Zurück   Ahnenforschung.Net Forum > Allgemeine Diskussionsforen > Erfahrungsaustausch - Plauderecke
Hier klicken, falls Sie Ihr Kennwort vergessen haben.

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #1  
Alt 30.09.2014, 20:28
Thomas77727 Thomas77727 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 29.04.2013
Ort: Trier
Beiträge: 310
Standard "Familienlegenden"- und was dahinter steckt

Guten Abend.

Ich bin in letzter Zeit ein gigantisches Stück weiter gekommen und hatte das Glück, das noch die ein oder andere Geschichte aus grauer Vorzeit erhalten blieb.
Da gab es zum Beispiel die Legende, dass ein Ahn für seinen Bruder bürgte und mit ihm zusammen pleite ging und dadurch den heimischen Hof verlor.
Oder die Legende das eine ganze Schar Geschwister aus der Familie des Pleitegeiers in zahlreiche Mühlen eingeheiratet hat.
Oder aber auch die, dass irgendwie eine Adlige noch da rumwabert und die irgendwie einst wichtig war, warum wusste niemand mehr.

Resultat war: Der Bauer ging tatsächlich pleite. Aber nicht durch Bürgschaft sondern durch Landkauf.
Die Geschwister in den Mühlen gab es auch. Es waren Kinder ebenjenes Pleitegeiers. Und die adlige... Ja das war seine Schwester. Diese ehelichte einen Freiherren.

Also wurden aus 3 unabhängigen Geschichten, die ziemlich phantastisch klangen nach langer Arbeit eine Geschichte die einen tollen Einblick in Leben und Wirken meiner Ahnen brachte.

Was gibt es bei euch so für Legenden? Haben sich manche vielleicht aufgeklärt oder erwiesen sich als Blödsinn?

Interessierten Gruß
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 30.09.2014, 21:51
Benutzerbild von Andi1912
Andi1912 Andi1912 ist offline männlich
Moderator
 
Registriert seit: 02.12.2009
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.493
Standard Familienlegenden und -geheimnisse

Hallo Thomas,

die "klassische" Familienlegende, die sich in den 80-seitgen "Lebenserinnerungen" meines Urgroßvaters findet, das sein Schwiegervater der "uneheliche Sohn eines adeligen Junkers" gewesen sein soll, konnte ich bislang nicht bestätigen, da nur dessen Mutter im KB-Eintrag genannt ist. Für mich ist diese Aussage der Versuch, die uneheliche Geburt "schön zu schminken"...

Der berühmte Vorfahre, der auch bei Wikipedia zu finden ist, hat sich als der Bruder meines Altvaters entpuppt und war somit kein direkter Vorfahre. Dessen 7 Kinder haben ihm keine Enkelkinder geschenkt, so dass es wohl leicht war zu sagen, dass man ein Nachfahre von ihm - und nicht von seinem weniger bekannten Bruder - sei...

Viel interessanter sind aber die verschwiegenen Familiengeheimnisse, auf die man erst stößt, wenn man die Lebensläufe der Ahnen näher beleuchtet. So wurde nicht überliefert, dass der Bruder einer meiner Vorfahren, der im 19. Jahrhundert vom Schlossermeister zum Zigarrenfabrikanten und Bankdirektor aufgestiegen war, im Zuchthaus Schloss Osterstein in Zwickau starb, weil er nicht nur sein eigenes Vermögen sondern auch das Vermögen seiner Bankkunden "verzockt" hatte.

Meine Erfahrung: Die Familienlegenden basieren auf geschönten Halbwahrheiten, die unbequeme Wahrheit wurde verschwiegen...

Viele Grüße, Andreas
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 30.09.2014, 22:00
Gertrud Dinse Gertrud Dinse ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 09.02.2013
Beiträge: 983
Standard

Zitat:
Zitat von Andi1912 Beitrag anzeigen
...
Viel interessanter sind aber die verschwiegenen Familiengeheimnisse, auf die man erst stößt, wenn man die Lebensläufe der Ahnen näher beleuchtet. ...
Und die wollte ich manchmal gar net wissen. Der Blick der Archivarin als sie mir die Akte aushändigte, erklärte sich, als ich diese gelesen hatte. Ich dachte, es ginge um ein Testament. Statt dessen handelte es sich um eine Gerichtsakte über einen Scheidungsversuch. Der Inhalt war mehr als erschreckend.

Gertrud
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 01.10.2014, 10:16
Benutzerbild von Ysabell
Ysabell Ysabell ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 23.09.2008
Beiträge: 173
Standard

Ich habe vor kurzem endlich eine Legenden belegt bzw aufgeklärt.
Es gibt die Geschichte des Urgroßvaters der seinen ganzen Besitz verspiel haben soll und daraufhin bei Nacht und Nebel Frau und Kinder sitzen lies und nach Südafrika ausgewandert sein soll und dort eine neue Familie gegründet hat.
Zumindest der letzte Teil stimmt und ich habe inzwischen Kontakt zu den Nachkommen der neuen Familie. Allerdings wurde sein Besitz gepfändet und nicht verspielt.

Bei einem Familiengeheimnis werde ich wahrscheinlich nicht mehr dahinter kommen was da genau vorgefallen ist, aber es gibt einen Familienzweig wo es immer heißt mit DENEN wollen WIR nichts zu schaffen haben. Was genau DIE denn eigentlich UNS getan haben weiß zumindest in meiner Familie inzwischen keiner mehr nachdem meine Oma verstorben ist, da dieser Vorfall schon vor der Geburt meiner Mutter stattgefunden hat. Der Versuch einer Kontaktaufnahme durch mich ist bisher leider fehlgeschlagen, auch wenn ich gehofft hatte das jemand meiner Generation, dem ich ganz sicher nie etwas getan habe und er mir auch nicht das ganze vielleicht genau so albern findet wie ich, aber scheinbar wollen auch DIE nichts mit UNS zu tun haben.
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 09.10.2014, 12:28
mumof2 mumof2 ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 25.01.2008
Ort: Niedersachsen
Beiträge: 1.205
Standard

Drei Legenden wuselten in der Familie herum:
Ein Bruder eines Vorfahren soll ausgewandert und "Pflanzer" in Indonesien geworden sein. Die stimmte sogar, ich fand seinen Namen in einer Passagierliste, Indonesien stimmte auch.

Nr. 2: Ein anderer Bruder eines anderen Vorfahren soll in Australien gestorben sein. Stimmte auch.

Nr. 3: Wiederum ein anderer Vorfahr soll sich finanziell ruiniert haben. Er war Kaufmann und soll einen Wald gekauft und bezahlt haben, der vom Verkäufer aber schon vorher verkauft worden war. Diese Legende konnte nicht bestätigt werden. Hintergrund war vielmehr eine schmutzige Scheidung von seiner ersten Ehefrau, die viel Zeit, viele Rechtsanwälte und die Bezahlung/Einrichtung eines Cafes als neue Lebensgrundlage für die erste Ehefrau nach sich zog. Klar, dass das alles Geld kostete.

mum of 2
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 09.10.2014, 13:18
Wolfg. G. Fischer Wolfg. G. Fischer ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 18.06.2007
Beiträge: 3.656
Standard

Der jüngste Bruder meines Großvaters, der 1912 geboren wurde, erzählte mir um 1980, sein Urgroßvater (* 1811) habe erst eine andere Frau heiraten wollen, sich mit ihr auf dem Weg zum Amt aber so zerstritten, dass er an einer bestimmten Stelle auf dem Absatz kehrtgemacht hätte.

Wenige Jahre später fand ich in Kirchenakten die Lösung der Verlobung und damit auch den Namen jener Braut.

Mit besten Grüßen
Wolfgang
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 09.10.2014, 14:25
Benutzerbild von Fuega
Fuega Fuega ist offline weiblich
Benutzer
 
Registriert seit: 27.08.2014
Ort: Bochum
Beiträge: 36
Standard

Oh da kann ich auch etwas beisteuern.

1. Meine Urgroßmutter Rosa soll in Dachau vergast worden sein weil sie sich zu kritisch in Sachen Politik geäußert habe. FALSCH! Rosa starb 1941 in der Tötungsanstalt Hartheim, nachdem sie vorher 4 Jahre in den Erlanger Anstalten verbracht hat. Grund für die Einweisung war Schizophrenie. Diese sorgte dafür dass sie die Aktion T4 nicht überlebt hat.
2. Ihr Bruder habe kurz nach Kriegsbeginn die Flucht ins Ausland angetreten. JEIN! Ja er ist in die USA ausgewandert, allerdings schon 1923. Da war er gerade mal 18 Jahre alt. Warum ist mir bis heute nicht bekannt. Laut Unterlagen wollte er zu einem Onkel mit Namen Geisenbrecht. Ein solcher ist allerdings niemanden in der Familie bekannt… Hoffentlich kann ich da irgendwann noch etwas zu finden…
3. Und so schöne Klassiker meiner Oma wenn sie uns Enkel mal wieder zu verwöhnt gehalten hat… „Ich bin früher im Winter bei -20 Grad in die Schule gelaufen! Und die war 15km weit weg!“… Leicht übertrieben, denn die Schule war von dem Haus in dem sie aufwachsen ist keinen Kilometer entfernt, auch nach einem Umzug waren es maximal 2km. Ab und an (je nach Grad ihrer Entrüstung) kam auch gerne ein „ohne Schuhe!“ dazu… Heute weiß ich das meine Familie in der Zeit jede Menge Schuster hatte
Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 09.10.2014, 14:26
Benutzerbild von Silke Schieske
Silke Schieske Silke Schieske ist offline
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 02.11.2009
Ort: Arendsee/Altm.
Beiträge: 4.197
Standard

Unsere Omi erzählte immer, dass ihr Vater starb als sie gerade 9 Jahre alt war. Sie konnte sich allerdings nicht mehr erinnern an welchem Tage. Als Erklärung hieß es immer, dass ihr Vater an seinem letzten Geburtstag sagt, "Das wird mein letzter sein, den ich mit euch feier" und dieser sollte im September gewesen sein. Das einzigste was sie wusste, er ist im September 1930 gestorben. Stimmte auch, ich hab über ein liebes Forumsmitglied tatsächlich die Sterbeurkunde von 1930 bekommen. In dieser steht Gestorben am 22.September 1930. Allerdings ist mein Urgroßvater am 26.Oktober 1886 geboren. Also nicht im September.

Eine andere Legende, die micht fast zur Verzweiflunng gebracht hat, war die dass meine Urgroßmutter 1 unehelichen Sohn hatte, mein Urgroßvater einnen Sohn und mein Opa der einzigste gemeinsame beider war. Zudem sollten alle Söhne die Namen Friedrich Wilhelm Hermann beinhalten, nur in unterschiedlicher Reihenfolge.
Wenn ich darauf vertraut hätte......
Im KB fand ich dann folgende Einträge:
1. Sohn Hermann Wilhelm Walter *1910 ist tatsächlich unehelich geboren und damit der Sohn meiner Uroma
2. Sohn Wilhelm Friedrich Hermann *1915 mein Opa, ist tatsächlich der gemeiname Sohn beider
3. Sohn Friedrich Franz *1917 ist ebenfalls der gemeinsame Sohn beider
Die Vornamen kommen auch nicht in unterschiedlicher Reihenfolge bei allen vor, da jeder einen anderen Rufnamen hatte

Ebenfalls stimmte nicht, dass mein Urgroßvater an gebrochenem Herzen starb darüber, dass seine beiden Söhne nicht mehr aus dem Krieg wiederkamen sondern nur der Stiefsohn.
Es sind zwar leider weder mein Opa noch sein jüngerer Bruder wieder gekommen, allerdings ist mein Uropa an einer Lungenentzündung verstorben.

Das größte Rätsel bleibt allerdings auch weiter, dass ein Bruder meines väterl. Uropas nach Amerika der Musik wegen ausgewandert ist und die Geschwister meiner väterl. Uroma nach Frankreich zurück sind.

Na wer weiß, vielleicht knacke ich dieses Mysterium ja auch noch mal

LG Silke
__________________
Wir haben alle was gemeinsam.
Wir sind hier alle auf der Suche, können nicht hellsehen und müssen zwischendurch auch mal Essen und Schlafen.

Geändert von Silke Schieske (09.10.2014 um 14:31 Uhr)
Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 09.10.2014, 16:02
Thomas77727 Thomas77727 ist offline männlich
Erfahrener Benutzer
Themenstarter
 
Registriert seit: 29.04.2013
Ort: Trier
Beiträge: 310
Standard

Tolle Geschichten!
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 09.10.2014, 16:11
Benutzerbild von Svenja
Svenja Svenja ist offline weiblich
Erfahrener Benutzer
 
Registriert seit: 07.01.2007
Ort: Kanton Luzern, Schweiz
Beiträge: 2.783
Standard

Hallo Fuega und Silke

Habt ihr eure Fragen bezüglich Auswanderung nach Amerika bzw. Rückwanderung nach Frankreich schon mal in die betreffenden Unterforen gestellt?

Gruss
Svenja
__________________
Meine Website über meine Vorfahren inkl. Linkliste:
https://iten-genealogie.jimdofree.com/

Interessengemeinschaft Oberbayern http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=38

Interessengemeinschat Unterfranken http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=37

Interessengemeinschaft Sudetendeutsche http://forum.ahnenforschung.net/group.php?groupid=73
Mit Zitat antworten
Antwort

Lesezeichen

Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge hochzuladen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

BB-Code ist an.
Smileys sind an.
[IMG] Code ist an.
HTML-Code ist aus.

Gehe zu

Alle Zeitangaben in WEZ +2. Es ist jetzt 11:13 Uhr.