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  #1  
Alt 20.08.2017, 21:19
salami salami ist offline
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Beiträge: 210
Standard Notbeurkundungen der Sterbefälle in den deutschen Ostgebieten 1945

Hallo zusammen,

Sterbefälle von Bewohnern der deutschen Ostgebiete 1945 bis Kriegsende wurden ja manchmal Jahre später als Notbeurkundungen in den westdeutschen Standesämtern eingetragen, wo die Hinterbliebenen nach der Flucht/Vertreibung wohnten. Eine Abschrift aller dieser Notbeurkundungen wurde an das Hauptstandesamt Hamburg geschickt, und dieses hat einen Index daraus erstellt.

Wo befindet sich dieser Index der Notbeurkundungen jetzt? Beim Standesamt I in Berlin? Hat jemand mit diesem Index Erfahrungen, das heißt: kann man damit einen Sterbefall aus den deutschen Ostgebieten 1945 finden, auch wenn man nicht weiß, in welchem westdeutschen Standesamt dieser nachbeurkundet wurde?

Und noch eine Zusatzfrage: Wurden in westdeutschen Standesämtern auch Nachbeurkundungen durchgeführt von Sterbefällen, die erst nach nach dem 8.5.1945 in den ehem. deutschen Ostgebieten vorkamen?
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  #2  
Alt 21.08.2017, 14:08
salami salami ist offline
Erfahrener Benutzer
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Beiträge: 210
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Die Zusatzfrage kann ich mir selbst beantworten: anscheinend ja, siehe hier (Tod Dezember 1945, eingetragen 1948)
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  #3  
Alt 16.01.2018, 00:20
SSydow SSydow ist offline männlich
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Registriert seit: 13.04.2009
Beiträge: 233
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Ich würde das Thema noch einmal gerne hervorholen, vielleicht hat jemand doch Kenntnis darüber
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  #4  
Alt 16.01.2018, 01:30
Benutzerbild von AUK2013
AUK2013 AUK2013 ist offline männlich
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Hallo,

von Notbeurkundungen habe ich noch nichts gehört.

Nachbeurkundungen werden nur mit einem Gerichtsentscheid möglich gewesen sein.

In meiner Familie wurde beim Amtsgericht Hamburg 1961 ein Todeserklärungsverfahren für die Eltern (+1945 Stettin)
eines Verwandten eingereicht.
Die Verwandten lebten damals auch in Hamburg.

Grüße

Arno
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  #5  
Alt 16.01.2018, 11:10
Valentin1871
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Zitat:
Zitat von AUK2013 Beitrag anzeigen
von Notbeurkundungen habe ich noch nichts gehört.
siehe bspw. http://www.lwl.org/waa-download/pdf/...Grundlagen.pdf, S. 6
Zitat:
Aufgrund der Verordnung über Personenstandsangelegenheiten vom 12. Mai 1947
mussten bei Notbeurkundungen (z.B. bei Todesfällen im KZ) in der Britischen Zone Meldungen
an das Hauptstandesamt in Hamburg erfolgen. Ab 1958 war dann für die gesamte
BRD das Standesamt I in Berlin zuständig.
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  #6  
Alt 16.01.2018, 18:32
Philipp Philipp ist offline
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Beiträge: 647
Standard

Hallo!

Aus vorgenannter Verordnung:



Artikel III

Nachträgliche Beurkundung von Sterbefällen

§ 7

Sterbefälle, die infolge der Zeitumstände noch nicht in das Sterbebuch eingetragen worden sind, sind, sofern eine der im § 33 des Personenstandsgesetzes genannten Personen ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Geltungsbereich dieser Verordnung hat, unverzüglich nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung dem Standesbeamten am Wohnsitz oder Aufenthaltsort des Anzeigepflichtigen mündlich anzuzeigen.

§ 8

Die Vorschriften des § 2 gelten entsprechend. (Anm.: Verweis auf entsprechende Verordnungen anderer Länder/Zonen)

§ 9

(1) ist der Sterbefall im Geltungsbereich dieser Verordnung eingetreten, so hat der Standesbeamte die Anzeige samt allen Unterlagen dem Standesbeamten des Sterbeorts zu übersenden. Dieser hat den Sterbefall zu beurkunden.

(2) Ist der Sterbefall außerhalb des Geltungsbereiches dieser Verordnung eingetreten, so ist er von dem Standesbeamten zu beurkunden, der die Anzeige entgegengenommen hat (Notbeurkundung).

§ 10

In den Fällen der Notbeurkundung hat der Standesbeamte eine beglaubigte Abschrift der Eintragung dem Hauptstandesamt in Hamburg zu übersenden. Dieses sammelt die Abschriften und führt darüber eine Kartei.

§ 11

Ist der Verstorbene infolge der Zeitumstände ohne ortspolizeiliche Genehmigung vor der Eintragung des Sterbefalles bestattet worden, so ist die Eintragung, sofern der Sterbefall innerhalb von drei Monaten seit dem Inkrafttreten dieser Verordnung angezeigt wird, abweichend von § 39 des Personenstandsgesetzes nicht von der Zustimmung der unteren Verwaltungsbehörde abhängig.



Soweit auszugsweise der Text der Verordnung für die britische Zone.


Die Kartei sollte sich noch beim StA I in Berlin befinden, dass die Aufgaben des Hauptstandesamtes übernommen hat. Praktische Erfahrungen damit habe ich allerdings noch nicht.

VG
Philipp
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  #7  
Alt 16.01.2018, 21:47
Benutzerbild von Weltenwanderer
Weltenwanderer Weltenwanderer ist offline männlich
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Registriert seit: 10.05.2016
Beiträge: 2.415
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Hallo salami,

sollte sich etwas herausstellen, wäre ich an einem Update interessiert. Eine Urgroßtante von mir ertrank 1945 auf der Flucht in der Oder.

LG,
Weltenwanderer
__________________
Kreis Militsch: Latzel, Gaertner, Meißner, Drupke, Mager, Stiller
Kreis Tarnowitz / Beuthen: Gebauer, Parusel, Michalski, Wilk, Olesch, Blondzik, Kretschmer, Wistal, Skrzypczyk, von Ziemietzky, von Manowsky
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Trebnitz: Stahr, Willenberg, Oelberg, Meißner, Latzel
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  #8  
Alt 17.01.2018, 08:10
salami salami ist offline
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Standard

Zitat:
Zitat von Weltenwanderer Beitrag anzeigen
Hallo salami,

sollte sich etwas herausstellen, wäre ich an einem Update interessiert. Eine Urgroßtante von mir ertrank 1945 auf der Flucht in der Oder.

LG,
Weltenwanderer
Hallo Weltenwanderer,

ich kann leider keine neuen Informationen anbieten. Eventuell würde sich eine telefonische Anfrage beim Standesamt I in Berlin nach diesem Index lohnen.
Ansonsten bliebe nur, die Wohnorte in den ersten Nachkriegsjahren von den nahen Verwandten, die mit Deiner Urgroßtante geflüchtet sind, aufzuspüren (das könnte über eine Kette von Anfragen bei den Meldeämtern geschehen) und in den entsprechenden Standesämtern nachzufragen. (Falls Du etwas findest, dann bestelle auf jeden Fall die Sammelakten mit. Darin könnte eine eidesstattliche Erklärung von Augenzeugen zum Todeshergang stehen.)
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  #9  
Alt 20.03.2018, 21:03
Philipp Philipp ist offline
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Hallo!

Ich hatte nunmehr das Vergnügen wegen eines konkreten Falles bei meinem Standesamt um die Ecke nachzufragen.

Ich hatte mal wieder kein Glück, aber vielleicht hilft es ja anderen bei der Suche:

Die Notbeurkundungen sollen bei den Standesämtern vor Ort in gesonderten Registern festgehalten worden sein, nicht zwischen den normalen Sterbefällen.

VG
Philipp
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