#11  
Alt 06.09.2015, 21:39
Lieserl1960 Lieserl1960 ist offline weiblich
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Hallo,
danke an alle die mir Tips gegeben haben, ich habe jetzt den LWV angeschrieben. Bin mal gespannt ob ich Antwort bekomme.
LG
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  #12  
Alt 15.09.2015, 17:58
Lieserl1960 Lieserl1960 ist offline weiblich
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Hallo zusammen,
ich kann es kaum fassen. Erstmal noch mal ein herzliches Dankeschön an alle für Eure Hilfe. Ich habe den LWV angeschrieben und heute habe ich Nachricht bekommen dass eine Patientenakte meiner Tante im Hess. Hauptstaatsarchiv vorhanden ist.
Habe die auch gleich angeschrieben und bin jetzt gespannt was dabei rauskommt. Ich halte euch auf dem laufenden.
Es ist toll dass man sich hier so austauschen kann und Hilfe bekommt.

LG
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  #13  
Alt 29.09.2015, 11:33
Lieserl1960 Lieserl1960 ist offline weiblich
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Hallo,
so nun habe ich es schwarz auf weiß. Die Akten über meine Tante liegen im Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden. Es sind ca. 250 Seiten ihrere Patientenakte vom Eichberg vorhanden und ca. 35 Seiten des Erbgesundheitsgericht von Wiesbaden. Werde mir erstmal die Kopien der Patientenakte kommen lassen, da es ja eine ziemliche Kostenfrage ist. Da ich jetzt weiß wo sie ist kann ich mich auch mit dem Rest noch gedulden. Habe ja lange genug recherchiert.

Bin gespannt was mich da erwartet.

LG
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  #14  
Alt 29.09.2015, 22:12
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elwetritsche elwetritsche ist offline weiblich
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Hallo Lieserl!

Es freut mich sehr für Dich, dass Du auf die Spur Deiner Tante gekommen bist und dass wir Dir dabei helfen konnten.

Auch wenn ihr Ende sehr traurig war und Du wahrscheinlich nicht sehr schönes in den Akten finden wirst, so ist sie doch dank Deiner Suche nach ihr nicht vergessen und wird auch in Deiner Familie ein Erinnern haben.

Wenn Du magst, und die gefundenen Ergebnisse nicht zu persönlich und grausam sind, würden wir uns über eine Mitteilung von Dir darüber sehr freuen.
__________________
Liebe Grüße
Elwe

Mit ihren Feld- (Rheinhessen), Wald- (Westerwald) und Wiesen- (Kreis Groß-Gerau) Ahnen.
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  #15  
Alt 29.09.2015, 23:45
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Karla Karla ist offline
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Hallo zusammen!
ja auch ich habe eine Großtante durch Euthanasie verloren. Keiner wusste genau, wo sie verstorben ist. Es hatte immer geheißen die Tante Luise ist in Dösen gestorben. Nein das war nicht so!
Die Tante Luise wurde Ende April 1945 in Gros Schweidnitz bei Dresden durch Medikamente umgebracht und dann in dem Massengrab auf dem Gelände der heutigen Klinik verscharrt! Insgesamt wurden dort 5000 Menschen durch Euthanasie umgebracht. Es gibt alte Filmaufnahmen von dort die ich mir nur zum Teil angesehen hatte, weil sie so grausam sind. Dort wurden kleine Kinder Frauen und Männer wahllos umgebracht, weil sie irgendwie nicht so recht in die damalige Zeit passten.
Schon ein Mann mit einem Holzbein war damals ein Grund ihn zu vergiften.
Eine Akte habe ich über meine Großtante nicht bekommen, weil sie auch in Berlin nicht mehr da war. Sie wurde wie viele andere vernichtet, wurde mir geschrieben.
Es soll in nächster Zeit ein Denkmal dort entstehen, wo die Gebeine ruhen.
Das ist für mich eine große Genugtuung für mich.
__________________
Viele Grüsse Erika
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  #16  
Alt 01.10.2015, 15:56
Lieserl1960 Lieserl1960 ist offline weiblich
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Hallo zusammen,
sowie ich alles in Händen habe werde ich berichten.

Liebe Grüße
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  #17  
Alt 06.11.2015, 22:52
Cherubina Cherubina ist offline weiblich
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Liebes Lieserl ,

ich freue mich für dich, dass es eine Akte gibt und du nun immerhin Sicherheit hast, wenn auch eine grausame. Für meinen Opa (Euthanasieopfer 1941) konnte nie eine Akte gefunden werden, aber ich habe mich seiner Geschichte trotzdem angenommen und wir können seiner heute würdig gedenken.
Wenn du möchtest, schau doch mal bei www.gedenkort-t4.eu vorbei. Ich bin da für einen Teil der Öffentlichkeitsarbeit zuständig und wir würden uns freuen, wenn wir eine Biografie deiner Tante in unsere Liste mit aufnehmen könnten. Du kannst mir auch gerne eine PN schreiben .

Liebe Grüße, Cherubina (Julia)
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  #18  
Alt 01.02.2016, 23:58
Lieserl1960 Lieserl1960 ist offline weiblich
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Standard Euthanasie

Hallo zusammen,
nach langer Zeit melde ich mich wieder. Heute habe ich eine CD mit der Akte meiner Tante bekommen.es wird ne Zeit dauern bis ich mir alles ausgedruckt, gesichtet und auch in rein geschrieben habe, da vieles handgeschrieben und auf Sütterlin ist. Na ja die Winterabende sind noch nicht vorbei
Gruß
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  #19  
Alt 02.02.2016, 14:04
MeisterMatz MeisterMatz ist offline männlich
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Hallo!
Zu diesem Thema habe ich eine Frage.

Wir haben einen Verwandten, der in diesen Jahren ebenfalls als Kind verstorben ist.
Wir haben Auskunft, das er in den Heimen Scheuern verstorben ist. Er zeigte als sechsjähriger eine allgemeine Lebensschwäche!?! (Befund: Epilepsie, Idiotie, Athetose). Verweigerte die Nahrungsaufnahme und starb im August 1941.
Lt. der Auskunft "Heilerziehungs- und Pflegeheime Scheuern" ist er NICHT der Euthanasie zum Opfer gefallen.

Für mich hört sich das alles seltsam an.

Allerdings sollte die Bestätigung doch ausreichen, das er kein Opfer war, sondern eines natürlichen Todes starb.

Was denkt ihr darüber?

LG
MM
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  #20  
Alt 02.02.2016, 15:01
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elwetritsche elwetritsche ist offline weiblich
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Hallo MeisterMatz!

Es kann durchaus möglich sein, dass Dein Verwandter verhungert ist.
Die Ernährungslage war in allen Heimen sehr desolat.
Und gerade bei Kindern führte die Mangelernährung oft dazu, dass diese dann die Ernährung komplett verweigerten.

Hier ein Auszug aus Wikipedia dazu:
Zitat:
Der Zweite Weltkrieg wirkte sich unmittelbar auf das Leben und den Alltag in Scheuern aus. So wurden Teile der Anstalt Scheuern im Krieg als Lazarett für verwundete deutsche Soldaten genutzt, was zu räumlicher Enge führte. Zudem wurde die Versorgung mit Nahrungsmitteln so desolat, dass einige Soldaten ihre Rationen mit den Heimbewohnern teilten, um deren Leid zu mindern.[17]

In der Zeit des Nationalsozialismus diente die Stiftung Scheuern als einzige Anstalt der Inneren Mission als Zwischenanstalt für die NS-Tötungsanstalt Hadamar, wobei ihre Übernahme einen Präzedenzfall darstellte. Für über 1500 Menschen waren sie die letzte Station vor ihrer Ermordung. 153 Menschen kamen in dieser Zeit in den Anlagen der Stiftung Scheuern selbst ums Leben.

In weiteren Anstalten wurden sogenannte Kinderfachabteilungen eingerichtet. Im Bereich des Bezirksverbands Hessen-Nassau betraf dies die Anstalten Eichberg und Kalmenhof. Getötet wurde nun nicht mehr durch Vergasungen, sondern durch Medikamentenvergiftungen und gezieltes Verhungern lassen. So ist für die Jahre 1943 bis 1945 bekannt, dass von 141 von Scheuern an den Kalmenhof verlegten Kindern 88 dort ums Leben kamen.[24]
Aber auch in Scheuern selbst verstarben 153 Menschen aus den Zwischentransporten, von denen 129 auf dem lokalen Friedhof bestattet sind.[25] Hunger, Kälte, medizinische Unterversorgung und lediglich notdürftige Betreuung waren die Ursachen für die hohe Sterblichkeit. Dokumentiert ist in diesem Zusammenhang in der Anstalt Scheuern auch die Verwendung eines sogenannten Klappsarges, einer Sargkonstruktion, die aufgrund der Häufigkeit der Sterbefälle mehrfach Verwendung finden konnte.
__________________
Liebe Grüße
Elwe

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