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  #31  
Alt 07.01.2022, 16:14
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Schischka Schischka ist offline
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Noch eine lustige Einkaufsanekdote:
In Münster wollte ich mal etwas "Hackepeter" haben - der entgeisterte Blick war unbezahlbar!
Ein schweifender Blick über das "Wörterbuch" (die Schilder in der Auslage) verhalf mit dann zum verdolmetschten "Mett".


Das war fast so gut, wie in Bayern in einen Laden zu kommen und vernehmlich "Guten Tag" zu wünschen !


LG Schischka
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  #32  
Alt 07.01.2022, 20:23
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Geschichtensucher Geschichtensucher ist offline weiblich
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Standard Beim Hackepeter gehen die Bezeichnungen weit auseinander...

Das ist bei euch im Erzgebirge "Rindsgwiechtes", stimmts, Bergkellnerin?
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  #33  
Alt 07.01.2022, 21:40
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Bergkellner Bergkellner ist offline
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Zitat:
Zitat von Geschichtensucher Beitrag anzeigen
Das ist bei euch im Erzgebirge "Rindsgwiechtes", stimmts, Bergkellnerin?
Nein, da muss ich dir widersprechen. - Hackepeter ist Hackepeter, also ziemlich fettiges Schweinemett. Daneben gibt es noch "Gewiechtes halb un halb zun Broden"(halb Schwein, halb Rind), "Rindsgewiechtes zun Broden" und "Rindsgewiechtes zun suu Assen"(aka Tatar). Und bei unserer Agrarfarm gibt es 2x im Jahr noch was ganz Leckeres "Gewiechtes vun Bieffel"...
Tja, mein armer Andreas hat mit unseren Wurstsorten so seine Probleme.

Mettwurscht gibt es bei uns in grob und fein - wenn er aber Mettwurst haben will, muss er hier Salami kaufen... Und den Unterschied zwischen "Wiechebrodn" und "Laberkaas" habe ich ihm auch mühsam beigebracht - inzwischen ist er ein Fan des "Sächsischen Leberkäses" und wir sind beide auf Entzug, wenn wir im Norden sind, da gibt`'s den nämlich nicht.
__________________
Wer lesen kann, ist besser dran!(Andreas' Opa Fred)
Nierngstwuh giehts so zu wie uff dare Walt!(Claudias Uroma Anna)

Suchen immer:
Loewe - Steinau an der Oder/Schlesien(vor 1850)
Heine - Glogau/Schlesien(vor 1850)
Hollenstein - Bleiwäsche/Westfalen(vor 1710)
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  #34  
Alt 07.01.2022, 21:52
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Gudrid Gudrid ist offline weiblich
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Hier auf dem Land legt man noch großen Wert darauf, dass Dialekt gesprochen wird. In unserer ganzen Familie wird nur bayrisch gesprochen, etwas anderes käme nicht in Frage. Allerdings ist es jetzt schon so, dass durch die vielen ausländischen Menschen die Kinder in den Schulen immer mehr hochdeutsch sprechen. In München hört man fast keinen Dialekt mehr.
Und nein, ich habe mich nie in meinem Leben für meinen Dialekt geschämt. Es es ist ein wertvolles Kulturgut und ich käme nie auf die Idee, mich Fremden, die in meine Gegend kommen, anzupassen. Sicher verschwinden im Laufe der Zeit viele Wörter, kein Mensch sagt z.B. heute mehr enk statt eich.
Nachdem die Deutsche Grenze geöffnet wurde, saß eine sächsische Kassiererin an der Kasse und ich fragte sie, wo sie Zündhoizl hätten. Nach zweimaliger Nachfrage sagte sie ganz frech zu mir, ich solle Deutsch mit ihr sprechen. Ich gab zur Antwort, wenn sie hier leben will, muss sie die Sprache verstehen, ansonsten könne sie wieder zurückgehen.
Meine Mutter war Sachse, eiverbebbsch. Was hab ich mich als Kind in den Boden geschämt, wenn sie an der Theke das Geld abzählte: enfufschd, zwenfufdsch......
__________________
Liebe Grüße
Gudrid
Lieber barfuß als ohne Buch
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  #35  
Alt 07.01.2022, 22:28
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fps fps ist offline männlich
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Moin,

dass unsere Sprechweise immer mehr vereinheitlicht wird, liegt nicht zuletzt daran, dass die Unterhaltungsmedien mittlerweile fast vollständig auf Hochdeutsch getrimmt sind. Das ist zwar bei TV-Filmen und -Serien regional unterschiedlich (wenn die Geschichte z.B. in Bayern spielt, ist zumindest eine weichgespülte bairische Aussprache zu vernehmen), aber es tendiert immer stärker zum Hochdeutschen.
Wenn ich z.B. eine Serie sehe, die in der Eifel spielen soll, und niemand verwendet dort die unverkennbare Sprachmelodie, dann weiß ich, dass die Region nur Kulisse ist und mit hoher Wahrscheinlichkeit sich keiner der Verantwortlichen in der Region auskennt. So geht es auch mit manchen anderen Regionen.
Es bleiben womöglich zum Schluss nur noch folkloristische Dialektinseln und regional gefärbte Hochsprache übrig.
Anders sieht es in den benachbarten Ländern aus. In der Schweiz wird das Schwyzerdütsch gepflegt und manchmal regelrecht zelebriert. In Luxemburg hat das Letzelburgische sogar eine eigene Schreibweise z.B. unter Verwendung des Zeichens ë für das offene e.

Noch eine Anekdote: In der Schweiz war ich ziemlich verblüfft, als mich ein Labormitarbeiter, den ich ethnisch nach Südindien oder Sri Lanke einordnen würde, auf Schwyzerdütsch ansprach. Auf Hochdeutsch konnte ich mich mit ihm nur insofern unterhalten, als er diese Sprache immerhin verstand. Reden konnte er allerdings nur in der Mundart.

Übrigens gibt es das Phänomen der verschwindenden Mundarten auch in den Nachbarländern. In den Niederlanden verschwinden die regionalen Unterschiede ebenso, zugunsten eines einheitlichen "Hoch-Niederländisch".
__________________
Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan, Rheinland (vor 1700); Scheer / Schier, Rheinland (vor 1750); Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
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  #36  
Alt 07.01.2022, 23:01
hessischesteirerin hessischesteirerin ist offline
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Einige Aussagen hier stimmen mich traurig und nachdenklich.

Die Gründe, warum man zu Hause keinen Dialekt spricht oder gar noch sprechen kann, sind hier und da Gründe, die es bei mir zu Hause nicht gegeben hat.

Ich habe mit der Oma das Platt gesprochen, das bei uns im Dorf gesprochen wurde, und das hörte sich schon anders an wie im Nachbardorf. Wenn ich auf alte eingesessene treffe, so sprechen wir nur platt - ohne es zu merken

wenn ich mit meinem Cousin in Österreich spreche, dann rede ich steirisch, auch wenn es etwas holprig ist, da ich seit einigen Jahren nicht mehr dort, war, ich bin lediglich aus der Übung, aber ich verstehe alles sehr gut, sogar stoasteirisch, welches noch härter ist

mein österreichischer Vater kann unser Dorfplatt, er lebt hier seit 60 Jahren udn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg- meine Mutter versteht steirisch, hat dort auch 2 Jahre gelebt aber weigert sich, es zu sprechen - sie hat in der tiefsten Steiermark immer gerne hessisch gesprochen und es gab keine Sprachschwierigkeiten - naja eher selten

ich liebe mein Hessisch und rede es, wann immer es geht, aber wenn ich in Hamburg auf der Reeperbahn mich mit nem Hamburger Jung unterhalte, würde er nie denken, dass ich aus Hessen bin und dieses Phänomen habe ich in meinem leben schon sehr oft gehabt.
und wenn ich dienstlich einen Steirer am Apparat habe, wird steirisch geredet, und die deutschen Kollegen verstehen dann immer nur die Hälfte

insofern kann ich gar nicht verstehen, dass es hier einige gibt, die sagen, sie können ihren Dialekt nicht, weil die Eltern verschiedene Dialekte sprachen oder weil man in der Schule hochdeutsch sprechen musste...

Alles zu seiner Zeit

Zitat:
Zitat von Ursula Beitrag anzeigen

Da fällt mir gerade ein, dass ich mir vor vielen, vielen Jahren, als ich zu Besuch in Köln war, in einer Metzgerei einen Spaß erlaubt habe. Ich verlangte einen Läbrkäswegga. "Wie bitte?" war die Antwort. Ich wiederholte meinen Wunsch, zeigte dabei auf den Korb mit Semmeln und dann auf den Laib Fleischkäse: "An Läbrkäswegga bitte." "Einen Fleischkäsesemmel wollen Sie?" "Ja!" Kopfschüttelnd richtete sie mir das Gewünschte her.

LG
Uschi
Bist du dir sicher, dass du in Köln gewesen bist? denn in Köln sagt man Brüdche
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  #37  
Alt 08.01.2022, 00:14
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Gudrid Beitrag anzeigen
Ich gab zur Antwort, wenn sie hier leben will, muss sie die Sprache verstehen, ansonsten könne sie wieder zurückgehen.
Ziemlich mutig. Heutzutage würde solch ein Spruch für einen "Aufschrei der Empörung" sorgen. Der Skandal würde in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Und eine Lichterkette hätte die örtliche Menschenrechtsgruppe auch ganz schnell organisiert. Aber vor 30 Jahren war das eben eine ganz andere Zeit.
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Carl KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * um 1700
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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  #38  
Alt 08.01.2022, 07:12
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Gudrid Gudrid ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von consanguineus Beitrag anzeigen
Ziemlich mutig. Heutzutage würde solch ein Spruch für einen "Aufschrei der Empörung" sorgen. Der Skandal würde in den sozialen Netzwerken geteilt werden. Und eine Lichterkette hätte die örtliche Menschenrechtsgruppe auch ganz schnell organisiert. Aber vor 30 Jahren war das eben eine ganz andere Zeit.
Ich bin auch heute noch der Meinung, dass sich derjenige anpassen muss, der hierher kommt, nicht umgekehrt.
Alle hier in den 1970igern eingewanderten Griechen, Türken, Jugoslawen sprechen Bairisch und kein Hochdeutsch.
__________________
Liebe Grüße
Gudrid
Lieber barfuß als ohne Buch
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  #39  
Alt 08.01.2022, 08:26
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Ursula Ursula ist offline
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Ort: BW
Beiträge: 1.310
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Zitat:
Zitat von Gudrid Beitrag anzeigen
Ich bin auch heute noch der Meinung, dass sich derjenige anpassen muss, der hierher kommt, nicht umgekehrt.
Alle hier in den 1970igern eingewanderten Griechen, Türken, Jugoslawen sprechen Bairisch und kein Hochdeutsch.
Ganz meine Meinung!

LG Uschi
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  #40  
Alt 08.01.2022, 08:28
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Ursula Ursula ist offline
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Registriert seit: 18.01.2007
Ort: BW
Beiträge: 1.310
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Zitat:
Zitat von hessischesteirerin Beitrag anzeigen



Bist du dir sicher, dass du in Köln gewesen bist? denn in Köln sagt man Brüdche
Ganz sicher.

Vielleicht war die Verkäuferin auch keine Kölnerin?

LG Uschi
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