#1  
Alt 22.01.2017, 15:39
Damian4u Damian4u ist offline männlich
Benutzer
 
Registriert seit: 29.11.2014
Ort: Deutschland
Beiträge: 16
Standard Scheidung trotz KZ?

Hallo zusammen,

ich habe eine Frage, zu einer Recherche.
Mein Ururgroßvater wurde am 22.08.1906 in Oberschlesien (meinem Geburtsort) geboren.
Am 17.05.1932 hat er geheiratet.
Aus dieser Ehe gibt es einen Sohn (*23.06.1932).
In der Heiratsurkunde gibt es einen Vermerk, dass die Ehe am 04.10.1940 geschieden wurde.
Er war übrigens katholisch.

Nun habe ich auf Ancestry.de eine Suche des Konzentrationslager Dachau 1045 gefunden, die auf alle Daten von ihm passen (Name, Nachname, Geburts: Tag, Jahr, Geburtsort), nur der Monat ist anders.
Da es keine Großstadt ist, gehe ich davon aus, dass bei dem Datum evt. der Monat falsch ist.
Nach dieser Information (wenn sie stimmt), war das Aufnahmedatum der 05.03.1940 in Sachsenhausen, wo er dann am 07.09.1940 übergeben wurde (ich gehe davon aus ins KZ Dachau).
Als Beschreibung steht:
Asozialer Gefangener der Reichsbehörden Deutsch oder Österreich

Ansonsten stehen da
Nationalität: Deutscher oder Österreicher
Gefangenennummer: 2712
Wohnort: H.Nr. 52
Seite: 4887/Fa.
Ursprüngliche Hinweise:
AZR DR. / v. 05 Mar 1940 Sa. / üb. 07 Sep 1940 Sa.

Meine Frage nun:
Wenn diese Informationen auf meinen ururugroßvater zurückführt, kann man sich scheiden lassen, obwohl man im KZ war?
Wie kann ich diese Suche weiter verfolgen?
Kann mir da jemand Tipps, oder ratschläge geben?

Vielen Dank im voraus.

Damian

Geändert von Damian4u (22.01.2017 um 15:47 Uhr)
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  #2  
Alt 22.01.2017, 17:06
mumof2 mumof2 ist offline weiblich
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Nur so ein Gedanke: Man wurde ja nicht sofort geschieden, wenn der Antrag bei Gericht einging. Da wurde doch auch erst geprüft und eine Anhörung vorgenommen. Erst dann gab es das Scheidungsurteil. Und dann gab es wiederum eine Frist, in der Einspruch eingelegt werden konnte, und erst danach war das Urteil rechtskräftig. Insofern könnte die Ehefrau rein theoretisch schon bei Gefangennahme ihres Mannes die Scheidung beantragt haben, das Urteil aber erst ergangen sein, als er bereits im KZ war....
__________________
Viele Grüße
mum of 2
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  #3  
Alt 22.01.2017, 17:25
Benutzerbild von Juanita
Juanita Juanita ist offline
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Ich denke, daß es gerade deshalb, weil er im KZ war, relativ schnell möglich war, die Scheidung zu erlangen. Er war doch für die Nazis asozial. Es war sicherlich ähnlich wie bei den Scheidungen Deutsche von Juden. Auch das geschah sehr zügig.

Juanita
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  #4  
Alt 22.01.2017, 17:59
holsteinforscher holsteinforscher ist offline
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Beiträge: 2.184
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Moinsen,
ich kann Juanita voll zustimmen.
Oftmals wurden Ehepaare dazu gedrängt, sich scheiden zu lassen,
insbesondere in solchen Situationen.
Ferner haben sich Ehepaare oftmals scheiden lassen, um die Familie
zu schützen.
Auf dem Aktendeckel meines Großvaters steht auch Asozial und Arbeitsscheu,
eine willkürliche Umschreibung für Personen die, aus sicht der Nazis, nicht
ins Weltbild passten, bzw. eine andere Einstufung, wie z.B. "politisch"
nicht zutraf.
Wie kann ich diese Suche weiter verfolgen?
Jetzt stellt sich die Frage, was du genau verfolgen möchtest..???

Beste Grüsse von der Förde
Roland
__________________
Die besten Grüsse von der Kieler-Förde
Roland...


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  #5  
Alt 22.01.2017, 18:42
Anna Sara Weingart Anna Sara Weingart ist offline
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Ort: Berlin
Beiträge: 6.060
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Hallo, sehe es auch so.
Scheidung nicht trotz, sondern wegen KZ.

Da wird die Zustimmimg des Ehemanns gar nicht nötig gewesen sein.
Viele Grüsse
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  #6  
Alt 27.01.2017, 09:22
Die Freude Die Freude ist offline männlich
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Registriert seit: 21.01.2017
Ort: Saarbrücken
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Ich betreibe Ahnenforschung vor allem weil ich wissen will ob ich jüdische Vorfahren habe, das wäre toll. Vielleicht finde ich was. Das hat mich eigentlich zur Ahnenforschung gebracht !
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