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  #11  
Alt 20.08.2011, 14:36
UnFassbar UnFassbar ist offline
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Es ist der Mensch, der ob seiner Lebensweise oder Taten, geachtet oder geächtet wird, nicht der Beruf.
So kann auch ein Müller wegen seiner Trunksucht bei seinem Sterbeeintrag keine wohlwollenden Worte des Pastors erwarten. Sollte er seinen Mitmenschen gegenüber fair gewesen sein, werden diese ihn auch trotz der Trunksucht geachtet haben.
Es kommt darauf an was man tut, nicht wer man ist oder dessen Beruf um geachtet/geächtet zu sein. Alles andere sind Verallgemeinerungen. Obwohl Politiker, Banker und Versicherungsagenten verachte ich durchweg...
UnFassbar
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  #12  
Alt 20.08.2011, 14:54
Cubert Cubert ist offline männlich
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Das ist eine schöne neuzeitliche Sichtweise, die aber leider "früher" nicht zutraf.
"früher" ist leider an sich schon schwammig, aber vom ersten Beitrag ausgehend lässt sich das eingrenzen auf eine Zeit in der es noch Scharfrichter und ähnliches gegeben hat (?)
In genau diesem Zeitrahmen gab es die "geachteten" Berufe, meiner Einschätzung nach diejenigen, die egal wer sie ausübte ein gewisses Prestige mit sich brachten und wenn es nur aus unserer Perspektive gesehen wird, und die "geächteten" Berufe, die wiederum auch wenn derjenige noch so rechtschaffen und ehrlich war ihn Fremden gegnüber suspekt machen.
Das kann auch so weit gehen, dass generell vom "fahrenden Volk" Abstand gehalten wurde wo möglich. Wahrscheinlich geschieht das heute noch genauso, aber um es kurz zusammenzufassen, auch wenn der Priester löbliche Worte findet sind bestimmte Berufsgruppen am Rand der Gesellschaft angesiedelt.
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  #13  
Alt 20.08.2011, 15:26
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Frank Böhm Frank Böhm ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Eva64 Beitrag anzeigen

Geächtet oder weniger angesehen waren sicherlich Gerber.
Warum? Weil der Beruf im wahrsten Sinne des Wortes "anrüchig" war?

Der Gerber war für jede menschliche Gemeinschaft enorm wichtig, denn er fabrizierte den Rohstoff Leder. Ohne Leder keine Schuhe, Stiefel, Koller, Hüte, Zaumzeug, Behälter, usw. Der Gerber war unverzichtbar.

Unter meinen Ahnen waren auch Gerber. Die wurden sogar in den Rat gewählt und standen hoch im Ansehen.
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  #14  
Alt 20.08.2011, 15:38
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Frank Böhm Frank Böhm ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von UnFassbar Beitrag anzeigen
Es ist der Mensch, der ob seiner Lebensweise oder Taten, geachtet oder geächtet wird, nicht der Beruf. Es kommt darauf an was man tut, nicht wer man ist oder dessen Beruf um geachtet/geächtet zu sein. Alles andere sind Verallgemeinerungen. Obwohl Politiker, Banker und Versicherungsagenten verachte ich durchweg...
Erst verurteilst Du Verallgemeinerungen, dann nimmst Du selbst eine vor. Ein bisschen inkonsequent, oder?

Es geht hier (wir sind im Ahnenforum!) um Verhaltensweisen und Normen der Vergangenheit, die man nicht durch die Brille des 21. Jh. betrachten sollte. Auch wenn es das heute nicht mehr gibt, früher gab es nun mal "unehrliche Berufe".
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  #15  
Alt 20.08.2011, 15:43
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Frank Böhm Frank Böhm ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von Klingerswalde39_44 Beitrag anzeigen
Hallo,

geachtet wurden sicher auch Ärzte und Hebammen.

Gruss, Gabi
Der Jurist würde sagen: Kommt ganz darauf an...

In diesem Thread ist leider keine zeitliche Festlegung erfolgt, weswegen Deine Aussage relativiert werden muss. Für das 18. oder 19. Jh hast Du sicher recht.

In früheren Zeiten aber gehen die Meinungen zu Ärzten auseinander: Ein ausgebildeter Mediziner, der an einer anerkannten Universität wie Bologna oder Paris studiert hat, war in der frühen Neuzeit sicher respektiert; ein Baderchirurg oder Feldscher dagegen weniger, da letztere zu einem großen Teil aus dem Umfeld der Bader und Scharfrichter entstammten.

Und Hebammen waren zur Zeit der Hexenverfolgung eine der wichtigsten Zielgruppen, auch wenn sie bei einzelnen Menschen (Frauen vor allem) einen guten Ruf hatten.
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  #16  
Alt 20.08.2011, 16:21
UnFassbar UnFassbar ist offline
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Zitat:
Zitat von Frank Böhm Beitrag anzeigen
Unter meinen Ahnen waren auch Gerber. Die wurden sogar in den Rat gewählt und standen hoch im Ansehen.
Das muß aber längst nicht heißen, das sie von allen hoch angesehen wurden! Auch mit der Brille des 18 Jh. kann das nicht verallgemeinert werden.
Und ja, ich war mit Absicht konsequent, denn ich schrieb "ich verachte", nicht ganz Deutschland verachtet/achtet den oder den.
UnFassbar
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  #17  
Alt 20.08.2011, 16:43
franklim franklim ist offline männlich
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Hallo,

noch einige Berufe/Berufsbezeichnungen mit der Bitte um Einordnung:

Diplomhirte, Puppen-/Bährendoktor, Brustschneider(Korsettmacher), Hadern-/Knochenhändler, Schubkärner, Ochsenschlächter(Boscida), Straßenfeger, Stirnstoßer(Schleierverkaufer), Tandler(Händler m. Tand/Trödel), Borgmann/Borchmann(Kastrierer), Affengießer(Flaschen/Glockengießer), Schirrmacher(Wagner).

Viele Grüße

franklim
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  #18  
Alt 21.08.2011, 08:41
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Eva64 Eva64 ist offline weiblich
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Zitat:
Zitat von Frank Böhm Beitrag anzeigen
Warum? Weil der Beruf im wahrsten Sinne des Wortes "anrüchig" war?

Der Gerber war für jede menschliche Gemeinschaft enorm wichtig, denn er fabrizierte den Rohstoff Leder. Ohne Leder keine Schuhe, Stiefel, Koller, Hüte, Zaumzeug, Behälter, usw. Der Gerber war unverzichtbar.

Unter meinen Ahnen waren auch Gerber. Die wurden sogar in den Rat gewählt und standen hoch im Ansehen.
Wohl aus dem erstgenannten Grund. Sie lebten am Rand der Stadt wegen ihres stinkenden Gewerbes.
Die zuvor genannten "geächteten" Berufsstände sind für die Gesellschaft ebenfalls wichtig gewesen, was aber nicht daran hinderte die Personen die diese Berufe ausübten zu gewissen Zeiten auszugrenzen.
Übrigens habe ich auch Gerber, Müller, Totengräber unter meinen Vorfahren .

Grüßle
Eva
__________________

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  #19  
Alt 21.08.2011, 09:14
gudrun gudrun ist offline
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Hallo,

ich habe auch Müller und Gerber unter meinen Vorfahren.
Beide waren angesehene Leute und der Gerber gehörte zu den reichsten Leuten im Ort.

Viele Grüße
Gudrun
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  #20  
Alt 21.08.2011, 11:36
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Frank Böhm Frank Böhm ist offline männlich
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Wenn es nur um den Geruch geht, dann waren Fleischer oder Fischhändler sicher ebenfalls "anrüchig". Gerade im Hochsommer hat rohes Fleisch, vermischt mit Blut und Innereien, ein ganz besonderes Aroma...
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