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  #1  
Alt 30.06.2020, 12:27
Pierre06140 Pierre06140 ist offline
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Registriert seit: 05.08.2018
Beiträge: 149
Standard Anderer Familienbrief 1860

Quelle bzw. Art des Textes: Familienbrief
Jahr, aus dem der Text stammt: 1860
Ort und Gegend der Text-Herkunft: Deutschland/New York
Namen um die es sich handeln sollte: Merlet



Guten Morgen alle.

Noch einmal, hier ist ein neuer Brief von meinem verstorbenen Großvater (X2)
Er schreibt an seinen Sohn in den USA

Danke für Ihre Hilfe

Pierre
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Dateityp: pdf CM18.pdf (924,2 KB, 7x aufgerufen)
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  #2  
Alt 30.06.2020, 12:53
Benutzerbild von Karla Hari
Karla Hari Karla Hari ist offline
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Registriert seit: 19.11.2014
Beiträge: 5.334
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hola,


Meßkirch am 21. Mai 1860
Lieber Carl!
Dein Schreiben vom 29.April l.J.
kam uns heute zu, und freute uns
sehr, da wir Euer Wohlsein daraus ent-
nehmen. Deine Grüße werde ich aus-
richten. Münch kann sich hier gut
angewöhnen, will aber Ende dieses Mo-
naths von hier wieder abreisen,
ich werde ihm deinn die silber-
nen Löffel und Messer etc.(?) mitgeben.
Wegen Boos werde ich das
nöthige seiner Mutter sagen damit
sie beruhigt ist.
Die hiesigen Neuigkeiten
wird dir Herr Münch mündlich
mitheilen.
Anna leistet mir nun
förmliche Aushilfe in Schreibereige-
schäften, sie verdient jeden Monat
8f bis 10 f neben ihren häuslichen Ar-
beiten, auch genießt sie mit Fritz
Unterricht in der französichen Sprache-
Von Eduard ist mir nichts be-
kannt.
Ich lasse wirklich das Haus
verputzen, ich werde dir eine Zeich-
nung senden.
Fortgesetzt am 22. Mai 1860
Hier lege ich dir einen Wechsel für
300 f oder 120 Dollar auf das Handlungs-
haus Ph. Speyer & Comp. in New York bei,
zeige dessen Empfang und jenen der silber-

nen Löffel durch Herrn Münch auch an.
Lieber Karl! ich ermahne dich, sei
vorsichtig, sparsam, du bist es deiner
Familie schuldig; Herr Münch hat nur
gutes von dir erzählt was mir un-
gemein Freude machte und mich
beruhigt.
Ich bin mit Geschäften sehr in
Anspruch genommen, und habe Morgen
ein Pfand _ buchs Visitation im Rath
vorzunehmen.
Um die Post nicht zu versäu-
men muß ich eilen, wir grüßen
Euch herzlich, und ich bin wie immer
dein besorgter Vater
gez. Amtsrevisor Merlet
Grüße mir alle dortigen Bekannten
Es wird und alle freuen, wenn
dein Vorhaben gelingt.
__________________
Lebe lang und in Frieden
KarlaHari
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  #3  
Alt 30.06.2020, 13:36
Verano Verano ist offline
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Beiträge: 7.332
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Die Zeichen nach Löffel und Messer sind pp, = perge, perge, wie du richtig geschrieben hast etc.
Ein p steht zwischen Pfand und buch, soll vielleicht auf einen Zusatz hinweisen.
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
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  #4  
Alt 02.07.2020, 11:58
Ulpius Ulpius ist offline
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Registriert seit: 03.04.2019
Beiträge: 585
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Zitat:
Zitat von Verano Beitrag anzeigen
Die Zeichen nach Löffel und Messer sind pp, = perge, perge, wie du richtig geschrieben hast etc.
Ein p steht zwischen Pfand und buch, soll vielleicht auf einen Zusatz hinweisen.
Ich glaube, dass zwischen "Pfand" und "Buch" eigentlich "&" zu stehen kommen sollte. Karl Merlet sollte -so verstehe ich das- die Unterlagen prüfen, welche nicht nur die Ratsfinanzen, sondern auch die entsprechenden Sicherheiten (daher Pfand) einschlossen.

Auch bei dieser Abschrift meine ich, dass der Vater gegenüber dem tatsächlich verschickten Brief leicht verkürzt schreibt.
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  #5  
Alt 02.07.2020, 13:47
Verano Verano ist offline
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Registriert seit: 22.06.2016
Beiträge: 7.332
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Zitat:
Zitat von Ulpius Beitrag anzeigen
Ich glaube, dass zwischen "Pfand" und "Buch" eigentlich "&" zu stehen kommen sollte. ....

Ich sehe ein p wie bei pp und bin der Meinung es sollte auf eine Ergänzung hinweisen.
Ich lasse mich aber gern belehren.
__________________
Viele Grüße August

Die Vergangenheit ist ein fremdes Land, dort gelten andere Regeln.
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  #6  
Alt 02.07.2020, 23:30
Ulpius Ulpius ist offline
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Registriert seit: 03.04.2019
Beiträge: 585
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Zitat:
Zitat von Verano Beitrag anzeigen
Ich sehe ein p wie bei pp und bin der Meinung es sollte auf eine Ergänzung hinweisen.
Ich lasse mich aber gern belehren.
Das habe ich durchaus verstanden, wüsste aber nicht, was das für ein Zusatz oder was für eine Ergänzung sein könnte, die das Ganze sinnvoll verstehbar macht. Ich neige normalerweise dazu, die einfache Erklärung zu bevorzugen, würde also sofort folgen, wenn denn eine überzeugende angeboten wird. - Mir sind bei den Briefen von Karl Merlet, die zuletzt transkribiert wurden, nun eine Reihe von augenscheinlich durch Eile provozierten entweder Flüchtigkeitsfehlern oder in einer Abschrift verständlichen Verkürzungen aufgefallen, die mich an dieser Stelle zum gezogenen Schluss führen. Ich bin mir sehr sicher, dass hier nicht eine 100%ige 1:1-Kopie des an den Sohn geschickten Briefes vorliegt. (Das kann man etwa an der gelegentlich schwankenden Orthographie realisieren, vergessene Buchstaben etc., denn der Vater beherrschte regulär die Schriftsprache sehr präzise.) Sehr wohl hat man aber eine Abschrift vor sich, welche bis auf diese "Kleinigkeiten" zutrifft, vor allem den Inhalt vollständig erfasst.

In der Sache nun habe ich in den Blick genommen, was denn die beruflich gegebenen Aufgaben sind, die Karl Merlet zu erfüllen hatte. Und da gehört qua Amt Führen und Prüfen von Pfandbüchern dazu, wie ebenso Rechnungsprüfung. Wäre nur das Pfandbuch zu prüfen, würden also die beiden Worte eigentlich zusammengehören, dann wäre das Zeichen (das wirklich wie das p bei pp aussieht) unsinnig, wie jedes andere, das nicht der Verbindungsstrich zwischen beiden Worten ist. Also zwei Worte, vermutlich demnach zwei Dinge. - Was möglich ist: Dass es sich um ein Revisoralzeichen handelt, das nur Revisoren verstehen (könnte in der Abschrift -im Unterschied zum versendeten Brief- verwendet worden sein, weil Karl Merlet sen. das ja weiß). Oder es soll heißen Pfand-etc.-buch, also ein Buch, das nicht nur Pfandbuch ist, sondern andere Elemente mit einschließt, die der Rat von Meßkirch zu verantworten hatte. Weil Meßkirch bis 1806 aber eine wichtige Stadt war, die dann ein wenig zurückzutreten hatte, gehe ich davon aus, dass dort nicht Sammelbücher geführt wurden, sondern dass Grundbuch, Pfandbuch, Rechnungsbücher der unterschiedlichen Rechnungsleger je gesondert gehalten worden sind (und dann ist so eine Prüfung auch ein respektabler Akt). Hier könnte nur jemand aufklären, der sich da im Detail präzise auskennt, was ich nicht tue.
Um nicht mit der Phantasie durchzubrennen führe ich die Gedankengänge nicht weiter. Vielleicht liest hier ja jemand mit, der die passende Kenntnis hat [oder vielleicht ist hier Aufklärung zu finden: Bernd Wunder, Die badische Beamtenschaft zwischen Rheinbund und Reichsgründung (1806-1871), Stuttgart 1998 - ich habe das Buch nicht im Zugriff].
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  #7  
Alt 03.07.2020, 08:30
Verano Verano ist offline
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Beiträge: 7.332
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Hallo,

gerade weil sich der Herr Merlet mit Pfandbüchern auskannte, wollte er es genau machen und alle Pfandbücher mit einbeziehen.
Das & Zeichen ist es nicht, das siehst du in seinem letzten Brief hier auf der Seite.
__________________
Viele Grüße August

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  #8  
Alt 03.07.2020, 21:31
Ulpius Ulpius ist offline
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Beiträge: 585
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Ganz kleiner Nachtrag: Das Buch über die badische Beamtenschaft der Zeit steht hier in der Bibliothek, ich habe es konsultiert. Knapp 700 Seiten, 20 davon für die Karriere von Karl Merlet senior und die dafür nötigen Kenntnisse interessant, aber ohne dass es in unserer speziellen Frage hier weiterhelfen würde.
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