Zurück   Ahnenforschung.Net Forum > Ehemalige deutsche (Siedlungs-)Gebiete > Mittelpolen und Wolhynien Genealogie
Hier klicken, falls Sie Ihr Kennwort vergessen haben.

Hinweise

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #1  
Alt 15.01.2014, 19:44
Florek Florek ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.10.2013
Ort: Deutschland (Ba-Wü) / Polen (Dolny Slask/Niederschlesien)
Beiträge: 282
Standard Deutsche und polnische Schreibweisen...

Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, plane ich eine Anfrage nach den Gebursturkunden meiner polnischer Großeltern bei Standesamt in Skierniewice bzw. Łodz zu stellen. Allerdings drängt sich mir dabei die Frage auf, ob es aufgrund der unterschiedlichen Schreibweisen unserer Vor- und Familiennamen in den Dokumenten Probleme geben könnte...

Meine beiden Großeltern hatten recht typische polnische Namen die sich mit den entsprechenden polnischen Sonderbuchstaben schreiben, welche es im Deutschen nicht gibt. Darum ist die polnischsprachige Heiratsurkunde (der polnischen Mission) meiner Großeltern in der korrekten Schreibweise, die späteren deutschsprachigen Dokumente jedoch in der eingedeutschten Version der Buchstaben. So zum Beispiel in deren Sterbeurkunde. Aus Ł wurde ein L und aus Ń ein N (zum Glück keine phonetischen Zwangsänderungen). Das gleiche gilt für die Dokumente meines Vaters, dessen Tauf- und Geburtsurkunde in Polnisch verfasst ist (bis auf eine Art deutsche "Bestätigung" der Behörden des ehemaligen Bundeslands Württemberg-Hohenzollern), die späteren deutschen Dokumente wie die Hochzeitsurkunde meiner Eltern etc. wiederum sind mit den deutschen Buchstaben. Meine eigene deutsche Geburtsurkunde ist daher auch mit den entsprechenden deutschen Buchstaben verfasst.

Nun habe ich schon einmal mit der polnischen Bürokratie und der Probleme der Schreibweise ganz persönliche Erfahrungen gemacht. Mein Vater war bis zur politischen Wende sogenannter "Heimatloser Ausländer", quasi Staatenlos. Nachdem Fall des Kommunismus und dem Ende der sowjetischen Besatzung Polens hat ein Vater beim Konsulat der 3. Polnischen Republik die polnische Staatsbürgerschaft bestätigen lassen. Aufgrund der polnischen Geburtsurkunde der katholischen Mission gab es da keine Probleme mit der Schreibweise. Als man meine polnische Staatsbürgerschaft bestätigt hat, war es notwendig meine deutsche Geburtsurkunde in Polnische zu übertragen. Dabei hat der beglaubigte Übersetzer jedoch leider die Schreibweise des Nachnamens eins zu eins übernommen und nicht die korrekte polnische Schreibweise berücksichtigt. Das N blieb leider ein N anstatt des korrekten Ń. So hatte ich eine polnsiche Geburtsurkunde in falscher Schreibweise mit N. Trotzdem hat mir das polnische Konsulat in München meinen polnischen Pass anstandslos in der richtigen Schreibweise mit Ń ausgestellt.

Als ich mich dann aber in Polen melden wollte, wurde mir die unterschiedliche Schreibweise in der polnischen Geburtsurkunde gegenüber dem polnischen Pass zum Verhängnis. Kurz gesagt, konnte ich mich zunächst nicht in Polen melden, weil man mir sagte, dass es sich dabei theoretisch um zwei verschiedene Personen mit verschiedenen Dokumenten handele... Polnische Bürokratie eben. Mit viel Aufwand und großen Kosten und vorallem Vitamin B konnte ich mich dann zweitweise melden und musste eine teuere Namensänderung vornehmen um eine Geburtsurkunde in der korrekten Schreibweise zu erhalten (Wenn ich die zementierung der falschen Schreibweise akzeptiert hätte, hätte mir das Kosten und Zeit gespart, aber ich lege Wert auf die korrekte polnische Schreibweise meines Namens...)

Jetzt frage ich mich, ob ich beim Nachweis meiner Verwandschaft zu meinen Großeltern nicht auch ein ähnliches Problem bekommen könnte, wenn die Schreibweisen in den verschiedenen Dokumenten variieren. Ob die Behörden auf dem Standesamt sich dann nicht auch auf die Aussage behaupten, es handele sich um unteschiedliche Dokumente bzw. Personen...

Hat jemand mit solchen Problemen bei der Ahnenforschung in Polen Erfahrung, bzw. weiß jemand, wie man das Problem umgehen kann? Genauso wie oft die polnische Schreibweise in Deutschland nicht berücksichtigt wird, wurde ja lange in Polen auch nicht die deutsche Schreibweise beachtet (soweit ich weiß, änderte sich das erst mit der Anerkennung der deutschen Minderheit in Polen?). Somit kennt ja jemand das Problem vielleicht schon, wenn auch in umgekehrter Richtung?

Wäre es hilfreich, wenn der Übersetzer zusätzlich zur beglaubigten Übesetzung der deutschen Dokumente noch ein Schreiben beilegen würde, das die Unterschiede in der Schreibweise erklärt? Oder kann irgend ein Dokument des deutschen Konsulats in Polen weiterhelfen, dass eine entsprechende Erklärung abgibt?

Über Tipps und Ratschläge bzw. Erfahrungsaustausch wäre ich sehr dankbar.

Grüße

Florek
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 24.01.2014, 01:24
Joanna
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Florek,

ich weiß nicht so richtig, was Du eigentlich möchtest.

Ich fordere eine Kopie aus den Standesamtbüchern an bzw. falls dieses nicht möglich ist, eine entsprechende Urkunde mit Vor- und Zuname an. Gleichzeitig gebe ich die mir bekannten Namensvarianten auf, unter der der Name stehen könnte. (Also benötige ich z.B. Johann Neumann, dann gebe ich noch Jan Nejman bzw. Neüman an) Dann habe ich meinen Personalausweis, meine Geburtsurkunde und die Sterbeurkunde meines Vaters kopiert (alles in Deutsch) und meiner Anfrage beigefügt. Und alles per Post an das Standesamt geschickt. Ich erhielt dann eine Kopie und eine Urkunde über die zuständige Polnische Botschaft.

Ich habe dann die Kosten beglichen und erhielt die Urkunde. Also ziemlich problemlos. Ist allerdings auch schon wieder ein paar Jahre her.

Wenn ich heute eine Urkunde benötigen würde, würde ich das entsprechende Standesamt vorab anfragen, wie und welche Unterlagen benötigt werden, wie ich das Dokumente zugestellt bekomme und welche Kosten anfallen. Es gibt zwar rechtliche Vorschriften, aber dennoch wird unterschiedlich gehandelt.

Gruß Joanna
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 25.01.2014, 21:57
Florek Florek ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.10.2013
Ort: Deutschland (Ba-Wü) / Polen (Dolny Slask/Niederschlesien)
Beiträge: 282
Standard

Hallo Joanna,
danke für deine Antwort.
Vielleicht habe ich etwas zuweit ausgeholt...
Ich versuche mich nochmal etwas kürzer und pergnanter zufassen.

Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass polnische Behörden (in dem Fall war es das Einwohnermeldeamt in Wroclaw) es sehr genau nehmen können mit der unterschiedlichen Schreibweise ein- und deselben Namens in zwei verschiedenen Dokumenten. In meinem Fall in meiner polnischen Geburtsurkunde (Übersetzung meiner deutschen Gebursturkunde mit N statt Ń) und meinem polnischen Pass (vom polnischen Konsulat in München wiederum mit Ń ausgestellt).

Nun habe ich von meinen Großeltern sowie meinem Vater polnischsprachige Dokumente mit polnischen Buchstaben und wiederum deutsche Dokumente eben mit den deutschen Buchstaben. Meine Frage war, ob es bei einer Anfrage bei einem polnischen Standesamt dadurch Probleme geben könnte, wenn man mit diesen (in der Schreibweise abweichenden) Dokumenten sein Verwandschaftsverhältnis nachweisen will (selbst mit beglaubigter Übersetzung). Und wenn ja, wie man diese Probleme ggf. vermeiden könnte.

Vielleicht ist das auch wiederum zu speziell und betrifft eben nur polnischstämmige Deutsche mit polnischen Vor- und Nachnamen wie in meiner Familie und hier hat in dieser Hinsicht keiner ähnliche Erfahrungen gemacht.

Grüße
Florek
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 26.01.2014, 14:10
Joanna
Gast
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Florek,

dann habe ich Dich schon richtig verstanden.

Aber auch in Polen wird auf Ämtern unterschiedlich gearbeitet. Wie überall auf dieser Welt.

Fordere doch mit den erforderlichen Dokumenten die Urkunden Deiner Großeltern an. Das Standesamt wird Dir schon mitteilen, wenn die Dokumente nicht ausreichend sind. Aber auch die polnischen Standesämter wissen doch, dass in Deutschland selten die Polnschen Sonderzeichen genutzt werden.

Ich kann mich an einen Fall erinnern (ca. 4 Jahre her), da hat jemand aus Polen die Deutsche Staatsangehörigkeit beantragt. Die Geburtsurkunde des Großvaters lief unter dem Namen Schultz (1910 noch in Deutsch geschrieben) und die Sterbeurkunde auf Szulc (1950). Das Deutsche Amt wollte wissen, wann die Namensänderung stattgefunden hat. Ich habe denen dann mitgeteilt, dass es keine Namenänderung in dem Sinne gegeben hat, sondern in der Sterbeurkunde eben die polnische Schreibweise genommen wurde. Und diese Auskunft hat sogar für den Erhalt der Deutschen Staatsbürgerschaft ausgereicht.

Im Übrigen ist die Abweichung zwischen einem Jan Nejman und einem Johann Neumann oder einen Piotr Młotkowski mit einem Peter Hammermeister auch nicht größer, als wenn man für ein polnisches Ł ein L und Ń ein N schreibt.

Also, beantragen und abwarten! Man sollte nicht alles immer so kompliziert machen, sondern einfache Vorgänge auch einfach abwickeln.

Gruß Joanna
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 26.01.2014, 14:16
Florek Florek ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.10.2013
Ort: Deutschland (Ba-Wü) / Polen (Dolny Slask/Niederschlesien)
Beiträge: 282
Standard

Hallo Joanna,
Danke für die Antwort und deinen Erfahrungsbericht.
Mag sein, dass ich mir da zu viele Gedanken mache, was aber eben daran liegt, dass ich eben in einem anderen Zusammenhang eben genau dieses Problem mit der Schreibweise hatte.

Daher kam mir halt der Gedanke, dass ich ggf. vorsorglich vom beglaubigten Übersetzer zusätzlich zu den Übersetzungen eine Art Statement verfassen lasse, um die unterschiedlichen Schreibweisen zu erklären.

Aber wie du vermutlich sagst, mache ich mir da einen Kopf noch bevor es zu einem Problem gekommen ist..

Grüße
Florek
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 31.01.2014, 18:25
uwe-tbb uwe-tbb ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 06.07.2010
Ort: Tauberbischofsheim
Beiträge: 2.487
Standard

Hallo Florek,

stimmt einige Buchstaben aus der polnischen Sprache gibt es bei uns nicht - aber das ist ja in Polen und in Deutschland bekannt. Dürfte doch eigentlich kein Problem sein, das mit den polnischen Behörden zu klären. Ich hatte noch Probleme mit den polnischen Behörden. Gehe die Sache einfach etwas lockerer an!

Viele Grüße

Uwe
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 01.02.2014, 12:25
Florek Florek ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.10.2013
Ort: Deutschland (Ba-Wü) / Polen (Dolny Slask/Niederschlesien)
Beiträge: 282
Standard

@Uwe
im Nachhinein fällt mir auch auf, dass es in meinem Fall auch etwas anders war... ich hatte zwei POLNISCHE Dokumente mit abweichender Schreibweise (da hat leider der Übersetzer geschlafen, als er meine dt. Geburtsurkunde übersetzt hat um im Standesamt in Warsschau eine poln. Geburtsurkunde zu erstellen). Dass das zu Problemen bei einem polnischen Amt führen musste, war wohl vorprogrammiert.

Da habe ich mir evtl. doch ein paar Gedanken zu viel gemacht.

Geändert von Florek (01.02.2014 um 12:32 Uhr)
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 22:45 Uhr.