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  #1  
Alt 23.07.2020, 15:09
Doppelname Doppelname ist offline
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Registriert seit: 23.07.2020
Beiträge: 3
Standard Die latinisierte Namensform Bernardus und wie man sie eintragen sollte.

Hallo, liebe Forumsmitglieder!

Ich betreibe schon seit einigen Jahren Familienforschung und gehe mittlerweile den Weg die Vornamen zu entlatinisieren und die lateinischen Namen anzumerken.
Jedoch bereitet mir meine Vorgangsweise im Umgang mit dem Namen Bernhard/Bernard (Bernardus) Probleme.
Die lateinische Namensform, die ich bisher ausnahmslos gefunden habe, war Bernardus, nie Bernhardus, auch wenn in späteren Eintragungen, wenn ich in den entsprechenden Linien weitergeforscht habe, dann ein Bernhard daraus geworden ist.
Nun frage ich mich, wie ihr dieses Problem handhabt und angebt, wenn es euch selbst schon untergekommen ist und wie ihr es bei euch eintragt.
Außerdem bin ich generell an einem Erfahrungsaustausch dazu interessiert.

Liebe Grüße, Doppelname.
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  #2  
Alt 23.07.2020, 15:28
Benutzerbild von Xtine
Xtine Xtine ist offline weiblich
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Hallo,


also ich nehme die deutsche Bezeichnung und vermerke höchstens die anderen.
In der Pfalz habe ich teilweise deutsche, französische und lateinische Formen des Namens. Aber ich bin sicher, daß der Anton immer als Anton gerufen wurde und nicht zwischendrin ein Antoin oder Antonius wurde nur weil es so im KB steht! Genauso, wie der Franz wohl nie Francois oder Franziskus gerufen wurde.


Ich würde Bernhard als Hauptname eintragen in Deinem Fall.
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Viele Grüße .................................. .
Christine
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Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.
(Konfuzius)

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  #3  
Alt 23.07.2020, 15:39
Doppelname Doppelname ist offline
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Registriert seit: 23.07.2020
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Standard Antwort zu Xtine

Hallo Xtine,


Danke für die schnelle Antwort. Sie ist interessant, passt aber nicht ganz zudem, was ich meinte. Ich könnte zwar Bernhard eintragen, da aber die lateinische Form Bernardus ist, könnte die Person auch Bernard heißen.
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  #4  
Alt 23.07.2020, 15:44
Benutzerbild von AKocur
AKocur AKocur ist offline weiblich
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Hallo,

ich nutze als Namen wirklich die Form, wie im Taufbuch angegeben*, es sei denn, dort wurde abgekürzt**. Wenn da also lateinisch Bernardus steht, übernehme ich das so. Steht da abgekürzt Bern., löse ich auf in Bernardus bzw. Bernard/Bernhard, je nachdem welche Form in späteren KB-Einträgen/Urkunden auftaucht bzw. am meisten genutzt wird.
Für den eigentlichen Rufnamen nutze ich zusätzlich das Rufnamenfeld. Häufig ist das einfach nur der entlateinisierte VN, aber oft auch eine Kurzversion davon. Eine große Anzahl der auf Bernardus getauften in meinem Stammbaum wurde z.B. wohl niemals Ber(h)nard genannt; das waren alle Bernd(t)s.

LG,
Antje


* so mir dieser Eintrag vorliegt
** oder es fehlt im Taufeintrag der später gewöhnlich genutzte VN. In solchen Fällen ergänze ich den zusätzlichen VN an passender Stelle in Klammern -> z.B. (Anna) Maria Francisca; getauft auf Maria Francisca, später meist Anna Maria, selten sogar auch nur Anna genannt.
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  #5  
Alt 23.07.2020, 15:48
Benutzerbild von Xtine
Xtine Xtine ist offline weiblich
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Dann entscheide Dich doch für die Variante, die in der Region vermutlich die üblichere war und nimm die andere Variante als Namensvariante mit auf.


Wenn Du ihn nun als Bernhard führst, in den KB aber dann einen Bernardus oder (falls z.B. Pfalz) auch mal als Bernard findest, dann weißt Du doch wer er ist.


Finde ich in Bayern einen (lateinischen) Henricus im KB, dann nehme ich ihn als Heinrich auf, gerufen wurde er evtl. Heinerl.
Im Norden würde man ihn wohl als Hinnerk oder Henrich eintragen.
Alles in allem ist es aber immer auf den Hauptnamen Heinrich zurückzuführen und dieser nie ganz falsch. Wie er sich tatsächlich nannte, kann man bei einem Vorfahren, den keiner mehr persönlich oder aus Erzählungen kannte, sowieso nicht zu 100% sagen.
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  #6  
Alt 23.07.2020, 16:17
pascho pascho ist offline
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Zitat:
Zitat von Doppelname Beitrag anzeigen
Danke für die schnelle Antwort. Sie ist interessant, passt aber nicht ganz zudem, was ich meinte. Ich könnte zwar Bernhard eintragen, da aber die lateinische Form Bernardus ist, könnte die Person auch Bernard heißen.
Nein, eigentlich nicht - oder zumindest nicht im Katholischen Zusammenhang.


Die Schreibweise des Namens spielte im Grunde keine Rolle, wichtig war der Heilige auf dessen Namen das Kind getauft wurde. Der Rufname wich ohnehin in den allermeisten Fällen zu Gunsten einer Mundartform ab.



In Deinem Fall dürfte das der Heilige Bernhard von Clairvaux gewesen sein, der zwar auf französischer Seite immer ein Bernard gewesen wird, auf deutscher Seite aber immer ein Bernhard. Genannt wurde die Person vermutlich Bernd o.ä.


Typisches Beispiel für Frauen: im Lateinischen wirst Du nie den Unterschied zwischen einer Marie einer Maria oder einer Mary sehen. Es wird immer Maria sein (und in 99% der Fälle wird es sich auf die Gottesmutter beziehen).


Ich habe mittlerweile alle Vornamen eingedeutscht d.h. Katharina ist bei mir immer Katharina auch wenn sie wie noch bis weit in die Zivilstandsregisterzeit üblich Catharina geschrieben wurde. Die meisten der Damen haben ihrern Namen ohnehin ihr Lebtag nicht selbst geschrieben.


In Österreich gibt es Matriken, die das auf die Spitze getrieben haben und im Taufbuch als Vornamen tatsächlich "Antonius von Padua", "Katharina von Siena" etc. nennen.
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Viele Grüße Pascal
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  #7  
Alt 23.07.2020, 16:38
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Balle Balle ist offline männlich
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Meine katholischen "Bernardus" wurden später zu Bernard bei Heirat und Tod, erst ihre eigenen Kinder ab Mitte 19 Jhdt nannten sie Bernhard.
__________________
Lieber Gruß
Manfred


Gesucht: Herkunft von Johann Christoph Bresel (Brösel, Prehel, Brahel),
ehem. Dragoner im Churfürstlich Sächsischem ehemaligen Herzog Churländischen Regiment Chevaux Legers in Zittau.
Eheschließung 1781 in Zittau
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  #8  
Alt 23.07.2020, 18:01
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consanguineus consanguineus ist offline männlich
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Hallo zusammen!

So ähnliche Fragen plagen mich auch. Gerade hatte ich einen Jürgen, der bei einem Georg Pate steht. Also wird er selbst wohl einst auch auf den Namen Georg getauft worden sein, was aber mangels überlieferter Kirchenbücher nicht mehr nachzuvollziehen ist. Dann bekommt Jürgen, der Pastor hatte inzwischen gewechselt, unter dem Namen Gürgen einen Sohn. Dieser wiederum wird tatsächlich auch als Gürgen getauft, was wirklich die allerschrecklichste Dialektform des Namens Georg ist. Norddeutsche Radiohörer kennen noch diese herrliche, politisch erfrischend unkorrekte Comedy aus den 90ern. "Kurt und Gürgen" waren die Protagonisten. Was trage ich denn bei dem armen Gürgen nun für einen Namen ein? Jürgen als norddeutsche Form des Namens Georg, schließlich irgendwann ein eigenständiger Name geworden, geht ja eigentlich nicht, denn im Taufeintrag steht eindeutig Gürgen.

Viele Grüße
consanguineus
__________________
Suche:

Joh. Christian KROHNFUSS, Jäger, * um 1790
Anton BLANKE, Halbspänner in Kl. Rhüden, * um 1750

Joh. Andr. MAASBERG, Bürger und Windmüller in Peine, * um 1730
Daniel KRÜGER, Amtmann in Bredenfelde, * err. 1729
Georg Melchior SUDHOFF, Pächter in Calvörde, * um 1680
Dorothea v. NETTELHORST a. d. H. Kapsehden, * um 1600
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  #9  
Alt 23.07.2020, 18:44
pascho pascho ist offline
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Zitat:
Zitat von consanguineus Beitrag anzeigen
Hallo zusammen!

So ähnliche Fragen plagen mich auch. Gerade hatte ich einen Jürgen, der bei einem Georg Pate steht. Also wird er selbst wohl einst auch auf den Namen Georg getauft worden sein, was aber mangels überlieferter Kirchenbücher nicht mehr nachzuvollziehen ist. Dann bekommt Jürgen, der Pastor hatte inzwischen gewechselt, unter dem Namen Gürgen einen Sohn. Dieser wiederum wird tatsächlich auch als Gürgen getauft, was wirklich die allerschrecklichste Dialektform des Namens Georg ist. Norddeutsche Radiohörer kennen noch diese herrliche, politisch erfrischend unkorrekte Comedy aus den 90ern. "Kurt und Gürgen" waren die Protagonisten. Was trage ich denn bei dem armen Gürgen nun für einen Namen ein? Jürgen als norddeutsche Form des Namens Georg, schließlich irgendwann ein eigenständiger Name geworden, geht ja eigentlich nicht, denn im Taufeintrag steht eindeutig Gürgen.
Ich würde "Georg" nehmen und "Gürgen" unter Rufname oder Bemerkungen notieren (vielleicht noch mit Fundstelle und Datum).


Ich habe eine Dame, die konsequent mit ihrem Dialektnamen "Ockel" notiert wurde - ich hoffe ich finde irgendwann noch heraus, auf wen diese Frau tatsächlich getauft wurde.
__________________
Viele Grüße Pascal
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  #10  
Alt 23.07.2020, 18:46
pascho pascho ist offline
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Zitat:
Zitat von Balle Beitrag anzeigen
Meine katholischen "Bernardus" wurden später zu Bernard bei Heirat und Tod, erst ihre eigenen Kinder ab Mitte 19 Jhdt nannten sie Bernhard.
Du meinst sie wurden tatsächlich frz. Bernar(d) gerufen oder wurden Sie nur in den Folgeurkunden so geschrieben?


Ich habe einen Franz Theodor der während der französischen Besatzung als Francois Theodore heiratet und vermutlich als Franciscus Theodorus getauft wurde. Weder die lateinische Form noch die französische werden jemals im Alltag benutzt worden sein.
__________________
Viele Grüße Pascal

Geändert von pascho (23.07.2020 um 18:50 Uhr)
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bernard , bernardus , bernhard , gebeugt , kirchenbuch , latein , latinisiert , schreibweise

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