#1  
Alt 01.04.2020, 09:48
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Lewh Lewh ist offline männlich
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Standard DNA Matches - Qualität/Verlässlichkeit

Hallo zusammen,

ich nutze Ancestry DNA, habe aber meine Ergebnisse auch u.a. bei MyHeritage hochgeladen. Nachdem ich bei Ancestry eine gute Anzahl der Matches herleiten kann, auch ohne den exakten Verwandten zu kennen funktioniert das für mich bei MyHeritage nicht so einfach. Dabei sind die Matches interessanter.

Beispielsweise habe ich ein Match aus Schweden. Ich weiß von keinen Verwandten dort. Ich habe die Person angeschrieben und auch er weiß, trotz Ahnenforschung von keiner Verbindung nach Deutschland. Meine Frage hierzu jetzt: Bedeutet das Match Verwandtschaft? Oder ist es ein Überbleibsel von Schweden die vor 1000 Jahren ihre DNA bei uns gelassen haben? Ich habe insgesamt 36,5 cM gemeinsam (0,5%). Allerdings verteilt auf 5 Segmente - größtes 9,9 cM.

Parallel habe ich ein Match 40,4 cM (0,6%), alles ein Segment. WIe verhalten sich diese Matches im Vergleich?

Viele Grüße
Lars
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  #2  
Alt 01.04.2020, 10:21
Scherfer Scherfer ist offline
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Hallo Lars,

zunächst: Deine Ansicht, dass Matches bei MyHeritage oft schwieriger herzuleiten sind, kann ich aus meiner Erfahrung teilen. Wäre interessant, dazu auch von anderen Erfahrungsberichte zu hören.

Ein Match mit 40cM in einem zusammenhängenden Segment ist eine wesentlich bessere Übereinstimmung als eine mit 5 kleinen Segmenten <10cM. Eine absolute Aussage, ob diese letztgenannte Übereinstimmung auf eine Verwandtschaft mit Dir hindeutet, wird Dir wohl keiner geben können, aber ich würde da aufgrund der Segmentgrößen eher eine geringe Wahrscheinlichkeit ansetzen.

Eine wichtige Information hast Du nicht geschrieben: Sowol bei Ancestry als auch bei MyHeritage kann man sich "geteilte Übereinstimmungen"/"shared matches" anzeigen lassen. Was siehst Du da in Deiner Anzeige? Manchmal ergibt sich daraus auch bei Überinstimmungen mit kleinen cM-Werten ein guter Hinweis auf die Verwandtschaftslinie.
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  #3  
Alt 02.04.2020, 13:15
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Lewh Lewh ist offline männlich
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Hallo,
über die gemeinsamen Matches kann, ich zumindest, nichts ableiten. Es sind wohl alles Schweden oder Finnen.
In meinem DNA Mix kommt auch ein beachtlicher Teil Schweden vor (13% nach Ancestry Aufteilung). Das hatte ich bisher auf allgemeine Völkerwanderung bzw. auf Ereignisse geschoben, die soweit entfernt sind das sie nicht mehr von der Ahnenforschung erfassbar sind.
Nun muss ich ja fas davon ausgehen das ich evtl. tatsächlich Vorfahren habe die sich nach Schweden zurück verfolgen lassen. In meinem Stammbaum bin ich davon aber noch sehr weit entfernt und habe ehrlich gesagt auch gar keine Ahnung aus welcher Richtung das kommen könnte.

Im Vergleich:
Ein über Papier verfolgbarer Verwandter in den USA, dessen Vorfahr 1895 ausgewandert ist und wo der letzte direkte gemeinsame Vorfahr 1773-1844 gelebt hat, hat mit mir insgesamt 22,9cM auf 3 Segmenten gemein. Das größte Segment ist 8,8 cM.
Er ist mein Cousin 4. Grades. Seine Tochter hat dann mit mir nur noch ein Segment mit insgesamt 8,8 cM - meine Nichte 5. Grades.
Gemessen daran sind die Schweden ja relativ nah dran.
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  #4  
Alt 02.04.2020, 13:36
OliverS OliverS ist offline männlich
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Hallo Lewh, nur mal so gefragt, hast du Ostpreußen im Stammbaum?
Es muss ja nicht mal sein das es "nach Schweden rückverfolgbar ist" - denn das Gebiet war ja mal Schwedisch ;-) Ging mir auch so das ich erst dachte Schweden, aber nein, es waren Nachfahren in Ostpreußen weil die da mal mit schwedischen Soldaten eingelassen waren?
Aber das nur am Rande ohne genaue Kenntnis von mir.

Gruß
Oliver
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1) Frau ?? verwitwerte WIECHERT, zwischen 1845 und 1852 neu verheiratete SPRINGER, wohnhaft 1852 in Leysuhnen/Leisuhn
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  #5  
Alt 02.04.2020, 13:39
Xylander Xylander ist offline männlich
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Oder Vorfahren in Norddeutschland?
https://de.wikipedia.org/wiki/Schwedenzeit
Und vorher gabs die Kontakte durch die Hanse
https://de.wikipedia.org/wiki/Hanse

Viele Grüße
Xylander

Geändert von Xylander (02.04.2020 um 13:46 Uhr)
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  #6  
Alt 02.04.2020, 17:08
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OlliL OlliL ist offline männlich
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Ich habe auch einige cM mit Schweden und Finnen - ich nenne es immer "meine skandinavische Seite" - ich habe aktuell keinerlei Verbindungen gefunden - und auch keiner der Schweden hat mir geantwortet - wobei einer hat - aber ohne das er was hätte.
68% meiner DNA ist Brandenburg und Mecklenburg zuzuordnen - was meine Forschung auch deckt (der wesentliche Anteil ist tatsächlich Mecklenburg) - daher bringe ich auch dies mit meinen Schwedischen Verbindungen zusammen. Wahrscheinlich hat da irgendein aus Scheden stammender Soldat.......... Das ist zumindest meine aktuelle "Herleitung" - ohne irgendwas belegen zu können. 11% meiner DNA sollen auf schwedischen Ursprung deuten


Die größte Übereinstimmung mit einem Schweden die ich habe sind 33cM verteilt auf 4 Segmente wobei das größte 12,3cM ist.

Geändert von OlliL (02.04.2020 um 17:11 Uhr)
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  #7  
Alt 02.04.2020, 17:11
Scherfer Scherfer ist offline
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Hallo Lars,

als Einsteigerlektüre sehr zu empfehlen:
http://genwiki.genealogy.net/DNA-Herkunftsanalyse

Ich zitiere daraus mal den Punkt 4 unter "Wichtige Hinweise":

"4. Bei Probanden aus Mitteleuropa werden häufig hohe oder sehr hohe DNA-Anteile den Herkunftsregionen "England" bzw. "British Isles" und/oder "Skandinavien" zugewiesen, obwohl die Vorfahren - soweit bekannt - aus dem deutschen Sprachraum stammen. Der Grund für diese häufige Falschzuordnung ist die offenbar hohe genetische Ähnlichkeit der Bevölkerung in Nord- und Westdeutschland, Nordfrankreich, in den Benelux-Ländern, in Südengland und in Südskandinavien. Unschwer erkennt man hier jene Gebiete, die zum Siedlungsgebiet der Germanen gehörten (Südskandinavien, Norddeutschland) oder in der Völkerwanderung von germanischen Stämmen besetzt wurden (Benelux-Länder, Nordfrankreich durch die Franken; Südengland durch die Angeln und Sachsen).
Diese hohen Übereinstimmungen haben sicher nichts zu tun mit einzelnen Hansekaufleuten aus Deutschland, die in England Nachkommen hinterlassen haben könnten, den Wikingern oder jenen Engländern, die in den Armeen des Dreißigjährigen Krieges in Mitteleuropa kämpften; mögliche einzelne Vorfahren aus den genannten Ländern können für die angeblich hohen DNA-Anteile dieser Herkunftsregionen nicht verantwortlich sein."
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  #8  
Alt 02.04.2020, 17:14
Scherfer Scherfer ist offline
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Außerdem ist es hilfreich, sich immer wieder in Erinnerung zu rufen, dass bei dieser Herkunftsanalyse letzte gemeinsame Vorfahren vor tausenden von Jahren - also außerhalb der mit herkömmlicher Ahnenforschung nachweisbaren Zeiträume! - angenommen werden können, während die Liste der DNA-Übereinstimmungen auf gemeinsame Vorfahren vor wenigen Generationen schließen lässt.
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  #9  
Alt 02.04.2020, 17:17
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OlliL OlliL ist offline männlich
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Es geht glaube ich auch gar nicht so um den Party-Gag Herkunftsanalyse sondern darum das es halt tatsächlich übereinstimmende Chromsomen-Segmente gibt.... bei mir z.B. 4 Stück bei einer Person
6,5cM
7,5cM
12,3cM
7cM
Die 12,3cM würde ich schon als "OK, da könnte wirklich was sein" einordnen.


Oder ein anderer - ich habe einen Finnen, mit dem habe ich 15.9cM und 9.7cM Übereinstimmung in 2 Segmenten. Und in diesen Segmenten auch viele andere Finnen die Teile davon in Übereinsimmung haben....

Geändert von OlliL (02.04.2020 um 17:19 Uhr)
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  #10  
Alt 02.04.2020, 17:19
Xylander Xylander ist offline männlich
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Hallo,
es müssen nicht immer die berühmten schwedischen Soldaten gewesen sein. Die Schwedenzeit dauerte ja teilweise mehr als hundert Jahre und davor die Hanse mit regen Wirtschaftsbeziehungen und Heiratsverbindungen blühte auch über Jahrhunderte. Dies nur als allgemeiner Hinweis. Die Regional-Experten werden mehr sagen können.
Viele Grüße
Xylander
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