Welche Erfahrung habt ihr mit früher Mutterschaft bei euren Recherchen gemacht?

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  • Sebastian_N
    Erfahrener Benutzer
    • 25.09.2015
    • 962

    Welche Erfahrung habt ihr mit früher Mutterschaft bei euren Recherchen gemacht?

    Hallo Leute,

    bezugnehmend auf diesen Thread zum Thema "späte Mutterschaft", wollte ich mal in die andere Richtung fragen, "frühe Mutterschaft".

    Welche Erfahrung habt ihr mit "nicht volljährigen" Müttern gemacht. Volljährigkeit meine ich jetzt im Sinne unserer heutigen Rechtsprechung, also 18+ Jahre und nicht etwa unter 21 Jahre je nach damaliger Rechtsprechung, siehe Details in diesem Thread zum Thema "Volljährigkeit".

    Ich habe einen bizarren Fall, den ich mit Primärquellen noch nicht ganz nachforschen konnte (habe die Daten aus einem erlebten Stammbaum aus den 1930igern). Bestätigt sind das Geburts- und Heiratsdatum.

    Eine gewisse Erdmuthe Friederika Margaretha Her(t)zog (*1720) hat einen Dr. Johann Gottfried Neumann in Merseburg 1738 geheiratet, ihr erstes Kind (angeblich alle von ihm) hatte sie bereits 1732, ihr zweites 1734 und drittes (voreheliche) Kind hatte sie 1737. Danach drei weitere Kinder, wovon eines mein weiterer direkter Vorfahre ist.

    Sozioökonomisch gehörten sie dem Bildungsbürgertum an, ihr Vater und ihr Mann waren beide Mitglieder in der Merseburger Regierung. Ich möchte nicht altmodisch klingen, aber wäre das damals nicht ein Skandal gewesen?

    Ich frage im Allgemeinen, weil bei manchen Recherchen jedes Detail entscheidend ist und man nicht viele Informationen zur Hand hat. Wenn man dann erfährt, dass eine Dame mit 18 Jahren verheiratet wurde, wie wahrscheinlich sind voreheliche Kinder? Ich persönlich habe, außer diesem Ereignis keine weiteren Beispiele in meinem Stammbaum gefunden. Das niedrigste Heiratsalter war immer 18 Jahre., selbst in diesem Beispiel. Doch: jetzt sehe ich es, einer der Söhne von oben genannten Paar hat seine Frau geheiratet, als diese 17 Jahre, 4 Monate und 11 Tage alt war.

    Was sind sind eure Erfahrungen? Geschah das häufig oder war das eher eine Randerscheinung?

    Mit den besten Grüßen

    Seb
    Zuletzt ge?ndert von Sebastian_N; 30.03.2021, 15:13.
    Dauersuche:
    Neumann/Naumann in Altstedt/Mittelhausen vor 1672
    Franke in Oschatz vor 1785
    Wolf/Schmiedel in Crottendorf vor 1790
    Wachsmuth in Rittersgrün vor 1790
    Nestler/Wolf/Martin/Schönherr in Marienberg vor 1780
    Greim/Hoffmann in Eilenburg vor 1750
    Müller/Kistner/Trautmann/Kuhn (kath.) in Rastatt vor 1750
    Hacklbauer in Linz vor 1760
    Schimpke/Geppert (kath.) in Ritterswalde vor 1790
    Mett in Quedlinburg (St. Nicolai) zw. 1725-1794
    Helmert/Liebing in Volkmarsdorf vor 1840
  • LutzM
    Erfahrener Benutzer
    • 22.02.2019
    • 3028

    #2
    Hallo,
    ich habe gerade mal nachgesehen. So extreme Fälle hab ich nicht. Ich habe ca. 7500 Personen in der DB, dabei sind über 20 Hochzeiten unter 18, die jüngste Braut war 14 Jahre, 7 Monate und bekam ihr 1. Kind mit 16 (evtl. war davor noch ein Kind welches ich nicht gefunden habe). Auch Mütter unter 18 hab ich >20, die jüngste (mit Daten abgesichert) ist genau jene. Das war um 1670.
    Lieben Gruß

    Lutz

    --------------
    mein Stammbaum
    suche Eising * um 1880 aus/bei Creuzburg/Ostpreußen, sowie (August & Hellmut) Wegner und (Friederike) Lampe * um 1840 aus/bei Kleinzerlang/Prignitz

    Kommentar

    • Horst von Linie 1
      Erfahrener Benutzer
      • 12.09.2017
      • 19711

      #3
      Zitat von Sebastian_N Beitrag anzeigen
      Eine gewisse Erdmuthe Friederika Margaretha Her(t)zog (*1720) hat einen Dr. Johann Gottfried Neumann in Merseburg 1738 geheiratet, ihr erstes Kind (angeblich alle von ihm) hatte sie bereits 1732, ihr zweites 1734 und drittes (voreheliche) Kind hatte sie 1737.

      Guten Abend,
      mit 12 das erste und mit 14 das zweite Kind?
      Das halte ich für nahezu ausgeschlossen.
      Da ist vermutlich die Kindsmutter mit einer jüngeren Schwester verwechselt/vermengt worden.


      Kinder mit 12, 14 und 17 Jahren?

      Dürfte damals so häufig gewesen sein wie Drillinge, die alle das Erwachsenenalter erreichten.
      Falls im Eifer des Gefechts die Anrede mal wieder vergessen gegangen sein sollte, wird sie hiermit mit dem Ausdruck allergrößten Bedauerns in folgender Art und Weise nachgeholt:
      Guten Morgen/Mittag/Tag/Abend. Grüß Gott! Servus.
      Gude. Tach. Juten Tach. Hi. Hallo.

      Und zum Schluss:
      Freundliche Grüße.

      Kommentar

      • Zita
        Moderator
        • 08.12.2013
        • 6039

        #4
        Hallo,

        ich habe einen Fall, wo ein Mädchen kurz vor ihrem 14. Geburtstag heiratete und 10 Monate später das 1. Mal Mutter wurde. Das war kurz nach Ende des 30jährigen Kriegs in einer Gegend, in der viel zerstört und verwüstet worden war - ich denke, die Arbeitskraft des jungen Mannes (und späteren Hofübernehmers) war da mehr als willkommen und sicher mit ein Grund, die Tochter so jung zu verheiraten.

        Im 19. Jh. habe ich noch eine 16jährige Mutter, sonst zumindest 18+, aber die meisten 20+.

        LG Zita

        Kommentar

        • Garfield
          Erfahrener Benutzer
          • 18.12.2006
          • 2140

          #5
          Hallo

          Ich hatte gerade vorgestern mein bisher jüngstes Heiratsalter gefunden: der Bräutigam war 15 Jahre alt, die Braut 19 Jahre. Das Alter von beiden ist bei der Heirat genannt und es gibt einen passenden Geburtseintrag. Und in den darauf folgenden ca 10 Jahren keine andere passende Heirat zu meinem gesuchten Paar.
          Dies im Jahr 1865 im katholischen Süditalien, in einem kleinen Dorf in der Nähe von "meinem" Dorf. Dort hatte ich bisher in 18 Jahren Ahnenforschung erst 2 Heiraten mit Bräuten im Alter von 16 Jahren gefunden. Bei allen anderen Heiraten waren beide immer 17 Jahre oder älter gewesen, allerdings schien es da keinen Unterschied bei den Geschlechtern gegeben zu haben.

          Das Alter von 17 Jahren fand ich auffällig oft vertreten. Ich nehme an, viele wurden so jung verheiratet, damit auf keinen Fall uneheliche Kinder entstehen konnten - dafür wurden die ersten Kinder meist dann so 9-12 Monate nach der Heirat geboren. Aber es gab durchaus auch in späterem Alter (bis geschätzt 25 Jahre) erste Heiraten.


          Auch wenn es nicht unmöglich ist, mit 12 Jahren Mutter zu werden, so halte ich das doch für eher unwahrscheinlich. Gerade bei der Kombination von 3 so frühen Kindern in einem so "gesunden" Abstand von 2 Jahren.
          Vielleicht eine gleichnamige Cousine oder bei der falschen Schwester den Taufeintrag gesucht und dann falsch das Alter berechnet?
          Zuletzt ge?ndert von Garfield; 30.03.2021, 19:56.
          Viele Grüsse von Garfield

          Suche nach:
          Caruso in Larino/Molise/Italien
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          • Sebastian_N
            Erfahrener Benutzer
            • 25.09.2015
            • 962

            #6
            Hallo Leute,

            Vielen Dank für die zahlreichen Beiträge.

            Also scheint das jetzt nicht so ungewöhnlich zu sein, aber immer eher ein Zeichen von krisenhaften Zuständen (Kriegsverluste, Erbfragen, Verhindern vor-/unehrlicher Kinder). Wobei mein Fall immer noch extrem ist!?

            Diese o. g. frühen Geburten sind auch sehr komisch. Um den Fall bizarrer zu machen, habe ich herausgefunden, dass die beiden Erstgeborenen (die dritte sei früh verstorben) am gleichen Tag 1739 Bürger der Stadt Merseburg aus Erbschaftsrechtlichen Gründen wurden. (Ihre ehelich geborenen Brüder später allerdings auch. Was war da los im Fürstentum?)

            Der Name Neumann ist zwar nicht selten, scheinbar jedenfalls aber selten genug in Merseburg zu der Zeit, um Verwechselungen auszuschließen.

            Jedenfalls, kann ich dieses Mysterium erst dann lüften, wenn die KBs bei Archion sind (oder jemand zufälligerweise Zugang auf jene hat.) Interessant ist, dass ich die konkreten, tag genauen von meinem Urgroßvater angelegt Angaben habe (und ich weiß, dass er mit Pfarreien zusammengearbeitet hatte, also postalisch gesendete Abschriften der KB-Einträge besaß).

            Beste Grüße

            Seb
            Dauersuche:
            Neumann/Naumann in Altstedt/Mittelhausen vor 1672
            Franke in Oschatz vor 1785
            Wolf/Schmiedel in Crottendorf vor 1790
            Wachsmuth in Rittersgrün vor 1790
            Nestler/Wolf/Martin/Schönherr in Marienberg vor 1780
            Greim/Hoffmann in Eilenburg vor 1750
            Müller/Kistner/Trautmann/Kuhn (kath.) in Rastatt vor 1750
            Hacklbauer in Linz vor 1760
            Schimpke/Geppert (kath.) in Ritterswalde vor 1790
            Mett in Quedlinburg (St. Nicolai) zw. 1725-1794
            Helmert/Liebing in Volkmarsdorf vor 1840

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