#1  
Alt 15.04.2008, 01:54
emma2412 emma2412 ist offline weiblich
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Standard Eheerlaubnis (Geheimnis meiner Familie)

Hallo,

sicher haben viele von euch gestern auch 'Das GEheimnis meiner Familie' mit Christine Neubauer gesehen.

Da kam vor, dass viele nicht heiraten konnten, weil sie zu arm waren und es daher viele ledige Kinder gab. Es wurde berichtet, dass das sehr eingehend geprüft wurde etc.

Jetzt frage ich mich .. wenn da soviel Aufwand gemacht wurde, dann müssten doch mit ein wenig Glück noch Unterlagen zu finden sein? Hat jemand von euch schon mal sowas gefunden und wenn ja, wo?

Ich habe einen ähnlichen Fall. Meine Uroma kam 1890 in der Steiermark/Österreich ledig zur Welt, die Mutter heiratete erst 16 Jahre später (ob das auch der Kindesvater ist, weiß ich leider nicht). Vielleicht würde ich in solchen Unterlagen doch noch den Kindesvater, also meinen Ururgroßvater finden.

Bin mal gespannt, welche Erfahrung ihr da habt!
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  #2  
Alt 15.04.2008, 10:10
Benutzerbild von Eva64
Eva64 Eva64 ist gerade online weiblich
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Also ich habe dazu Vermerke in Kirchenbüchern gefunden. Da heißt es dann herzoglicher/königlicher Dispens, allerdings sind die meistens wegen Blutsverwandtschaften. Ich vermute mal, dass zu diesen Dispensen irgendwo noch Unterlagen zu finden sind. Vielleicht in Staatsarchiven?

Grüßle
Eva
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  #3  
Alt 27.04.2008, 21:19
eitrei eitrei ist offline männlich
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Liebe Emma,

bei den Trauungsmatriken um diese Zeit finden sich meist rechts unter dem Datum eine Auflistung der vorgelegten Dokumente. "Ehefähigkeitsnachweis",...
Für diese Zeit hat Othmar Pickl in "700 Jahre Marktgemeinde Frohleiten" auf Seite 453 bezüglich der Gemeinde Rothleiten geschrieben:

Hingegen waren 54,6% der Bevölerung Diener und Taglöhner bzw. im landwirtschaflichen Bereich Knechte und Mägde. Diese bäuerliche Unterschicht konnte auch nach der Aufhebung der Grunduntertänigkeit (Anmerkung von mir 1848) nur dann heiraten, wenn sie von Gemeindeausschuß den sogenannten "politischen" Heiratskonsens", dh.h. die Heiraterlaubnis, erhielten. Diese Erlaubnis aber wurde vom Gemeindeausschuß den besitzlosen Mägden und Knechten nicht erteilt, weil ihnen einfach die wirtschaftliche Grundlage für eine Familiengründung fehlte. Noch im Jahr 1857 waren im Kreis Graz 41,6% der über Zwanzigjährigen unverheiratet, weil ihnen die wirtschaftlichen Voraussetzungen für eine Ehe fehlten und sie von der Gemeinde daher keine Heiratsbewilligung erhielten. Bezeichnenderweise war im Krei Graz der Prozentsatz der unehelichen Kinder mit 21-25% dementsprechend hoch, weil die zwangsweise Unverheirateten je deswegen nicht zölibatär lebten.

Die Frage allerdings wo die Protokolle vom Gemeindeausschuß zu finden, kann ich auch nicht beantworten. Vielleicht wissen dass die heutigen Mitarbeiter im Meldeamt.

Bin schon gespannt, was Du dazu findest, denn ich habe mich bisher damit abgefunden, dass von meinem Großvater über 3 Generationen nur ledige Frauen als dessen Ahnen zu finden sind. Diese waren allerdings nicht Mägde sondern Halbbauern, etwas unkonventionell und mit Kirche und Behörden nicht auf guten Fuß, aber vielleicht kam das ja auch daher, dass Ihnen die Heirat verwehrt wurde.

Viel Erfolg
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  #4  
Alt 15.03.2016, 13:22
Lisa Nabel Lisa Nabel ist offline
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Hallo zusammen,

ich wollte mal kurz den alten thread "wiederbeleben", da ich heute auch auf das Thema Eheerlaubnis gestoßen bin. Kann ja immer mal wieder interessant werden.

Bei Vorfahren meines Mannes war Ende 1813 ein königliches Dispens (Württemberg) nötig, damit die beiden heiraten durften.
Am Geld kann es nicht gelegen haben. Der Mann war selbständiger Schreiner, der Vater der Frau Küfermeister am Ort.
Beide Familien waren/sind evangelisch, also kann das auch nicht der Grund gewesen sein.
Ob eine verwandtschaftliche Beziehung vorlag, kann ich bisher nicht sagen. Da fehlen mir noch ein paar Verwandte drum herum.

Eine weitere Möglichkeit wäre noch, dass es sich um die sogenannte "geschlossene Zeit" handelte. Als geschlossene Zeit galt vor allem die Adventszeit, hier brauchte man dann auch eine Genehmigung.

Nun fand die Eheschließung an sich (in der Urkunde als "Copulation" bezeichnet), zwar erst am 11.Januar 1814 statt; die "Proclamation" der Hochzeit wurde jedoch laut Urkunde an 3 Adventssonntagen - dem 2., 3. und 4. Advent - in den Heimatorten der Eheleute durchgeführt. Möglich, dass es damit zusammenhängen könnte.


Viele Grüße
Lisa
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  #5  
Alt 18.03.2016, 01:15
Benutzerbild von Kleeschen
Kleeschen Kleeschen ist offline männlich
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Hallo Lisa,

Dispensationen waren in der Zeit in Württemberg grundsätzlich von Nöten.
Meine Vorfahren, beispielsweise 1809 in Württemberg geheiratet, waren nicht näher verwandt, hatten genügend Besitz (entnommen von Inventuren und Teilungen), waren evangelisch, und trotzdem gab es eine Dispensation. Ebenso fiel das Heiratsdatum und die Proclamationen auf keinen "besonderen Feiertag". Im gesamten Kirchenbuch war dies der Fall. So habe ich aber auch Jahre gesehen, in dem im Kirchenbuch keine einzige Dispensation eingetragen wurde. War wohl von der Genauigkeit der Pfarrer abhängig.

Wenn Dich Dispensationen interessieren, würde ich empfehlen Dich mit den Landesarchiven Baden-Württemberg in Verbindung zu setzen. Diese archivieren Unterlagen der jeweiligen Oberämter, die in diesem Fall weiterhelfen können.

Viele Grüße,
Kleeschen
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  #6  
Alt 20.03.2016, 22:43
gki gki ist offline
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Hallo,

um (arg verspätet) die Ursprungsfrage zu beantworten: Ich hatte mal Unterlagen zu Anträgen auf Eheerlaubnis in Händen.

Da meine Such-Namen dort nicht vorkamen, hab ich die nicht alle durchgelesen, kann mich allerdings noch an einen Antrag erinnern.

Zugunsten der Antragsteller wurde in dem Antrag angeführt, daß die Eheleute aufgrund des Alters der Frau - nachgewiesen per Auszug aus dem Taufbuch - sicher keiner Kinder mehr bekommen würden.

Die Unterlagen fanden sich im Bayerischen Hauptstaatsarchiv, waren allerdings nur für einen sehr kleinen Teil Bayerns und ein oder zwei Jahrgänge am Anfang des 19ten Jahrhunderts.
__________________
Gruß
gki
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  #7  
Alt 21.03.2016, 06:31
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Omarosa Omarosa ist offline weiblich
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Dann frage ich auch mal gleich.
Ich habe einen Eintrag wo die Ehe 3. mal beantragt wurde, mit Datum und beim dritten mal erst wurde die Ehe vollzogen, kein Grund warum das so ist..
Das waren Gesetze
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Es Grüßt Omarosa
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  #8  
Alt 21.03.2016, 13:57
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Rieke Rieke ist offline
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Hallo Omarosa,

Ich habe bisher immer darueber hinweggelesen weil ich ja nur das richtige Heiratsdatum haben wollte - und gefunden hatte.
Diese Proclamationen (von der Kanzel) waren wohl das damalige Aufgebotsverfahren.

Liebe Gruesse
Rieke
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  #9  
Alt 21.03.2016, 14:35
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Omarosa Omarosa ist offline weiblich
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Hallo Rieke,
Danke Dir
ich habe auch das letzte Datum genommen.
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Es Grüßt Omarosa
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