#1  
Alt 15.12.2017, 17:44
Galizien Galizien ist offline
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Standard Militärwaisenhäuser

Hallo an alle Mitforscher,

im Garnisonskirchenbuch von Stettin (Heirat 1797 und Tod 1811) wird unser Vorfahre Ernst Ludwig LIPHARDT *ca 1772 +1811 als Hautboist im Regiment v. Borcke bezeichnet.

Hautboisten waren Militärmusiker die u. a. in Militärwaisenhäusern musikalisch ausgebildet wurden und als Unteroffizier in die Armee eintreten konnten.

Wer hat einen Tipp für mich, wie ich mit diesem Vorwissen die Eltern des Ernst Ludwig LIPHARDT ausfindig machen kann? In den Garnisonskirchenbüchern findet sich leider kein Hinweis darauf.

Herzliche Grüße
Ursula
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  #2  
Alt 16.12.2017, 17:27
Kleinschmid Kleinschmid ist gerade online
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Zitat:
Zitat von Galizien Beitrag anzeigen
In den Garnisonskirchenbüchern findet sich leider kein Hinweis darauf.
Grundsätzlich:
Es gab nur ein Garnisonkirchenbuch von Stettin. Da kann aber die Familie nicht enthalten sein. Höchstens während eines Feldzuges - wenn überhaupt. Als Angehöriger des IR 30 sind die Amtshandlungen von ihm u. seiner Familie im Regimentskirchenbuch aufgezeichnet worden.

Das andere ist natürlich (leider) das Standardproblem bei der preußischen oder hier besser bei der altpreußische Armee: Woher stammt der Soldat XY? Die Archivalien sind ja bekanntlich 1945 verbrannt, aus denen man die Herkunft hätte feststellen können. Entweder er war Ausländer (also angeworben) oder er war Inländer (also als Wehrpflichtiger eingezogen). Als Ausländer kann er aus Frankreich, Italien oder Polen, aber auch Bayern oder Hessen usw. stammen. Als Inländer sollte er aus dem entspr. Kanton des IR 30 kommen. Das waren die Kreise: Anklam, Usedom, Demmin, z.T. Randow, mit den Städten: Anklam, Demmin, Usedom, Jarmen, Neuwarp, Ückermünde, Swinemünde, Treptow und halb Stettin.

Zur Theorie betref. Waisenhaus noch:
Für das Potsdamer Mil.-Waisenhaus gibt es auch eigene KB. Die sind sogar verkartet. Aber Tf, Tr bezieht sich nur auf das Anstaltspersonal u. Bg kommt ja nicht in Frage. Interessant wäre hier dann Kf (nicht verkartet). Die gibt es von 1727-1835 u. nochmals (?) 1769-1825. Da müßte er dabei sein - falls o.g. Theorie stimmen sollte.
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  #3  
Alt 16.12.2017, 23:59
1570126 1570126 ist offline
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Hallo,
der Familienname LIPHARDT ist in Nordhessen im Raum Kassel häufig anzutreffen, ich habe dort auch auch einige Vorfahren mit diesem Namen.

Kassel war sehr militärisch geprägt. Dort gab es auch das Kasseler Accouchier- und Findelhaus und ein Waisenhaus in welches die älteren Kinder kamen. Von dort aus ging es für vielen Jungen zum Militär.

Die Wahrscheinlichkeit ist zwar sehr gering, aber sollte er dort geboren sein, findest du vielleicht etwas in den Taufbücher der Anstalt bei Archion.

LG
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  #4  
Alt 17.12.2017, 01:10
focke13 focke13 ist offline
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Standard Hallo

Hallo
Sohn von

(1756 geheiratet Tochter 1771 da gab es doch bestimmt noch
Geschwister)
http://gedbas.genealogy.net/person/show/6036847

?????
Mfg
Focke13

Geändert von focke13 (17.12.2017 um 01:12 Uhr)
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  #5  
Alt 17.12.2017, 08:02
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Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Zitat:
Zitat von focke13 Beitrag anzeigen
Hallo
Sohn von

(1756 geheiratet Tochter 1771 da gab es doch bestimmt noch
Geschwister)
http://gedbas.genealogy.net/person/show/6036847

?????
Mfg
Focke13
Dem Vornamen nach dürfte Ernst Ludwig kaum der Sohn eines einfachen nordhessischen Dorbewohners gewesen sein.
__________________
Freundliche Grüße.
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  #6  
Alt 17.12.2017, 08:08
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Wobei Ernst Ludwig eher nach Hessen-Darmstadt weist.
Aber zu Stettin gibt es auch noch diese Familie:
https://www.archion.de/de/forum/?tx_...5baac8b9f1bdc0
__________________
Freundliche Grüße.
Fahr mal wieder U-Bahn. Linie 1.
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  #7  
Alt 17.12.2017, 08:28
Galizien Galizien ist offline
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Danke für den Tipp, aber das ist genau mein Ernst Ludwig LIPHARDT.
Ich suche schon recht lange. Nur das Sterbejahr konnte ich nun auf 1811 verifizieren.
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  #8  
Alt 17.12.2017, 08:39
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Horst von Linie 1 Horst von Linie 1 ist offline
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Guten Morgen,
Militärmusiker und zugleich begüterter Grundbesitzer.
Kann das angehen?

Aufgrund des Vornamens würde ich eher in einer nordhessischen Stadt als auf dem flachen Land ansetzen.
Bzw. auf dem Land nach begüterten oder Pfarrersfamilien Ausschau halten.
__________________
Freundliche Grüße.
Fahr mal wieder U-Bahn. Linie 1.
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  #9  
Alt 17.12.2017, 09:58
Galizien Galizien ist offline
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Danke für die vielen Antworten!


Ich werde meine weitere Suche erst einmal auf die für das IR 30 in Frage kommenden Kreise für Wehrpflichtige einschränken. Das hilft mir schon sehr weiter.
Desweiteren versuche ich an die Daten vom Potsdamer Militärwaisenhaus zu kommen. Ernst Ludwig LIPHARDT ist 1811 gestorben, sein Sohn Georg Carl Ludwig LIPHARDT wurde 1798 in Stettin geboren und war später Trompeter im 2. Rheinischen Husaren-Regiment Nr. 9. Er war also beim Tod seines Vaters 13 Jahre alt. Es wäre interessant zu wissen, ob auch Halbwaisen in den Militärwaisenhäusern ausgebildet wurden.
Alles in allem wird die Suche nach unseren musikalischen Vorfahren recht spannend und interessant.

"Kasseler Accouchier- und Findelhaus und ein Waisenhaus" werde ich mir ansehen.


"Militärmusiker und Landwirt gut bürgerlich" ob das passt frage ich mich auch. In der Heiratsurkunde von Georg Carl Ludwig LIPHARDT gibt er seinen Vater als Landwirt gut bürgerlich an. Mein Gedankengang war auch, dass Ernst Ludwig LIPHARDT aus Stettin stammen muss, wenn er dort Grundbesitz hatte. Es gibt aber auch in der Umgebung Rittergüter die verpachtet wurden. Auch dort lebten LIPHARDT. Aber das passt meiner Ansicht nach auch nicht zu einem Militärmusiker. ???


Horst von Linie 1: Woraus schließen Sie, dass die Vornamen Ernst Ludwig aus begüterten oder Pfarrersfamilien kommen könnten?

Geändert von Galizien (17.12.2017 um 10:18 Uhr)
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  #10  
Alt 18.12.2017, 10:38
Kleinschmid Kleinschmid ist gerade online
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Schönen Dank für die Rückmeldung!

Vielleicht noch nicht bekannt betref. Mil.-Musiker der altpr. Armee:

Johannes Reschke: Studie zur Geschichte der brandenburgisch-preußischen Heeresmusik (Diss. 1936), 96 Seiten mit guten Quellenangaben.

Frh. v. Ledebur (u.a.): Die Geschichte des deutschen Unteroffiziers, 1939, 1212 Seiten, hier S. 787-793.

Geändert von Kleinschmid (19.12.2017 um 15:03 Uhr)
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