#1  
Alt 26.10.2019, 21:18
Balzer Balzer ist offline
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Die Suche betrifft das Jahr oder den Zeitraum: 1953 -1954
Genaue Orts-/Gebietseingrenzung:
Konfession der gesuchten Person(en):
Bisher selbst durchgeführte Internet-Recherche (Datenbanken):
Zur Antwortfindung bereits genutzte Anlaufstellen (Ämter, Archive):


Hallo,

ich möchte gerne wissen ob man Zugang haben kann zu den Archiven von Tempelhof. Kann man wissen wer nach dem 17sten Juni 1953 von Berlin nach Frankfurt am Main geflogen ist um die DDR definitiv zu verlassen ?

Vielen Dank im voraus für jeder Hinweis.

MfG
Andrée
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  #2  
Alt 26.10.2019, 21:50
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Hallo
Also der Flughafen hat kein Archiv.
Aber es gab Aufnahmelager, wo die DDR-Flüchtlinge üblicherweise aufgenommen wurden. Vielleicht ist die Person dort verzeichnet.
__________________
Viele Grüße

Geändert von Anna Sara Weingart (26.10.2019 um 21:54 Uhr)
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  #3  
Alt 26.10.2019, 22:08
Balzer Balzer ist offline
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Vielen Dank Anna Sara für die Antwort.

Die Person die ich suche lebte in Hohen Neundorf bei Berlin. Sie hat nach dem 17sten Juni, Ihre Sachen die sie mitnehmen wollte, einer Freundin in West Berlin gebracht. Ich glaube nicht, dass sie von einem Aufnahmelager in der DDR aufgenommen wurde.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Sonntag.

Andrée
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  #4  
Alt 26.10.2019, 23:07
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist gerade online
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Sie haben mich missverstanden.
Als "DDR-Flüchtling" wird jemand bezeichnet, der aus der DDR in die BRD flüchtete.
In der BRD (= RFG République Fédérale d'Allemagne) gab es Aufnahmelager für diese Flüchtlinge.

Also Sie wissen nicht, ob diese Person die DDR wirklich verlassen hat?
Sie möchten herausfinden, wie der weitere Lebensweg dieser Person verlief?
__________________
Viele Grüße
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  #5  
Alt 27.10.2019, 01:19
gustl gustl ist offline
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Hallo Andrée,
im allgemeinen war das so (und zwar ganz egal, wann): Wenn man aus der DDR nach Westberlin kam, brauchte man ja Papiere. Die waren ohne die Meldung im Notaufnahmhelager Marienfelde nicht zu bekommen. Das wäre also die erste Anlaufstelle, siehe hier:
https://www.notaufnahmelager-berlin.de/de/.
Mit diesen Papieren war es dann natürlich möglich, vom Flughafen Tempelhof in die Bundesrepublik zu fliegen. Der Landweg war in den ersten Jahren nach Verlassen der DDR nicht möglich, man galt ja als Republikflüchtling.

Man konnte sich aber selbstverständlich in der BRD niederlassen.
Marienfelde war das zentrale Notaufnahmelager, seit 1953 glaube ich. Davor gab es in den Teilen der Stadt, die sich die Westalliierten geteilt hatten, jeweils getrennte Aufnahmestellen.
Wie und wo Unterlagen über diese Menschen vorhanden sind und wo man die finden kann, das weiß ich nicht so genau. Westberlin stand ja unter alliierter Verwaltung. Das kann man Dir aber in der Gedenkstätte sicher sagen.
Beste Grüße
Cornelia
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  #6  
Alt 27.10.2019, 10:43
Balzer Balzer ist offline
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Hallo Anna Sara und Cornelia,

Vielen Dank für die Antworten.

Es tut mir Leid dass ich nicht besser Deutsch kann, aber Deutsch ist nicht meine Muttersprache.

Ich wollte eigentlich nur wissen mit welchem Flugzeug die Dame geflogen ist und am welchem Tag. Ihre Geschichte kenne ich sehr gut.

Sie hat nach den Unruhen vom 17ten Juni 1953 nicht mehr in der DDR oder auch West Berlin leben wollen. Sie lebte bis Ende Ihres Leben in Karlsruhe. Vielleicht könnte ich bei den Landesarchiven von Hessen oder Baden-Württemberg schreiben.

Ich werde auch bei der Gedenkstätte von Tempelhof schreiben. Vielleicht haben sie einen Tip.

Vielen Dank für das Interese an der Frage.

Mit freundlichen Grüsse

Andrée
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  #7  
Alt 27.10.2019, 11:44
Balzer Balzer ist offline
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Hallo,

ich habe die Unterlagen von Marienfeld geguckt. Vielleicht ist sie doch duch dieses Lager passiert ; aber sie brauchte keine Unterkunft da sie in Hohen-Neuendorf ihre Wohnung hatte. Ich glaube , dass zu dieser Zeit, die Leute von Hohen - Neuendorf bei Berlin mit der SBahn nach West Berlin fahren konnten. Am Bahnhof standen zwar die Russen, die die Papiere kontrolliert haben, aber wenn die in der Ordnung waren, konnten sie die Linie 1 nehmen und dann, zum Beispiel , in Frohnau oder Hermsdorf aussteigen.

Mit freundlichen Grüssen

Andrée
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  #8  
Alt 27.10.2019, 22:01
gustl gustl ist offline
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Hallo Andrée,
ja man konnte damals mit der S-Bahn von Hohen Neuendorf nach Westberlin fahren. Deine Gesuchte brauchte aber einen westdeutschen Ausweis, um Westberlin verlassen zu können. Den bekam sie nur, wenn sie vorher in einem Aufnahmelager war. Sie musste dort nicht wohnen, sie konnte auch bei Freunden wohnen. Ich weiß nicht, ob sie ihren DDR-Ausweis behalten konnte, ich glaube nur mich zu erinnern, dass man diesen Ausweis abgeben musste.
Mit welchem Flugzeug sie dann Westberlin verlassen hat, wird sich nicht mehr feststellen lassen. Das waren ja private Fluggesellschaften. Dort werden sich keine Unterlagen mehr finden lassen. (Es war höchstwahrscheinlich die PanAm und die gibt es ja nicht mehr.)
Wenn Du weißt, dass sie in Karlsruhe gelebt hat, dann kannst Du versuchen, die Meldeunterlagen bei der Stadt anzufordern.

Beste Grüße
Cornelia
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  #9  
Alt 27.10.2019, 22:35
Balzer Balzer ist offline
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Vielen Dank Cornelia. Ja, ich glaube schon, dass das nicht so einfach sein wird dieses Datum zu finden. Ich werde dann bei der Stadt Karlsruhe einmal sehen ob Sie Unterlagen haben.
Das Datum ist ja nicht so wichtig aber ich dachte nur dass es interessant wäre es zu kennen.
Was mir jetzt einfällt, durch diese Diskussion, ist, wie lange und wo war sie in FF am Main, untergebracht ? Die Archiven der Stadt müssen doch irgendwo die Akten von diesen Leuten haben.
Also nochmals danke schön an Allen. Es war interessant und ich habe auch jetzt eine besseres Wissen über diese Zeit.
Wenn ich was finde werde ich es euch sagen.
Gute nacht
Andrée
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  #10  
Alt 31.10.2019, 16:17
Gerrit Gerrit ist offline männlich
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Hallo Andrée,

bis 1960 wurde man nicht immer in der S-Bahn kontrolliert, wenn man vom Ostsektor in die Westsektoren fuhr. Dazu brauchte man keinen westdeutschen Reisepass. Wurde man kontrolliert, musste man sehr genau erklären, warum man unterwegs war und man wurde ggf. auf Schmuggelware untersucht.

Fuhr man - wie meine Großeltern - einfach mit der Bahn in den Westsektor, musste man sich bei der Aufnahmestelle in Marienfelde melden, um bundesdeutsche Papiere zu erhalten und den Flüchtlingsstatus zu klären. Auf der Webseite des Aufnahmelagers Marienfelde ist das Verfahren gut beschrieben. Hierbei ging es auch darum, dass man Spione und Agitatoren entlarvte.

Somit wird die Person sich erst dort gemeldet haben müssen, um überhaupt mit dem Flugzeug von Tempelhof aus fliegen zu können. Den gleichen Weg nahmen meine Großeltern 1959. S-Bahn in den Westen; Meldung Aufnahmelager, 3 Wochen Unterbringung in einer Pension, nach Klärung des Status Flug Tempelhof-Hannover.

Zum Flug selber wird es keine Unterlagen mehr geben, aber Du kannst dem BAMF (http://www.bamf.de/DE/Startseite/startseite-node.html) eine freundliche Email schreiben und um die Flüchtlingsakte bitten. Ich habe diese eingesehen und fand sie super spannend. Schreiben denen aber gleich, dass Du nicht in Deutschland lebst - ich musste einen Termin in einer Behörde machen und die Akte wurde nur dorthin geschickt.

Schreibe mich per PN an, wenn ich Dich unterstützen soll.

VG

Gerrit
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