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  #1  
Alt 11.12.2019, 15:22
Saraesa Saraesa ist offline weiblich
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Registriert seit: 26.11.2019
Beiträge: 355
Standard FN Dhorisch

Familienname: Dhorisch
Zeit/Jahr der Nennung: 1480-1525
Ort/Region der Nennung: Meißen, Sachsen


(Zweiter Versuch. )

Der Stammvater, ein als Richter tätig gewesener Gutsbesitzer, trug diesen Namen. Die Namensvarianten seiner Nachfahren umspannen Dürichen, Dorchen, Tyrig, Thyrichen usw. etc.
Dass sich die Namensbedeutung aus einer Herkunft aus Thüringen herleitet, war für mich bislang plausibel. Interessant ist auch die Interpretation in A Dictionary of English Surname zu den Namen Dyring/Doring als Patronym zu Deor.
Der Name Dhorisch scheint jedoch in eine völlig andere Richtung zu schlagen. (Leider liegen mir keine genauen Einträge vor, die Angaben stammen aus einem Heft der Mitteldeutschen Familienkunde.)
Was steckt dahinter? Eine Form des FN Dorsch?
Für jeden Hinweis bin ich sehr dankbar.
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  #2  
Alt 11.12.2019, 18:37
Benutzerbild von Laurin
Laurin Laurin ist offline männlich
Moderator
 
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Beiträge: 5.276
Standard

Hallo Saraesa

ist Dhorisch die älteste bekannte Schreibweise?
Wenn ja, wird es wohl schwierig werden, die Etymologie herauszufinden.
Ich gehe aber von einer Verschleifung durch Verschreiben oder Verhören aus.
Ist es Dir vielleicht doch möglich, einen Scan der Urkunde / Eintragung mit der ältesten Namensform oder auch aus der von Dir genannten Quelle hier einzustellen?
__________________
Freundliche Grüße
Laurin
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  #3  
Alt 22.12.2019, 02:14
Saraesa Saraesa ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
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Registriert seit: 26.11.2019
Beiträge: 355
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Vielen Dank für deine Antwort!

Jetzt habe ich es endlich geschafft, den entsprechenden Eintrag hochzuladen.
https://ibb.co/1ZwcsLY
Wie bereits erwähnt, gibt es so gut wie keine weiterführenden Informationen. Der Stammvater verstirbt unbekannt, die Söhne verwendeten die Namen Dhorisch, Tyrichen und Dürichen. Dhorisch ist die älteste mir bekannte Schreibweise.
Ich vermute mittlerweile auch, dass der zugehörige Familienname Dürichen mit der keltische Silbe dur zusammenhängen könnte, andere Ansatzpunkte habe ich nicht.

Geändert von Saraesa (22.12.2019 um 02:24 Uhr)
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  #4  
Alt 22.12.2019, 10:24
Xylander Xylander ist gerade online männlich
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Beiträge: 3.158
Standard

Hallo Saraesa,
keltische Wurzeln waren in der Sprachwissenschaft des 19. und frühen 20. JH beliebt und wurden häufig zur Deutung herangezogen, das scheint mittlerweile abgeflaut zu sein. Dies nur als pauschaler Warnhinweis, ist Dir aber sicher bekannt. Im Einzelfall kann sich natürlich ein FN mit Ursprung in ehemals keltischer Region von einem keltischen Toponym ableiten. Bin gespannt, ob Du was findest.
Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (22.12.2019 um 11:02 Uhr)
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  #5  
Alt 26.12.2019, 22:21
Saraesa Saraesa ist offline weiblich
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Beiträge: 355
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Zitat:
Zitat von Xylander Beitrag anzeigen
Dies nur als pauschaler Warnhinweis, ist Dir aber sicher bekannt.
Gut zu wissen, das war mir leider nicht bekannt!
Ich habe erneut die Weiten des Internets umgegraben und ein Fass ohne Boden gefunden.
Eine weitere Spur, die den Zusammenhang mit Thüringen zu bestätigen scheint: Die Rede ist von dem urgermanischen Stamm der Ingaevonen, die u.A. den Donnergott Thor verehrten.
https://books.google.de/books?id=Qq_...urchen&f=false
Die Anhänger dieser Religion praktizierten anscheinend eine Art Stierkult und wurden später Thüringer oder Thorische genannt. (Über die Etymologie des Wortes Thüringen scheinen sich jedoch die Geister zu scheiden, insofern ist diese Information mit Vorsicht zu genießen.)
Nachdem ich mich zu den Stieren des Riesen Hymirs belesen hatte, deren Köpfe wohl von Thor als Walköder benutzt wurden, stolperte ich über die interessante Information, dass das phönizische Wort für Stier thōr lautet.
Durch weiteres Nachlesen stieß ich auf die Theorie, dass Germanen und Phönizier intensive Handelsverbindungen miteinander gepflegt haben sollen. Eine Bestätigung findet sich in den augenscheinlich vielen Parallelen zwischen den Germanen und Phöniziern, angefangen bei den Götternamen bis hin zur Runenschrift.
Nunja, wie erwähnt ein Faß ohne Boden und ob nun hier Zusammenhänge bestehen, sei dahingestellt. Die Etymologie wird man wohl nie tausendprozentig klären können.
Interessant für mich bleibt die Erkenntniss, dass die Meißener Familie wohl ihre Ursprünge in Thüringen haben wird.

Geändert von Saraesa (27.12.2019 um 03:33 Uhr)
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