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Alt 20.06.2022, 19:04
Gastonian Gastonian ist offline
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Standard Lesehilfe erbeten - Brief von 1790 betreff Carl Pitt

Quelle bzw. Art des Textes: Brief an Kämmerer des Königs Friedrich Wilhelm II. von Preußen
Jahr, aus dem der Text stammt: 1790
Ort und Gegend der Text-Herkunft: Königsberg
Namen um die es sich handeln sollte: Pitt, v. Platen


Hallo allerseits:

Der Brief im Anhang (heute im GStA PK in Berlin gefunden) wurde am 11.12.1790 von der Charlotte von Manstein an Johann Friedrich Ritz, dem engen Vertrauten des Königs Friedrich Wilhelm II. von Preußen, geschrieben mit der Bitte um Förderung ihres Geliebten, Carl Friedrich Pitt (den sie 16 Tage nach Abfaßung des Briefes in Königsberg heiratete). In einem früheren Brief an den gleichen Empfänger hatte sie ihn als einen aus Pommern stammenden Studenten der Theologie bezeichnet, der als Fremdling in Königsberg keine Anstellung finden konnte. Hier aber behauptet sie, er sei eigentlich ein Liebeskind eines Herren von Platen, und so bittet um seine Anerkennung als Adelsmann.

Ich entschuldige mich im Voraus für die armselige Qualität des Bildes - die falsche Kameraeinstellung ist mir leider erst aufgefallen, nachdem ich die Akte schon ins Archivmagazin zurückgeschickt hatte.

Hier mein erster Versuch einer Transkription des Briefes; ich freue mich über jede Korrektur oder Ergänzung!

VG

--Carl-Henry

Konigsberg 11t Decbr 1790


Hochwohlgeborener Herr
Hoch zu Ehrender Herr


Diese … … bin ich Ihnen schuldig, da Sie die gewogenheit für mich gehabt haben meinen
Brief Sr. Majestät einzuhändigen. Das Andenken an Sie wir mir ewig unvergeßlich bleiben.
So aber höre ich, daß Sn. Majestät an meinen Vater geschrieben haben. Ich weiß zwar nicht den
Inhalt dieses gnädigen Schreibens, allein jetzt hat er sich doch bequemt wenigstens mein Mutter
Theil, welches wohl nun in 1700 Gulden besteht, zu geben, übrigens will er nicht von mich …
und verschließt sein Herz auch endlich für mich. So hart dieses auch ist muß ich es mit Geduld leiden.
An eine von meinen Verwandten hat der Vater geschrieben daß er Sr: Majestät um eine
gute Predigt Stelle fü meinen Geliebten unterthänigst gebeten, aber ich nun mein gantzes Vertrauen
in Ew. Hochwohlgeboren gesetzt habe, so muß ich Ihnen die gantze Geschichte meines Freundes erzehlen.
Bis jetzt hat er selbst nichts von seinem Absprung gewust, aber nun haben gute Menschen
aus Mittleiden für ihn und mich, ihm gesagt daß er ein leiblicher Sohn des verstorbenen
Her … v Platen ist, diser hat aber denen Leuten … es dieses gesagen … …
als ein tiefes Geheimniß so lange er lebte zu halten, anbefohlen nach seinem Tode aber …
… …, bei seinem Bruder den Decanus ist mein Geliebter erzogen, der hat ihn gezwungen Theologie
zu studieren, welches zwar nicht seine Reizung war, allein als ein … verlassener Mensch mußte
er es angehn. Dieses allein was ich Ihnen jetzt gesagt, ist so gewiß als wahr, doch sollten Sie
es nicht glauben, so ist die … Frau O. Liptoro in Szetin noch am Leben mit der er zu-
sammen bey den Deca...Vater erzogen deßen … sie ist, und der Präpositus Pfänder
in Camin dem es als einem geistlichen auch als ein tiefes Geheimniß aufgebunden ist.
Laßen doch Ew. Hochwohlgeboren meine dringende gehorsahmste Bitte stattfinden und mahn-
en … Sr: Majestät, ihn in den Adelstand erhebten und ihn für einen wirklichen Edelmann
öffentlich … … man hat ihn den Nahmen Pitt gegeben, aber vieleicht haben Sr Majestät
die Gnade und laßen ihn den eigentlichen Nahmen seines Vaters führen. … diese meine
letzliche Angelegenheit bin ich gewiß überzeugt sind in der besten hand und werden von Ew. …
… so gut und … als … und wünschen … von … gehe. Glauben Ew. Hochwohlgeboren
nicht daß es mein Stoltz ist die mich hierzu bewegt, nein Gott weiß es ich liebe ihn einmahl und
würde ihn als Ehelichen Mann ohne ein Edelmann zu sein ewig lieben, allein meine …
… … … Famille … … …

Charlotte v Manstein
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Manstein - Ritz 1790-12-11.jpg (162,7 KB, 38x aufgerufen)
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  #2  
Alt 20.06.2022, 20:07
Balthasar70 Balthasar70 ist offline weiblich
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Hallo Carl-Henry,

ein paar sehr vage Vorschläge meinerseits:

Wie vielen Dank bin ich Ihnen schuldig, da Sie die gewogenheit für mich gehabt haben meinen

Her … v Platen ist, diser hat aber denen Leuten welchen es dieses zusagen anvertraut __
es sagen
, bei seinem Bruder den Decanus ist mein Geliebter erzogen, der hat ihn gezwungen Theologie

es auch nicht glauben, so ist die … Frau O. Liptoro in Szetin noch am Leben mit der er zu-

en, daß Sr: Majestät, ihn in den Adelstand erhebt - und ihn für einen wirklichen Edelmann
öffentlich erklärt - man hat ihn den Nahmen Pitt gegeben, aber vieleicht haben Sr Majestät

hertzliche Angelegenheit bin ich gewiß überzeugt sind in der besten hand und werden von Ew. Hoch.
… so gut und … als ichs nur wünschen … von statten gehe. Glauben Ew. Hochwohlgeboren

würde ihn als Ehelichen Mann ohne ein Edelmann zu sein ewig lieben, allein meine …
… … … Famille bis zur Er__gung __ __ kann ich mit ___
___ ist die Ursach. Da ein __ ___ mich __ __, ich werde in meines zu ___
__ __ . So haben die uns nun ein klein__ ___ beworben um einen zu __ vor zu Leben.
Verzeihen Ew. Hoch. __ daß ich sie ___ ich empf___ mich __ __ wie ___bar ___
und habe die Ehre mich __ __ __ . Das gebe ich __.
__________________
Gruß Balthasar70

Geändert von Balthasar70 (20.06.2022 um 20:14 Uhr)
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  #3  
Alt 20.06.2022, 20:09
Benutzerbild von Astrodoc
Astrodoc Astrodoc ist offline
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Uiuiuihhh ... Ich wage einen Anfang. Du hast aber schon sehr gut vorgelegt.

Wievielen Dank bin ich Ihnen schuldig __ da Sie die gewogenheit für mich gehabt haben, meinen
Brief Sr. Majestät einzuhändigen. Das Andenken an Sie wird mir Ewig unvergeßlich bleiben.
Soeben hör ich, daß Sn. Majestät an meinen Vater geschrieben haben __ Ich weiß zwar nicht den
Inhalt dieses gnädigen Schreibens __ allein jetzt hat Er sich doch bequemt wenigstens mein Mutter
Theil __ welches wohl nun (um?) in 1700 Gulden besteht __ zu geben, übrigens will er nichts von mich wißen
und verschließt sein Herz auf Ewig für mich. So hart dises auch ist muß ich es mit Geduld leiden.
an Eine von meinen Verwandten hat der Vater geschrieben, daß Er Sr: Majestät um eine
gute Predigerstelle für meinen Geliebten unterthänigst gebeten, aber ich nun mein ganzes Vertrauen
in Ew. Hochwohlgeboren gesetzt habe, so muß ich Ihnen die ganze Geschichte meines Freundes erzehlen.
bis jetzt hat Er selbst nichts von seinem Absprunge gewußt __ aber nun haben gute Menschen,
aus Mittleiden für ihn und mich __ ihm gesagt daß er ein leiblicher Sohn des Verstorbenen
?????? v Platen ist, diser hat aber denen Leuten, welchen Er dises zu sagen anvertraut hat
als ein tiefes Geheimniß __ so lange Er lebte zu halten anbefohlen __ nach seinem Tode aber könne(?) man
es sagen, b(e)y seinem Bruder den Decanus ist mein Geliebter erzogen, der hat ihn gezwungen Theologie
zu studiren __ welches zwar? nicht seine Reizung war __ allein als ein armer verlaßner Mensch mußte
Er es eingehn. Dises allein was ich Ihnen jetzt gesagt __ ist so gewiß als wahr __ doch sollten Sie
es mich nicht glauben, so ist …… Frau v. Liptow in Szetin(?) noch am Leben mit der Er zu-
sammen b(e)y den Decanus v. Platen erzogen, deßen beste sie ist __ und der Präpositus Pfänder
in Camin, dem es als einem Geistlichen auch als ein tiefes Geheimniß aufgebunden ist.
__________________
Schöne Grüße!

Astrodoc
__________________

An der Familienforschung gefällt mir besonders, dass Urahne nicht radioaktiv sind.

Meine Tutorials: Polnisch: Taufeintrag Heiratseintrag Sterbeeintrag ... Russisch:
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  #4  
Alt 20.06.2022, 22:27
mawoi mawoi ist offline
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gezwungen Theologie
zu studiren __ welches gar nicht seine Neigung war



VG
mawoi
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  #5  
Alt 20.06.2022, 22:29
mawoi mawoi ist offline
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b(e)y den Decanus v. Platen erzogen, deßen Buhl sie ist



VG
mawoi
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  #6  
Alt 21.06.2022, 08:51
Gastonian Gastonian ist offline
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Balthasar70, astrodoc, und mawoi:

Vielen lieben Dank für eure große Mühe und vielen Verbesserungen!

Zusammenfassend ist also der Stand jetzt:

Konigsberg 11t Decbr 1790


Hochwohlgeborener Herr
Hoch zu Ehrender Herr


Wievielen Dank bin ich Ihnen schuldig __ da Sie die gewogenheit für mich gehabt haben, meinen
Brief Sr. Majestät einzuhändigen. Das Andenken an Sie wird mir Ewig unvergeßlich bleiben.
Soeben hör ich, daß Sn. Majestät an meinen Vater geschrieben haben __ Ich weiß zwar nicht den
Inhalt dieses gnädigen Schreibens __ allein jetzt hat Er sich doch bequemt wenigstens mein Mutter
Theil __ welches wohl nun (um?) in 1700 Gulden besteht __ zu geben, übrigens will er nichts von mich wißen
und verschließt sein Herz auf Ewig für mich. So hart dises auch ist muß ich es mit Geduld leiden.
an Eine von meinen Verwandten hat der Vater geschrieben, daß Er Sr: Majestät um eine
gute Predigerstelle für meinen Geliebten unterthänigst gebeten, aber ich nun mein ganzes Vertrauen
in Ew. Hochwohlgeboren gesetzt habe, so muß ich Ihnen die ganze Geschichte meines Freundes erzehlen.
bis jetzt hat Er selbst nichts von seinem Absprunge gewußt __ aber nun haben gute Menschen,
aus Mittleiden für ihn und mich __ ihm gesagt daß er ein leiblicher Sohn des Verstorbenen
?????? v Platen ist, diser hat aber denen Leuten, welchen Er dises zu sagen anvertraut hat
als ein tiefes Geheimniß __ so lange Er lebte zu halten anbefohlen __ nach seinem Tode aber könne(?) man
es sagen, b(e)y seinem Bruder den Decanus ist mein Geliebter erzogen, der hat ihn gezwungen Theologie
zu studiren __ welches gar nicht seine Neigung war __ allein als ein armer verlaßner Mensch mußte
Er es eingehn. Dises allein was ich Ihnen jetzt gesagt __ ist so gewiß als wahr __ doch sollten Sie
es mich nicht glauben, so ist …… Frau v. Liptow in Szetin(?) noch am Leben mit der Er zu-
sammen b(e)y den Decanus v. Platen erzogen, deßen Buhle sie ist __ und der Präpositus Pfänder
in Camin, dem es als einem Geistlichen auch als ein tiefes Geheimniß aufgebunden ist.
Laßen doch Ew. Hochwohlgeboren meine dringende gehorsahmste Bitte stattfinden und mahn-
en daß Sr: Majestät __ Ihn in den Adelstand erhebt __ und ihn für einen wirklichen Edelmann
öffentlich erklärt __ man hat ihn den Nahmen Pitt gegeben __ aber vieleicht haben Sr Majestät
die Gnade und laßen ihn den eigentlichen Nahmen seines Vaters führen __ Alle diese meine
hertzliche Angelegenheit bin ich gewiß überzeugt sind in der besten hand und werden von Ew. Hochwohl
geboren … so gut und … als ichs nur wünschen … von statten gehe. Glauben Ew. Hochwohlgeboren
nicht daß es mein Stoltz ist die mich hierzu bewegt, nein Gott weiß es ich liebe ihn einmahl und
würde ihn als Ehelichen Mann ohne ein Edelmann zu sein ewig lieben, allein meine …
… ganzen großen Famille bis zur Erniedrigung __ ja zur tiefsten kann ich mit Schmerz sagen
…verlaßen ist die Ursach. Da ein gewißes Vorgefühl mich beseelt, ich werde in meines zu ...
bitte ... __ so haben die uns nun ein kleines Gütchen beworben um einen Zufluchtsort zu haben.
Verzeihen Ew. Hochwohlgeboren daß ich sie ... ich empfehle mich Ihrer ... wie sehr … Gewogenheit
und habe die Ehre mich … ... . Das gebe ich … Diener



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