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  #1  
Alt 11.06.2019, 16:12
Scherfer Scherfer ist offline
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Registriert seit: 25.02.2016
Beiträge: 1.150
Standard "Genealogie ohne DNA ist möglich, aber sinnlos!"

Liebe FamilienforscherInnen,

nein, der Titel stammt nicht von mir und ich halte ihn auch persönlich für etwas überzogen, denn dann wären die vergangenen Jahrhunderte Familienforschung ja allesamt sinnlos gewesen.
Aber ich stelle den Satz dennoch mal so in den Titel, denn ich höre und lese auch immer wieder einmal das gegensätzliche Äquivalent: "Wozu brauche ich DNA-basierte Genealogie? Ich habe meinen Stammbaum ja auch so schon in den letzten Generationen komplett erforscht!"

Der Satz stammt aus einem Artikel von heute von Tobias Kemper. Im Kern geht es darin aber eben nicht um die Beleidigung der Papier-und-Stift-Familienforschung, sondern darum, dass die DNA-Forschung eine wichtige, ergänzende Facette für die genealogische Forschung darstellt, die man nicht vernachlässigen sollte, weil sie zusätzliche Informationen liefern kann. - Es würden ja schließlich auch wenige sagen: "Ich verlasse mich nur auf Kirchenbücher! Bürger- und Steuerlisten brauche ich nicht!" Warum also gibt es diese Haltung in Bezug auf DNA-Genealogie?!

Daher würde ich hier gerne einmal mit euch in einen Austausch kommen, welche Haltung ihr habt und warum. Ich bin gespannt!
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  #2  
Alt 11.06.2019, 16:25
Benutzerbild von OlliL
OlliL OlliL ist offline männlich
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Registriert seit: 11.02.2017
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Hallo,

Er schreibt, das er aufgrund der DNA Analyse Forschungsergebnisse bestätigen konnte bzw. herausfinden konnte dass sein Großvater ein Kukukskind war - nur wie? Er wird ja kaum von den Altforderen die DNA prüfen können. Wie kann man also durch seine eigene DNA feststellen, das Hansi Müller trotz Angaben in Registern nicht der Vater von Jochen Müller ist? Ginge das wenn man weitere DNA Auswertungen von Hansi Müllers weiteren Nachfahren hätten? Nur wer hat dann da recht und wer unrecht - also warum sollte dann der andere Nachfahre dann von ihm abstammen.

Irgendwie verstehe ich es noch nicht scheinbar.

Viele Grüße,
OlliL

PS: Für mich ist das Thema sehr spannend. Ich würde es aber nur in Betracht ziehen wenn es 100% anonymisiert ginge - nur welchen Mehrwert hat dies dann noch.....
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  #3  
Alt 11.06.2019, 16:45
Benutzerbild von Mr. Black
Mr. Black Mr. Black ist offline
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Grundsätzlich erachte ich diese Thematik zwar für interessant, aber praktisch für mich betrachtet, erkenne ich keinen Nutzen, noch den Sinn einer Anwendung. Davon mal abgesehen, daß ich meine DNA mit jener meiner Eltern vergleichen könnte. Ich habe keine Großeltern mehr, geschweige denn mit einem Ur davor. Wie soll ich also ein Kuckuckskind meiner x-Urgroßmutter im 17. Jahrhundert nachweisen? Offenbar habe ich irgendetwas nicht verstanden oder wo liegt mein Denkfehler?

Zitat:
Zitat von OlliL Beitrag anzeigen
Nur wer hat dann da recht und wer unrecht - also warum sollte dann der andere Nachfahre dann von ihm abstammen.
Eben.

Alles Gute

Marcus
__________________
Just a drop of water in an endless sea. All we are is dust in the wind.
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  #4  
Alt 11.06.2019, 16:50
Alter Mansfelder Alter Mansfelder ist offline
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Beiträge: 2.911
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Hallo Scherfer,

ein weiterer Artikel pro DNA-Genealogie. Die Schlussfolgerung

"In Anlehnung an Nietzsche kann man also nur zu dem Ergebnis kommen: Ohne DNA-Forschung wäre Genealogie ein Irrtum. Oder mit Loriot: Genealogie ohne DNA ist möglich, aber sinnlos."

halte ich persönlich für eine Vermengung der Forschungsmethoden: Genealogie kann sowohl ein Gegenstand der Biologie als auch der Geschichtswissenschaft sein. Jede arbeitet mit ihren Gegenständen und Werkzeugen und kommt ganz gut ohne die andere aus. Ich persönlich brauche keine DNA-Genealogie, solange sich damit Zweifelsfragen nicht eindeutig klären oder tote Punkte nicht überwinden lassen.

Ich halte es im Übrigen für irrig, dass immer behauptet wird, die Genealogie beschäftige sich (unmittelbar) mit Abstammungs- und Verwandtschaftsverhältnissen. Genau genommen beschäftigt sich die Genealogie als Historische Hilfswissenschaft nämlich nur damit, welche Abstammungs- und Verwandtschaftsverhältnisse in Quellen und/oder Literatur bezeugt sind.

Es grüßt der Alte Mansfelder
__________________
Gesucht:
- Albrecht, Gottfried, Ziegeldecker aus Aschersleben, oo wo? v. 1791
- Beilcke, Joh. Caspar, Schafmeister Südharz, oo wo? um/v. 1767
- Blendor, Blandor(t), Joh. Christian, zul. Unteroffizier, *?/oo v. 1762/+ v. 1793 wo?
- Daume, Daniel *wo? (1716), zul. Erbmüller in Stangerode
- Kaur, Johann, 1815 Soldat Magdeburger Garnison, Schneider, */oo/+ wo?
- Knispel, Michael, oo wo? um/v. 1812 (Prov. Posen) Anna Rosina Linke
- Stahmer, Jacob *wo? (1767), Soldat, zul. in Aschersleben

Geändert von Alter Mansfelder (11.06.2019 um 16:52 Uhr)
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  #5  
Alt 11.06.2019, 17:13
Benutzerbild von fps
fps fps ist offline männlich
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Moin,

ich sehe es ganz pragmatisch so:
Habe ich eine ganz bestimmte Frage bzw. ein konkretes Anliegen, und gibt es hierzu einen DNA-Test, dessen Ergebnis mir hierzu Informationen liefern könnte?
Wenn man diese Frage bejahen kann, dann wäre es sinnvoll, den entsprechenden Test durchführen zu lassen.
Wenn nicht, dann ist es eher eine Spielerei.

In jedem Fall ist die Entscheidung zu treffen, ob man den fälligen Betrag investieren möchte, sei es in Erkenntnisgewinn oder in eine Spielerei. Da fällt wohl bei unterschiedlichen Personen die Antwort verschieden aus.
__________________
Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan/Rheinland (vor 1700); Scheer/Grevenbroich und Umgebung; Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
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  #6  
Alt 11.06.2019, 17:14
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OlliL OlliL ist offline männlich
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Vielleicht auch ganz interessant zu lesen?

https://bigbrotherawards.de/2019/bio...k-ancestry_com
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  #7  
Alt 11.06.2019, 17:21
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Ja, Olli, war interessant zu lesen.

Ahnen konnten man das ja durchaus, wie die Ahnenforschung hier als Datenquelle verendet wird.
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Gruß, fps
Fahndung nach: Riphan/Rheinland (vor 1700); Scheer/Grevenbroich und Umgebung; Bartolain / Bertulin, Nickoleit (und Schreibvarianten), Kammerowski / Kamerowski, Atrott /Atroth, Kawlitzki, Obrikat - alle Ostpreußen, Region Gumbinnen
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  #8  
Alt 11.06.2019, 17:28
Benutzerbild von OlliL
OlliL OlliL ist offline männlich
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Ich bin zwiegespalten. Es interessiert mich sehr und wie gerne würde ich mir diese ganzen Auswertungen anschauen und was man alles visualisiert bekommt usw (bin halt auch Informatiker ) - aber der Schutzgedanke meiner persönlichen Daten überwiegt halt bei mir. Mal sehen wie lange dieser meinem "Spieltrieb" Stand halten kann....
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  #9  
Alt 11.06.2019, 19:38
Scherfer Scherfer ist offline
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Registriert seit: 25.02.2016
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Zitat:
Zitat von OlliL Beitrag anzeigen
Vielleicht auch ganz interessant zu lesen?

https://bigbrotherawards.de/2019/bio...k-ancestry_com
Auch dazu gibt es von Tobias Kemper eine interessante Gegenrede:
https://saecula.de/fakenews
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  #10  
Alt 11.06.2019, 20:30
gki gki ist offline
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Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
Auch dazu gibt es von Tobias Kemper eine interessante Gegenrede:
https://saecula.de/fakenews
Eine sehr langatmige Gegenrede...

Es ist aber doch ganz offensichtlich, daß das Anlegen von DNS-Datenbanken den Appettit von Strafverfolgungs- und anderen Behörden auf Zugriff darauf anregen wird.


Die angesprochene Möglichkeiten der DNS-Genealogie sind für meine Forschung jedenfalls völlig irrelevant. Mich interessiert einfach nicht, ob ich (noch mehr) entfernte Cousins in den USA habe.
__________________
Gruß
gki
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