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  #1  
Alt 05.09.2022, 21:31
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Kleeschen Kleeschen ist offline männlich
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Standard Quellen zu Flüchtlingen im 2. Weltkrieg

Hallo zusammen,

ich bin auf der Suche nach Hinweisen dazu, in welchen Quellen es Informationen zu Flüchtlingen im 2. Weltkrieg gibt, die sich gegen Kriegsende nur für wenige Monate in einem Ort aufgehalten haben.

Ein wenig Kontext:
Meine "volksdeutsche" Familie stammt aus der Region des Schwarzen Meeres und wurde im März 1944 von dort in den "Warthegau" umgesiedelt. Im Januar 1945 flohen sie aufgrund der fortschreitenden Kriegsereignisse in Richtung Westen. Einige Verwandte landeten in Brandenburg, die anderen in Sachsen-Anhalt, andere in Sachsen. Da sie nach Ansicht der sowjetischen Behörden sowjetische Staatsbürger waren, wurden sie nach Kriegsende zurück in die UdSSR deportiert.

Eine bestimmte Familie hat es mir besonders angetan: die Familie des Bruders meines Urgroßvaters. Mit ihr lebte mein Ururgroßvater, der 1945 in der Zeit der Flucht gestorben sein soll. Nach umfangreicher Suche konnte ich herausfinden, dass die Familie nach der Flucht Anfang 1945 – möglicherweise seit dem 16. Januar 1945 – in einem kleinen Ort im Havelland gelebt haben soll. Dort konnte ich tatsächlich die Sterberegistereinträge meines Ururgroßvaters und seiner Urenkelin bekommen, die dort im März und April 1945 starben. Entweder im Mai oder August 1945 verließ die verbliebene Familie den Ort und ist über Lager in Rathenow, Frankfurt/Oder und Brest-Litowsk in die Sowjetunion gelangt.

Nun würde ich gerne mehr darüber wissen, wie und wo sie dort gelebt haben. Das zuständige Kreisarchiv kann mir leider nicht weiterhelfen, da es außer den Personenstandsregistern zum betreffenden Ort keine Unterlagen verwahrt. Die Kommune hat auf meine Angelegenheit wohl "keine Lust". Ich hatte versucht, an Friedhofsaufzeichnungen zu kommen, doch die zuständige Sachbearbeiterin lässt sich immer nur entschuldigen, antwortet inzwischen gar nicht mehr auf Rückfragen und ich muss immer über ihre Vorgesetzte gehen, um überhaupt noch eine Rückmeldung zu bekommen.
Bei der Stadt müssen sich wohl auch andere Unterlagen befinden, da es kein Archiv gibt, an das der Ort abgibt. Ich würde dort sehr gerne "konkret nachbohren", also nennen, was genau ich benötige.

Hat jemand eine Idee, in welchen Quellengattungen mehr Informationen zu meinen Verwandten sein könnten? Mich würde interessieren, wann sie im Ort ankamen und wo sie lebten (Anschrift).

Meldekarteien existieren, so wie oft in der späteren DDR, leider erst ab ca. 1949. An die Friedhofsunterlagen, die angeblich auch nicht soweit zurückreichen sollen (ich hake aber definitiv noch nach!), versuche ich noch heranzukommen. Die Gräber meines Ururgroßvaters und seiner Urenkelin existieren heute leider nicht mehr.

Für jeden Tipp bin ich sehr dankbar!

Liebe Grüße
Kleeschen
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Gouv. Cherson (Ukraine): Wahler, Oberländer, Schauer, Gutmüller, Schock, Freuer, Her(r)mann, Deschler & Simon
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Rems-Murr-Kreis & Krs. Esslingen (Württemberg): Wahler, Bischoff, Stark, Schmid, Eiber & Magnus (Mang)
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Geändert von Kleeschen (05.09.2022 um 22:36 Uhr)
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  #2  
Alt 06.09.2022, 08:04
mauzekater mauzekater ist offline männlich
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HAllo Kleeschen, um welchen Ort im Havelland handelt es sich denn ?

Gruß Mirko
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  #3  
Alt 06.09.2022, 20:31
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Kleeschen Kleeschen ist offline männlich
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Hallo Mirko,

es handelt sich um die heutige Stadt Ketzin/Havel.

Ich wollte die Frage aber eher allgemein halten, denn sollte ortsbezogene Literatur zu dem Thema existieren, dann müssten die Informationen darin ja irgendwoher stammen?

Liebe Grüße
Kleeschen
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  #4  
Alt 16.09.2022, 09:52
Jolinde43 Jolinde43 ist offline
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Hallo Kleeschen,

genau wegen eines solchen Anliegens war ich in der letzten Woche im Kreisarchiv Vorpommern-Rügen, das sich in Stralsund befindet. Meine Tante flüchtete 1945 von Pyritz nach Rügen, die sie nach wenigen Monaten wieder verlassen musste.

Im Archiv konnte ich einige Akten zur Flüchtlingsproblematik einsehen, die auch Namenslisten, Transportlisten, Eingaben, usw. enthielten. Der Großteil der betreffenden Akten wurde aber leider vernichtet. Einige Meldebücher von 1945/46 existieren auch noch.

Insofern kann ich Dir nur raten, Dich an Stadt- und Kreisarchive der betreffenden Gebiete zu wenden.

Übrigens, nach Kriegsende mussten auch "Russland-Deutsche" aus den Westsektoren in die Sowjetunion zurückkehren. Habe solch einen Fall in meiner Familie.

Viele Grüße
Brigitte
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  #5  
Alt 26.09.2022, 19:45
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Kleeschen Kleeschen ist offline männlich
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Hallo Brigitte,

entschuldige die späte Antwort! Ich habe keine Benachrichtigung bekommen.

Das Problem bei der Sache ist leider, dass es kein zuständiges Kommunalarchiv gibt. Das eigentlich zuständige Kreisarchiv hat keine Unterlagen zur betreffenden Gemeinde. Es gibt zwar einen Heimatverein, der angeblich ein Archiv betreibt, aber von dort habe ich trotz mehrfacher Nachfrage keine Rückmeldung erhalten.

Wenn es etwas gibt, dann muss es bei der heutigen Gemeindeverwaltung sein. Doch diese weiß von gar nichts und hat keine Lust auf meine Angelegenheit. Ich habe, nachdem ich diesen Thread eröffnet habe, nochmals an die Vorgesetzte der Ansprechpartnerin bzgl. des Friedhofes geschrieben und es wurde versprochen, dass etwas passiert. Doch leider Fehlanzeige...

Ja, ich habe auch Verwandte, die im "Westsektor" lebten und trotzdem in die Sowjetunion kamen. Doch der Anteil derjenigen, die im Westsektor waren und dort auch blieben ist deutlich größer als derjenigen, die im Ostsektor waren und bleiben konnten. Die, die in der späteren DDR lebten, hatten entweder "unter der Hand" irgendwelche Vereinbarungen mit ihren örtlichen Behörden getroffen oder ihre wahre Herkunft verschleiert.

Liebe Grüße
Kleeschen
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  #6  
Alt 26.09.2022, 21:05
Henry Jones Henry Jones ist offline männlich
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Hallo,

hast du mal bei der Stiftung Sächsischer Gedenkstätten nachgefragt? Dort werden viele Daten zu verschleppt Personen aus der SBZ aufbewahrt.
https://www.stsg.de/cms/stsg/recherc...inedatenbanken

Nicht verwirren lassen, dort gibt es Daten nicht nur auf Sachsen bezogen.

Ansonsten evtl. beim DRK Suchdienst Hamburg mal nachfragen. Die konnten mir auch gut weiterhelfen bei Ostflüchtlingen.

Ansonsten, falls es auch Familienangehörige im Westen gab, evtl. beim Bundesverwaltungsamt (BVA) nachfragen.

Gruß Alex
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Mitglied im Verein zur Klärung von Schicksalen Vermisster & Gefallener (VKSVG e.V.)
www.vermisst-gefallen.net (Homepage)
www.vksvg.de (Forum)
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  #7  
Alt 30.09.2022, 09:37
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Kleeschen Kleeschen ist offline männlich
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Hallo Alex,

vielen Dank für den Hinweis!

Ich habe zwar bei der StSG nicht direkt angefragt, hatte mich aber mal durch deren Datenbanken geklickt (wobei nach jetzigem Stand nicht alle zu funktionieren scheinen).

Aber ich vermute eher weniger, dass zu den genannten Personen beim Deutschen Roten Kreuz etwas vorhanden ist – und wenn, dann nicht im Kontext der kurzen Flucht nach Deutschland, sondern im Kontext des Versuches, hinterher aus der Sowjetunion nach Deutschland zu kommen.

Mir ist noch das Brandenburgische Landeshauptarchiv eingefallen. Dort befinden sich die Unterlagen der Kreisverwaltungen. Dort gibt es teilweise Akten zu Flüchtlingen (auf Kreisebene und nicht auf Ortsebene, wie ich bisher angesetzt habe). Teileweise könnten diese Akten aber auch bei den heutigen Kreisarchiven sein. Dem werde ich nun nachgehen.

Liebe Grüße
Kleeschen
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