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  #1  
Alt 22.11.2017, 17:58
DerJungVomDiek DerJungVomDiek ist offline männlich
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Registriert seit: 15.02.2015
Ort: Fehmarn
Beiträge: 34
Standard Deutsche Revolution 1848/49 Grund für Berufswechsel?

Hallo liebe Leute,

hoffentlich ist das Forum hier der richtige Ort für mein Anliegen.
Ich möchte kurz einen Fall in meiner Ahnenlinie niederlegen, der mich schon eine geraume Zeit beschäftigt und den ich persönlich sehr interessant finde und hoffentlich auch einige von euch.
Es geht dabei um einen gewissen Herrn Friedrich Groeger, geboren 1818 in Georgenburg, Kr. Insterburg, Ostpreußen, der in jungen Jahren nach Berlin zog, um dort als "Futtermeister bei der königlichen Gendarmerie" zu arbeiten, wie sein Beruf in der Heirat am 13.04.1847 in Kyritz, Brandenburg (Geburtsort der Braut) genannt wird.
Das erste Kind wurde am 07.02.1848 in Berlin-Charlottenburg geboren; Friedrich ist dabei immer noch als Stallbediensteter angebeben.
Nun kommt der Clou: das zweite Kind wird am 20.07.1849 bereits in Kyritz geboren. Dabei ist Friedrich als Maurergeselle angegeben. Auch bei den darauffolgenden Geburten ist er als Maurer angegeben.
Später zog die Familie in Friedrichs Heimat Insterburg; den Beruf hat er bis zu seinem Tod 1884 nicht gewechselt.
Nun waren Berufswechsel ja nicht unbedingt untypisch, aber Zeit und Ort des Vorfalls (1848/49 und Berlin) machen mich doch etwas stutzig. 1848 noch in der königlichen Polizei in Berlin, 1849 dann schon Maurer in Kyritz - das macht man doch nicht einfach so aus heiterem Himmel?
Hirngespinste wie dass er sich selbst auf die Seite der Revolutionäre geschlagen hat und dann entlassen wurde, geistern durch meinen Kopf. Eine vernünftige Erklärung dafür habe ich bis heute nicht, und ich wüsste auch nicht, wie ich da ran gehen sollte, um die Beweggründe aufzuklären, aber mich lässt der Gedanke nicht los, dass es direkt was mit der Revolution zu tun hat.
Vielleicht kennt sich der ein oder andere von euch in dem Gebiet aus und könnte ein paar Tipps oder Anregungen geben?

Einen schönen Abend euch.

Gruß Ben
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Suche nach ZITZOW und HUTH (Mecklenburg. Seenplatte), FERNER und BLANK (Ostpreußen) und DIKALL (Berlin, Westpreußen).
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  #2  
Alt 22.11.2017, 21:09
gustl gustl ist offline
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Registriert seit: 25.08.2010
Beiträge: 636
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Hallo Ben,
lass mal das Geistern. Friedrich wurde 1818 geboren, wie Du schreibst, und war bei seiner Hochzeit 29 Jahre alt. Alt genug jedenfalls, um vorher das Maurerhandwerk erlernt und dann seine Wanderjahre absolviert zu haben. Da durfte man ja nicht verheiratet sein. Warum er dann eine Weile als Futtermeister in Berlin gearbeitet hat, wissen wir nicht. Jedenfalls hat er später für den Rest seines Arbeitslebens in seinem erlernten Beruf gearbeitet, das hast Du ja herausgefunden. Ob er irgendwie in die revolutionären Ereignisse verwickelt war, lässt sich aus dem allen nicht schließen. Ich wüsste jetzt auch nicht, wo man das recherchieren könnte, außer evtl. durch langes intensives Studium diverser Zeitungsarchive.

Beste Grüße
Cornelia
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  #3  
Alt 24.11.2017, 13:33
Gerrit Gerrit ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 11.11.2016
Ort: Berlin
Beiträge: 248
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Hallo,

ich finde Cornelias Interpretation einleuchtend.

Möglicherweise hat es was mit dem Einkommen zu tun. Bei einer Behörde zu arbeiten war auch damals schon eine sichere Sache. Zum anderen ist ein Futtermeister eine wichtige Stellung bei Berufen mit Pferden. Üblicherweise steht er der Stallmannschaft (oder zumindest einem Teil davon) vor und ist maßgeblich verantwortlich für - Überraschung - das richtige Futter für die Pferde. Und die Gendarmerie hatte einige davon.

Mehr würde mich die Frage interessieren, was ihn zurück in die alte Heimat verschlagen hat. Sofern er Geschwister oder noch lebende Eltern/Verwandte dort hatte, könnte man sich darauf berufen.

Viele Grüße

Gerrit
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  #4  
Alt 24.11.2017, 16:59
DerJungVomDiek DerJungVomDiek ist offline männlich
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Registriert seit: 15.02.2015
Ort: Fehmarn
Beiträge: 34
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Danke für eure Antworten!

Ja, Friedrichs Eltern wohnten die ganze Zeit über während seiner Abwesenheit in Julienfelde im Kreis Insterburg und die Familie ist dann von Kyritz in genau diesen Kreis zurückgekehrt, sprich zu den Eltern, in den Nachbarort Jodlauken. Dort starb Friedrich 1884.

Dass der Beruf als Futtermeister sehr lohnenswert war, kann ich mir vorstellen. Umso mehr hat es mich deshalb überrascht, weshalb er diesen dann plötzlich aufgegeben hat. Dass er vorher das Maurerhandwerk gelernt hat, erscheint mir auch sehr logisch, aber mir ist immer noch nicht klar, wieso er den Beruf gewechselt hat. Er hätte doch trotz gelerntem Handwerk noch weiter der wohl besser bezahltem Arbeit in der Gendarmerie nachgehen können. Aber der Grund wird wohl offen bleiben
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  #5  
Alt 24.11.2017, 22:24
gustl gustl ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 25.08.2010
Beiträge: 636
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Hallo Ben,
es gibt zu viele Möglichkeiten, weshalb Friedrich Groeger Futtermeister geworden sein könnte. Eine Möglichkeit wäre z.B. der Militärdienst, den er (vielleicht!) ableisten musste. Hier könntest Du ja mal im entsprechenden Unterforum die dortigen Fachleute fragen. Ich bin aus dem, was ich im Netz gefunden habe, nicht wirklich schlau geworden. Weißt Du vielleicht, wo in Charlottenburg die Familie gewohnt hat? In den Berliner (und Charlottenburger) Adressbüchern habe ich ihn nicht gefunden. Dass das zweite Kind in Kyritz geboren wurde, heißt ja an sich auch noch nichts. Gelegentlich gingen die Mütter zur Geburt zurück in ihre Heimatorte, weil sich dort jemand um sie kümmern konnte.
Also versuche es mal bei den "Militärs", für die das, was uns etwas rätselhaft erscheint, vielleicht klarer ist.
Beste Grüße
Cornelia
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  #6  
Alt 27.11.2017, 18:10
DerJungVomDiek DerJungVomDiek ist offline männlich
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Registriert seit: 15.02.2015
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Beiträge: 34
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Dank der lieben Community hier, die den fehlenden Teil der Adresse entziffern konnten, die bei der Heirat angegeben ist, weiß ich nun, dass Friedrich zumindest im Jahre 1847 an der Stralauer Brücke Nr. 4 gewohnt hat. Also im Bezirk Alt-Berlin, direkt an der Brücke, die in die Stralauer Vorstadt führte. Heute wäre dies etwa die Kreuzung Stralauer Str. - Littenstraße.
Was die Kinder betrifft, ist ja nicht nur das zweite Kind, sondern auch alle fünf darauffolgenden Kinder in Kyritz geboren. Das lässt auf einen Wohnortwechsel schließen:

Heirat: 13.04.1847 in Kyritz, Futtermeister in Berlin, Stralauer Brücke 4.
1. Kind Geburt: 07.02.1848 in Berlin, Friedr. als Stallbediensteter, Blumenstraße 81.
2. Kind Geburt: 20.07.1849 in Kyritz, Friedr. als Maurer.
3. Kind, 4. Kind, etc.: in Kyritz, Friedr. als Maurer.

Vielleicht mache ich mir nur zu viele Gedanken. Wahrscheinlich war es einfach ein normaler Umzug in den Familienkreis der Ehefrau ohne bestimmte Gründe, bei dem Friedrich dann seinem gelerntem Beruf nachgegangen ist.
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