#11  
Alt 14.08.2019, 16:15
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AKocur AKocur ist offline weiblich
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Hallo,

schönes Thema.


Meine Uroma Sophia (13) lebte mit 5 ihrer 6 Kinder auf einem Kotten bei Herzfeld in Westfalen. Ihr Mann ist jetzt schon über 15 Jahre tot, da wird es für sie eine Erleichterung gewesen sein, dass sie ihr ältester Sohn, mein Opa Georg (6) mit 28 Jahren gesund aus dem Krieg zurückkehrt und wieder auf dem Hof mitarbeiten kann. Allerdings sterben in diesem Jahr ihre Mutter Wilhelmina (27) mit 85 Jahren und ihre jüngste Tochter Katharina mit gerade einmal 15 Jahren. Es gab aber auch schönes; die älteste Tochter Elisabeth, die bereits verheiratet ist, bekommt Ende November ihre zweite Tochter.

In einer zum Nachbardorf gehörenden Bauernschaft leben meine Urgroßeltern Franz (14) und Bernardina (15). Ob Franz mit seinen 69 Jahren noch als Schreiner arbeiten kann ist unbekannt, aber in der zum Hof gehörenden Landwirtschaft wird er sicher noch mit Hand anlegen, so es ihm körperlich möglich ist. Er wird 2 Jahre später sterben.
Einer der Söhne war 1916 im Krieg in Frankreich gefallen, von den anderen Kindern liegen mir leider keine Details ausser ihren Geburten vor. Meine Oma (7) ist 19 Jahre alt. Entweder lebt sie noch auf dem elterlichen Hof und hilft da mit oder sie arbeitet auf einem Hof der Umgebung als Magd. Falls sie ihren späteren Ehemann schon kennt, dann höchstens flüchtig. Es werden noch fast 20 Jahre vergehen, bis sie ihn heiraten wird (und damit dem Schicksal als „alte Jungfer“ gerade noch mal so von der Schippe springt).

Die Eltern von Opa (4) leben mit ihren drei ältesten Kindern in Rathenow. Uropa Albert (8) ist 37 Jahre alt und arbeitet als Werkmeister. Seine Frau Emmi (9) kümmert sich um Haushalt, die Töchter Ulla (7) und Gisi (5) und den erstgeborenen Sohn Kurt, der am Nikolaustag seinen ersten Geburtstag feiert. Emmis Mutter Marie (19) lebt auch in der Stadt. Sie ist von ihrem Ehemann separiert und wohnt bei ihrem Sohn. Wo Emmis Vater abgeblieben ist, ist noch unklar.
Alberts Eltern Franz (16) und Dorothee (17) leben in einem Dorf in der Nähe.

Omas Eltern, Uropa Fritze (10) und Uroma Frida (11) habe ich noch selbst kennengelernt. Sie selbst kannten sich im Jahr 1919 wahrscheinlich noch nicht. Fritz wird in diesem Jahr 17 Jahre alt und wohnt bei seiner Mutter Emma (21, das ist die Frau auf meinem Benutzerbild) in Rathenow. Er ist ein Einzelkind und seine Mutter jetzt schon seit 5 Jahren Witwe. Sicherlich wird er irgendetwas arbeiten um Geld reinzubringen. Für eine Lehre hat es wohl nie gereicht. Er wird sich und seine Familie sein Leben lang mit den verschiedensten Jobs und Unternehmungen durchsschlagen und dabei wohl auch manchmal nicht ganz legale Wege beschreiten.

Frida wird Ende Oktober 16 Jahre alt. Sie lebt wahrscheinlich noch bei ihren Eltern Franz (22) und Pauline (23). Vielleicht arbeitet sie auch jetzt schon als optische Arbeiterin, wie sie es vier Jahre später laut ihrer Heiratsurkunde tuen wird.


LG,
Antje

Geändert von AKocur (14.08.2019 um 19:11 Uhr)
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  #12  
Alt 14.08.2019, 17:07
mhhanno mhhanno ist offline männlich
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Hallo,
bei mir sieht es so aus :
Von den Urgroßelten leben nur noch 2 Männer und eine Frau, meine Großeltern aus Schlesien (4,5) sind noch nicht verheiratet, (6,7) aus der Neumark haben bereits eine Tochter und meine Tante Gertrud wird in 1919 geboren.
Von den Urgroßeltern habe ich daher niemanden mehr selbst kennengelernt, aber alle Großeltern
( 4 starb, als ich 13 Jahre alt war ) sowie alle Geschwister meiner Eltern. Aus dieser Generation lebt leider nur noch eine einzige Tante von mir.
__________________
Beste Grüße
Manfred
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  #13  
Alt 14.08.2019, 17:27
DiWiKaBiLiSch DiWiKaBiLiSch ist offline männlich
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Bei mir lebten 1919 noch 28 Vorfahren verteilt auf drei Generationen.


Alle meine Urgroßeltern (Kekulénr.: 8-15) lebten in dem Jahr und waren zwischen 10 und 23 Jahren alt.


Dann lebten alle ihre Eltern glücklicherweise auch noch (Kekulénr.: 16-29, 31) und waren zwischen 34 und 59 Jahren alt. Kekulénummer 30 ist der unbekannte Vater meiner unehelich geborenen Urgroßmutter. Ob der damals lebte, weiß ich nicht, da er wohl nicht auffindbar sein wird - leider!


Des Weiteren lebten noch fünf meiner Ur-ur-urgroßeltern:
Nr. 35, Theckla Roth, lebte in Kleinostheim und war seit 16 Jahren Witwe, gestorben ist sie im Alter von 90 Jahren im Jahr 1944.
Nr. 36 und 37, Johann Ferdinand (70 Jahre) und Emilie Klementine (67 Jahre) Biastoch, lebten in Zoppot, er war damals vermutlich nicht mehr als Zimmermann tätig, gestorben sind beide im Jahr 1927, sie im Januar, er im Dezember.
Nr. 55, Auguste Marie Lehmann (76 Jahre), seit 13 Jahren Witwe, sie lebte in Freital, vielleicht bei einer ihrer zwei Töchter. Sie starb 1922.

Nr. 63, Dorothea Johanna Maria Heims (63 Jahre), seit 10 Jahren Witwe. Sie wohnte in Altona und starb 1934 im Alter von 88 Jahren. Meine Großmutter lernte sie noch kennen und erzählte einmal, dass sie ihre Urgroßmutter immer mit "Urahne" ansprach, was irgendwie noch älter klingt, als Urgroßmutter - finde ich.
__________________
Dringend gesucht:
Sophie Elisabeth Krawczick, geb. Frauenstein, verwit. Vollkomm (* 14.04.1873, Tharandt † nach 1955, in Sachsen vermutlich i.d.N. von Freital)
https://meine-familienforschung.jimdo.com/
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  #14  
Alt 14.08.2019, 19:03
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Mein Vorfahre Wilhelm (Nr. 4) kann als ältester Sohn keinen Beruf erlernen, sondern muss mit 16 Jahren schon in der Fabrik arbeiten, um seine Mutter (Nr. 9), seine Großmutter (Nr. 17) und die jüngeren Geschwister zu unterstützen.

Meine Großmutter Christine (Nr. 5) arbeitet im Wald, sie lebt mit ihrer Mutter (Nr. 11) und drei älteren Geschwistern zusammen.

Mein Urgroßvater Heinrich (Nr. 14) ist Schneidermeister und hat eine kleine Landwirtschaft. Zur Familie gehört seine Ehefrau (Nr. 15) und sieben Kinder. Meine Großmutter Auguste ist erst sechs Jahre alt.

Urgroßvater Georg Anton ist (Nr. 12) ist Mitbesitzer einer Ziegelei und hat mit Ehefrau Elisabeth (Nr. 13) zwölf Kinder. Mein Großvater Hans (Nr. 6) ist 15 Jahre alt.
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  #15  
Alt 14.08.2019, 22:10
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Bienenkönigin Bienenkönigin ist offline weiblich
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Da Neid eine Todsünde ist, schreibe ich einfach vorneweg, dass ich mit Respekt auf die wohl jahrelange Forscherarbeit der bisherigen Schreiber blicke - zum Teil so viele Details!

Bei mir als Anfänger sieht es etwas magerer aus - da ich mit Kekulé noch nicht firm bin, lasse ich die Zahlen mal weg.

Väterlicherseits:

Mein Opa Hermann besucht als 14jähriger die Schule entweder in Gmunden, Österreich, oder in Mies bei Pilsen. Sein Zwillingsbruder, sein jüngerer Bruder und seine Schwester sind ebenfalls noch schulpflichtig.
Seine Eltern Anton (Eisendreher) und Josephine leben noch. Vermutlich leben auch noch seine Großeltern.

Meine Oma Wilhelmine
ist erst sieben und geht vermutlich in Unter-Wekelsdorf in die Grundschule. Sie lebt in einem bürgerlichen Haushalt mit einem Bruder und einer Schwester. Ihre Eltern leben wohl noch, vielleicht auch Großeltern.


Mütterlicherseits:

Mein Opa Ernst ist ein hinreißender Teenager von 15 Jahren. Er liebt seine kleine Schwester Erika. In den Ferien hilft er teils in der Brauerei seines Vaters aus, teils verbringt er sie bei seiner reich verheirateten Tante am Zürichsee, wo er auch seine Schwester trifft, die noch in Basel die Höhere Töchterschule besucht.

Friedrich, der Vater der beiden (mein Urgroßvater), hatte nach dem Krieg nicht mehr an seine Stelle in Basel anknüpfen können und die Direktorenstelle einer kleinen Brauerei in Treysa bei Kassel angenommen.
Die Bezahlung war allerdings nicht sehr üppig, das Verhältnis zum Besitzer etwas angespannt, und die Mutter Else (meine Urgroßmutter, im Avatar-Bild) lenkt den Haushalt geschickt und sparsam, hält ein paar Hühner und darf den Garten nutzen.

Elses Eltern waren schon vor ein paar Jahren gestorben, die geliebte Schwester Ida hatte nicht mehr lange zu leben und wohnte vermutlich mit im Haushalt.

Friedrichs Vater war schon 1880 gestorben, seine Mutter lebte als Witwe bei den beiden unverheirateten Töchtern. Auch ihre übrigen Kinder – insgesamt sieben – leben noch.

Meine Oma Fanny ist elf Jahre alt und geht in München in die Schule. Sie ist eine fleißige Schülerin, die überall beste Noten hat außer in Schönschrift. Der Lehrer verteilt gerne „Tatzen“, die sie aber kaum fürchten muss. Sie lebt mit drei Geschwistern und beiden Eltern zusammen.

Der Vater Joseph (Urgroßvater) ist Kapellmeister, und auch ihre zwei Brüder werden sich später beruflich mit Musik beschäftigen.
Josephs Mutter, meine Ururgroßmutter Katharina, stammte ursprünglich aus dem Raum Garmisch. Als arme Weberstochter hatte sie mindestens zwei Kinder unehelich geboren, bevor sie dann doch geheiratet hat. Sie lebt wohl noch in München. Sein mutmaßlicher Vater ist tot.

Oma Fannys Mutter Pauline (Urgroßmutter) stammt aus einer in Haidhausen (München) verwurzelten Handwerkerfamilie. Nicht nur ihre Kinder lieben sie, auch später einmal ihre Enkel.
Ob Uroma Paulines Eltern zu dem Zeitpunkt noch leben, ist mir nicht bekannt.

Allen meinen zu dem Zeitpunkt lebenden Großeltern war danach noch ein langes Leben vergönnt. Mit 86 Jahren war Oma Wilhelmine die jüngste, alle anderen wurden weit über 90 Jahre.

VG
Bienenkönigin
__________________
Penkert, Wawrosch (Sudetenland, Pilsen)
Lehnert (Ansbach, Markt Einersheim, München)
Elch (Allgäu - Kaufbeuren, Kempten)
Müller (Allgäu - Memmingen, Kempten)
Schnell (Lindau)
Demmel, Didusch (München, Saulgrub)
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