Zurück   Ahnenforschung.Net Forum > Foren für Bundesländer der Bundesrepublik Deutschland > Saarland Genealogie
Hier klicken, falls Sie Ihr Kennwort vergessen haben.

Hinweise

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #1  
Alt 15.07.2022, 11:43
Corrado Corrado ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 09.11.2021
Beiträge: 190
Standard Herkunft Johannes Meiser Pfarrei Illingen

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 17. Jh, 1. Hälfte
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Bistum Bamberg
Konfession der gesuchten Person(en): katholisch
Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken): KB Marktzeuln
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):


Hallo in die Runde!

Ich bin vielleicht nicht auf dem Laufenden zur Herkunftsermittlung von Johannes Meiser aus Illingen. Letzter mir bekannter Stand: Herkunft aus "Bamberg" bzw. Bistum Bamberg. Hat schon jemand Genaueres ermittelt?
In den KB Marktzeuln (Bistum Bamberg) taucht im Taufbuch wiederholt der Name "Meuser" auf, der der ursprüngliche Name von Meiser war. Beispiel:
27.3.1625: Johannes Laurentius, Meuser genannt, ..... (ein) Söhnlein Johann getauft worden. Ist Gevatter gestanden Johann Otto Dülpp(?) der Wirth zu Hostadt.
Dieser Johann gen. Meuser ist sicher nicht der Einwanderer in Illingen. Das erste Taufbuch von Marktzeuln geht von 1573 bis 1629, danach folgt leider eine mehrjährige Lücke. Aber vielleicht interessiert den einen oder anderen der Hinweis und sucht selbst weiter. Die KB des Bistums Bamberg sind online zu erreichen über "Matricula Online".

Wie den Interessierten wohl bekannt: Johannes Mäuser taucht in Illingen erstmals am 22.1.1682 mit Ehefrau Ottilie Klein und dem Täufling Johannes auf, heiratete also vermutlich vor April 1681. Geboren wurde er damit um etwa 1655.
Heiratsbücher Zeuln 1573-1638 und 1645-63. In der Zeit 1645-58 keine Ehe Meuser o.ä. dort verzeichnet.

Viele Grüße
Corrado

Geändert von Corrado (15.07.2022 um 12:54 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 15.07.2022, 14:48
Corrado Corrado ist offline
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 09.11.2021
Beiträge: 190
Standard

Nochmal Johannes Meiser/Mäuser.

Da es in Illingen nur die Herkunftsangabe "Bistum Bamberg" gibt und dort sowohl der FN Meuser/Mäuser/Meiser nicht so selten zu sein scheint, besonders aber der Vorname Johann/es, wird man seine exakte Herkunft wohl nicht ermitteln können, es sei denn, ein Zufall kommt zu Hilfe.

Der Name "Johannes Laurentius, Meuser genannt", bedeutet nicht etwa, daß dieser Mann der Stammvater der Familien Meuser im Raum Zeuln war. Aliasnamen waren recht verbreitet und existierten wohl (fast) immer bereits als "normale" FN in anderen Familien vorher.

In Staffelstein gab es offenbar auch die Variante "Meiser" vor 1624. Da Johannes als "Mäuser" nach Illingen kam, erscheinen mir die Staffelsteiner Meiser eher weniger wahrscheinlich. Am 2.4.1624 "ist Margarethe Meiserin von Staffelstein, ledig, Söhnlein Andreas ... getauft worden ... und hat sich gedachtes Kindleins mütter derzeit in Clausen daler(?) vir Wochen zur Behausung aufgehalten." (Tfr Marktzeuln) Gehörten die Meuser von Zeuln und die Meiser von Staffelstein etwa zusammen? Warum kommt die ledige Frau gerade in Zeuln nieder, wo es "Meuser" gibt? Aber nicht bei einer Familie "Meuser".

Johannes "Mayser", Witwer, steht ohne Altersangabe und ohne Wohnort im Illinger Totenbuch unterm 31.1.1732, wie vermutlich bekannt, seine Frau Ottilie starb am 31.8.1729, angeblich in Merchweiler.

Viele Grüße
Corrado
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 17.07.2022, 21:40
elias51 elias51 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 21.03.2012
Beiträge: 597
Standard

In einer mir vorliegenden Omegadatei über Merchweiler findet man die folgenden Familien
Ob das alles so stimmt, weiss ich nicht

385 Meiser (Mäuser, Meuser, Mayser, Meyser u.ä.) , Johannes (rk) Eltern: M., NN Wohnort: in
Kärnten/Bistum Bamberg u. NN, Wohnort: in Kärnten/Bistum Bamberg. (383)

Geboren um 1648 in Kärnten/Bistum Bamberg. 1.) Berufe: Ackerer Meier. Wohnorte: in Illingen. in
Merchweiler (1). in Wemmetsweiler-Merchweiler. Gestorben am 31.01.1732 in
Wemmetsweiler-Merchweiler. 2.)
Verbindung: Kirchl.Heirat um 1674
Klein (Thilia) , Anna Ottilia (rk) Eltern: K., Stephan Geboren um 1616 in Illingen. Gestorben B 1687.
Wohnort: in Wemmetsweiler-Merchweiler u. Paulus, Elisabeth Geboren um 1622 in
Wemmetsweiler-Merchweiler. Gestorben vor 1680 in Wemmetsweiler-Merchweiler. Wohnort: in
Wemmetsweiler-Merchweiler. (311)
< #0# Taufeintrag unter Familiennamen Stephan eingetragen; Ottilia Klein pat et 17.03.1673 rk. Illingen (rkKB Illingen)>
Geboren in Wemmetsweiler-Merchweiler. Getauft am 24.03.1648 in St. Wendel-D. 3.) Wohnorte: in
Wemmetsweiler-Merchweiler. in Merchweiler (1). Gestorben am 31.08.1729 in Merchweiler (1). 4.)
Kinder
1. Johann Georg (Johann Jurg Meisser; Mauser) Geboren um 1675 in
Wemmetsweiler-Merchweiler. Gestorben in USA.
2. Nikolaus Geboren in Illingen. Getauft am 01.11.1677 in Ottweiler-D.5.) Paten: Der Meyer zu Illingen
Nicolaus; KLEIN, Jacob, Wemmetsweiler; NN, die Witwe von Hanß Nicolaus LEBER. Verbindung: Kirchl.Heirat um
1703 mit Margaretha König Geboren in Kaisen-Illingen. Gestorben am 04.09.1774 in
Kaisen-Illingen. Wohnort: in Kaisen-Illingen. (387)
3. Elisabeth (Johannetta) Geboren um 1680 in Wemmetsweiler-Merchweiler. Gestorben am
26.02.1741 in Hüttigweiler-Illingen.6.) Verbindung: Kirchl.Heirat am 26.01.1706 in Illingen mit
Jakob MOHR Geboren in Hüttigweiler-Illingen. Gestorben am 16.08.1765 in Hüttigweiler-Illingen.
Wohnort: in Hüttigweiler-Illingen.
4. Johann (Johann Meiser, der Ältere) Geboren in Wemmetsweiler-Merchweiler. Getauft am
22.01.1682 in Illingen.8.) Paten: BALTES, Johann; KLEIN, Maria. Gestorben am 10.01.1703 in
Wemmetsweiler-Merchweiler.9.)
5. Jakob Geboren in Wemmetsweiler-Merchweiler. Getauft am 10.04.1684 in Illingen.10.) Paten:
WILLIM, Jacob; MEYHOFFENER, Anna Catharina. Gestorben am 22.09.1747 in
Wemmetsweiler-Merchweiler.11.) Verbindung: Kirchl.Heirat um 1709 mit Anna Katharina
ZIMMER Geboren um 1685 in Hüttigweiler-Illingen. Gestorben am 30.08.1752 in
Wemmetsweiler-Merchweiler. Wohnort: in Wemmetsweiler-Merchweiler.
6. Johann (Johann Meiser, der Jüngere) Geboren in Wemmetsweiler-Merchweiler. Getauft am
15.12.1686 in Illingen.12.) Paten: KNIBES, Johann; KESSELER, Catharina.
7. Daniel (Mayser u.ä.) Geboren in Wemmetsweiler-Merchweiler. Getauft am 22.09.1688 in
Illingen.13.) Paten: KLEIN, Johann Daniel; DAUM, Catharina. Gestorben nach 11.04.1724 in
Uchtelfangen-Illingen. Verbindung: Kirchl.Heirat am 04.02.1716 in Illingen mit Anna Catharina
Girent Geboren um 1695 in Uchtelfangen-Illingen. Wohnort: in Uchtelfangen-Illingen.
8. Anna (Anna Katharina) Geboren um 1690 in Wemmetsweiler-Merchweiler. Gestorben am
30.03.1766 in Merchweiler (1).15.) Verbindung: Kirchl.Heirat um 1709 mit Johann Jakob Dörr
Geboren um 1684 in Merchweiler (1). Gestorben am 29.12.1750 in Merchweiler (1). Beruf:
Schmied. Wohnort: in Merchweiler (1). (093)
9. Andreas (Mäuser, Meyser u.ä.) Geboren in Wemmetsweiler-Merchweiler. Getauft am
21.03.1691 in Illingen.16.) Paten: PREßELER, Andreas; MULLER, Anna Catharina. Gestorben am 14.01.1732
in Wemmetsweiler-Merchweiler.17.) Verbindung: Kirchl.Heirat am 04.02.1716 in Illingen mit
Elisabeth König Geboren um 1696 in Kaisen-Illingen. Gestorben am 22.02.1764 in
Wemmetsweiler-Merchweiler. Wohnort: in Wemmetsweiler-Merchweiler.
10. Katharina (Anna Katharina) Geboren um 1692 in Illingen.
11. Johann Ferdinand Geboren in Wemmetsweiler-Merchweiler. Getauft am 28.04.1694 in
Illingen.19.) Paten: KERPEN, Johann Ferdinand Freiherr von; SCHREDER (Schröder), Walpurgis. Gestorben am
25.11.1775 in Illingen.20.) Verbindung: Kirchl.Heirat am 10.11.1722 in Illingen mit Anna
Margaretha Woll Geboren in Illingen. Gestorben am 04.01.1783 in Illingen. Wohnort: in Illingen.
Quellen: 1.) Postarchiv Saarbrücken: Reisebrief v. 2.1.1685 2.) rkKB Illingen 3.) rkKB St. Wendel 4.) rkKB Illingen 5.) ltKB
Ottweiler 6.) rkKB Hüttigweiler 7.) rkKB Illingen 8.) rkKB Illingen 9.) rkKB Illingen 10.) rkKB Illingen 11.) rkKB Illingen 12.) rkKB
Illingen 13.) rkKB Illingen 14.) rkKB Illingen 15.) rkKB Illingen 16.) rkKB Illingen 17.) rkKB Illingen 18.) rkKB Illingen 19.) rkKB
Illingen 20.) rkKB Illingen 21.) rkKB Illingen

383 Meiser, NN (rk)
Wohnort: in Kärnten/Bistum Bamberg.
Verbindung: oo?
NN (rk)
Wohnort: in Kärnten/Bistum Bamberg.
Kinder
1. Johannes (Mäuser, Meuser, Mayser, Meyser u.ä.) Geboren um 1648 in Kärnten/Bistum
Bamberg.1.) Gestorben am 31.01.1732 in Wemmetsweiler-Merchweiler.2.) Verbindung: Kirchl.Heirat um 1674
mit Anna Ottilia Klein Geboren in Wemmetsweiler-Merchweiler. Gestorben am 31.08.1729 in
Merchweiler (1). Wohnorte: in Wemmetsweiler-Merchweiler. in Merchweiler (1). (385)
2. Kilian Geboren um 1652 in Kärnten/Bistum Bamberg. Gestorben vor 1725 in
Lixing-lès-Rouhling/F.
Quellen: 1.) Postarchiv Saarbrücken: Reisebrief v. 2.1.1685 2.) rkKB Illingen

Laut FB Lixing übrigens

832 MEISER Kilian
* + vor 1725
maire en 1689
vh vor 1675
SCHNEIDER Elisabeth
* + 06.10.1725 Lixing-lès-Rouhling
1. Jean * 10.03.1679 Lixing-lès-Rouhling
140
P.: Jean Kesler
2. Jean Georges (*) * 23.07.1688 Lixing-lès-Rouhling <831>
P.: Jean Georges Everhard & Anne Catherine Burger
vh 1713 NABELER Catherine
3. Anne Marie * 21.01.1692 Lixing-lès-Rouhling <1166>
P.: Jean Georges Kesler & Anne Marie Everhard
vh um 1712 TONI Jean Nicolas
__________________
Viele Grüße Volker

Frage die vorigen Geschlechter und nimm dir vor,
zu forschen ihre Väter. Denn wir sind von gestern her
und wissen nichts. Unser Leben ist ein Schatten auf Erden.

Hiob, 8,8
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 17.07.2022, 21:41
elias51 elias51 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 21.03.2012
Beiträge: 597
Standard

Das findet sich noch zu Johann Meiser

< #1# 1680: Hannes Meyser hat mit seiner Hausfrauen 2 kleine Kindter; Mobilien 1 Kuhe, 2 Kälber so jährig hat aber noch kein
Domicilium und bleibende Statt. (Q.: LHA Kobl. 53 D 2429 S. 7 ff) Reisebrief für Johannes Meiser, 02.01.1685 (Q.: Postarchiv
Saarbrücken): Demnach vorweiser dieses der Ersamme Joannes Meuser Vor- habenß ist von Hier nacher Bamberg in sein
Vatterlandt zu verreisen, alß hat er mich unterschriebene underthä- nigst ersucht undt gebetten alß ein für gesetze obrig- keit,
ihm ein schrieftliche schein seineß verhaltenß, wie er sich nach allem wohlverhalten, auch Ehrlich und Ehlich verheuhrat,
mitzuteiln, welcheß ich auch gern ge- than, Also daß ich bekenne undt Jedermanniglich versi- chern thue, daß er Etliche Jahr
bey meinem Eheherrn hr. Johan Daniel von Kerppen seelig Herrn zu Ilingen, Lix- ingen und Rolingen treulich ehrlich und
redtlich ge- dienet und verhalten, wie auch sein vatter und mutter seelig, auch ebenmeßig, gleich Ehrlichen Leuthen gebuhret,
demnach aber sich mit der Ehr und Tugentsamen Ottilia Klein deß Ehrsammen Stephan Klein Kirchen undt
hochgerichtsschöffen in hiesiger herrschaft Ilingen Eheliche Tochter, Ehelich und Ehrlich in einem recht Catholischen ort
geheurat, undt wonhaft im dorf wimmeßweiler, undt nun mehr alß ein treuer underthan, haußlich wie gesetz, daß ich in allem
fall ein genügen an ihm habe, dero wegen dan ich ihm diesen schein ertheile, Jedwedern freundtlich er- suche ihne hansen
meuser auf dieser seiner reise passiren zu laßen, umb welcheß auch gegen Jeder- maniglich zu verschulden urbietig Erkenen
werde. Deßen dan zur Bekraftigung ich mich beneben meinem adlichen angebohrigen pitschaft Eigenhandig under- schreibe.
Geschehen zu Ilingen den 2 January 1685 Anna Elisabet wittib von Kerppen geborne von Schau- wenborg frau zu Illingen
21.04.1688: Vor Gericht erschien der ehrsame und bescheidene Heinrich Görg, wohnhaft zu Wontzweiler im Geblinger Tal
der Herrschaft von Lixem, Bevoll- mächtigter seiner drei Kinder Catharina, Anna Catha- rina und Anna Elisabeth, erzielt in 1.
Ehe mit Maria, des Clauß Jaan ehelicher Tochter selig, und gab zu verstehen, daß er sein haus und Hof samt dazugehörigem
Gut im Dorf Wemmetsweiler, der Herrschaft Illingen gelegen, verkauft habe dem ehrsamen Hanß Meüser, seiner
Hausfrau Ottilia, ihren Kindern und Nachkommen wohnhaft in gemeltem Wemmetsweiler, für und um die Summe 30
Reichstaler. Der Verkauf ge- schieht mit Consens der hochgeborenen Frau Anna Elisabeth, verwitwete von Kerpen, und
Vormünderin ihrer lieben Kinder. (Q.: GerPfOb Illingen, Bl. 121-121R) 04.02.1692: Vor dem Illinger Gericht erschien Hans
Jakob Kaldawer und berichtete, daß er die Halbscheid der Gärten von Nicas Jörgen an sich erkauft und, lt. beigelegtem
Schein, Johannes Meuser die andere Halb- scheid der Gärten von Heinrich Jörg an sich erkauft für 6 Taler, die er auch gleich
bar bezahlte. Am selben tag wurde dann auch ein Erbtausch zwischen Hans Jakob Kaldawer und Jo Hanß Meuser
abgewickelt. (Q.: GerPfOB Illingen, Bl. 122R-123) 04.02.1692: Auf heut Dato ist ein Erbtausch zwischen Hans Jakob
Kaldawer und Johann Meuser folgenderge- stalt verglichen, als nämlich gibt und überträgt Hans Jakob Kaldawer Johannes
Meuser Symets Garten, zwischen Nickel Krebs und Jakob Klein sel. Erben. Für solchen gint und überträgt Hans Meuser ihm
den Stranck Garten unten zwerch Bartel Deum, oben Theobald Becker und neben hinauf Nickel Krebs. Noch einen Garten
unten auf dem Weg, so oben an der Bruchwiese durchgeht, auf beiden Seiten Bartel Deum, oben Theobalt Becker. Noch den
großen Garten in den Lehen Gärten, auf einer Sei- te Jakob Jochem, ander Seit Bartel Daum, stoßt oben an Nickel Krebs.
Letztlich oben an den Stranggarten ein Ruth, auf einer Seite Jakob Jochem, ander Seit er, Hans Jakob Kaldawer, selbst. und
solle hinfuh... (Q.: GerPfOb Illingen, Bl. 123) 08.05.1695: Johannes Meusser, Meyer ist Zeuge beim Erbtausch zwischen
Johann Daniel Dürr und Theobald Becker (Q.: GerPfOb Illingen, Bl. 206) Streit zwischen Ferdinand von Kerpen und dem
Meier JOHANNES MEISER, 1700: Johann Ferdinand von Kerpen übernahm die Regierung in Illingen in schweren Zeiten: Die
langen Kriegs- jahre hatten wirtschaftliche Schäden hinterlassen, das Frauenregiment unter Anna Elisabeth von Kerpen hatte
das Selbstbewußtsein der Dorfehrbarkeiten in den kerpischen Dörfern gestärkt, die finanziellen Mittel hatten bisher nicht
gereicht, einen ständigen Beamten in Illingen zu besolden. Im Bemühen, das Regiment in der Herrschaft zeitgemäß
absolutistisch instandzusetzen, sah sich der Reichsfreiherr von Kerpen aber dann in Existenznöte versetzt. Johann Ferdinand
sah sich nicht als Interpret und Sach- verwalter alter Rechtstraditionen: die ersten Jahre seiner Herrschaft bescherten dem
kleinen Territorium eine Fülle von Rechtsverordnungen, die der Reichs- freiherr - noch sein Vater wurde gelegentlich als
Junker bezeichnet - in Rezeption des römischen Rechts als Quelle dieses Rechtes selbstherrlich setzte. Wenn die Untertanen
bei diesen Verordnungen über die Nutzung der Röder, der Gemüsegarten, der Bannmühle, der Weiden, über die Haltung von
Gänsen, Schafen, Geißen, über Bestrafungen bei Beschimpfungen, Schlägereien etc. noch einen Gemeinsinn erblicken
konnten, so hörte ihr Verständnis bei der Festsetzung willkürlicher Frondienste und Abgaben auf. Wenige Tage, nachdem
Amtmann J. M. Vietor auf dem Illinger Jahrgeding am 09.08.1700 feststellte, daß keine rich- tige Klage vorgefallen und der
herrschaftliche Meyer JOHANNES MEISER aus Wemmetsweiler in Treue zur Herr- schaft seines Amtes walte, wendet sich
am 13.08.1700 derselbe Meyer, namens der Gemeinde Beschwerde füh- rend, an den Lehnsherrn Nassau-Saarbrücken mit
Kla- gen über J. Ferdinand von Kerpen, der mit allerhand Neuerungen an Frondiensten und Abgaben die Gemeinde- leute
beschwere. Es wird deutlich, daß die kerpischen Untertanen die angemaßte Steuerhoheit des Freiherrn nicht akzeptieren und
sich auch bei der Ableistung der Frondienste am Herkommen orientieren wollten. Johann Ferdinand von Kerpen wird nicht
einmal als Landesherr akzeptiert, als solcher wird der Lehnsherr zu Saarbrücken angerufen: die Souveränität des Herrn von
Kerpen wurde in Frage gestellt. Aufgrund von Ver- hören über geheime "Konventikula" entscheidet die Herrschaft 21.03.1701
auf Hochverrat des Meyers JOHANNES MEISER: Die Untertanen seien durch den Meyer Johannes Meiser von der
Entrichtung der schul- digen Abbitte abgeschreckt und deshalb wird Johannes Meiser in Schande seines Amtes enthoben und
zum schlechten Gemeindsmann erklärt; die widerspenstigen Untertanen, die sich auf Rat des abgesetzten Meyers einer
Abbitte widersetzen, werden kollektiv pro Kopf mit einer Strafe von 2 fl. (=Gulden) belegt. Da die Leute in der Regel kein Geld
hatten, wurden meist Mobilien und Effekte (Wertgegenstände) konfisziert. JOHANNES MEISER mußte dagegen eine Strafe
von 20 Reichsthaler zahlen. Am 01.04.1701 konnte der Amt- mann Vietor feststellen, daß die Aktion beendet sei.
__________________
Viele Grüße Volker

Frage die vorigen Geschlechter und nimm dir vor,
zu forschen ihre Väter. Denn wir sind von gestern her
und wissen nichts. Unser Leben ist ein Schatten auf Erden.

Hiob, 8,8
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 17.07.2022, 21:41
elias51 elias51 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 21.03.2012
Beiträge: 597
Standard

JOHANNES
MEISERs Ehefrau Ottilia Meiser geborene Klein betrieb mit ihrem Mann eine kleine Handlung, weshalb man JOHANNES
MEISER in der Bevölkerung auch das "Olig-Hänschen" nannte. Ottilia Meiser wurde am 05.04.1701 vom Kerpischen Gericht
verurteilt, weil sie der herrschaftlichen Magd Cathrin den Verkauf von Brennöl versagt hatte und einige Bemerkungen
gemacht hatte. Ferdinand von Kerpen wollte darauf- hin das Ölfaß beschlagnahmen und den Handel ver- bieten. Der neue
Hochgerichtsmeier Matthias Dörr verurteilte Ottilia im Beisein von nur zwei Schöf- fen zu 12 Livres Strafe. Da die kerpische
Herr- schaft einen Aufstand befürchtete, forderte sie im April 1701 nassauische Soldaten an, die die Ordnung
aufrechterhielten. Zur Unterschriftsleis- tung mit Abbitte brachte die kerpische Regierung aber nur vier Untertanen bei, die
übrigen klagten am 07.05.1701 von Homburg aus unter Führung des abge- setzten Meyers JOHANNES MEISER. Da von
Saarbrücken und Usingen keine schnelle Antwort erfolgte, richteten die kerpischen Untertanen am 16.05.1701 erneut eine
Petition an den Grafen von Nassau-Saarbrücken. Ein am 28.07.1701 verfasstes Schreiben läßt zunächst einen gewissen
Erfolg beim nassauischen Lehnshof in Usingen erkennen, doch JOHANNES MEISER mußte mehrere Turm- und Geldstrafen
verbüßen. Die Streitigkeiten erlebten noch eine Zuspitzung, als Johann Ferdinand im Gemeindewald (Allmende)
umfangreiches Holz (110 Bäume) schlagen ließ und zu seinen Gunsten nach Holland verkaufte. 22 kerpische Bauern
schwören unter Leitung des Schöf- fen Niclas Krebs und des abgesetzten Meyers JOHANNES MEISER aus Wemmetsweiler
einen Eid als Eidgenossen gegen die Herrschaft (27.08.1701): Bekennen wir Unterthanen sambtlicher Gemeinde Illingen, daß
wir beschwert werden von allerhand Frohnden, welche wir von alterher nie gethan haben. Zur Wahrheit ver- sprechen wir
einander mit Handt und Mundt, als treue Nachbarn beyeinander zu stehen undt in Unkösten ein Mann zu sein. Zur
Bekanntnus der Wahrheit haben wir mit Handzeichen unterschrieben. Am 13.09.1701 wendet sich JOHANNES MEISER an
die kerpische Herrschaft mit der Bitte, ihm einen Schöffenstuhl einzuräumen. Am 29.09.1702 wird zwischen dem Herrn von
Kerpen und seinen rebellischen Untertanen ein Vergleich getroffen, der allerdings deutlich die Beeinträchtigung der kerpischen
Souveränität erkennen läßt. Im Laufe des Jahres 1711 kommt es zu einer weiteren Re- bellion. Auch diesmal geht es
um das Ausmaß der Fron- dienste. Johann Ferdinand von Kerpen fordert umfang- reiche Gespann- und Handdienste, also
Baufronden, die offenbar zum Auf- und Ausbau der Illinger Wasserburg geleistet werden sollten. Die Untertanen reichen in
Ottweiler erneut Klage ein. Die Klageschrift wird dies- mal nicht von Johannes Meiser, sondern von seinen Söh- nen und
Christoph Baltes verfaßt, gleichwohl JOHANNES MEYSER und Philipp Dörr als Rädelsführer des erneuten Widerstandes
gelten. Er wird darüber hinaus vermutet, daß beide auch 1709 schon an der Klage der Köllertaler Bauern wegen übermäßiger
Fronden beteiligt waren. Der Streit in Illingen endet auch diesmal mit einen Ver- gleich, in dem festgeschrieben wird, daß die
Unter- tanen zwar unbegrenzte Fronden zu erbringen hatten, aber mit der Einschränkung, daß die - unterthanen an ihrer
eigenen feldtarbeit nicht gehindert...werden mögen-. JOHANNES MEYSER und Philipp Dörr verlieren ihre Schöffenämter, die
Söhne des Johannes Meiser wer- den zu einer 24stündigen Gefängnisstrafe verurteilt. Am 16.05.1719 werden JOHANNES
MEISER aus Wemmetsweiler und Johannes Klein aus Gennweiler wegen folgender Ur- sache angeklagt: Der kerpische
Meier von Ruhlingen namens Violard war tags zuvor aus des Schmieds Behau- sung gekommen und ging in die
Gastwirtschaft des Philipp Dürr einen Schoppen Wein trinken. Dort sei auch JOHANNES MEISER gewesen und habe sofort
zu ihm gesagt, er käme nur, um auszukundschaften und es der Herrschaft zu hinterbringen. Die Gauleute (Lixingen/Ruhlingen)
hät- ten den ganzen Krieg (Spanischer Erbfolgekrieg 1701-1717) hindurch mit List und Betrug die Rechnungen geführt. Er,
JOHANNES MEISER, wolle jetzt sein Recht zu Koblenz (Gericht der Reichsritterschaft) und Wetzlar (Reichs- kammergericht)
suchen. Er wüßte den Weg dahin und es sei noch nicht lange her, daß er dort gewesen. Violard sagte weiter aus, daß
MEISER und Klein bei ihren Anschuldi- gungen viele Schimpfwörter gebraucht hätten. JOHANNES MEISER gestand beim
Verhör ein, gesagt zu haben, daß Violard komme, um auszukundschaften. Johannes Baltes sagte aus, daß Violard zu
MEISER gesagt hätte, er wisse wohl daß MEISER ein Doctor sei. Dazu habe JOHANNES MEISER nichts gesagt, sein Sohn
ANDREAS MEISER aber habe geant- wortet, wer seinen Vater einen Doctor nenne, den nenne er einen Narren. Es erfolgt ein
strenges Urteil: JOHANNES MEISER und Johannes Klein werden zu einer Turmstrafe ver- urteilt, und zwar so lange, wie es
der Herrschaft beliebt. Sie müssen zudem die Amts- und Gerichtskosten tragen. JOHANNES MEISER muß dem Meier von
Lixingen/F, den er be- leidigt habe, Abbitte leisten. Der beleidigten Herr- schaft muß er sofort öffentliche Abbitte leisten. Die
verurteilten MEISER und KLein leisten indessen dem Urteilsspruch keine Folge. Sie werden daher am 07.08.1719 im
Anschluß an das Jahrgeding zu weiteren Strafen verur- teilt: JOHANNES MEISER muß 10 Gulden zahlen. Am 05.11.1720
wird JOHANNES MEISER vorgeworfen, daß er Briefschaften der Gemeinde in Besitz habe, die er nicht herausgeben wolle.
Man habe sie vergeblich von MEISER begehrt, um sie aus erheblicher Ursache durchsehen zu können. JOHANNES MEISER
habe erklärt, er habe nicht die geringsten Briefschaften. Gegenüber Zeugen hatte JOHANNES MEISER anderes gesagt. Der
Beklagte MEISER ist geständig und wird zu 10 Gulden Strafe verurteilt. JOHANNES MEISER leistet dem Urteil nicht Folge.
Da er sich halsstarrig dem Befehl des Beamten widersetzt habe, wird JOHANNES MEISER erneut zu einer Strafe von 5
Gulden verurteilt. Die Briefschaften werden an den Kriegsmeier Nikolaus Dörr von Merchweiler ausgehändigt. Auch eine
schriftliche Appellation der kerpischen Unter- tanen beim Reichskammergericht in Wetzlar nützte nichts; ein Edikt Kaiser Karls
VI. von 02.09.1719, das durch die Ritterschaft initiiert wurde, bestätigte die volle Sou- veränität Johann Ferdinands von
Kerpen und verbot alle Appellationen an weiterführende Instanzen. Nachfolger des unglücklichen Meyers JOHANNES
MEISER war 1701 der unfähige Matthias Dörr geworden, bald danach Johannes Kiefer. Fortan fungieren die herrschaftlichen
Meyer nicht mehr als Anwälte der Interessen der Bevölke- rung, sondern als herrschaftliche Staatsanwälte. Die Untertanen
der vier herrschaftlichen Dörfer aber wählen noch in der Zeit der Auseinandersetzungen jeweils einen dorfeigenen Heymeyer,
dessen Bestätigung und Vereidi- gung sich die Herrschaft vorbehielt: 1721 wird Jakob MEISER, Sohn des JOHANNES
MEISER, verurteilt, weil er sich das Amt des Heymeyers ohne herrschaftliche Legiti- mation angeeignet hatte und die
Wemmetsweiler Untertanen zusammengerufen hatte. (Q.: LHA Kobl. 53 C 23 Nr. 4 u.a. Bl. 103)>
__________________
Viele Grüße Volker

Frage die vorigen Geschlechter und nimm dir vor,
zu forschen ihre Väter. Denn wir sind von gestern her
und wissen nichts. Unser Leben ist ein Schatten auf Erden.

Hiob, 8,8
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 18.07.2022, 12:20
Corrado Corrado ist offline
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 09.11.2021
Beiträge: 190
Standard

Hallo Elias,

ich hoffe, es wird der eine oder andere verwerten können. Es ist zweifellos interessant, allerdings kenne ich das meiste selbst schon, u.a. aus der Gerichtsbuchbearbeitung von K.-G. Jochum und den Aufsätzen von Robert Kirsch in den Wemmetsweiler Heimatblättern.

Mir ging es, wie ich schrieb, nicht um Illinger biografische Beiträge zu Johannes Meiser, sondern um Beiträge zu seiner möglichen Herkunft. Hier fand ich in dem von dir zitierten Geleitbrief wichtig (ich hatte das vergessen, obwohl ich den Geleitbrief vor langer Zeit gelesen habe), daß bereits die Eltern von Meiser der Illinger Herrschaft "treulich & redlich gedient & verhalten". Soll man daraus schließen, daß er in der Herrschaft Illingen geboren wurde und aufwuchs? Bzw. als Kind rüberkam? Wenn "Kärnten" im Bistum Bamberg seine Heimat sei, dürfte er andererseits dort geboren worden sein.

In dem von mir zitierten Taufeintrag in Zeuln vom 2.4.1624 zu dem unehelichen Kind von Margarethe Meiserin von Staffelstein steht (ich kann es nicht ganz exakt entziffern): Ist Marg. Meiserin von Staffelstein, ledig, Söhnlein Andreas vff "Eisaden Rüpp zu Ihling"(?) getauft worden ...
Das also steht im Taufbuch von Marktzeuln, Bistum Bamberg, unter dem gen. Datum (Matricula Online). Ich weiß nicht, ob ich den Link dazu hier rüber zaubern kann, werde es versuchen. "Eisaden Rüpp zu Ihling" liest jemand anders sicherlich anders, aber "Ihling" scheint mir tatsächlich da zu stehen, und Ihling dürfte ein Ortsname sein. 1624 ist allerdings eher die Großelterngeneration von Johannes Meiser.

Wo liegt bzw. lag Kärnten im Bistum Bamberg?

Viele Grüße
Corrado
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 18.07.2022, 12:31
Corrado Corrado ist offline
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 09.11.2021
Beiträge: 190
Standard

Mal sehen, ob das klappt (Taufbuchseite Marktzeuln):

https://data.matricula-online.eu/de/...t-michael/M1%2...

sieht nicht vielversprechend aus

Viel Glück
Corrado

Geändert von Corrado (18.07.2022 um 14:25 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 18.07.2022, 12:33
Benutzerbild von Horst von Linie 1
Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 12.09.2017
Beiträge: 15.500
Standard

Zitat:
Zitat von Corrado Beitrag anzeigen
Marktzeuln):
https://data.matricula-online.eu/de/...t-michael/M1%2...

sieht nicht vielversprechend aus

Bei dem Link sicher.
__________________
Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.

Und zum Schluss:
Freundliche Grüße.
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 18.07.2022, 14:27
Corrado Corrado ist offline
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 09.11.2021
Beiträge: 190
Standard

Nun ja, ich hatte den vollständigen Link eingegeben, aber er wurde hier, von wem oder was auch immer, gekürzt.

Corrado
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 20:17 Uhr.