#4281  
Alt 02.06.2021, 18:40
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MelanieK MelanieK ist offline weiblich
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consanguineus, solche Zufälle sind, wenn auch irgendwie unheimlich, sehr grandios.

Ich habe heute eine sehr spannende Gefangenenakte der JVA Gütersloh über meinen Großvater bekommen. Wie das immer so ist, man erhält neben Antworten, unerwarteten Nebeninfos, sensationellen Funden natürlich auch mal wieder 1000 neue Fragen

Grüßle
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  #4282  
Alt 04.06.2021, 10:49
Sebastian901 Sebastian901 ist gerade online männlich
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Hallo,


ich habe einen Auszug aus dem Geburtenregister meines Großvaters (und einen Kostenüberblick) angefordert und als Beweis meiner Verwandtschaft möchte das Standesamt meine Geburtsurkunde und die meiner Mutter. Zum Glück waren sie mit der erweiterten Meldeauskunft meiner Großmutter mütterlicherseits zufrieden, sodass ich nicht extra die Geburtsurkunde meiner Mutter beantragen muss. Jetzt benötigen sie nur noch meine Geburtsurkunde. Mal sehen ob ich die zuhause habe. Ich frage mich ob meine Eheurkunde evtl. reichen würde. Und natürlich brauchen sie auch noch eine Unterschrift oder ein Lichtbild von meinem Personalausweis. Das ist bisher das erste Mal für mich, dass ein Standesamt so viele Forderungen stellt. Die anderen wollten höchstens ein Lichtbild. Hattet ihr euch schon Standesämter mit solchen rigiden Richtlinien?


liebe Grüße
Sebastian

Geändert von Sebastian901 (04.06.2021 um 10:51 Uhr)
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  #4283  
Alt 04.06.2021, 14:14
Hedwiga Hedwiga ist offline weiblich
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Hallo Sebastian,


oh ja, insbesondere ein Standesamt -Gemeindeverwaltung im Chiemgau wollte eine
Zustimmungserklärung von lebenden Verwandten des Gesuchten, eine beidseitige
Kopie meines Pers.Ausweises. Die Zustimmung war nach Telefonat nicht mehr nötig,
da klar wurde, dass eben keinerlei Kenntnisse über Nachkommen vorhanden waren und
es sich nachweislich um einen "verschollen" geglaubten Bruder meiner Mutter handelte.


Ich denke, viele Standesamtsbeschäftigte haben genug Tagesgeschäft, die geltenden
Vorschriften zum Datenschutz haben eben auch ihre Tücken, sodass evtl. übervorsichtig gehandelt wird.


Da hilft nun nichts, freundlichn geduldig bleiben, angeforderte Unterlagen einreichen, "abwarten und Tee trinken".
__________________
ich grüße freundlich


Renate
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  #4284  
Alt 04.06.2021, 15:46
Sebastian901 Sebastian901 ist gerade online männlich
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Hallo,

oh je, eine Zustimmungserklärung lebender Verwandter hätte mir gerade noch gefehlt. Damit ich meine Verwandten noch mehr nerven kann.

Auf jeden Fall habe ich gerade meine Geburtsurkunde gefunden und abgeschickt. Ich hoffe es ist kein Problem, dass der Zweitname meiner Mutter auf der Geburtsurkunde komischerweise leicht anders ist als auf der Meldebescheinigung.

liebe Grüße
Sebastian

Geändert von Sebastian901 (04.06.2021 um 15:48 Uhr)
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  #4285  
Alt 04.06.2021, 18:36
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Bergkellner Bergkellner ist offline
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Ich habe heute - d.h., eigentlich schon gestern, aber richtig registriert habe ich erst heute - wertvolle Informationen über meine Vorfahrin Dorothea Förster(oo 1703 in Geyer/Erzgebirge) und ihre Eltern resp. Großeltern aus Wettin erhalten.

Und damit die Sache nicht zu einfach wird, stammt ihr Vater nicht aus Wettin selbst, sondern aus einem Ort namens Schwarz-Neulitz bei Bautzen. Dank des Sächsischen Ortsnamensbuches weiß ich jetzt, dass er aus Schwarznaußlitz(Čorne Noslicy) in der Lausitz stammt, gute 200 km entfernt von Wettin. - Die Rallye geht also weiter!

Lg, Claudia
__________________
Wer lesen kann, ist besser dran!(Andreas' Opa Fred)
Nierngstwuh giehts so zu wie uff dare Walt!(Claudias Uroma Anna)

Suchen immer:
Loewe - Steinau an der Oder/Schlesien(vor 1850)
Heine - Glogau/Schlesien(vor 1850)
Hollenstein - Bleiwäsche/Westfalen(vor 1710)
Ulich - Neukirchen b. Stollberg(um 1710)
Rothbart - Kröslin/Pommern(um 1740)
Mädtke - Grambin und Umgebung/Vorpommern(vor 1840)
Buden/Budin - Wriezen u.U./Brandenburg(um 1700)
Kellner/Gevers - Hannover Stadt u.U.(um 1700)


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  #4286  
Alt 04.06.2021, 20:04
fajo fajo ist offline weiblich
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Ich sag es einmal mit einem Gedicht:


Hab` hier schon viele Stunden zugebracht,
dabei mich auch so manches Mal fast totgelacht.

Wenn ich mich hab` auch mal verlaufen,
fand ich doch dank euch den Anschluss,
an den meinen „Lerch“ Haufen.

Als nun auch noch aus Johann Hanserl wurd`,
da perlte mir der Schweiß ganz sacht. -
Man gut ich habe doch weitergemacht!

Nun, - da ist mein Ziel!
Ich glaub `s noch gar nicht, ist es wahr? –
Die Grenze die ist ganz, ganz nah....

Zur Überraschung land` ich nicht im Harz. -
Olmütz ist auch ein zu großer Bogen. -
Mein Ziel hat sich auf Nürnberg nun verschoben!


Danke an alle die mir bis zur Grenze geholfen haben!
__________________
Vorsicht : >Ich habe keine Ausbildung. Ich habe Inspiration. ... < von Bob Marley -**
Meine Suche nach ergänzenden Daten in Böhmen zu!
Johann (Hans) Lerch (aus Nürnberg) get. 25. Mai 1670 / Neuhammer







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  #4287  
Alt 05.06.2021, 10:47
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Scherfer Scherfer ist offline
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Ich habe heute einen Hinweis auf eine neue DNA-Übereinstimmung erhalten. Die Dame trägt den (wenn auch häiufigen) Familiennamen meiner Großmutter und auch eine gemeinsame DNA-Übereinstimmung mit einer weiteren Verwandten aus dieser Familie, die mir bereits bekannt it. Also eine ziemlich eindeutige Angelegenheit. Vorhergesagtes Verwandtschaftsverhältnis: Vermutlich eine Kusine 3.-4. Grades. Ich bin gespannt, ob sie mir auf meine Anfrage antwortet und wie viel wir gemeinsam herausfinden.

Geändert von Scherfer (05.06.2021 um 10:57 Uhr)
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  #4288  
Alt 05.06.2021, 23:50
Pavlvs4 Pavlvs4 ist offline
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Bereits vor drei Tagen habe ich eine Mail aus dem Stadtarchiv von Tönder erhalten, die ich aber erst heute Abend geöffnet habe. Darin war der Fünfseiten-Scan eines Briefes von meinem Altgroßvater (Kekule Nr. 32), den er im Jahr 1861 geschrieben hatte. Adressiert war er an alle seine Nachkommen! Er hatte diesen Brief in eine Zeitkapsel einlöten und im Mauerwerk eines von ihm gebauten Lokals einfügen lassen. Dieses Lokal war 1904 abgebrannt und die Kapsel samt Brief wurden geborgen. Das Originaldomkument war schließlich an eine der Töchter des Autors, also einer Schwester meines Altvaters, übergeben worden, die es in ihre neue amerikanische Heimat mitgenommen haben muss. Aber das örtliche Archiv hatte - Gott sei dafür gedankt - zuvor noch eine Abschrift davon machen können, die bis heute dort verwahrt ist. Nun habe ich meinerseits davon eine Abschrift getätigt, die natürlich in meine Familienchronik mit aufgenommen wird.

Von einem Ahn schriftlich angesprochen zu werden, der über hundert Jahre vor meiner eigenen Geburt gestorben ist, hat mich tatsächlich ganz schön aufgewühlt und gerührt. Das musste ich erst mal sacken lassen.
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  #4289  
Alt 06.06.2021, 10:29
HelenHope HelenHope ist offline
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Zitat:
Zitat von Pavlvs4 Beitrag anzeigen
Bereits vor drei Tagen habe ich eine Mail aus dem Stadtarchiv von Tönder erhalten, die ich aber erst heute Abend geöffnet habe. Darin war der Fünfseiten-Scan eines Briefes von meinem Altgroßvater (Kekule Nr. 32), den er im Jahr 1861 geschrieben hatte. Adressiert war er an alle seine Nachkommen! Er hatte diesen Brief in eine Zeitkapsel einlöten und im Mauerwerk eines von ihm gebauten Lokals einfügen lassen. Dieses Lokal war 1904 abgebrannt und die Kapsel samt Brief wurden geborgen. Das Originaldomkument war schließlich an eine der Töchter des Autors, also einer Schwester meines Altvaters, übergeben worden, die es in ihre neue amerikanische Heimat mitgenommen haben muss. Aber das örtliche Archiv hatte - Gott sei dafür gedankt - zuvor noch eine Abschrift davon machen können, die bis heute dort verwahrt ist. Nun habe ich meinerseits davon eine Abschrift getätigt, die natürlich in meine Familienchronik mit aufgenommen wird.

Von einem Ahn schriftlich angesprochen zu werden, der über hundert Jahre vor meiner eigenen Geburt gestorben ist, hat mich tatsächlich ganz schön aufgewühlt und gerührt. Das musste ich erst mal sacken lassen.
Wow, das nenne ich mal einen echten Schatz!!! Herzlichen Glückwunsch!

Was steht denn drin ? Magst du davon erzählen ? Ich finde es ja schon wahnsinnig spannend, was man seinen Nachfahren so auf den Weg mitgibt.
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  #4290  
Alt 06.06.2021, 19:53
Pavlvs4 Pavlvs4 ist offline
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Zitat:
Zitat von HelenHope Beitrag anzeigen
Was steht denn drin ? Magst du davon erzählen ? Ich finde es ja schon wahnsinnig spannend, was man seinen Nachfahren so auf den Weg mitgibt.
Mein Altgroßvater war Johann Peter Paulsen (1818-1870), der in Tønder (dt. Tondern) lebte; er war hier geboren und ist hier auch gestorben. Er war Gastwirt und Bierbrauer und hat 1861 einen Lagerkeller samt Schanklokal erbauen lassen, der Erstbau der so genannten "Schweizerhalle". Dazu hatte er die Zeitkapsel mit dem Brief in das Kellergemäuer einsetzen lassen. 1904 ist die alte Schweizerhalle abgebrannt (sie wurde durch einen Neubau ersetzt, der noch heute steht). Bei den Abrissarbeiten der Ruine wurde die Kapsel gefunden.

In dem Brief beschreibt er zuerst seine familiäre Situation, die meine bisherige Forschung nur bestätigen konnte. Aber ich habe erfahren, dass seine beiden ältesten Söhne, darunter mein Altvater, ihre Lehrjahre weit entfernt im Großherzogtum Baden, in der Schweiz, in Bayern und in Österreich verbracht haben. Seine eigenen Vorfahren spricht er mit Vater und Großvater leider nur kurz an. Dann beschreibt er seine Motivation zum Bau des neuen Lokals, seinen Standort und nennt die Bauplaner und Arbeiter, die daran mitgewirkt haben. Als nächstes widmet er sich der wirtschaftlichen und sozialen Situation in Tønder, beschreibt die Entwicklungen deren er Zeuge gewesen ist, die anstehenden Planungen zum Bau einer Eisenbahnlinie von Flensburg herauf. Auch auf die politischen Verhältnise geht er ein, die seit den Ereignissen von 1830 zur schleswig-holsteinischen Erhebung von 1848-1852 gegen die dänische Krone führten und den seither bestehenden Gegensatz der deutschnationalen Separatisten (mit denen er symphatisierte) gegenüber den Verfechtern des dänischen Gesamtstaates. In Tønder würde die Bevölkerungsmehrheit immer noch für einen Verbleib bei Dänemark votieren. Die Preußen tadelte er wegen ihrer "Feigheit" während der Ereignisse von 1852, schreibt dazu aber, dass er eine friedliche Lösung des Konflikts bevorzuge (drei Jahre vor dem deutsch-dänischen Kriege).
Am Ende wird er wieder etwas persönlich. Tadelt den langsamen Rückgang religiöser Werte unter den Jüngeren, was in seiner Jugendzeit noch ganz anders gewesen sei. Zugleich aber wünscht er sich eine stärkere Berücksichtigung einer auf Vernuft basierender Bildung nebst der sittlichen Erziehung durch die Kirche.

Im letzten Absatz, hofft er tatsächlich das "bei Euch Nachkommen" das Wissen über die Vorfahren ausgebrägter sein möge als bei ihm selbst (ein verhinderter Ahnenforscher!). Er grüsst uns und ermahnt uns zu Tugend und Gottesfurcht. Seine Augen würden aus "entfernten Welten" auf uns herabblicken, während "wir dies entziffern", und nach einer "Spanne Zeit" werden auch wir nicht mehr "diesen Erdball" bewohnen. "Gott aber, der Vater aller Wesen, lasse uns und lasse Euch in Frieden wohnen."
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