#31  
Alt 26.04.2020, 00:04
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Ursula Ursula ist offline
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@ Scheuck
ich bin auch ein Stadt-Kind. Aber wir hatten halt einen Garten hinter dem Haus. Meine Eltern waren extrem sparsam, weil ja das Haus abbezahlt werden musste. Das Höchste war für meine Mutter, als mein Vater ein Gewächshaus baute und sie darin auch noch Tomaten und Gurken ziehen konnte. Sie hat solches vorher nie gekauft, aber nun, mit dem Gewächshaus, waren die auch bei uns auf dem Tisch.
Später, als ich schon ausgezogen war, versuchte sie sich mit Zucchini im Frühbeet. Solche Versuche sind ja bekannt, man wird diesem Gewächs nicht Herr.

Und Kohlen hatten wir auch noch im Keller.

LG
Uschi
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  #32  
Alt 26.04.2020, 00:36
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Guten Morgen!

Fast schäme ich mich zuzugeben, daß unser riesiger Garten auf dem Land komplett der Erholung diente (und dient). Wir Kinder hatten auf besonderen Wunsch ein paar Quadratmeter, auf denen wir Petersilie und andere Kräuter kultivierten. Das machten wir aber nicht lange. Irgendwann wandelten sich die Interessen. Eingekocht wurde also gar nichts. Die gekauften Vorräte hätten einige Wochen gereicht. Im Keller standen schon damals Öltanks. Und in der Kühltruhe wäre eh kein Platz für gefrorenes Gemüse gewesen, denn sie war voll mit Rehwild.

Die einzigen Menschen, die ich in meiner Kindheit bewußt dabei erlebt habe, wie sie (mehr halbherzig) einen Nutzgarten bewirtschafteten, waren die zwei in einer WG lebenden Schwestern meines Großvaters. Eine früh verwitwet, die andere nie verheiratet gewesen. Erstere hatte die Gärtnerei aber auch nicht wirklich nötig. Sie tat es mehr weil sie befürchtete, man könne sie für untüchtig halten wenn sie es nicht täte. Die andere war da ehrlicher mit sich, saß gerne dabei wenn ihre Schwester Bohnen erntete und pflegte ihr auf wiederholte Aufforderungen, bei der Arbeit zu helfen, zu antworten: "Marie, das ist Männerarbeit..."

Das EPA kenne ich aus meiner Wehrdienstzeit auch noch. Gern gemocht habe ich das Hackfleischrisotto. Ich meine, es war Nr. 4. Die anderen drei Gerichte waren jetzt nichts, womit Tim Mälzer bei einem Kochwettbewerb Sterne gewonnen hätte. Die Hartkekse, wenn man sie mit Schuhcreme ("BW schwarz einfach") bestrich, brannten in kalten Biwaknächten ganz passabel und erfüllten so auch einen guten Zweck.

Viele Grüße
consanguineus
__________________
Suche:

Johann Heinrich Jonas ANDRAE, Pastor, * 1796 in Kutzleben
Johann Heinrich CLEVE, Hofmeister auf der Domäne Bornhausen, * um 1775
Andreas HEINRICH: Bürger und Zimmermeister in Querfurt, * um 1770
Anton BLANKE, Halbspänner in Klein Rhüden, * um 1750
Johann Andreas MAASBERG, Bürger und Windmüllermeister in Peine, * um 1730
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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  #33  
Alt 26.04.2020, 10:43
Verano Verano ist offline
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Guten Morgen

Danke für die vielen Beiträge.
Ihr habt einen schönen, interessanten Einblick in eure Vergangenheit gewährt.

Zitat:
Zitat von Ursula Beitrag anzeigen
Hallo,

meine Mutter hatte auch den ganzen Keller voll mit Eingemachtem. ... Die Bohnen durfte ich durch den Bohnenschneider lassen. Darauf war ich sehr stolz, denn die Messer waren sehr scharf.

Ich durfte auch helfen; meine Großeltern hatten einen Schrebergarten. Bohnen wuchsen wie verrückt. Die wurden in Dosen eingekocht.

Die Enden der Bohnen abschneiden, Fäden ziehen und kleinschneiden.
Danach kamen die Bohnen, ich weiß gar nicht mehr, ob roh oder gekocht, in die Konservendosen vom vorigen Jahr. Die waren wegen dem Abschneiden des Randes immer unterschiedlich groß, und wurden mit dem Handwagen zu einem kleinen Betrieb gefahren und nach ein paar Tagen wieder abgeholt. Auf den Dosen war der Aufdruck: Bohnen und die Jahreszahl.
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
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  #34  
Alt 26.04.2020, 11:53
Benutzerbild von Matthias Möser
Matthias Möser Matthias Möser ist offline männlich
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Kann mich noch gut an unseren Nachbarn (Nachkriegsgeneration) ab 1970 erinnern, der auf seinem eigenen Grundstück mit Frau und Schwägerin bald jeden Tag im Garten war und das komplette Angebot von Gemüse und Kräutern (Salat, Bohnen, Wirsing, Weiss- und Blaukraut, Blumenkohl, Petersilie, Zwiebeln, Kartoffeln etc. etc.) anbaute. Uns wurde dann meist ein Teil der "überschüssigen Produktion" (u.a Tomaten aus dem Gewächshaus oder Kopfsalat) über den Zaun gereicht.So konnte man selbst etwas sparen. Einmal im Jahr kam eine Fuhre mit Pferde- und Kuhmist auf dem PKW-Anhänger an, um den Boden zu verbessern. Ich war immer überrascht, wie ergiebig seine Ausbeute war, nur mit den Schnecken hatte er einen Dauerkrieg....


Gruß und bleibt alle gesund!


Matthias
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  #35  
Alt 26.04.2020, 12:03
PetraNeu PetraNeu ist offline
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Hallo

Anfang der 60er wurden (als Neuheit) im Handel zunehmend mehr Gemüsesorten als Konserve angeboten, so dass in meiner Familie lange Zeit nur aus Konserven gekocht wurde. Es machte die Küchenarbeit einfacher. Eine Tante gab dann ihre Gemüsebeete auf "warum sollen wir uns die Arbeit machen?" Vorräte legten wir damit nicht an.

Beim Einmarsch der Russen in Prag fing eine andere Tante an Konserven zu hamstern, ein Onkel war beim ersten Irakkrieg so besorgt, dass er seinen Keller mit Konserven füllte. Das fand ich immer schon befremdlich.

Die EPAs brachte mein Vater (BW-Offizier) gelegentlich mit. Der Inhalt wurde nicht alt bei uns. Die Panzerplatten mochte ich sehr, ich habe sie in den Kakao getunkt. Noch lieber mochte ich die ebenfalls sehr harte Cola-Schokolade aus den flachen Dosen. Gibt es die heute noch irgendwo??

Ich wundere mich schon, dass in meiner engeren Familie nie Sorge um die Lebensmittelversorgung bestand. Vorräte gab es zu allen Zeiten nur bei Plastiktüten und Verpackungsmaterial: Kartons, große Umschläge, und die Papprückseiten von Zeichen- und Schreibblöcken wurden uferlos gehortet, "das kann man alles noch brauchen".

Einen schönen Sonntag noch
Petra

@consanguineus: Hast Du alles verfeuert oder ist noch was übrig?

Geändert von PetraNeu (26.04.2020 um 12:22 Uhr)
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  #36  
Alt 26.04.2020, 12:34
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Balle Balle ist offline männlich
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Zentnerweise Kartoffeln im Keller, ich glaube das wäre heute garnicht mehr möglich, soviele Kartoffeln gibts garnicht mehr...
EPA, ich mochte den Früchtereis, der schmeckte auch kalt..
__________________
Lieber Gruß
Manfred


Gesucht: Herkunft von Johann Christoph Bresel (Brösel, Prehel, Brahel),
ehem. Dragoner im Churfürstlich Sächsischem ehemaligen Herzog Churländischen Regiment Chevaux Legers in Zittau.
Eheschließung 1781 in Zittau
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  #37  
Alt 26.04.2020, 12:56
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mesmerode mesmerode ist offline weiblich
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Hallo Petra,
die gibt es noch heisst Schoka Cola in flachen Dosen.
Kaufe die ab und an wenn wir große Fahrten machen.

Uschi
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  #38  
Alt 26.04.2020, 13:06
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scheuck scheuck ist offline weiblich
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Hallo, zusammen!

Ihr habt mich ja nun zum Nachdenken angeregt ...

Offenbar hätte sich bei uns eine wie auch immer geartete Katastrophe irgendwie ankündigen müssen bzw. man hätte noch Zeit haben müssen, um sich zu bevorraten.

Konserven, vor allem Gemüse-Konserven waren verpönt (), der Inhalt war allen zu "labberig"; vor allen Dingen Brechbohnen "bogen" sich schon beim Öffnen der Dose.
An Ananas in Dosen kann ich mich allerdings erinnern, die brauchte man ja für den berühmten Toast Hawaii, der damals "in" war und ab und zu mal auf den Tisch kam.

Ich muss also zugeben, dass wir absolut schlecht vorbereitet waren, und rückblickend kann es nicht anders gewesen sein, meine Mutter muss spätestens alle zwei Tage "Frisch-Ware" eingekauft haben (mal angesehen von Zucker, Mehl usw.).
__________________
Herzliche Grüße und bleibt gesund!!!!!
Scheuck
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  #39  
Alt 26.04.2020, 13:42
Juergen Juergen ist offline
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Hallo

@Balle
Zitat:
... Zentnerweise Kartoffeln im Keller, ich glaube das wäre heute garnicht mehr möglich, soviele Kartoffeln gibts garnicht mehr..
Vermutlich waren das früher bessere Kartoffeln, als die man heute so in Beuteln
zu kaufen bekommt, die nannten sich wohl damals Einkellerung-Kartoffeln.
Ob das speziell geeignete gut lagerungsfähige Kartoffeln waren, weiß ich nicht mehr.

Nur die Kartoffeln, die in Beuteln in Supermärkten verkauft werden, neigen immer
sehr zum keimen und schnellem Faulen, zumindest in der (unbeheizten) Küche gelagert.
Das die sich im dunklen Keller besser halten, kann ich mir nicht vorstellen.

Die Kartoffeln sahen auch optisch von aussen nicht so toll aus, aber die
heutigen sind manchmal aussen hui und schnell innen pfui.
Vielleicht sind das auch alte Kartoffeln auf neu "gewaschen".

Grüße
Juergen

Geändert von Juergen (26.04.2020 um 13:46 Uhr)
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  #40  
Alt 26.04.2020, 14:31
Verano Verano ist offline
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Zitat:
Zitat von Juergen Beitrag anzeigen

Vermutlich waren das früher bessere Kartoffeln, als die man heute so in Beuteln
zu kaufen bekommt, die nannten sich wohl damals Einkellerung-Kartoffeln.
Ob das speziell geeignete gut lagerungsfähige Kartoffeln waren, weiß ich nicht mehr.

Hallo,

daran kann ich mich auch erinnern.
Meine Eltern hatten einen extra Verschlag im Keller. Die Kartoffeln wurden mit einem Pulver, welches keimen verhindern sollte, bestreut.

Der Kartoffelbauer kam mit dem LKW und hat die ganze Straße versorgt. Später wurden die Säcke Kartoffeln im Supermarkt an sogenannten Erntefest-Tagen verkauft. Dann war irgendwann Schluss und es gab nur noch die 5 kg Beutel.
__________________
Viele Grüße August

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