#1  
Alt 01.09.2015, 14:21
Lieserl1960 Lieserl1960 ist offline weiblich
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Standard Euthanasie

Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1934-1945
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung: Wiesbaden, Frankfurt, Rheingau
Konfession der gesuchten Person(en): ev
Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken):
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):

Hallo und guten Tag,
ich habe eine Frage zu den Zwangssterilisationen in der NS-Zeit in Wiesbaden bzw. in der Eichbergklinik im Rheingau.
Hat schon mal jemand darüber nachgeforscht oder hatte einen solchen Fall in der Familie. Wenn ja, wo könnte man ansetzen um an Unterlagen zu kommen.

Liebe Grüße
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  #2  
Alt 01.09.2015, 14:27
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Friederike Friederike ist offline weiblich
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Hallo Lieserl,

herzlich willkommen hier bei uns im Forum.

Kennst du schon die Israelische Claimslist? http://www.iaapa.org.il/46024/Claims
In der Liste finden sich sehr viele Euthanasieopfer, vielleicht ist deine Person ja
auch dabei. Sollte dies der Fall sein, ist in jedem Fall eine Krankenakte erhalten,
die im Bundesarchiv Berlin verwahrt wird und von der man dann Kopien anfordern
kann.
Diese Claimsliste scheint aber - wie ich hörte - nicht unbedingt vollständig zu sein,
sodass es Sinn macht, im Bundesarchiv nachzufragen, auch wenn deine Person
nicht in der Liste auftaucht.
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Viele Grüße
Friederike
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Gesucht wird das Sterbedatum und der Sterbeort des Urgroßvaters
Gottlob Johannes Ottomar Hoffmeister geb. 16.11.185o in Havelberg
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  #3  
Alt 01.09.2015, 14:45
Lieserl1960 Lieserl1960 ist offline weiblich
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Hallo Friederike,

danke für deinen Link. Ich kann den Namen nicht finden, aber das hat ja nichts zu sagen.
Wurden die betreffenden Personen dort auch aufgeführt wenn sie in Wiesbaden sterilisiert wurden. Meine Tante war keine Jüdin.

Liebe Grüße
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  #4  
Alt 01.09.2015, 15:32
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Kitage Kitage ist offline weiblich
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Hallo Lieserl,

vielleicht hilft dir diese Seite http://www.lwv-hessen.de/webcom/show...4/_nr-5/i.html bei deiner Suche weiter.

Herzliche Grüße
Kirsten
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  #5  
Alt 01.09.2015, 15:45
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Friederike Friederike ist offline weiblich
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Hallo Lieserl,

unser Großonkel, den ich dort in der Liste entdeckte, war auch kein Jude ....
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Viele Grüße
Friederike
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  #6  
Alt 01.09.2015, 17:47
Lieserl1960 Lieserl1960 ist offline weiblich
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Hallo ihr beiden,
erstmal herzlichen Dank für eure Hilfe. Ich denke ich muss bei den Ämtern anfangen und nachfragen. Ich möchte erfahren wo und wann sie zwangssterilisiert wurde. Ich weiß dass sie mit einem Dr. Geronne aus der Städt. Klinik Wiesbaden zu tun hatte und mit Dr. Mennecke auf dem Eichberg. Und sie war in der Heilstätte Seltersberg in Giessen. Es ist alles neu für mich, deshalb weiß ich nicht wo ich anfangen soll.
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  #7  
Alt 01.09.2015, 19:38
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elwetritsche elwetritsche ist offline weiblich
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Hallo Lieserl!

Hier ein paar Links zum informieren über die Aktion T4:

http://www.lwv-hessen.de/webcom/show..._nr-136/i.html
Zitat:
Hadamar war nicht die einzige Anstalt im heutigen Bundesland
Hessen, in der Menschen gezielt ermordet wurden:
Zu Beginn des Jahres 1941 wurden in der Landesheilanstalt
Eichberg bei Eltville und in der Heilerziehungsanstalt
Kalmenhof in Idstein im Taunus sogenannte
„Kinderfachabteilungen“ eingerichtet, in denen geistig
oder körperlich behinderte Kleinkinder und Fürsorgezöglinge
durch überdosierte Medikamente von Ärzten und
Pflegepersonal ermordet wurden. Von den über 5.000
Opfern dieser „Kinder-Euthanasie“ fanden wahrscheinlich
etwa tausend in Hessen den Tod. Weitere Erwachsene
wurden nachweislich auf dem Eichberg und im Kalmenhof
umgebracht. Ein Massensterben unvergleichlichen
Ausmaßes kann für die Landesheilanstalt Weilmünster
bei Weilburg konstatiert werden.
https://de.wikipedia.org/wiki/Aktion_T4

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%B...nstalt_Hadamar

https://de.wikipedia.org/wiki/Vitos_Rheingau
Zitat:
Im Jahre 1939 ließen die Nationalsozialisten 178 Patienten der Klinik Eichberg zwangssterilisieren.
In der für 900 Patienten ausgelegten Anstalt wurden bis zu 1.800 Personen in zum Teil dreigeschossigen Betten untergebracht. Im Zweiten Weltkrieg, ab 1941, wurden auch auf dem Eichberg selbst Menschen getötet.
Allein in der Kinderfachabteilung, die unter der Leitung von Menneckes Stellvertreter Walter Schmidt stand, wurden mindestens 430 Kinder ermordet. Dies geschah teilweise in Zusammenarbeit mit der Universitätspsychiatrie Heidelberg.
Ab 1942 bis zur Befreiung 1945 wurden auch Erwachsene getötet. Nach Klinikunterlagen waren dies insgesamt mehr als 3.600 Menschen, darunter 600 eigene Patienten und 2.000 Hertransportierte. Die Klinik wurde nach dem Ende der Zeit des Nationalsozialismus weiter als psychiatrische Abteilung geführt. Die Geschehnisse wurden jedoch erst viele Jahre später auch vor Ort kritisch reflektiert.
__________________
Liebe Grüße
Elwe

Mit ihren Feld- (Rheinhessen), Wald- (Westerwald) und Wiesen- (Kreis Groß-Gerau) Ahnen.

Geändert von elwetritsche (01.09.2015 um 21:10 Uhr)
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  #8  
Alt 01.09.2015, 20:24
Lieserl1960 Lieserl1960 ist offline weiblich
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Wie komme ich an Klinikunterlagen von damals?
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  #9  
Alt 01.09.2015, 22:00
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Friederike Friederike ist offline weiblich
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Es ist fast alles vernichtet worden, lediglich 70.000 Akten konnten gerettet werden,
schau hier: http://www.werneck.de/GeschichteKrankenhaus.html
Frage doch unverbindlich im Bundesarchiv Berlin an, ob von deiner Tante eine Akte dort vorliegt.
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Viele Grüße
Friederike
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  #10  
Alt 05.09.2015, 15:15
Vogelsberger Vogelsberger ist offline
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Hallo,

das Stadt- bzw, Kreisarchiv des letzten Wohnorts könnte helfen, die Unfruchtbarmachung erfolgte auf Anordnung des Kreisgesundheitsamtes und nach Begutachtung durch eine Facharzt aufgrund von Kategorien wie "Erbkrank" oder "Asozial".

Dr. A. Geronne war Chefarzt der pathologischen Abteilung des Städt. Krankenhauses Wiesbaden.

Grüße
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