#1  
Alt 15.01.2010, 11:32
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Karl Heinz Jochim Karl Heinz Jochim ist offline männlich
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Standard Genetische Vorfahren auf den British Islands

Hallo,
2007 habe ich einen DNA-Test durchführen lassen und freue mich seitdem stets über Personen mit übereinstimmender Y-DNA, die über GEDCOM Ihre Ahnentafel auch freigeschaltet haben. Da die bisherigen Übereinstimmungen "aus aller Herren Länder" immer im Vereinigten Königreich enden oder besser gesagt beginnen, ist meine Vermutung, dass im 30-jährigen Krieg englische oder irische Söldner, die u.a. in schwedischen Diensten auch im Odenwald, der Heimat meiner direkten Vorfahren, ihr Unwesen trieben, meine Ur ... Ur-Großmutter vergewaltigten oder - positiv gedacht - es zu einem unehelichen Verhältnis kam; bis ca 1646 kann ich meine sozialen Ahnen zurückverfolgen. Kann man in so einem Fall überhaupt weiter kommen? Übrigens konzentrieren sich mehr als 90 % der Übereinstimmungen letztendlich auf einen einzigen englischen Nachnamen (vor 1600). Wer kennt sich da wirklich aus und kann ernst gemeinte Tipps geben? Vielen Dank im voraus.
Liebe Grüße
Karl Heinz
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  #2  
Alt 16.01.2010, 00:41
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Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Karl-Heinz,

einen Tipp kann ich Dir leider nicht geben, das wirft auch bei mir eher Fragen auf.

Ich habe zwar nie einen Gentest machen lassen - ich schätze, da würde es lustig werden - aber es ist durchaus interessant, dass Du daran erkennen kannst, dass Vorfahren von Dir von den Britischen Inseln stammen könnten, müssten, sollten. Nur habe ich da eine Frage. Wieso gehst Du davon aus, dass das erstens im 30jährigen Krieg und zweitens mit Gewalt oder durch ein uneheliches Verhältnis geschehen sein müsste? Es kam zwar nicht gerade häufig vor aber es gab ja doch schon immer mal ein paar ganz normale friedliche Einwanderer. Das kann ja schon hunderte Jahre länger her sein und sie müssen ja nicht von Anfang an im Odenwald gelebt haben. Oder mal in die jüngere Vergangenheit gedacht, auch im zweiten Weltkrieg waren Britische Soldaten auf deutschem Boden.

Was also kann mir eine Erkenntnis, dass da irgendjemand mit einer vielleicht sogar hohen Wahrscheinlichkeit von den Britischen Inseln stammte, wirklich sagen? Das ist einer der Gründe, warum ich für einen DNA-Test bisher zu geizig war. Ich habe zwar dann vielleicht eine "Herkunftsadresse" aber ich weiß doch dann immer noch nicht, was ich mit der Information eigentlich anfangen sollte, außer mich in wilden Spekulationen zu verlieren, wer da evtl. wem ein Kind untergejubelt haben könnte, denn meine belegte Ahnenreihe ist schon heftig lang aber garantiert eben auch nicht Kuckuckskind-frei. Wenn ich ja Glück habe, dann würde ich vielleicht da landen, wo ich meine, dass ich da landen müsste aber auch dann weiß ich immer noch nicht, ob diese genetischen Ahnen wirklich identisch sind mit den Papier-Ahnen oder doch nur deren Nachbarn waren.

Ich wüsste also nicht, wie man über eine DNA in seiner Ahnenforschung weiter kommen könnte, es sei denn, man findet mit anderen getesteten Personen eine Ahnengleichheit aber das dürfte schon eine riesige Glückssache sein, denn solch einen Test und zusätzlich intensive Ahnenforschung machen ja nicht so viele Leute. Hat da nicht auch so ziemlich jedes Testinstitut seine eigene Datenbank? Damit reduziert sich doch dann auch noch die Möglichkeit, an alle mit den selben Merkmalen getesteten ranzukommen. Sagt nicht solch ein Test auch nur etwas über einen Vorfahren, welcher das auch immer war, aus? Ich habe doch aber ein ganz breites Spektrum an Vorfahren und die stammen mit Sicherheit aus aller Herren Länder. Von denen weiß ich dann letztendlich doch immer noch nicht, wo die wirklich ihren Ursprung haben könnten. So ganz erschließt sich mir die ganze Sache eigentlich nicht. Meiner Meinung nach, kann man mit diesem Test doch evtl. nur feststellen, ob ich mit irgendeinem anderen Ahnenforscher aus der Datenbank verwandt bin und wenn ich Glück habe, kann ich von dem noch weiterführende Daten bekommen oder er von mir.

Viele Grüße
Hina
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  #3  
Alt 16.01.2010, 09:26
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Karl Heinz Jochim Karl Heinz Jochim ist offline männlich
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Hallo, Hina,
vielen Dank für Deine Stellungnahme. Du hast natürlich in allen Punkten recht. Die gleichen Überlegungen mache ich mir seit über 2 Jahren auch. Der Test selbst entstand aus einer "Sektlaune": Immer wenn wir in Italien waren - wo ich mich besonders wohl und heimisch fühle - sagte meine Frau: "Ich glaube, Du stammst wirklich von den Römern ab!" Und das ist bei einem, der in Mainz geboren wurde, auch durchaus denkbar ... (ich muss dabei immer an den Harras-Monolog aus "Des Teufels General" denken, mit den unterschiedlichsten Vorfahren am Rhein). Also habe ich 2007 den Test bei IGENEA machen lassen und das Ergebnis hat mich dann schon überrascht. Es besagt u.a. ja auch, dass der vermeintliche Y-Urahn innerhalb der letzten 1.000 Jahre aus dieser Region kommt, nicht mehr und nicht weniger. Aber Du hast völlig recht, mein britischer Urahn kann auch zu einem ganz anderen Zeitpunkt in Erscheinung getreten sein, das mit dem 30-jährigen Krieg war von mir nur so eine Vermutung. Was mich eben nur stutzig macht, ist die Tatsache, dass Personen aus aller Welt letztendlich sogar auf einen Namen in Britannien zurückgehen. Ob es da jemals ein "happy end" geben kann. Interessant ist es auf jeden Fall; nur schade, dass es dann doch nicht ein Römer war ...
Liebe Grüße und noch mal vielen Dank für Deine interessanten Aspekte
Karl Heinz
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  #4  
Alt 30.01.2010, 15:55
Anna v. Sachsen Anna v. Sachsen ist offline
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Standard Gen-Tests

Hallo Ihr Beiden,
las euren Dialog gerade interessiert.
Über Gen-Tests denkt man ja immer mal wieder nach.
Auf US-family-Seiten finden sich diese Angebote, wie das Selbstverständlichste von der Welt. Wer dazu gehören will, soll erst mal den und den Test absolvieren.
Das schreckt mich ab.
Wenn es um nähere Überraschungsverwandte handelt, könnten Erbprobleme entstehen, wenn man solch einen Test vorschlägt.
Das lasse ich also lieber.
Wenn ich mir vorstelle, dass in einer Höhle in NRW menschliche Urzeit-Knochen einer Familie gefunden wurden und nun die heute drumherum Lebenden auf Verwandtschaft mit diesen Urmenschen hin getestet werden, kann ich mich einer Faszination nicht erwehren und wäre gerne mit dabei.
Ist leider nicht meine Gegend.
Interessant finde ich auch die psychologische Genforschung. Ich nenne sie mal so - weiß nicht den genauen Begriff.
Dabei geht es um Erforschung von Erbveränderungen, die sich durch Streß (Mangel, Krieg, Vertreibung, Kummer, Trauer ...) vererben. Dazu müßte man schon die genaue Gen-Verwandtschaft wissen.
Wäre interessant mal auf solch ein Forschungsprojekt zu stoßen.
Im Großen und Ganzen bin ich lieber vorsichtig mit meinen genetischen Daten.
Gabi
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  #5  
Alt 30.01.2010, 16:06
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Hina Hina ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Anna v. Sachsen Beitrag anzeigen
Im Großen und Ganzen bin ich lieber vorsichtig mit meinen genetischen Daten.
Gabi
Hallo Gabi,
genauso sehe ich das auch. Auf der einen Seite wird ständig das Thema Datenschutz diskutiert, auf der anderen Seite veröffentlichen Leute sogar ihre genetischen Daten in weltweiten Datenbanken, ohne auch nur zu erahnen, ob und welche Folgen das vielleicht eines Tages einmal haben könnte. Niemand kann in die Zukunft schauen und weiß, wozu solche Daten womöglich einmal irgendwem nützlich sein könnten. Ich leide zwar nicht unter Verfolgungswahn aber so großzügig bin ich dann mit meinen Daten auch wieder nicht.
Viele Grüße
Hina
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  #6  
Alt 30.01.2010, 18:25
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Karl Heinz Jochim Karl Heinz Jochim ist offline männlich
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Hallo, Gabi, hallo Hina,
da ja nirgendwo die DNA-Ergebnisse als solche veröffentlicht werden, sondern nur - wenn man es will - Ahnenreihen freigeschaltet werden (einfache Übersichten ohne Details), habe ich dabei keine Angst bzw. Bedenken. Wenn wir wüßten, wo unsere Bank-, Krankenkassen- und Finanzamt-Daten überall rumschwirren, wird's mir mehr Angst und Bange. Habe in einem Fall vor Jahren mal so eine Datenpanne (so nennt man das wohl heute) am eigenen Leib verspürt. In einem Punkt gebe ich Euch aber recht: Wenn Ihr mal vorhabt, einem korrupten Politiker oder Lobbyisten "den Hals" rum zu drehen, sind Eure DNA-Spuren schnell identifizierbar ...
Liebe Grüße
Karl Heinz
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  #7  
Alt 30.01.2010, 18:37
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Zitat:
Zitat von Karl Heinz Jochim Beitrag anzeigen
Wenn wir wüßten, wo unsere Bank-, Krankenkassen- und Finanzamt-Daten überall rumschwirren, wird's mir mehr Angst und Bange.
Mir nicht, denn hier in Dänemark sind Personendaten grundsätzlich offen, damit gar keiner erst auf die Idee kommt, irgendjemanden zu besch.... . Daran sind auch alle hier gewöhnt und damit hat auch keiner ein Problem und die Dänen freuen sich, dass sie das am wenigsten korrupte Land mit der unkompliziertesten Steuerabrechung sind. Wer Angst vor dem gläsernen Menschen hat oder heil froh ist, wenn es ein Datenschutzgesetz gibt, der sollte um Dänemark einen riesigen Bogen machen . Aber das gehört hier nicht her.
Was mich mehr irritieren würde, sind solche Dinge, wie sie schon mit sehr bekannten genealogischen Datenbanken passiert sind. Man gibt (ich allerdings nicht) im guten Glauben in eine Datenbank Daten ein, findet sie dann plötzlich ungefragt und nicht von Usern "geklaut" in einer anderen und die lassen sich das auch noch nett bezahlen. Da hört dann bei mir der Spaß einfach mal auf. Und solches Gebaren hat einfach niemand selbst in der Hand.
Viele Grüße
Hina
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  #8  
Alt 30.01.2010, 19:51
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Karl Heinz Jochim Karl Heinz Jochim ist offline männlich
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Tja, Hina, da hast Du leider recht. Aber das ist wohl der "Fortschritt". Ich denke, bei jedem Internet-"Besuch" besteht die Gefahr, dass Daten geklaut werden, nicht nur bei genealogischen Daten. Aber dass Menschen in Ihren homepages fast alles über sich verraten (da fehlt manchmal nur noch die Konto- und PIN-Nr.), da läuft es mir wirklich kalt den Rücken runter. Übrigens werde ich - als ansonsten friedliebender Mensch - zur absoluten S.., wenn mich ein Callcenter unaufgefordert anruft, einen Gewinn verspricht und eigentlich nur auf Datensammlung geht. Da laufe ich zu Höchstform auf ...
Übrigens - um zum Thema zurück zu kehren - wußtest Du, dass praktisch alle Isländer genetisch erfasst sind - als einziges Land der Welt - und man in diesem ziemlich geschlossenen Personenkreis nun Erbkrankheiten bestens untersuchen bzw. die Spur zurück verfolgen kann. Es gibt da also auch Positives.
By the way, ich mache keinen Bogen um Dänemark, wir sind schon mehrmals kreuz und quer durch Euer schönes Land gefahren.
Liebe Grüße aus dem Rhein-Main-Gebiet
Karl Heinz
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  #9  
Alt 30.01.2010, 20:34
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Hina Hina ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Karl Heinz Jochim Beitrag anzeigen
wußtest Du, dass praktisch alle Isländer genetisch erfasst sind - als einziges Land der Welt - und man in diesem ziemlich geschlossenen Personenkreis nun Erbkrankheiten bestens untersuchen bzw. die Spur zurück verfolgen kann. Es gibt da also auch Positives.
Ja, und das haben sie freiwillig getan, denn die meisten Isländer haben viel Geld in die Aktien dieses börsendotierten Unternehmens gesteckt. Soetwas geht auch nur in Skandinavien. Soetwas würde ganz sicher auch in Dänemark machbar sein, nur interessiert sich keiner für die DNA von Dänen. Die Skandinavier lieben seit den Wikis das Abenteuer und das Spiel mit dem Feuer und ganz besonders die Isländer . Das Projekt wurde heftig vermarktet und jetzt ist es zu Ende - deCode genetics ist pleite, hat Konkurs angemeldet und damit auch noch mehr Isländer als schon im vorletzten Jahr, als die Banken bankrott gingen, in den Ruin getrieben. Die Pleite hat natürlich auch mit den allzu heftigen Träumen zu tun. Anders als vermutet, sind die Isländer zwar Skandinavier, stellten sich aber dann doch nicht als eine so homogene Bevölkerung wie gedacht heraus. Da war ordentlich schottische Erbmasse dabei, obwohl die Wikis ja bekanntlich aus Richtung Osten kamen . Die allmächtige Pharmaindustrie kann also nun doch nicht in dem Umfange, wie erträumt profitieren, also hat sie auch kein großes Interesse mehr und die Leidtragenden sind die Aktionäre.
Spannend könnte die Frage nun werden, wer jetzt noch Nutzen aus den Daten ziehen könnte und Geld dafür ausgibt - die Kriminalpolizei? Lohnt sich sicher nicht, denn Island ist eines der sichersten Länder.
Viele Grüße
Hina
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  #10  
Alt 30.01.2010, 23:55
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Guten Abend, Hina,
das ist ja richtig spannend zu lesen. Vielen Dank für die Info, wußte ich gar nicht, dass das so schief ging. Schade.
Wünsche Dir noch einen tollen Sonntag. Liegt bei Euch auch so viel Schnee?
Liebe Grüße
Karl Heinz
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