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  #1  
Alt 02.05.2018, 18:08
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Registriert seit: 04.11.2016
Beiträge: 89
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Hallo


1: Meine Grossmutter
Meine Grossmutter hat mir erzählt, dass sie (paar Jahre alt) sowie ihr Bruder (erst ein Jahr alt), ihre Mutter und Grossmutter von Berlin Pankow gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in den Osten evakuiert wurden. Die Orte nannte sie mir, diese habe ich auf der Karte auch gefunden:
Schlussendlich waren sie in Güldenboden (heute Bogaczewo) bei Mohrungen (heute Morąg).

Was mich stutzig macht ist folgendes: Als es hiess, die Russen kommen, fuhren sie mit dem Zug wieder Richtung Berlin. Und zwar wäre der Plan gewesen, via Dresden nach Berlin zu fahren.

Wenn ich das heute bei Google Maps eingebe – als Zugverbindung – dann wäre das ein riesiger Umweg. Dresden liegt viel weiter südlich.

Gibt/Gab es keine Bahnverbindung direkt von diesen Orten nach Berlin? Oder waren diese irgendwie wegen Kriegshandlungen blockiert?

Sie sagt, dass der Zug dann in der Nacht stehen blieb, da Dresden die schwere Bombennacht erlitt und dass sie dann statt nach Dresden in andere Richtung fuhren: Schalkalden in Eisenach in Thüringen. Dort verblieben sie bis zum Einmarsch der Amerikaner, die dann später von den Sowjets abgelöst wurden.



2: Die zwei älteren Brüder meiner Grossmutter
Wie schon mein Grossvater, der während des Krieges das Jugendalter erreicht hatte, hiess es in dieser Erzählung, dass ihre beiden älteren Brüder mit der ganzen Schule inkl. Lehrern schon vorher separat evakuiert wurden. War das so geläufig? Das Mütter/kleine Kinder unabhängig der älteren Kinder evakuiert wurden?

Sie sagte, ihre viel älteren Brüder seien zuerst nach Zarkoban evakuiert worden und als die Russen kamen nach Tschechien.

Der Ort Zarkoban habe ich mir so aufgeschrieben, wie er getönt hat. Ich bin nicht sicher, ob ich den Namen korrekt aufgeschrieben habe. Google schlägt mir keine alternative vor, wie das ab und zu bei Rechtschreibfehlern passiert. Welcher Ort könnte damit gemeint sein? Müsste logischerweise weiter östlich sein als Tschechien.



Falls sich jemand auskennt oder auch Geschichten von der Flucht gehört hat, wäre ich dankbar, falls jemand etwas beifügen kann
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  #2  
Alt 02.05.2018, 18:16
zummelt zummelt ist offline
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Hallo,

ich könnte mir vorstellen, dass es sich um https://de.wikipedia.org/wiki/Zakopane

handelt.

Besten Gruß
Steffen
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  #3  
Alt 02.05.2018, 19:28
Benutzerbild von AnGr
AnGr AnGr ist offline
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Guten Abend,

von einem regulären Bahnverkehr konnte damals keine Rede mehr sein. Das letzte Kursbuch 1944 hatte schon im September 44 keine Bedeutung mehr. Utopische Strecken kamen zustande durch zerstörte Bahnlinien oder aber der Feind war bereit dort so das sie unpassierbar waren. Teilweise waren die Reichsbahndirektionen untereinander und mit dem Reichsverkehrsministerium nicht mehr in Verbindung so das Meldungen über gesperrte Strecken oder sonstige Vorkommnisse die die Bahnverbindung betrafen ausblieben. Von daher ist es äussert schwierig bis unmöglich in Ihrem angegebenen Zeitraum eine Bahnreise nachzuvollziehen.
__________________
Schönen Gruß Andreas

https://www.youtube.com/watch?v=VwX7nC-LpKs
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  #4  
Alt 02.05.2018, 19:33
Benutzerbild von Svenja
Svenja Svenja ist offline weiblich
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Hallo

Ich denke dass Züge mit Zivilpersonen auf Umwege geleitet wurden, weil die direkten Linien für Transporte der Armee gebraucht wurden. Kann aber auch sein, dass Teile der direkten Strecke bereits zerstört waren oder von Zerstörung durch Tiefflieger stärker bedroht waren. Aber wie man heute weiss, war auch die Strecke via Dresden nicht davor geschützt. Ich habe schon diverse Berichte über Zugfahrten gegen Ende des Krieges gelesen, in denen erwähnt wurde, dass der Zug öfters mal für längere Zeit angehalten hat und dann in eine völlig andere Richtung weitergeleitet wurde als eigentlich geplant.

Gruss
Svenja
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  #5  
Alt 02.05.2018, 19:56
Ilja_CH Ilja_CH ist offline
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Super, danke für eure Meinungen. Dann wird das schon so stimmen, wie es ihre Mutter ihr erzählt hat.
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  #6  
Alt 02.05.2018, 19:58
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Beiträge: 5.289
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Zakopane halte ich auch für die Lösung. Denn es war ein Fremdenverkehrsort mit vielen Unterkünften, also ideal vorbereitet für viele Flüchtlinge. Außerdem kein Ziel von aliierten Angriffen.
Viele Grüsse

Geändert von Anna Sara Weingart (02.05.2018 um 20:01 Uhr)
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  #7  
Alt 02.05.2018, 19:59
didirich didirich ist offline
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Beiträge: 832
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Hallo
Das mit den Evakuierungen von Klassen und Schulkindern kann man glauben !
Als die Bombardierungen von Städten zugenommen haben wurden auch die Schulen geschlossen. Ein Treffer hätte ja den ganzen Nachwuchs vernichtet.
Dies habe ich mit Jahrgang 1937 auch selber erlebt !
Hoffentlich erleben wir solche Zeiten nicht noch einmal !
Gruß von didirich
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  #8  
Alt 02.05.2018, 20:06
Benutzerbild von Horst von Linie 1
Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Registriert seit: 12.09.2017
Beiträge: 2.326
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Hallo,
Zakopane, KLV und 1943, das passt.
2016 zu erwerben in der e-Bucht:
Original 2.WK Lot / Konvolut 31 Briefe Postkarten aus KLV Lager Zakopane Polen Kinderlandverschickung 1943
__________________
Freundliche Grüße.
Fahr mal wieder U-Bahn. Linie 1.
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  #9  
Alt 02.05.2018, 20:06
Niederrheiner94 Niederrheiner94 ist offline
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Registriert seit: 30.11.2016
Beiträge: 189
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Hallo!

Zum 1. kann ich mich den anderen nur anschließen. Strecken waren kaputt oder bei diesem krassen Beispiel über Dresden wird man die direkte Strecke für das Militär freigemacht haben, sodass die Zivilisten einen großen Umweg in Kauf nehmen mussten. Gegen Kriegsende wurden noch Divisionen von der West- an die Ostfront verlegt, weil man hier größere Nöte sah.

Zum 2. kann ich mich didirich anschließen. Mein Opa wurde, ich meine 1941, als 10-jähriger mit seiner Schule in die Tschechoslowakei evakuiert, da Duisburg natürlich zu dem Zeitpunkt bereits zu den gefährdetsten Städten gehörte. Dort war er zwei Jahre lang mit seinen Altersgenossen. Die Familie sah er später, ebenfalls evakuiert, gegen Kriegsende in Baden-Württemberg wieder.

Gruß
Fabian
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  #10  
Alt 03.05.2018, 09:28
Bender Rodriguez Bender Rodriguez ist offline männlich
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Beiträge: 140
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Hallo Ilja.

Wie koordiniert und flüssig die Flucht ablief will ich dir kurz an Hand deiner Daten verdeutlichen. Der Sturm auf Ostpreußen begann um den 20.Januar 1945. Somit ist deine Großmutter um etwa die Zeit gestartet. Vielleicht plusminus 2 oder 3 Tage.
Der große Bombenangriff auf Dresden war in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945.
Somit waren sie nur an Hand der von dir genannten Daten grob überschlagen mindestens 20 Tage per Zug von Ostpreußen bis Dresden unterwegs.
Aktuell brauchst du nicht mal einen Tag für dieses Strecke.

mfG Bernd
__________________
Breslau: FN Lorke, Scholz, Geertz
Ostpreußen -Gilgenburger Gebiet, Soldauer Land (Grallau, Groß Koschlau): FN Kuschkowitz, Radzinski
Ostbrandenburg -Beitsch, Kulm: FN Noack, Ploke
Böhmen/Sudentenland -Schmiedeberg (Kovarska): FN Landrock, Hofmann, Kreißl, Schmiedel
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