#21  
Alt 03.04.2019, 17:06
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mesmerode mesmerode ist offline weiblich
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ich habe viele ( ca. 20 )Briefe meines gefallenen Onkels,
er ist mit 21 Jahren gefallen. Bedrückend sind die Briefe bei denen er große
Angst hatte. Sein Traum war immer wieder, er bekäme einen Kopfschuss.
So kam es leider auch.
Meinen Enkeln 18 und 20 Jahre muss ich immer wieder diese Briefe
vorlesen.
Ihnen von der Flucht meiner Großmutter, mit Pferdegespann, von Schlesien erzählen.
Mein 18 jähriger ist an der Ahnenforschung sehr interessiert,
er wird mal meine gesammelten Werke übernehmen.

Uschi
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  #22  
Alt 03.04.2019, 20:38
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Zitat:
Zitat von mesmerode Beitrag anzeigen
ich habe viele ( ca. 20 )Briefe meines gefallenen Onkels,
er ist mit 21 Jahren gefallen. Bedrückend sind die Briefe bei denen er große
Angst hatte. Sein Traum war immer wieder, er bekäme einen Kopfschuss.
So kam es leider auch.
Meinen Enkeln 18 und 20 Jahre muss ich immer wieder diese Briefe
vorlesen.
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Mein 18 jähriger ist an der Ahnenforschung sehr interessiert,
er wird mal meine gesammelten Werke übernehmen.

Uschi

Hallo, Uschi!



Mit 21 Jahren , noch am Anfang des Lebens, das ist schon sehr bitter und traurig. Diese Generation wurde als Kanonenfutter verheizt und um ihre Jugend betrogen!


Es ist doch schön, daß Du jemanden in Deiner Familie gefunden hast, der Deine Ahnenforschung mal übernehmen wird! Glückwunsch...


Gruß
Matthias
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  #23  
Alt 03.04.2019, 21:43
Sandby Sandby ist offline
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Hallo zusammen,

Hier eine Geschichte über 2 Schicksale aus meinem näheren Umfeld:

Von einem Verwandten erhielt ich Briefe eines im Krieg mit 19 Jahren gefallenen Onkels von mir. Darunter befand sich ein etwas umfangreicherer Schriftwechsel (zwischen 1939-1943) mit einem etwa gleichaltrigen Jungen. Mein Onkel und dieser Freund, welcher ca. 20 km entfernt wohnte, waren beide mit Begeisterung in der HJ und verbrachten auch oft ihre Freizeit gemeinsam. Mein Onkel begann eine Kaufmannslehre, sein Freund wurde Förster. Voller Stolz schwärmte dieser in seinen Briefen vom ersten Tragen seiner "schneidigen" Försteruniform und dem Gewehr, mit dem er herumlaufen durfte.

Dann zogen beide voller Enthusiasmus in den Krieg und mein Onkel galt ab Mitte 1944 als vermisst. Er war 19 Jahre alt und es existieren verzweifelte Briefe seines Vaters (meines Grossvaters) an alle möglichen Behörden und Personen, um vielleicht doch noch ein Lebenszeichen zu erhalten. Schliesslich wurde er 1953 für tot erklärt.

Da ich ja die Adresse des damaligen Freundes hatte, versuchte ich, ihn selbst oder Nachkommen ausfindig zu machen. Schliesslich fand ich dessen Sohn. Nach dem Schicksal seines Vaters befragt, erzählte er Folgendes: sein Vater hatte zunächst mehr Glück, er kehrte unverletzt aus dem Krieg zurück, heiratete und nahm umgehend seinen geliebten Försterberuf wieder auf. Alles schien gut zu werden, aber eines Tages (1954) beauftragte ihn sein Dienstherr, einen Obstgarten vor diebischen Vögeln zu bewachen. Er bezog in einem Schuppen Stellung, offenbar mit seinem geladenen Gewehr. Er schlief ein, ein Schuss löste sich und er traf sich selbst tödlich.

Viele Grüsse
Sandby
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  #24  
Alt 04.04.2019, 11:10
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Uschi,

vielen Dank für Ihren Bericht.
Ich finde es sehr schön, dass Ihre Enkelkinder sich für Ihre Arbeit interessieren.
Mein Enkelkind ist leider erst 4 Jahre alt.
__________________
Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.
Alle sagten immer das geht nicht, dann kam jemand, der das nicht wusste, und hat es einfach gemacht.
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  #25  
Alt 04.04.2019, 11:16
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Hallo Sandby,

da Sie schreiben:
Dann zogen beide voller Enthusiasmus in den Krieg und mein Onkel galt ab Mitte 1944 als vermisst. Er war 19 Jahre alt und es existieren verzweifelte Briefe seines Vaters (meines Grossvaters) an alle möglichen Behörden und Personen, um vielleicht doch noch ein Lebenszeichen zu erhalten. Schliesslich wurde er 1953 für tot erklärt.
kann ich Ihnen nur empfehlen, hier im Forum die Suche nach Ihrem Onkel zu starten.

Ich habe selbst in den ersten Jahren meiner Suche (ca. ab 1988) nach meinem Vater gesucht. Die Mittel der Suche zu dieser Zeit waren noch sehr beschränkt. Briefeschreiben war angesagt. Bücher waren auch schwer zu bekommen. Internetforen gab es damals auch noch nicht.
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Dieter Saure

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  #26  
Alt 04.04.2019, 11:29
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Saure Saure ist offline männlich
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Hier eine weitere Kurzgeschichte aus dem o.a. Buch:
Mutter hörte ihn rufen
Angehängte Grafiken
Dateityp: jpg Erzählen 9.jpg (181,8 KB, 14x aufgerufen)
Dateityp: jpg Erzählen 10.jpg (155,1 KB, 13x aufgerufen)
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Dateityp: jpg Erzählen 12.jpg (151,7 KB, 13x aufgerufen)
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Viele Grüße
Dieter Saure

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  #27  
Alt 05.04.2019, 04:46
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
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Zitat:
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Ich habe viele (ca. 20) Briefe meines gefallenen Onkels, er ist mit 21 Jahren gefallen. Bedrückend sind die Briefe, bei denen er große Angst hatte. Sein Traum war immer wieder, er bekäme einen Kopfschuss. So kam es leider auch.

Meinen Enkeln, 18 und 20 Jahre, muss ich immer wieder diese Briefe vorlesen. - Ihnen von der Flucht meiner Großmutter, mit Pferdegespann, von Schlesien erzählen.

Mein 18 jähriger ist an der Ahnenforschung sehr interessiert, er wird mal meine gesammelten Werke übernehmen.

Uschi
Hallo Uschi,

das klingt gut - und vertraut.

Der Bruder meiner Großmutter ist mit 24 Jahren gefallen. Es gibt auch noch Briefe.

Die Briefe meines Stiefgroßvaters habe ich meiner Oma vorgelesen, als ihre Augen zu schwach waren. Die meisten durfte ich behalten, einen oder zwei hat sie zerrissen.

Herzliche Grüße
Wolfgang
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  #28  
Alt 05.04.2019, 10:54
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Saure Saure ist offline männlich
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Hallo Wolfgang,

leider habe ich keine Feldpostbriefe von meinem Vater.
Meine Mutter hat sie vielleicht entsorgt, als sie wieder geheiratet hat.
Schade.
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Dieter Saure

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  #29  
Alt 05.04.2019, 12:38
Sandby Sandby ist offline
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Zitat:
Zitat von Saure Beitrag anzeigen
Hallo Sandby,



Ich habe selbst in den ersten Jahren meiner Suche (ca. ab 1988) nach meinem Vater gesucht. Die Mittel der Suche zu dieser Zeit waren noch sehr beschränkt. Briefeschreiben war angesagt. Bücher waren auch schwer zu bekommen. Internetforen gab es damals auch noch nicht.

Hallo Herr Saure,

Vielen Dank für den Tipp. Ich habe gestern Abend noch in der Verwandtschaft nachgefragt. Der letzte Stand ist, dass ein noch lebender Bruder des Vermissten vor ca. 3 Jahren sowohl beim Roten Kreuz als auch beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. schriftlich um Auskunft zu dem Vermissten (unter Angabe von Name, Feldpostnummer, letzter bekannter Einsatzort usw.) bat. In beiden Fällen wurde die Auskunft erteilt, dass er weiterhin als vermisst gilt.

Schöne Grüsse
Sandby
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  #30  
Alt 05.04.2019, 12:59
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Hallo Sandby,

schade.
Ich hätte gerne dem noch lebender Bruder des Vermissten bei der Suche geholfen.
Aus langjähriger Erfahrung weiß ich ja, wie der DRK-Suchdienst, das Bundesarchiv PA (früher Wast) und der Volksbund arbeiten. Ich mache denen aber keinen Vorwurf.
Ich meine, mit den heutigen Möglichkeiten, z.B. den Hinweisen hier im Forum, könnte man noch einiges herausfinden.

Erzählen ist erinnern.
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Viele Grüße
Dieter Saure

Manchmal findet man, was man sucht.
Nicht immer sucht man das, was man findet.
Ab und zu findet man etwas, was man überhaupt nicht gesucht hat, und stellt dann fest, dass es genau das war, was einem gefehlt hat.
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Geändert von Saure (05.04.2019 um 13:03 Uhr)
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