#1  
Alt 03.07.2019, 12:22
IchVersuchsMal IchVersuchsMal ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 24.01.2016
Ort: KA
Beiträge: 532
Standard Vaterschaft anerkannt

Hallo,


ich habe hier mal einen Fall, da ist auf einer Geburtsurkunde eine Randnotiz.
Nach der wäre eine Vaterschaft anerkannt worden.


Soweit so gut. Es könnte ja ein uneheliches Kind gewesen sein.
Allerdings ist es ja nicht sicher, ob es ein leibliches Kind war.



Wie würdet Ihr mit diesem Kind im Stammbaum umgehen?


Das Kind als leibliches Kind ansehen?
Oder davon ausgehen, das es nicht leiblich ist und somit nur eine Notiz machen aber zum Kind nicht weiter aktiv forschen?


Viele Grüße,
Jürgen
__________________
Suche Informationen zu Familien
Heinrich (Kreis Brieg, Umgebung von Sacken und Brockau)
Meisel, Neugebauer (Kreis Brieg, Falkenberg, Breslau)


Seidel (Kreis Brieg; Insbesondere Groß Jenkwitz; verstorben bei Breslau)
Meisel, Meister und Neugebauer (Kreis Gnesen; Umgebung von Hohenau, Falkenau)


Grab von Friedrich Wilhelm Urban (+ Ost-Berlin)


Rechner, Zinsinger in/um Staudheim (Rain)
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 03.07.2019, 22:12
Benutzerbild von AKocur
AKocur AKocur ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 28.05.2017
Ort: Aachen
Beiträge: 678
Standard

Hallo Jürgen,

also ich werte Kinder, bei denen die Vaterschaft durch einen Mann anerkannt wurde, auch immer als deren leibliche Kinder. Warum sollte denn jemand auch ein Kind als das seinige anerkennen, wenn er nicht davon ausging, der Vater zu sein?

Bei den Vätern können wir uns ja eigentlich nie sicher sein, ob die Kinder wirklich leibliche Kinder sind, Ehe hin oder her. Da würde ich uneheliche Kinder nicht anders bewerten als eheliche Kinder.

LG,
Antje
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 04.07.2019, 00:15
IchVersuchsMal IchVersuchsMal ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 24.01.2016
Ort: KA
Beiträge: 532
Standard

Naja. Ich hatte mal einen Arbeitskollegen dessen Frau brachte vier Kinder in die Ehe und er entschied sich dafür bei der Hochzeit diese vier Kinder als die seinigen anzuerkennen.
Die leiblichen Väter hatten somit das Glück das sie nicht mehr zahlen mussten.
__________________
Suche Informationen zu Familien
Heinrich (Kreis Brieg, Umgebung von Sacken und Brockau)
Meisel, Neugebauer (Kreis Brieg, Falkenberg, Breslau)


Seidel (Kreis Brieg; Insbesondere Groß Jenkwitz; verstorben bei Breslau)
Meisel, Meister und Neugebauer (Kreis Gnesen; Umgebung von Hohenau, Falkenau)


Grab von Friedrich Wilhelm Urban (+ Ost-Berlin)


Rechner, Zinsinger in/um Staudheim (Rain)
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 04.07.2019, 06:46
fajo fajo ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 08.10.2018
Ort: Flensburg
Beiträge: 194
Standard

@ Antja
Genau so sehe ich es auch. Ich nehme die Kinder so in meinen Stammbaum wie von den Vorfahren entschieden und respektiere somit einfach deren Entscheid.
Wir wissen wir ja alle das es keiner Eheschließung bedarf um neues Leben zu schaffen .
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 04.07.2019, 07:30
Benutzerbild von AKocur
AKocur AKocur ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 28.05.2017
Ort: Aachen
Beiträge: 678
Standard

Zitat:
Zitat von IchVersuchsMal Beitrag anzeigen
Naja. Ich hatte mal einen Arbeitskollegen dessen Frau brachte vier Kinder in die Ehe und er entschied sich dafür bei der Hochzeit diese vier Kinder als die seinigen anzuerkennen.
Die leiblichen Väter hatten somit das Glück das sie nicht mehr zahlen mussten.
Wenn die leiblichen Väter vorher zahlen mussten, sind sie ja namentlich auch bekannt gewesen. Ich kenne so einen Fall selbst aus der Perspektive eines solchen 'nicht mehr zahlen müssenden Vaters'. Das war allerdings keine Vaterschaftsanerkennung durch den neuen Ehemann der Mutter, sondern eine Adoption des Kindes nachdem der leibliche Vater auf seine Rechte verzichtet hatte.

Früher war aber die Einstellung zu Familie aber doch eine andere als die unsere heute. Ich habe z.B. in meinen Forschungen einige uneheliche Kinder von Müttern, die später nicht den Kindsvater heirateten und die ganz selbstverständlich mit im Haushalt von Mutter und Stiefvater großgezogen wurden. In einem Fall hat so ein Kind nacher später sogar den Namen ihres Stiefvaters als Genannt-Namen getragen, aber sie wurde niemals von ihrem Stiefvater als sein eigenes Kind anerkannt, auch wenn ich absolut davon ausgehe, dass sie - bis auf das Erbe - von den "Eltern" genauso behandelt wurde, wie ihre ehelich geborenen Halbgeschwister.

LG,
Antje
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 08.09.2019, 17:25
Benutzerbild von UlrikeMe
UlrikeMe UlrikeMe ist offline weiblich
Benutzer
 
Registriert seit: 04.09.2019
Ort: Graz
Beiträge: 14
Standard

Hallo,

Ich hänge mich einmal an diesen Thread an, meine Frage passt da irgendwie dazu.

Mein Großvater wurde zwar ehelich geboren, war aber das "Produkt" eines Seitensprunges seiner Mutter. Diese starb ein paar wenige Jahre nach der Geburt meines Großvaters und hat den Seitensprung auf dem Totenbett ihrem Ehemann gestanden. Dieser hat ihr vergeben, angeblich mit den Worten: "Macht ja nichts, er (mein Großvater, Anm.) ist ja trotzdem mein Bub."
Dieser Mann ist auch immer in den Dokumenten meines Großvaters als Vater geführt.

Der biologische Vater kümmerte sich überhaupt nicht um meinen Großvater. Erst als er starb, ging ein Geldbetrag an meinen Großvater, vermutlich wurde das testamentarisch so festgelegt.

Mein Großvater hat das nur meiner Großmutter, also seiner Ehefrau, erzählt. Von seinem "juridischen" Vater sprach er immer sehr positiv, er achtete und schätzte ihn.
Erst nach dem Tod meines Großvaters hat unsere Großmutter ihren Töchtern davon erzählt, ich erfuhr das erst nach dem Tod meiner Großmutter. Somit ist auch nicht bekannt, wie der biologische Vater meines Großvaters hieß.

Wie gehe ich nun damit im Stammbaum bzw. in der Familienchronik damit korrekt um?

Beste Grüße,
Uli
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 08.09.2019, 18:53
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.10.2011
Beiträge: 3.442
Standard

Hallo,

für mich sind das zunächst mal drei Paar Stiefel:
1. ehelich geboren, weil die Mutter zum Zeitpunkt der Geburt verheiratet war (juristisch gilt der Ehemann als Vater)
2. "rückwirkend" ist klar, der Ehemann ist nicht der Vater
3. der biologische Vater ist nicht bekannt

Für Deinen Stammbaum ist folglich für mich klar, dass der Zieh-Vater da nicht hingehört (keinerlei Verwandtschaft)

Für Deine Familienchronik sieht das für mich anders aus, denn es ist "sein Bub" gewesen, er hat die Vater-Rolle voll und ganz übernommen, dem gebührt Respekt! Also hat er mit Fug und Recht verdient, in die Chronik aufgenommen zu werden, und ich würde explizit zum Ausdruck bringen, dass es nach eigener Aussage (und Gefühl) "sein Bub" gewesen ist.
__________________
Herzliche Grüße,
Scheuck
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 08.09.2019, 19:59
Benutzerbild von Bergkellner
Bergkellner Bergkellner ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 15.09.2017
Ort: nicht mehr ganz so nah an Butjadingen
Beiträge: 1.125
Standard

Zitat:
Zitat von AKocur Beitrag anzeigen
Früher war aber die Einstellung zu Familie aber doch eine andere als die unsere heute. Ich habe z.B. in meinen Forschungen einige uneheliche Kinder von Müttern, die später nicht den Kindsvater heirateten und die ganz selbstverständlich mit im Haushalt von Mutter und Stiefvater großgezogen wurden. In einem Fall hat so ein Kind nacher später sogar den Namen ihres Stiefvaters als Genannt-Namen getragen, aber sie wurde niemals von ihrem Stiefvater als sein eigenes Kind anerkannt, auch wenn ich absolut davon ausgehe, dass sie - bis auf das Erbe - von den "Eltern" genauso behandelt wurde, wie ihre ehelich geborenen Halbgeschwister.

LG,
Antje
Genau so war es bei meiner Mutter. Mein Großvater gab ihr seinen Namen, sie wurde behandelt wie die anderen Kindern aus der Ehe - aber nicht vom Stiefvater adoptiert. Das Warum hat sie ihr ganzes Leben beschäftigt bis heute...

Ich kann ihr da allerdings mit der Ahnenforschung keine Antwort geben, ebenso wenig auf die Frage, wieso ihr leiblicher Vater nichts von ihr wissen wollte. - Wobei, da gehe ich davon aus, dass er darüber enttäuscht war, das meine Großmutter nur ein Mädchen zur Welt gebracht hatte, das werde ich ihr aber nie sagen!

Lg, Claudia von den bergkellners
__________________
Wer lesen kann, ist besser dran!(Andreas' Opa Fred)
Nierngstwuh giehts so zu wie uff dar Walt!(Claudias Uroma Anna)

Suchen immer:
Loewe - Steinau an der Oder/Schlesien(vor 1850)
Heine - Glogau/Schlesien(vor 1850)
Hollenstein - Bleiwäsche/Westfalen(vor 1710)
Ulich - Neukirchen b. Stollberg(um 1710)
Rothbart - Kröslin/Pommern(um 1740)
Mädtke - Grambin und Umgebung/Vorpommern(vor 1840)
Buden/Budin - Wriezen u.U./Brandenburg(um 1700)
Kellner/Gevers - Hannover Stadt u.U.(um 1700)



Geändert von Bergkellner (08.09.2019 um 20:01 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 09.09.2019, 16:21
Benutzerbild von UlrikeMe
UlrikeMe UlrikeMe ist offline weiblich
Benutzer
 
Registriert seit: 04.09.2019
Ort: Graz
Beiträge: 14
Standard

Hallo,

@scheuck: Danke für deine Gedanken, das hat mir wirklich weitergeholfen. Nachdem ich den Stammbaum ja in einer Familienchronik "verpacke", kann ich das gut unterbringen, indem ich den Sachverhalt darstelle und dann diesem Mann, der auch meinen vollen Respekt hat, den gebührenden Platz einräume.

Beste Grüße,
Uli
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 11:58 Uhr.