#1  
Alt 15.06.2015, 12:45
Salzkind72 Salzkind72 ist offline weiblich
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Registriert seit: 04.03.2015
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Standard Erinnerungen durch Gerüche

Hallo Zusammen,

ich habe letztens mit meinen Cousinen zusammengesessen und irgendwie kamen wir auf das Thema "Gerüche und Erinnerungen". Irgendwie habe ich dieses mit Vergangenheitsforschung gleichgesetzt.
Wir haben dann festgestellt, das wir alle die gleiche Erinnerung an unsere Oma haben.
Wenn man ins Haus kam roch alles irgendwie nach Bienenwachs, weil Oma die Böden immer damit gebohnert hat und im Bad roch es nach Tanne, weil sie immer irgend ein Badezusatz mit Tanne verwendete.
Wir haben dann auch festgestellt, das wenn man diese Gerüche irgendwo anders wahr nimmt, man im inneren Auge gleich das Haus von Oma sieht und sich irgendwie an Kindheit erinnert.

Ich weiß nicht, ob irgendwer von Euch auch so etwas fühlt und ob Ihr das mit zu Eurer "Ahnenforschung " zählt?

Bei meiner anderen Oma war es immer ein Kölner Duftwässerchen was in der Luft lag. Jedes mal wenn ich diesen Geruch wahrnehme, hab ich das Gefühl Oma taucht gleich auf, was aber nicht geht .

Wäre toll wenn ihr eure "Ahnengerüche" beschreiben könntet.

Gruß
Salzkind72
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  #2  
Alt 15.06.2015, 18:11
Artsch Artsch ist offline
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Hallo Spürnasen,

ich selbst kann mich gut an sehr vieles aus meiner Kindheit erinnern. Dies bringe ich ganz klar mit Gerüchen in Verbindung. Ich meine auch gelesen zu haben, daß man Dinge, die man übers Gehör, die Nase und auch über den Geschmack wahrnimmt, sich tiefer einprägen.

Auch ob man den Geruch als positiv oder negativ empfindet, scheint mir mit der erlebten Situation in Verbindung zu stehen.

Es fällt mir die lange Bahnreise zu meinen Großeltern und meinen ältesten Bruder ein, die über 12 Stunden dauerte. Gleich zu Anfang verwarnte uns (meinen Bruder (6) und mich (4)) die Mutter, nicht zu fragen, wie lange es noch dauert. Als wir die 3/4. te Strecke hinter uns gebracht hatten, sagte plötzlich mein Bruder: "Hier stinkt es, wir sind bald da!" Wir fuhren durch das Braunkohlegebiet.
Für mich war dies kein Gestank. Es war die Erfüllung meiner Träume und Wünsche, ein Heimkommen, obwohl ich dort gar nicht geboren bin. Nur an diesen Geruch zu denken, bringt mich in freudige Erregung.
Zu meinem Sprachgebrauch gehört ganz klar der Satz: "Hier nehme ich mir eine Nase voll mit!"

Heute weiß ich, mein Bruder hat diese Reisen, obwohl später zeitlich verkürzt, nicht gemocht. Er wäre lieber wie a l l e "mit dem Flugzeug an den Strand gedüst. Wohlgemerkt! 1965--
Und es gab schon immer Supermärkte! Und alte Leute stinken, drum sollen die ihm nichts erzählen. Und außer ihm, kann das alles sowieso keiner wissen. Ich wäre schließlich jünger wie er. Und die anderen schon zu alt.

In diesem Jahrzehnt wird er selbst 60 Jahre alt. Ich will nicht wissen, wie sich dies fur ihn anriecht.

Beste Grüße
Artsch
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  #3  
Alt 15.06.2015, 19:01
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Karla Karla ist offline
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Hallo zusammen!
Wenn ich an meine Oma denke, da erinnere ich mich an ausgelassenes Fett und Zwiebeln mit Gewürzen. Bei der anderen Oma denke ich an den Gemüseladen in der Nürnberger Straße in Leipzig. Da roch es nach den eingelegten sauren Gurken und Sauerkraut in den Fässern.
Nein den Geruch bekommt man nicht los, wenn einem die Erinnerungen einholen.
__________________
Viele Grüsse Erika
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  #4  
Alt 16.06.2015, 11:26
didirich didirich ist offline
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Hallo
Als 7. jähriges Schulkind saß ich neben einem Schüler der in der Pause ein Leberwurst-Brot und einen Apfel aß. Diese Kombination von dem Geruch liebe ich bis heute und esse es ebenso gerne und dabei kommt die Erinnerung!
Gruß didirich
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  #5  
Alt 16.06.2015, 11:49
Benutzerbild von Geufke
Geufke Geufke ist offline weiblich
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Oh ja, selbstgemachte Leberwurst aus dem Glas von meiner Oma auf frisch gebackenen, noch warmen Brötchen vom Bäcker schräg gegenüber. Da habe ich vor dem genüsslichen Verspeisen erst einmal tief den Duft eingesogen!
__________________
Viele Grüße, Anja

Noch immer verzweifelt gesucht: Hans (evtl. Johannes) Georg Timm, um 1930 in und um Parchim

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  #6  
Alt 16.06.2015, 15:11
lisetta lisetta ist offline
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Ich gehöre noch zu der glücklichen Generation von Kindern, die schon in der Grundschule auch ohne Ankündigung am Vortag mal ganz spontan hitzefrei bekommen konnten und ganz ungeplant plötzlich einmal schon nach der 4. Stunde nach Hause gehen durften.
Diese freien Stunden waren ein kostbares Geschenk. Und wenn ich dann eben früher nach Hause kam, war meine Oma, die für uns kochte, meist noch am Beginn der Kochvorbereitungen. Anscheinend gab es an den Tagen oft grüne Bohnen, die sie frisch putzte. Sie haben einen ganz eigenen Duft. Bis heute verbinde ich ihn mit einer glücklichen Kindheit, mit geschenkter Freizeit mit spielen im Garten (der war riesig) und Oma, die immer da war, auch wenn meine Mutter noch arbeiten musste.
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  #7  
Alt 17.06.2015, 20:27
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Brigitte Bernstein Brigitte Bernstein ist offline weiblich
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Hallo!
Wenn ich an meine Oma denke, habe ich immer den Geruch von Kräutern und Tee in der Nase. Sie ging nämlich den ganzen Sommer und auch im Herbst über die Wiesen und sammelte alle möglichen Pflanzen und Kräuter. Brennnesseln, Spitzwegerich, Kamille, Pfefferminz, Gänseblümchen und vieles mehr. Diese Kräuter wurden getrocknete und in kleinen Leinensäckchen auf den Dachboden gehängt. Das ganze Jahr kochte sie damit Tee. Mal zum Trinken und mal für Umschläge wenn irgend ein Wehwehchen im Anmarsch war. Sie hat aber auch bis zu ihrem 70ten Geburtstag keine Arzt gebraucht.
Brigitte
__________________
Suche im Raum Trautenau, Parschnitz, Alt Rognitz, Deutsch Prausnitz, Bausnitz und Lampersdorf. Meine Namen Rasch, Staude, Reichelt, Letzel,
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  #8  
Alt 18.06.2015, 16:57
maria1883 maria1883 ist offline weiblich
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Hallo zusammen,
auch ich habe zwei ganz besondere Geruchserinnerungen. Als wir aus Pommern vertrieben wurden, das war im Februar 1946(ich war fast 4 J.), kamen wir nach langen Unterbrechungen mit einem Güterzug in Berlin, Hasenheide an. Nach den Hygienemaßnahmen bekamen wir Weißbrot und Malzkaffee zu essen. Dieser Geruch von diesen beiden Dingen ist mir heute noch in bester Erinnerung.
Noch eine Begebenheit.
Unsere Familie wurde getrennt, Lieblingsoma, Tante und meine Schwester nach Thüringen, andere Oma und meine Brüder nach Mecklenburg.
Dann fand uns unser Vater, der zuerst über den Suchdienst seine Mutter und meine Brüder fand und dann uns in Thüringen. Ich bin dann für einen Sommer mit ihm nach Mecklenburg, wo er in der Landwirtschaft arbeitete.
Er hat mich überall mit hingenommen, z.B. auch aufs Pferd.Dieser Geruch von Pferd und dem warmen, durchschwitzten Papa habe ich heute noch in der Nase.
Dieser Geruch, so meine ich, hat mich geprägt - ich mochte nie, wenn meine Männer stark nach Rasierwasser rochen.
Im Scherz, das Rasierwasser hätte meinetwegen eine Mischung aus Papa und Pferd sein dürfen.
Viele Grüße
Waltraud
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