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  #1  
Alt 22.06.2013, 00:47
Luino VA Luino VA ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 19.06.2013
Beiträge: 221
Standard An alle mit Ahnen im 14./15. Jh. - wie macht ihr das?

Hallo,

Ich hätte mal eine Frage die mich interessiert: wie kommt ihr ununterbrochen bis ins 14. Jh. zurück? Ich habe Vorfahren aus Osthessen, Böhmen und Mähren. Bei osthessen komme ich bis Anfang 17. Jh. zurück, in Böhmen bei einigen Linien bis ca. 1510 und in Mähren tw. bis ca. 1575. Aber wie kann ich noch weiter zurückkommen? Ich wäre dankbar für Eure Erfahrungen und Informationen.

Grüße

Luino VA
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  #2  
Alt 22.06.2013, 09:37
roi roi ist offline
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Ort: Münsterland
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Mit 1575 liegst du schon ganz gut da. Mehr ist in den meisten Fällen nicht drin. Wer weiter zurück kann, hat eben Glück gehabt. Bei mir sind es verschiedene Kaufmannsfamilien aus Danzig, die aufgrund des frühen Beginns der Kirchenbücher und anderer Quellen noch weiter zurück zu verfolgen sind, einige stammen auch von Ordensrittern ab. Dass ich eine Vorfahren sehr weit zurückverfolgen kann, verdanke ich auch der Tatsache, dass unter ihnen mehrere Bastardkinder von Adeligen sind.
Meine bäuerlichen Vorfahren lassen sich auch nur mit Glück vor 1600 verfolgen, bei den meisten Familien ist längst vorher Schluss.
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  #3  
Alt 22.06.2013, 12:38
Benutzerbild von Karla
Karla Karla ist offline
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Registriert seit: 23.06.2010
Beiträge: 1.019
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Ja mir geht es bei einigen Linien genauso.
Am weitesten bin ich bei Pahnstangen gekommen.
Doch das ist nicht mein Verdienst.
Der Dr. Walter Reissig, der das Ortsfamilienbuch von Pahnstangen mit seinem ehemaligen Nachbarn Hilmar Jacob geschrieben hat , ist zufällig auch ein weitentfernter Verwandter von mir.
Mein 5 facher Urgrossvater Heinrich Thrum hatte eine Eva Elisabeth Reissig in Pahnstangen geheiratet.
Bei den anderen Linien komme ich auch nicht weiter.
Der Durchschnitt liegt bei mir so um 1800 rum.
__________________
Viele Grüsse Erika
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  #4  
Alt 22.06.2013, 13:11
Fehrle Fehrle ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 16.01.2008
Ort: Schweiz, Thurgau
Beiträge: 375
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Bei mir waren Pfarrer dabei die in historischen Quellen über die Kirchen auftauchen, sowie ein Landwirt und eine Hebamme die in einem Stiftungsbrief für eine Kapelle auftauchen.
In einem Leibeigenenverzeichnis habe ich auch schon jemand gefunden, da weiss ich aber die Verwandtschaftslinie nicht. Aus dem Bodenseeraum kommen alle mit diesem Nachnamen aus der gleichen Familie in Steisslingen
__________________
Suche alles zu den FN Moisel /Reichenberg, Kutscheidt/ Essen, Reiner/ Tuttlingen und Fehrle / Steisslingen
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  #5  
Alt 22.06.2013, 15:13
gustl gustl ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 25.08.2010
Beiträge: 676
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Ich habe nochmal unseren Stammbaum geschüttelt: am besten ist es, wenn ein 5facher Urgroßvater 1787 eine 5fache Urgroßmutter heiratet, die einen interessanten Stammbaum mitbringt.

Aber Spaß beiseite, Du siehst das schon ganz richtig: wenn Du weiter zurückgehen willst, helfen nur noch die Archive. Wenn Du Glück hast (und wenigstens der eine oder andere Vorfahr Grundbesitz hatte), findest Du Gerichts- oder Katasterakten, in denen der Grundbesitz vermerkt ist. Wenn Deine Vorfahren keine sonstwie berühmten Leute waren, hast Du nur so eine Chance, eventuell etwas zu erfahren. Das Leibeigenenverzeichnis ist ja auch so eine Urkunde, in der jemand beweisen musste, dass der Leibeigene wirklich ein solcher war.

Ich finde allerdings auch, dass Du schon sehr weit zurückgekommen bist. Aber da dazu in der Gegend, in der Du suchst, auch Glück gehört, warum solltest Du es nicht weiter haben. Ich wünsche es Dir jedenfalls.
Beste Grüße
Cornelia
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  #6  
Alt 23.06.2013, 12:18
Benutzerbild von Brigitte Bernstein
Brigitte Bernstein Brigitte Bernstein ist offline weiblich
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Registriert seit: 02.08.2010
Ort: Offenbach am Main
Beiträge: 577
Standard Wie weit kann man zurück

Hallo!
Leider komme ich bisher nur bis zirka 1700. Mit zwei Nebenzweigen bis 1650. Habe es schon über Grundbriefe und Berufsgenossenschaften versucht, aber leider noch kein Glück gehabt.
Schöne Grüße Brigitte
__________________
Suche im Raum Trautenau, Parschnitz, Alt Rognitz, Deutsch Prausnitz, Bausnitz und Lampersdorf. Meine Namen Rasch, Staude, Reichelt, Letzel,
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  #7  
Alt 24.06.2013, 00:55
gustl gustl ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 25.08.2010
Beiträge: 676
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Hallo nochmal,

bei Handwerkern ist es ganz schwierig, weiter zurückzukommen. Da helfen wirklich nur die örtlichen Archive, die man genau durchkämmen muss, wenn das nicht schon jemand getan hat. Folgende Punkte können dabei auftauchen und von Interesse sein:

Das Braurecht: Handwerker besassen i.d.R. ein eigenes Haus. Mit Häusern waren gelegentlich auch Rechte verbunden, z.B. das Braurecht. Zugleich hatten Bürger in Städten auch Pflichten. Man kann sich in den eigenen Orten erkundigen, was dazugehörte, ich kenne die Vorfahren zum Beispiel als "Bornherren". Sie hatten die Pflicht, die städtischen Brunnen in Stand zu halten und alle Anwohner ihres Viertels resp. Brunnennutzungsbereiches zur Pflege heranzuziehen. (Stichwort: Ratsprotokolle, sofern es sich um Städte handelt).

Da diese Rechte und Pflichten älter waren als die meisten Kirchenbücher, läßt sich gelegentlich etwas über die Vorfahren finden, die in diese Kategorie passen. Wer allerdings diese Akten heute verwaltet, wenn sie sich denn noch finden lassen, und ob sie jemals ordentlich ausgewertet wurden und dementsprechend auch ordentlich archiviert wurden, das müsst Ihr vor Ort klären. Da ist ganz hartnäckige Fragerei erforderlich.

Knechte, Mägde und sonstige Angestellte sind eigentlich nur über die Kirchenbücher zu finden und wenn die enden, dann ist auch Schluß mit der Suche.

Es sei denn: Manchmal kamen sie ja aus bäuerlichen Familien als das xte Kind.Wenn man die Eltern kennt und diese Grundbesitz hatten, kommt man auch weiter. Das muß ich Euch nicht sagen, das wisst Ihr ja.

Bei den meisten unserer Linien ist so um 1570 Schluß. Manche sind da eingewandert, bei uns oft solche, die nicht mehr katholisch sein wollten. Bei anderen nimmt man aus gutem Grund an, dass sie im 14. Jhdt. schon an Ort und Stelle waren, kann es nur nicht wissenschaftlich schlüssig darstellen. Es gibt Quellen aus dieser Zeit, aber eben keine dazwischen.

Ich empfehle daher für alle, die das noch nicht getan haben, jedwegen Fitzel von "Heimatliteratur" (war im 19. und Anfang des 20 Jhdts. Mode) aus der eigenen Gegend genau zu studieren, auch um die örtlichen Sitten und Gebräuche kennen zu lernen.

Für alle, die genau wissen, dass sie aus dieser Gegend eigentlich nicht stammen, ist das auch wichtig, weil man evtl. einen Grund finden kann, warum sich die Vorfahren genau diese Gegend ausgesucht haben, um sich neu anzusiedeln. Und daraus kann man manchmal auf den Herkunftsort schließen. Das ist auch wieder unbefriedigend, ich weiß, weil dann oft genau eine Generation fehlt.

Also, meine beste Empfehlung: macht Euch mit Euren örtlichen Archiven vertraut und guckt nach, was dort noch vorhanden ist.
Beste Grüße
Cornelia
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  #8  
Alt 24.06.2013, 10:37
Flexer Flexer ist offline
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Guten Tag... das Wort zum Montag.
Es ist in der Tat kaum möglich, in der weit zurückliegenden Zeit an Vorfahren ran zukommen. Es ist in solchen Fällen immer ein äußerst kostspieliger Zeitaufwand (immer mit Reisen verbunden), um eventuell von diesen Leuten etwas zu erfahren. Ich hatte das große Glück zumindest die Vorfahren und Herkunft meiner Ururururur...Großmutter, väterlicher Linie, "ausfindig" machen zu können, und zwar bis zum Jahr 1296. Aber das war's dann auch schon. Alle anderen Urkunden begannen erst (mit vagen Daten) Anfang es 16ten Jahrhunderts und später. Die väterliche Linie meiner Mutter geht bis 1735 zurück, über deren Mutter ist bis heute nichts zu finden. Schade, denn dann wäre (fast) alles komplett.
Ja, das Schreiben und Lesen damals war auch schon ein Problem. Hinzu kommt, daß auch nicht jeder Bürger in einem Ort gleichermaßen erfaßt wurde. Andererseits waren die Leutchen immer auf Achse und hinterließen dadurch kaum eine Spur.... wie vom Winde verweht.
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  #9  
Alt 26.06.2013, 12:19
gki gki ist offline
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Zitat:
Zitat von Luino VA Beitrag anzeigen
Hallo,

Ich hätte mal eine Frage die mich interessiert: wie kommt ihr ununterbrochen bis ins 14. Jh. zurück? Ich habe Vorfahren aus Osthessen, Böhmen und Mähren. Bei osthessen komme ich bis Anfang 17. Jh. zurück, in Böhmen bei einigen Linien bis ca. 1510 und in Mähren tw. bis ca. 1575. Aber wie kann ich noch weiter zurückkommen? Ich wäre dankbar für Eure Erfahrungen und Informationen.
Hallo Luca,

ich denke, das ist weniger eine Frage des Könnens oder irgendwelcher Tricks, es ist mehr eine Frage des Glücks.

Du mußt das Glück haben, daß Deine Ahnen in einer Gegend wohnten, oder einem Stand angehörten, die oder der urkundlich auch früh gut belegt ist.

In den meisten Linien meiner niederbayrischen Bauern, Häusler und Handwerker werde ich nicht weiter zurückkommen als was die Kirchenbücher hergeben, da viele andere Unterlagen 1961 verbrannt sind oder auch vorher schon nicht mehr existierten.

Je nach Pfarre kann das bis 1580/90 sein, oder eben auch nur bis 1780, wenn die Bücher verbrannt sind.

In einem Fall habe ich allerdings das Glück, daß einige Ahnen auf Höfen eines Klosters wohnten und die Unterlagen des Klosters bis 1480 zurück erhalten sind. Inwiefern sich diese Unterlagen so früh noch zur Ahnenforschung eignen, muß ich beizeiten im Hauptstaatsarchiv ergründen. Aber selbst wenn die Unterlagen sich eignen, kann es immer noch sein, daß die eigenen Ahnen den Hof zB 1600 kauften bzw. pachteten und von woanders herkamen.
__________________
Gruß
gki
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  #10  
Alt 26.06.2013, 19:18
Benutzerbild von gabyde
gabyde gabyde ist offline weiblich
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Ich habe das Glück, von Pfarrern, Ratsherren, Schöffen etc. (d.h. Städtern) abzustammen, die dann z.B. in Bürgerbüchern erscheinen bzw. sogar selber Dokumente hinterlassen haben. Da bekommt man dann wohl meist nicht die Familiennamen der Ehefrauen mit und hat auch meist keine genauen Lebensdaten, aber man kommt leicht ins späte Mittelalter zurück, da die Familien oft über mehrere Generationen gut dokumentiert sind.
Gerade solche Familien sind zusätzlich gerne auch genealogisch bereits "erschlossen", d.h. man kann oft auf bestehendes Material zurückgreifen.

Manchmal gibt es auch von den Orten unserer Vorfahren Unterlagen aus der Vor-KB-Zeit, so z.B. Steuer- oder Musterungslisten, Heberegister, Huldigungslisten etc.

Wenn die Vorfahren ein Gewerbe betrieben, d.h. z.B. Krämer oder Wirte waren, haben sie auch oft Spuren in den Archiven hinterlassen. So habe ich z.B. von einem Ahnen den Antrag auf Erteilung einer Weinschanklizenz von 1620.

Wie man sieht, muß man nicht unbedingt vom Adel abstammen, um im 14. Jahrhundert landen zu können.

Ergänzung: meine o.a. Ahnen stammen übrigens überwiegend aus Nordhessen.

LG
Gaby
__________________
Litauen: NASSUT / BATRAM - Liebenscheid/LDK: BRANDENBURGER - Wagenfeld: CORDING - Sonnborn: MOEBBECK / ZIELES - Sprockhövel: NIEDERSTE BERG / DOTBRUCH - Lintorf/Angermund: HUCKLENBRUCH / RASPEL - Motzlar: FÜRST / DERWORT - Sauerland: WORM / NAGEL - Italien (Provinz Belluno): MARES
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