#1  
Alt 24.03.2021, 12:27
josefkarlkraus josefkarlkraus ist offline
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Standard "Maria Magdalena" bzw. nur "Magdalena"?

Hallo zusammen,

mich interessiert Eure Erfahrung zu folgender Thematik:
Ich forsche derzeit im Raum Landshut im 17. Jahrhundert.
Ist es für diese Zeit typisch, dass in Kirchenbüchern der weibliche Vorname "Maria Magdalena" sporadisch nur als "Magdalena" geschrieben wurde?

Beste Grüße
Josef
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  #2  
Alt 24.03.2021, 12:41
gki gki ist offline
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Hallo Josef,

ich forsche auch in Niederbayern, aber eher in der Passauer Gegend.

"Maria Magdalena" kommt als VN dort eher selten vor. "Magdalena" dagegen sehr häufig. Es könnte durchaus sein, daß eine auf "Maria Magdalena" getaufte Person in anderen Einträgen nur als "Magdalena" auftaucht. Konkretes Beispiel hab ich leider keines.
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Gruß
gki
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  #3  
Alt 24.03.2021, 14:41
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Xtine Xtine ist offline weiblich
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Hallo,

ich habe es bei meinen bayrischen Vorfahren (u.a. zum Bistum Passau gehörend) sehr häufig, daß bei den Mädchen generell ein Maria bei der Taufe mit dabei steht.
Maria Magdalena
Maria Barbara
Maria Elisabeth
....
Gerufen wurden sie vermutlich Magdalena, Barbara und Elisabeth, denn in den späteren Einträgen fehlt das Maria öfters.

Ähnlich bei den Knaben, dort ist es oft der Johann.
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Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.
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  #4  
Alt 24.03.2021, 15:02
gki gki ist offline
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Hallo Xtine,

da würde ich vermuten, daß diese Mädchen Bürgerstöchter waren, bei den Bauern kam das eigentlich nicht vor.
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Gruß
gki
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  #5  
Alt 24.03.2021, 15:50
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Hallo gki,

ich hab grad nochmal nachgesehen, es sind tatsächlich doch eher die bayrischen Pfälzer mit den Maria oder Johann Zusätzen.
Wobei ich in der Passauer Gegend viele Anna Marias habe und das meiste bei mir sind einfache Bauern, Taglöhner etc.

Aber grundsätzlich kenne ich das mit den obligatorischen Namen Maria und Johann. Zumindest aus den katholischen KB.
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  #6  
Alt 24.03.2021, 16:15
1975reinhard 1975reinhard ist offline männlich
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Zitat:
Zitat von gki Beitrag anzeigen
Hallo Xtine,

da würde ich vermuten, daß diese Mädchen Bürgerstöchter waren, bei den Bauern kam das eigentlich nicht vor.
Das würde ich so nicht sagen.
Das kam z.B. in Oberösterreich im bäuerlichen Umfeld durchaus vor.

Und wie Xtine schon geschrieben hat, bei Buben auch ganz klassisch Johann Georg, Johann Michael oder Johann Adam, bei denen der zweite Vorname der Rufname war.

Bei Bürgerskindern waren es dann eher nicht diese üblichen Namenskombinationen mit Maria und Johann, sondern andere, bei denen dann oft der Name der Patin/des Paten an zweiter Stelle stand.

Viele Grüße,
Reinhard
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Forschungsgebiete:

waldviertel-genealogie.jimdo.com/
  • NÖ (Waldviertel): Region Gmünd, Weitra, Schrems, Döllersheim
suedmaehren-genealogie.jimdo.com/
  • Südmähren: Gebiet um Joslowitz
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  #7  
Alt 24.03.2021, 16:43
gki gki ist offline
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Hallo Reinhard!

Zitat:
Zitat von 1975reinhard Beitrag anzeigen
Das würde ich so nicht sagen.
Das kam z.B. in Oberösterreich im bäuerlichen Umfeld durchaus vor.
Mag sein, aber es ging ja bei meiner bzw. Xtines Aussage um die Passauer Gegend, also quasi nebenan.
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gki
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  #8  
Alt 24.03.2021, 16:47
gki gki ist offline
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Hallo Xtine!

Zitat:
Zitat von Xtine Beitrag anzeigen
Wobei ich in der Passauer Gegend viele Anna Marias habe und das meiste bei mir sind einfache Bauern, Taglöhner etc.
"Anna Maria" ist in der Tat ein Spezialfall, der oft nördlich der Donau vorkam. Bin aber der Meinung, daß der erst im 18ten Jhdt so richtig populär wurde.
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Gruß
gki
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  #9  
Alt 24.03.2021, 23:55
josefkarlkraus josefkarlkraus ist offline
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Vielen Dank für Euren Input! Der verkürzte Name scheint tatsächlich keine Seltenheit zu sein.

Konkret ging es um eine "Maria Magdalena Perzauer geb. Hueber", deren Name in den verschiedenen Einträgen folgendermaßen geschrieben werden:
  • Taufeintrag: Maria Magdalena (Hueber)
  • 1. Traueintrag: M. Magdalena (Ehe mit einem Sebastian Niedermaier)
  • 2. Traueintrag: M. Magdalena (Ehe mit einem Georg Perzauer genannt Puz)
  • Sterbeeintrag: Magdalena (Perzauerin genannt Puzin)
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  #10  
Alt 25.03.2021, 08:30
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Hallo,

der Rufname war hier "nur" Magdalena.
Bei ihrem Tode wurde dieser Name genannt und so eingetragen. Bei den Ehen mußte sie ja einen Taufnachweis erbringen und von diesem hat der Pfarrer die kompletten Vornamen abgeschrieben M.(aria) Magdalena.

Ich habe es sogar schon andersrum gefunden. Da hat das Kind/die Frau immer nur einen Vornamen, nur im Sterbeeintrag hat der Pfarrer generell Maria bei den Frauen davor geschrieben
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magdalena , maria

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