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  #1  
Alt 20.08.2007, 21:01
Benutzerbild von newyork_88
newyork_88 newyork_88 ist offline
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Standard Verschollen im 2. WK. Sterbeurkunde?

Hallo,
Eine Sache, über die ich mir schon längere Zeit Gedanken mache:
Existiert von im 2. Weltkrieg verschollenen Soldaten bei irgend einem Standesamt eine Sterbeurkunde?
Es geht mir um meinen Urgroßvater. Er kämpfte 1944 in Bessarabien, letztes "Lebenszeichen" von ihm ist ein Brief vom 28.05.1944, seitdem weiß man nichts mehr über ihn. Seine Frau und Kinder haben zu dem Zeitpunkt noch in Westpreußen gewohnt und sind anfang 1945 von dort nach Schleswig-Holstein geflüchtet, dort kamen sie Ostern 1945 an.
Am 11.03.1952 hat meine Urgroßmutter ihren Mann beim Amtsgericht Heide in Schleswig-Holstein für tod erklären lassen, die Frist für ihn, sich zu melden, lief am 27.06.1952 aus. Dieses Dokument liegt mir vor.
Meine Frage: Wurde irgendwo (in Westpreußen oder in Heide) eine Sterbeurkunde für meinen Urgroßvater geschrieben? Mich interessiert es, weil auf Dieser auch die Eltern bzw. deren letzter Wohnort stehen müsste, der mir bisher unbekannt ist.
Vielleicht weiß jemand mehr?!

Grüße
Timm
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  #2  
Alt 20.08.2007, 22:55
Friedhard Pfeiffer Friedhard Pfeiffer ist offline
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Standard RE: Verschollen im 2. WK. Sterbeurkunde?

Hallo,
über den militärischen Werdegang müssten doch bei der WASt, Eichborndamm 179, 13403 Berlin, Unterlagen vorliegen. Den Sterbefall hat sicher das Standesamt I in Berlin, Rückerstr. 9, 10119 Berlin, beurkundet.
Über Eltern und den Wohnort werden Sie allerdings keine Angaben finden.
Wie heißt denn der Betroffene?
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer
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  #3  
Alt 20.08.2007, 23:29
Benutzerbild von newyork_88
newyork_88 newyork_88 ist offline
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Registriert seit: 24.01.2007
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Standard RE: Verschollen im 2. WK. Sterbeurkunde?

Hallo Herr Pfeiffer,
mein Urgroßvater hieß Wilhelm Schulz und wurde am 24.07.1912 geboren. Er war zuletzt Obergefreiter in Rumänien-Bessarabien. Seine Eltern hießen Friedrich Schulz und Karoline geb. Strick. Über diese Personen habe ich bisher überhaupt noch keine Lebensdaten herausfinden können, nur einige Wohnorte:
- Warzeln, Kreis Marienwerder, Westpreußen (1901)
- Riesenwalde, Kreis Rosenberg, Westpreußen (1912)
- Dakau, Kreis Rosenberg (1917/20)
- Teschendorf, Kreis Rosenberg (1935)
Sie haben aber weder in Warzeln geheiratet (1895-1901) noch sind sie in Teschendorf gestorben (1935-1944). Meine Großmutter kannte das Ehepaar noch. Sie war als Kind auf der Beerdigung der Ehefrau (sie schätzt, das sie so 4/5 Jahre alt war), dort hat sie auch den Ehemann gesehen, schwer krank im Bett liegend. Das müsste so 1940 rum gewesen sein. Wo das war, kann sie mir aber nicht mehr sagen.

Grüße
Timm
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  #4  
Alt 21.08.2007, 00:27
Friedhard Pfeiffer Friedhard Pfeiffer ist offline
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Registriert seit: 03.02.2006
Beiträge: 5.080
Standard RE: Verschollen im 2. WK. Sterbeurkunde?

Hallo,
Schulz mit Geburtsdatum 24.07.1912 sind zunächst beim Volkbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge ein Bernhard vermißt seit 01.01.1943 in Stalingrad und ein Franz vermißt seit 01.01.1945 in Insterburg/Nordenburg/Norkitten zu finden.
In Warzel(n) werden sie wohl nicht geheiratet haben. Standesamtlich war das Standesamt Klötzen zuständig, kirchlich ev. Groß Tromnau, kath. Groß Schönwalde. Leider sind nur die standesamtlichen Heiratsregister von 1888, 1905 und 1907 erhalten. Die ev. Kirchenbücher sind beim Evangelischen Zentralarchiv Berlin vorhanden. Die kath. Kirchenbücher sind ab 1875 bei Parafia rzymskokatolicka sw. Narodzenia Najswietszej Maryi Panny, Szynwald, PL-86-320 Lasin, vorhanden.
Teschendorf, wohl Kreis Stuhm, gehörte zum Standesamtsbezirk Stangenberg. Dessen Standesamtsregister werden, soweit sie jünger als 100 Jahre sind, bis 1938 beim Standesamt Niklaskirchen verwahrt.
Mit freundlichen Grüßen
Friedhard Pfeiffer
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  #5  
Alt 21.08.2007, 00:35
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Svenja Svenja ist gerade online weiblich
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Hallo Timm

Deine Fragen bezüglich des im 2. Weltkrieg Verschollenen Vorfahrens stellst du am besten in folgendes Forum (ins Unterforum Vermisste und Gefallene Personen von 1939-45):

http://www.vksvg.de/

Dort gibt es viele kompetente Leute, die dir z.B. auch weitere Informationen zum Kriegsgeschehen in Rumänien/Bessarabien zum fraglichen Zeitpunkt geben können. Bevor du dort dein Fragen postest liest du am besten zuerst die Unterforen "Suchanleitung" und "Hilfsthemen" durch. Dadurch erhältst du schon mal einen ersten Überblick welche Dokumente du bei welchen Archiven anfordern kannst.

Gruss
Svenja
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Interessengemeinschaft Oberbayern http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=38

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  #6  
Alt 21.08.2007, 17:00
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newyork_88 newyork_88 ist offline
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Standard RE: Verschollen im 2. WK. Sterbeurkunde?

Hallo,
vielen Dank für die ganzen hilfreichen Tipps.
Ich werde die Tage mal einen Brief an das Standesamt I in Berlin (wegen der Sterbeurkunde) schicken. Einen Antrag wegen der militärischen Laufbahn habe ich gestern noch online abgeschickt. Mal sehen wie lange es dauert, bis ich Antwort bekomme. Auf der Seite der WASt steht bis zu 5 Monate, beim Standesamt I glauch ich sinds 11 Monate oder?
Das andere Forum hab ich auch schon überflogen, scheint generell hilfreich für die Suche nach Kriegsteilnehmern.
Herr Pfeiffer, wie meinen sie das, das auf der Sterbeurkunde keine Elternangaben zu finden sind, unterscheidet sich diese von Anderen? Weil auf normalen Sterbeurkunden sind ab ca. 1938-in die 50er im Normalfall die Eltern und deren Wohnort/letzter Wohnort angegeben.

Grüße
Timm
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  #7  
Alt 12.09.2007, 17:50
Nove Nove ist offline
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Standard RE: Verschollen im 2. WK. Sterbeurkunde?

Hallo,

eine Anfrage für Sterbeurkunde egal wo, ist bei einem Vermissten und für Tod erklärten des 2. Weltkrieges nicht zu bekommen. Die WAST in Berlin wird einen Standardbrief schicken und das war's. Du kannst über den Suchdienst DRK in München eine Anfrage stellen. Fordere direkt eine Stellungnahme zur Todeserklärung. Des weiteren gibt es über den DRK Suchdienst eine sogenannte Bild-Liste.
In dieser sind alle Vermissten des 2. Weltkrieges enthalten!
Wichtig bei allen Anfragen sind folgende Dinge:
1. Name (ev. auch Rufname)
2. Nachname
3. Geburtsdatum/Geburtsort
4. Feldpost Nr. wenn vorhanden (alte Feldpost Briefe aus dem Krieg)
5. Dienstgrad und Einheit (Feldpostbriefe od. Info von Verwandten)

Da viele Akten u Militärunterlagen über Bessarabien verloren gegangen sind, gibt es hierzu sehr wenig zuverlässige Angaben.

Mit die beste Anlaufadresse sind:
WAST - Berlin
Vermisst in Bessarabien (mit Soldatenfriedhöfen u Belegung)
Vermisst-gefallen.net (die beste und kompetentesten Personen)
VDK- Bedingt

Grüße Nove
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  #8  
Alt 16.09.2007, 22:57
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Svenja Svenja ist gerade online weiblich
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Hallo Nove und Timm

Wieder mal ein Beitrag, den ich verspätet entdecke.

Was meinst du, Nove, mit Stellungnahmen zur Todeserklärung? Meinst die Aussagen von Heimkehrern aus russischer Gefangenschaft? Oder meinst du einen Auszug aus dem Buch für Todeserklärungen?

Ersteres gibt es beim DRK Suchdienst in München, letzteres aber beim Standesamt 1 in Berlin.

Es ist falsch, dass in der Vermisstenbildliste alle Vermissten des 2. Weltkrieges enthalten sind. Man findet dort nur diejenigen, die Mitte der fünziger Jahre immer noch als Vermisst/Verschollen galten.

Im übrigen habe ich Timm bereits weiter oben in diesem Thread den richtigen Link zum "Vermisst-Gefallen" Forum angegeben und er hat es auch schon angeschaut.

Zudem habe ich ihn ebenfalls darauf hingewiesen, dort zuerst die Unterforen "Suchanleitung" und "Hilfsthemen" durchzulesen, dort werden auch die in diesem Posting angesprochenen Themen erläutert.

Gruss
Svenja
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  #9  
Alt 19.09.2007, 20:34
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newyork_88 newyork_88 ist offline
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Hallo Svenja und Nove,
entschuldigt, dass ich erst so spät auf eure Beiträge antworte, aber ich wollte mich die letzten Wochen erstmal voll auf meine am 01.09. angefangene Berufsausbildung konzentrieren
Also, ich habe jetzt (am 23.08.) einen Brief an das Standesamt I in Berlin geschrieben, wegen einem Auszug aus dem Buch für Todeserklärungen. Ich erwarte aber von dort Antwort frühestens in ca. 9 Monaten (was man so liest, haben die dort ja einen ziemlich langen Vorlauf).
Eine Anfrage bezüglich des militärischen Werdegangs von meinem Urgroßvater habe ich online an die WASt am 20.08. abgeschickt und ich habe von dort auch schon eine Eingangsbestätigung mit Aufforderung zum Familiennachweis (durch Urkunden) bekommen (am 31.08.). Daraufhin habe ich Kopien von Urkunden und Familienbucheinträgen dorthin geschickt, die meine direkte Nachkommenschaft (eigentlich) belegen sollten. Außerdem wurde mir mitgeteilt, das es bis zu 8 Monate dauern kann, bis die Suche abgeschlossen ist.
Ich bin also mal gespannt. Sobald ich etwas Neues weiß, werde ich mich melden!
Jetzt erklärt sich mir auch, warum auf der angeblichen "Sterbeurkunde" von meinem Urgroßvater keine Elternangaben zu finden sind
Svenja, meinst du, das die Vermisstenbildstelle noch ein Bild von ihm besitzt? Meine Urgroßmutter hat ihn wie gesagt erst anfang der 50er Jahre für tod erklären lassen, er ist bis heute verschollen!
Aber trotzdem vielen vielen Dank für die ganzen Infos! Das werd ich mir merken...

Grüße
Timm
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  #10  
Alt 19.09.2007, 22:35
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Svenja Svenja ist gerade online weiblich
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Hallo Timm

Ich denke du solltest auf jeden Fall mal beim DRK-Suchdienst anfragen, ob er in der Vermisstenbildliste auftaucht. So viel ich weiss, sind diese aber nach Einheiten geordnet, also müsstest du seine Einheit kennen. Frag am besten auch gleich nach den Unterlagen der Vermisstenregistrierung. Da er vermutlich zuletzt in Bessarabien war, könnte er auch in russische Kriegsgefangenschaft geraten sein. Wie du zu diesem Thema nachforschen kannst, wird auch im von mir weiter oben angegebenen Forum erklärt.

Gruss
Svenja
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