerung beschreibt:
http://thie-lebbes.blogspot.com/2013...eppenrade.html

Es folgen aus dem Sterberegister des Standesamt Seppenrade die Namen des Lehrers und der Kinder: (das Kirchenbuch Seppenrade konnte hinsichtlich der Geburtsdaten nicht zugezogen werden, da es auf Matricula noch nicht veröffenlicht ist)

Nr. 26: Hauptlehrer Johannes Flötgen * 7.7.1860, Bottrop, 50 Jahre alt, wohnhaft Seppenrade, Dorf 94, Tag der Anstellung 10.9.1879, seit 1884 in Seppenrade tätig
Nr. 27: Schüler Johannes Merten * Senden, 11 Jahre alt, wohnhaft Seppenrade Dorfbauerschaft 67, Sv.v Gutsgärtner Johannes Merten und dessen Ehefrau Bernardina Wallkötter zu Seppenrade
Nr. 28: Schüler Heinrich Dammann * Seppenrade, 12 Jahre alt, wohnhaft Seppenrade, Dorf 54, S.v. Colon Heinrich Dammann und der verstorbenen Catharina Naundrup zu Seppenrade
Nr. 29: Schüler Theodor Ettmann * Seppenrade, 13 Jahre alt, wohnhaft Seppenrade, Ondrup 90, S.v. Kötter Bernard Ettmann und Antonia Beermann zu Ondrup
Nr. 30: Schüler Ludwig Grube, * Borghorst, Kreis Burgsteinfurt, wohnhaft Seppenrade, Tetekum 3, S.v. Kaufmann August Grube, wohnhaft zu Münster, und Elisabeth Breder, verstorben in Borghorst
Nr. 31: Schüler Hermann Ernst * Caternberg Kreis Essen, 13 Jahre alt, wohnhaft Seppenrade, Dorf 106, S.v. Heizer August Ernst und Christine Wenner zu Seppenrade
Nr. 32: Schüler Aloys Mense * Seppenrade, 9 Jahre alt, wohnhaft Seppenrade Tetekum 2, S.v. Gutspächter Franz Mense und Antonia Schemmann zu Tetekum
Nr. 33: Schüler Franz Klaas, * Seppenrade, 13 Jahre alt, wohnhaft Seppenrade, Dorf 76, S.v. verstorbenen Eheleute Maurer Franz Klaas und Catharina Bücker

Nr. 26-33, alle + 17.05.1911 nachmittags um 4 Uhr, Dorfbauerschaft Seppenrade in einer der Allgemeinen Gesellschaft gehörenden Ziegeleigrube
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  #112  
Alt 15.09.2019, 12:18
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Ralf-I-vonderMark Ralf-I-vonderMark ist offline männlich
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Standard

Hallo zusammen,

aus dem Berndorfer Kirchenbuch ergibt sich ein tragischer Unglücksfall in der Trummelmühle durch eine Wasserflut.

Am 19. Mai 1812 gegen 2 Uhr verunglückten in der Trummelmühle bey einem fürchterlichen Gewitter, welches mit Hagel und einem Wolkenbruch begleitet war, entstandene große Wasserfluth, durch deren Gewalt die unterste und oberste Eckstuben, nachdem der weggerissene Pferdestall gegen die Ecksäule angeprallt war und diese niedergestürzt hatte, mit allem was sich darin befand, weggeschwommen, des Carl Friedrich Langen 1.) Ehefrau Henriette Elisabeth, geb. Emde aus Helmscheid, 2.) sein zweyter Sohn Johannes Wilhelm, 3.) sein jüngster Sohn Heinrich Wilhelm.
Der unglückliche Vater war nicht zuhause, sonst wurden sie wahrscheinlich gerettet worden seyn.

Die Tragik wird noch verstärkt dadurch, dass der Müller Friedrich Lange, Sohn des Teichmüllers Caspar Lange zunächst 1770 neuer Pächter der Neuen Mühle zu Berndorf wurde. Dann erfolgte aber im Jahr 1808 ein Pächtertausch. Deshalb zog der Müller Johannes Schulze (1758 – 1834) aus der Eich- und Trummelmühle in die Neue Mühle, und Familie Lange in die Trummelmühle.

Ohne diese Lebensentscheidung des Mühlentausches hätte es die Müllerfamilie Schulze und nicht die Müllerfamilie Lange erwischt.

Viele Grüße
Ralf
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  #113  
Alt 22.09.2019, 01:15
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onkel bruno onkel bruno ist offline männlich
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Beiträge: 44
Standard Ertrunken in der Weser

Hallo zusammen,

in Wehrden bei Höxter sind am 07.01.1817 mittags um 1 Uhr vier Personen in der Weser ertrunken:

Anna Maria Theresia Bönnighausen, geborene Tegethoff, Frau des Bäckers Johann Bönnighausen aus Wehrden. 26 Jahre

Carolina Bönnighausen, Tochter des verst. Leinewebers Johann Bönnighausen aus Wehrden. 31 Jahre

Anna Christina Schranz, geborene Bönnighausen, Frau des Tagelöhners Franz Schranz aus Wehrden. 41 Jahre

Johann Franz Josef Schranz, Sohn des Tagelöhners Franz Schranz aus Wehrden. 13 Jahre

Laut KB wurden die Leichen der drei Frauen nie gefunden. Nur die Leiche des Johann Franz Josef Schranz wurde am 16 Februar, also fast 6 Wochen später, bei Höxter gefunden.
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  #114  
Alt 26.09.2019, 22:24
rpbtf rpbtf ist offline
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Standard Greifswald

.. "im Ryckfluss an der äußersten Kante zur Mole zu Wieck bei dem Leuchtfeuer am zweiten November des Jahres tausend neunhundert vierunddreißig vormittags um acht Uhr verstorben sei."
Angehängte Grafiken
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