#1  
Alt 27.08.2017, 17:01
sigyn sigyn ist offline
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Standard 1812 "Teilnehmer am Russlandfeldzug"

Hallo,

ich hoffe hier kennt sich jemand mit diesem Thema aus, denn ich brauche dazu wirklich jemanden, der mir Tipps oder Anregungen geben kann

Bei einem meiner Vorfahren habe ich den Vermerk "Teilnehmer am Russlandfeldzug" gefunden (zweifellos der von 1812 unter Nepoleon) aber leider gibt es keine Informationen in welchem Regiment.

Gern würde ich darüber näheres in Erfahrung bringen, nur leider habe ich keine näheren Anhaltspunkte als seinen Namen, das Heiratsjahr und Angaben zum Tod (Datum, Ort). Er lebte nach der Rückkehr in Limbach-Oberfrohna, einer Kleinstadt in Westsachsen und wurde auch sehr wahrscheinlich dort geboren.

Gab es damals Vorgaben, dass Männer aus bestimmten "Bezirken" in bestimmte Regimenter eingezogen wurden oder wurden diese nach der Musterung einfach "frei verteilt"?

Wenn über die Herkunft zumindest eine Eingrenzung der Regimenter möglich wäre, würde mir das schon helfen, nur leider kenne ich mich bei diesem Thema - wie gesagt - nicht aus. Ich bin auch gern für andere Herangehensweisen offen.

Ich würde mich sehr über ein Paar Antworten freuen.

LG sigyn
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  #2  
Alt 27.08.2017, 22:00
Maria Barbara Maria Barbara ist offline
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Teilnehmer am Russlandfeldzug ist ein guter Hinweis, der aber noch weiterer Daten bedarf.
Ca. 600 000 Mann stark war Napoleons Armee. Davon ca. 30 000 bayerisches Kontingent, 20 000 sächsisches Kontingent, usw.… (Rheinbund)

In welcher Armee muss man suchen? Ich gehe mal davon aus, dass er in der sächsischen Armee gedient hat!?
Feste Regeln z. B. Soldaten aus einem bestimmten Geburtsort zu einem bestimmten Regiment gab es nicht unbedingt. Man wurde eingezogen oder konnte sich aber auch freiwillig zu einer bestimmten Einheit melden. Es ist sinnvoll möglichst viele weitere Daten zu sammeln z. B. anhand von Einberufungslisten…
Je mehr Einzelheiten bekannt sind, umso größer ist die Chance Unterlagen über diesen Soldaten zu finden.
(Der größte Teil der eingezogenen einfachen Soldaten um Russlandfeldzug waren Jahrgang 1790 – 1792). War er Offizier ist er vermutlich ein früherer Jahrgang.
Viele Grüße
Maria Barbara
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  #3  
Alt 27.08.2017, 23:24
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo,

in Sachsen galten Rekrutierungsbezirke für jedes Regiment, in denen nur dieses Regiment Werben und Rekrutieren durfte. Werben in fremden Bezirken war untersagt. Ich kann nicht sagen, zu welchem Regiment Limbach-Oberfrohna gehörte. Ich würde aber auf folgende 2 Regimenter tippen:

Infanterieregiment Prinz Maximilian - Stab und 1. Musketierbataillon lagen in 1810 Chemnitz
Infanterieregiment von Rechten - Stab und 1. Musketierbataillon lagen in 1810 Zwickau

Bei einer Suche im Sächsischen Hauptstaatsarchiv würde ich bei diesen Regimentern beginnen. Hier noch zwei Links zur Sächsischen Armee innerhalb der Grande Armée, mit Angaben zu weiteren Regimentern.

https://de.wikipedia.org/wiki/S%C3%A...2.80.931814.29
http://www.napoleon-online.de/html/sachsen1810.html

Wie es scheint, nahmen von den beiden oben genannten Regimentern nur die kombinierten Grenadierkompanien als Grenadierbataillon von Spiegel am Russlandfeldzug teil. Die Musketierbataillone blieben in Norddeutschland.

Gruß
Basil
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  #4  
Alt 28.08.2017, 22:57
sigyn sigyn ist offline
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Hallo Maria Barbara und Basil,

Vielen Dank für eure schnellen Antworten.

Wie gesagt, ich habe keine tiefergreifenden Informationen außer dem, was ich genannt habe. Ich kann nur annehmen, dass er in der sächsischen Armee war, weil das am wahrscheinlichsten ist. Daher bleibt mir nichts anderes übrig, als die eingrenzenden Vorschläge von Basil mal auszuprobieren. Habe mir Musterungslisten für nächsten Mittwoch im Archiv in Dresden bestellt - es kann jedenfalls nicht weniger dabei rumkommen, als ich bis jetzt habe

Schönen Abend noch!
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  #5  
Alt 30.08.2017, 07:53
Gerrit Gerrit ist offline männlich
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Hallo,

sehr interessantes Thema für mich.

Einer meiner Vorfahren (*1768) war bereits Unteroffizier und wird im KB-Todeseintrag seiner Ehefrau 1814 als nach Russland marschierten und noch nicht zurückgekehrten Sergeanten bezeichnet. Vermutlich war er zu diesem Zeit schon nicht mehr am Leben. Die Todesrate bei dem westfälischen Kontingent unter Junot war enorm. Weniger durch Schlachten, sondern eher durch die unglaublich schlechte Versorgungslage der Nachhut (nach der Schlacht von Smolensk) und dauernde Überfälle von Kosaken und Bauern.

@Sigyn; wie bist Du auf die Musterungslisten gestoßen? Hast Du einen Anhaltspunkt oder gehst Du diese vollständig durch? - Viel Erfolg! -

@all; gibt es auch Musterungslisten für die Westfalen? Konkret geht es um das 6. Westfälische Linien-Infanterieregiment

VG

Gerrit
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  #6  
Alt 30.08.2017, 22:55
Maria Barbara Maria Barbara ist offline
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Standard Russlandfeldzug

Vielleicht ist ihr Vorfahre in der Verlustliste (Russlandfeldzug 1812) des Leutnant Heinrich Meiers zu finden.
http://www.denkmalprojekt.org/2009/v...yer_listen.htm
Einberufungslisten können in unterschiedlichen Archiven zu finden sein. Meist im zuständigen Staats- oder Stadtarchiv.
Wenn ihr Vorfahre nicht zurückgekehrt ist, dann gibt es möglicherweise in diesen Archiven auch Erbschaftsunterlagen. Ediktalnachrichten sind oft in der damaligen Tageszeitung abgedruckt.
Viel Erfolg wünscht
Maria Barbara
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  #7  
Alt 31.08.2017, 07:42
Gerrit Gerrit ist offline männlich
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Hallo,

vielen Dank für den Link. Diesen habe ich schon vor einiger Zeit erhalten und erfolglos durchsucht. Die Chance ist auch nicht sehr groß.

Ich werde mich bei Gelegenheit mal wieder mit meinem "Herrmann" beschäftigen und potentielle Archive heraussuchen.

Vielen Dank.
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1812 napoleon

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