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  #1  
Alt 29.03.2021, 09:44
Benutzerbild von Christian40489
Christian40489 Christian40489 ist offline männlich
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Standard Doppelt vorkommende Vornamen bei Kindern desselben Ehepaars in Schemmern

Hallo zusammen,

generell kommt es zwar häufiger vor, dass Eltern einem Kind den Namen eines älteren, aber früh verstorbenen Kindes geben. Kürzlich bin ich aber auf eine ganz andere Variante gestoßen. Die selben Eltern Valentin Dilchert und und Catharina Elsabeth Schade haben einen am 20.07.1827 geborenen Sohn Nikolaus (keine weiteren Vornamen), der 1841 mit Nennung seines Geburtsdatums konfirmiert wird. Von ihm sind die Geburt eines unehelichen Kindes sowie zwei Ehen überliefert. In beiden Traueinträgen wird sein Geburtsdatum genannt. Trotzdem lassen die Eltern Dilchert Schade am 20.05.1830 noch einen Sohn auf den Namen Nikolaus (keine weiteren Vornamen) taufen. Im Taufregister ist ein Randvermerk "+ 22.6.[18]31. Der entsprechende Eintrag im Sterbebuch nennt das Sterbedatum, das Geburtsdatum und die Namen der Eltern. Jeder Zweifel ausgeschlossen!

Das ist in 38 Jahren Familienforschung für mich der erste Fall, in dem ein Elternpaar zwei lebende Kinder auf den gleichen Namen taufen lässt. Sind Euch schon einmal ähnliche Fälle begegnet? Ich bin auf Euer Feedback gespannt.

Viele Grüße

Christian
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suche für mein Projekt www.Familienforschung-Freisewinkel.de alles zum Namen Freisewinkel, Fresewinkel, Friesewinkel.
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  #2  
Alt 29.03.2021, 10:18
Benutzerbild von Mr. Black
Mr. Black Mr. Black ist offline
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Hallo Christian,

in dem Kontext fällt mir spontan meine Urgroßmutter ein, die Amalie Martha hieß - ihre ältere - lebende - Schwester hieß: Amalie Martha. Beide Mädchen trugen also identische Vornamen. So hieß sie auch noch bei ihrer Heirat - bei ihrem ersten Kind tauchte plötzlich der Name Hulda auf; ich vermute, im Sinne einer Abgrenzung zu ihrer Schwester.

Wenn ich mich recht erinnere, habe ich noch einen weiteren Fall, wo zwei (lebende) Kinder identische Namen hatten. Allerdings bei einer sechsstelligen Personenanzahl, die ich aktuell verwalte. Also tritt das bei mir extrem selten auf.

Alles Gute

Marcus
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  #3  
Alt 29.03.2021, 10:43
Ingenieur Ingenieur ist offline
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Ich habe auch einen Fall, das zwei Kinder in dem Geburtszeitraum ca. 1850 den gleichen Vornamen bekamen. In den Standesamtsunterlagen der Sterbeeinträge haben sie den Zusatz "der Jüngere" und "der Ältere".

Ist mir bislang aber nur dieses eine mal untergekommen. Ansonsten die Variante ein Kind nach dem früh verstorbenen Geschwister zu Benennen habe ich häufiger.

Warum sie das taten erschließt sich mir überhaupt nicht.
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  #4  
Alt 29.03.2021, 11:16
holsteinforscher holsteinforscher ist offline
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Moinsen zusammen,
in vielen Familien war es ja nicht unüblich, gewisse Vornamen, z.B. des Vaters, Schwiegereltern, Großeltern, zu vererben. Innerhalb meiner Vorschung, vätlerl. Linie, um 1680, war es der Vorname Carsten, später, so um 1750, war es dann der Vorname Jürgen. Gibt es evtl. Hinweise, ob Kind 1. bei der Geburt schwächlich war, evtl. sogar die Nottauf erhalten hat, ggf. ein frühes Ableben zu erwarten war, dieser Fall jedoch erst viel später/nicht eintrat...?
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Die besten Grüsse von der Kieler-Förde
Roland...


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  #5  
Alt 29.03.2021, 11:21
Malte55 Malte55 ist offline
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Moin,
das läßt sich nicht so leicht beantworten. Solche Fälle habe ich meist nur wenn der nächstgeborne der Vorname durchgestrichen wurde und mit einem anderen ersetzt wurde. An den Paten kann man dann erkennen, das wohl der gestrichene Vorname tatsächlich falsch war. Aber gleichzeitig weiß man ja auch nie, hat es der Schreiber selbst verbessert oder war da ein Neunmalkluger viel später am Werk. Ist halt blöd wenn es dann keinen Änderungsvermerk gibt.
LG Malte
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  #6  
Alt 29.03.2021, 11:21
cgraaf cgraaf ist offline männlich
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Kann ich nur bestätigen, Roland.

Heisse nicht umsonst mit Vornamen "Carsten", der in meiner Ahnenreihe in SH ab dem 17. Jahrhundert in jeder Generation z.T. mehrfach vorkommt.....
__________________
MvH

Carsten
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  #7  
Alt 29.03.2021, 12:52
Benutzerbild von HeikoH
HeikoH HeikoH ist offline männlich
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Hallo Christian,


so selten scheint das nicht zu sein, Georg Paulus hat 2005 einen ganzen Artikel darüber geschrieben:


Paulus, G. (2005). 3 Söhnlein namens Johannes. Zum Phänomen der Namensgleichheit von Geschwistern. In: Blätter des Bayerischen Landesvereins für Familienkunde, 68. Jg.

Außerdem gibt es dazu einen älteren Artikel von Alexandra von Dyhrn (1873 - 1945) aus dem Jahr 1931:

von Dyhrn, A. (1931). Gleichnamigkeit bei Geschwistern. In: Der Schlesische Familienforscher, Bd. 1, Nr. 4, S. 104.

Viele Grüße
Heiko
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Genealogische Visitenkarte
Forschungsgebiete:
Bochum, östl. Teil von Ostwestfalen-Lippe (Kreise Lippe, Paderborn und Höxter), West- und Ostpreußen
Häufigste Namen im Stammbaum:
Hungerige, Hungrige, Hungerge, Hungern, Gröblinghoff, Crawinkel, Reisdorf, Döring, Haase, Pudenz, Galuske, Grabowski (bis 1920, dann: Rechner), Micus, Reineke, Berg, Leyk

Geändert von HeikoH (29.03.2021 um 13:04 Uhr)
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  #8  
Alt 30.03.2021, 11:20
Benutzerbild von Christian40489
Christian40489 Christian40489 ist offline männlich
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Hallo zusammen,

herzlichen Dank für Eure Anmerkungen und eigenen Erfahrungen. Meine erste Erkenntnis zu diesem Thema ist, dass Namensgleichheit von lebenden Kindern der gleichen Eltern zwar selten vorkommen, aber so völlig ungewöhnlich gar nicht sind.

Heiko, die von Dir genannten Quellen liefern dafür interessante Erklärungsansätze. Der Aufsatz von Georg Paulus nennt als häufigsten Grund der von ihm untersuchten Namensgleichheiten, dass der Täufling den Namen des Paten /der Patin erhielt. Der von mir geschilderte Fall gehört zu den auch von Paulus angesprochenen, selteneren Fällen, in denen die Täuflinge nicht Paten gleichen Vornamens hatten. Beim 1827 getauften Nikolaus war der Bruder des Vaters Pate; er hieß Nikolaus Dilchert. Beim 1830 getauften Nikolaus war der Pate Adam Schade, der vermutlich zugleich der Vater der Kindsmutter war. Paulus zitiert dazu eine bemerkenswerte Betrachtungsweise, die uns helfen kann das oben beschriebene Phänomen besser zu verstehen: „Wenn die Eltern heute der Ansicht sind, jedes ihrer Kinder müsse seinen eigenen Vornamen haben, so zeugt dies erneut von unserem individualistischen Denken. Wahrscheinlich wollte sich aber auch jeder von uns selbst verbeten haben, gleich zu heißen wie Bruder oder Schwester, weil wir darin eben bereits die Unantastbarkeit unserer Individualität gefährdet sähen. Unsere Vorfahren verbaten sich dies nicht nur nicht, sondern sie wiederholten die Praxis Generation um Generation bei der Taufe ihrer Kinder. Nicht das Individuum war das alles Entscheidende, sondern der Name, den das mehr oder weniger kurzlebige Individuum trug...“ (Quelle: Arthur E. Imhof, Die verlorenen Welten. Alltagsbewältigung durch unsere Vorfahren, München 1984, Seite 147 ff)

Beste Grüße

Christian
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  #9  
Alt 30.03.2021, 12:30
Dunkelgraf
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Beiträge: n/a
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Hallo,




man darf dabei auch nicht vergessen, dass in den Taufeinträgen nur die offiziellen amtlichen Vornamen stehen, dass aber jeder Vorname meistens zahlreiche Varianten des tatsächlichen Rufnamens hatte.
Bei einem Nicollaus, rief man den ersten vielleicht Nicol und den zweiten Claus.
Ich habe eine Familie, bei der von sieben Söhnen 4 Johann Nicol wie der Vater hießen, die alle heirateten und alt wurden


Viele Grüße
Dunkelgraf
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  #10  
Alt 30.03.2021, 12:43
Lock Lock ist offline
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Registriert seit: 07.04.2016
Beiträge: 413
Standard

@Dunkelgraf

Du sagst es.

Ich habe einen, getauft auf Ernst Heinrich Michael.
Hauptsächlicher Rufname Ernst manchmal auch Heinrich. Gestorben ist er aber als Rudolph . Angezeigt von der Schwiegertochter. Wie die darauf gekommen ist steht in den Sternen.
v. G. Gerhardt
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