#1  
Alt 15.02.2010, 22:26
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Alrunia Alrunia ist offline weiblich
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Cool Alte Schulnoten

Hallo,

ich bin zwar Lehrerin, aber als ich gestern bei meiner Mutter im Keller die Zeugnisse meines Großvaters fand, war ich etwas überrascht.
Dort standen für mich ganz ungewohnte Benotungen wie "ziemlich gut" oder "genügend".
Auf den Berufsschulzeugnissen gab es dann auch noch "fast gut".

Kennt sich jemand damit aus? Google war da entweder nicht mein Freund, oder die Suchbegriffe "altes Benotungssystem" und die angegebenen Noten waren nicht gut gewählt.

Gruß
Laura
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  #2  
Alt 15.02.2010, 22:32
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Catha-Tina Catha-Tina ist offline weiblich
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Hallo Laura,
auskennen tue ich mich nicht wirklich, aber ich habe das Entlassungszeugnis meiner Oma aus dem Jahre 1908 (Mädchen-Bürgerschule Morchenstern), da gibt es nur 2 Noten: Betragen: lobenswert und Fleiß: hinreichend.
Außerdem eine Notenskala:
Betragen: lobenswert, befriedigend, entsprechend, minder entsprechend, nicht entsprechend
Fleiß:ausdauernd, befriedigend, hinreichend, ungleichmäßig, gering

Ich fand das auch sehr interessant
__________________
Viele Grüße
Catha-Tina

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- die Herkunft des Joh. August Kuhblank, Geburt um 1722, Tod 1808 in Schafstädt, seit 1751 in Schafstädt nachweisbar, sowie
- die Herkunft des Joh. Gottfried Siegmund, Holz- und Revierförster bei den Grafen von Stolberg in Wachau (Sachsen), Geburt um 1719,
Heirat 1751 in Wachau mit Johanna Rosina Förster, Tod 1805 in Wachau

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  #3  
Alt 15.02.2010, 22:40
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Silke Schieske Silke Schieske ist offline
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Hallo Laura,

Eine solche Benotung kenne ich allerdings auch nicht.
Zumindest weiß ich von meiner Mutti, dass es auch bei ihr nur "sehr gut, gut, befriedigend, genügend und ungenügend"gab.
Nun lebt aber meine Omi schon einige Jahre nicht mehr, sonst hätte ich sie danach fragen können.
Diese Benotungen hören sich ja an, als wollte der Lehrer den Schüler nicht vor den Kopf stossen und schrieb dann "fast gut" oder "ziemlich gut". So eine Art "ist nicht schlecht, aber auch noch nicht das Richtige"

Gruß Silke
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  #4  
Alt 15.02.2010, 23:11
Hibol
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Hallo Laura,

ich habe diese Benotungen schon öfters gelesen. Allerdings in einem anderen Zusammenhang, bei Konfirmationen und in sehr alter Zeit bei Katechismusprüfungen. Wenn ich mich recht erinnere gibt es neben ziemlich gut und genügend, auch noch "gut" "in etwas" und "gering"

Gruß
Hibol
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  #5  
Alt 16.02.2010, 13:40
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Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo Laura,

das Benotungssystem war zeitlich und in den Ländern auch sehr unterschiedlich.

In den meisten Ländern waren es Ende des 19. Jh. fünf Noten, z.B. in Preußen. In einigen Ländern gab es zu den fünf Noten noch Zwischenabstufungen.

In Baden gab es 5 Noten für Fleiß und Aufmerksamkeit, 3 für Betragen und 6 für die Leistungen.

In Württemberg gab es neun Noten
1. recht gut, 2. gut bis recht gut, 3. gut, 4. ziemlich gut bis gut, 5. ziemlich gut, 6. mittelmäßig bis ziemlich gut, 7. mittelmäßig, 8. sehr mittelmäßig bis mittelmäßig, 9. sehr mittelmäßig.

In Sachsen gab es Abstufungen innerhalb der Fünferbenotung, wobei a eine Auf-, b eine Abwertung ist
I, Ib (sehr gut), IIa, II, IIb (gut), IIIa, III III b (genügend), IV (wenig genügend), V (ganz ungenügend).

Viele Grüße
Hina
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"Der Mensch kennt sich selbst nicht genügend, wenn er nichts von seiner Vergangenheit weiß." Karl Hörmann
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  #6  
Alt 16.02.2010, 13:58
Ahrweiler Ahrweiler ist offline männlich
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Hallo zusammen
Die Noten die Catha-Tina für Betragen und Fleiß schrieb gab es in Österreich auch,da ich diese Noten auf einem Zeugnis meines Schwiegervaters sah(geb.1900)
LG
Franz Josef
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  #7  
Alt 16.02.2010, 20:16
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XJS XJS ist offline weiblich
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Ich hab auch Noten wie "genügend und besser" oder "genügend und geringer"
oder auch "recht gut" oder "mäßig befriedigend" gelesen. Da hatten wohl einige Lehrer ihre eigenen Begriffe.

Ich hab das Zeugnisbuch meines Opas gelesen, dabei habe ich über die erste Seite herzlich gelacht:
Angehängte Dateien
Dateityp: pdf Zeugnisbuch S.1.pdf (724,3 KB, 29x aufgerufen)
__________________
Vom Standpunkt der Jugend aus gesehen
ist das Leben eine unendlich lange Zukunft.
Vom Standpunkt des Alters aus
eine sehr kurze Vergangenheit.
Arthur Schopenhauer, 1788 - 1860, dt. Philosoph
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  #8  
Alt 16.02.2010, 20:22
Benutzerbild von Hina
Hina Hina ist offline weiblich
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Hallo XJS,
nein, das waren schon offiziell geregelte Schulnoten aber es gab eben regional unterschiedliche Gesetze.
Viele Grüße
Hina
Hina
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