#1  
Alt 14.04.2019, 20:34
korintia23 korintia23 ist offline
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Hallo zusammen,

hat jemand eine Idee, aus welcher Zeit, welcher Armee?? die Sanitärer-Uniform des abgebildeten Herren stammt?

Danke für Eure Hilfe!!!
David
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  #2  
Alt 14.04.2019, 20:52
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo David,

1. Weltkrieg, Königlich Preußische Armee, Infanterie-Uniform mit Sanitäterbinde, Eisernes Kreuz 2. Klasse im Knopfloch

Gruß
Basil
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  #3  
Alt 14.04.2019, 21:00
korintia23 korintia23 ist offline
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Hallo Basil,

danke für die Rückmeldung. Gibt die Uniform irgendeinen Hinweis auf das ungefähre Aufnahmedatum? Vor, während oder nach WW1?
Machte man solche Fotos bevor man in den Krieg fuhr? Ich bin militärisch nicht bewandert, aber vermutlich wird man ein Eisernes Kreuz wohl IM KRIEGSEINSATZ erworben haben, oder?

Grüße
David
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  #4  
Alt 14.04.2019, 21:46
Moselaaner Moselaaner ist offline
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Hallo David,
das Eiserne Kreuz wurde am 8. August 1914 neu gestiftet und bis zum Ende des Weltkrieges 1918 verliehen. Also Zeitraum Erster Weltkrieg. Der Abgebildete ist ein Sanitätssoldat. Diese wurden Militärkrankenwärter oder Krankenträger genannt.


Gruß
Moselaaner
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  #5  
Alt 14.04.2019, 22:10
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo,

ich denke, das EK 2 hat er sich auf jeden Fall im Kampf verdient. Als kämpfender Soldat, nicht als Sanitäter. Für Nichtkombattanten wie Sanitäter gab es das EK am weißen Bande. Darum ist es für mich fraglich, ob er regulär zum Sanitätspersonal gehörte. Auch weil Sanitätsunteroffiziere und Krankenträger schwedische Ärmelaufschläge hatten.

Basil
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  #6  
Alt 15.04.2019, 08:12
korintia23 korintia23 ist offline
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Nochmal vielen Dank für Eure kompetente Hilfe!
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  #7  
Alt 15.04.2019, 09:07
Benutzerbild von Jensus
Jensus Jensus ist offline männlich
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Hallo zusammen,
kleiner Hinweis, Regimenter hatten oft auch ihre eigenen Sanitätsmannschaften die direkt im vordersten Kampfgebiet Verwundete bargen
und diesen Sanitätern (aus dem direkten Gefechtsbereich) wurde ebenfalls das Eiserne-Kreuz am schwarzen Kämpferband verliehen.
Gruß Jens

p.s.: auf der Bildrückseite gibt es keine Hinweise (Schrift, Stempel, ..)?

Geändert von Jensus (15.04.2019 um 09:08 Uhr)
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  #8  
Alt 15.04.2019, 16:23
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo,

Jens hat natürlich Recht, die kämpfenden Einheiten hatten ihr eigenes Sanitätspersonal für Bergung und Erstversorgung.

Zitat:
Zitat von Sanitätsdienst im Stellungskrieg
In einem Front-Infanteriebataillon befanden sich gewöhnlich ein (Ober)-Stabsarzt und ein Ober- bzw. Assistenzarzt. Eine Infanteriekompanie verfügte über einen Sanitätsunteroffizier und vier Krankenträger. Man agierte in einem Truppenverbandsplatz, der möglichst gegen Artillerie- und Infanteriegeschosse geschützt als eine Art Sanitätsbunker in einem Grabenstück nahe der vordersten Linie lag:
Die Krankenträger mussten zur Bergung die Deckung verlassen und raus ins Niemandsland zwischen den Schützengräben. Und das unter hohen Verlusten.

Zitat:
Zitat von Sanitätsdienst im Stellungskrieg
Das Sanitätspersonal und die Krankenträger der Bataillone leisteten bei der Erstversorgung und Bergung Übermenschliches, oft im Kugelhagel oder unter Artilleriebeschuss in unwegsamem Gelände. Man nutzte hierzu eine Vielzahl von oft einfachen Tragesystemen:
Zitat:
Zitat von Sanitätsdienst im Stellungskrieg
Die Verluste unter den Krankenträgern waren dabei besonders hoch, da sie ungeschützt die Verwundeten nach hinten tragen mussten. ... Bei Verdun waren die Verluste an Krankenträgern so enorm, dass auch die Musiker, Mannschaften aus den Rekrutendepots, gefangene Franzosen unter ständigem Wechsel zwischen Ruhe und Dienst als Sanitäter eingesetzt wurden.
Trotzdem galt für das Sanitätspersonal der Nichtkombattanten-Status, der sie eigentlich schützen sollte.

Zitat:
Zitat von Sanitätsdienst im Stellungskrieg
Immerhin schienen auch in diesem Umfeld doch gewisse Regeln des Kriegsrechts eingehalten worden zu sein. Immer wieder schilderten Zeugen, dass einzelne Krankentragen mit Verwundeten, wenn sie die Rotkreuz-Flagge trugen, nicht durch Schützen beschossen wurden.
Da bei der Neustiftung des EK im August 1914 die gleichen Statuten gelten sollten wie 1870, hätte das EK 2 am schwarz-weißen Bande (Kämpferband) nur an Kämpfer verliehen werden dürfen. Nach der Lektüre dieser interessanten Seite zur Geschichte des EK weiß ich jetzt, dass die Verleihungsstatuten im Verlauf des Kriegs sehr schnell aufgeweicht wurden.

Zitat:
Zitat von Die Geschichte des EK
Der Souverän wies ... bereits am 2.9.1914 den Chef des Mil.kabinetts Frhr. von Lyncker an, daß die kdr. Generäle das Recht hätten, in ihren Zuständigkeitsbereichen Verleihungen des EK für Tapferkeitstaten im Namen des Kaisers auszusprechen.
Das führte letztlich dazu, dass auch Personen ein EK 2 am Kämpferband erhielten, die zu keinem Zeitpunkt an der Front waren.

Damit stimme ich nun Jens zu, dass Sanitäter das EK 2 für Kämpfer verliehen bekommen konnten. Im Gegensatz zu irgendwelchen Etappenhengsten natürlich verdientermaßen.

Zitat:
Zitat von Die Geschichte des EK
Angehörige der Sanitätstruppe erhielten zumindest im Feindesland das EK2s (also am Kämpferband)
Quellen:
Sanitätsdienst im Stellungskrieg
Die Geschichte des EK

Gruß
Basil
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Geändert von Basil (15.04.2019 um 16:27 Uhr)
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  #9  
Alt 15.04.2019, 18:40
Benutzerbild von Jensus
Jensus Jensus ist offline männlich
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Hallo Basil,
recht herzlichen Dank für Deine sehr interessante Ausführung zu diesem Thema!

Diese Angelegenheit wurde wohl damals auch im Reichstag schon heftigst diskutiert („Etappen-„ oder „Schieber-Kreuz“),
siehe z. B.: Reichstagsprotokoll, 102. Sitzung, Montag den 7. Mai 1917, Seite 3110:

Abgeordneter Dr. Müller (Meiningen) im Reichstag am 7. Mai 1917:
Zitat:
"... Es betrifft die Verleihung des Eisernen Kreuzes, überhaupt die Verleihung von Ordensdekorationen und Auszeichnungen. ... Es besteht tiefes Ärgernis an der Front, daß Leute, die nie im Feuer waren – ... – die die Feinde, die Gefangenen bloß aus Gefangenenlager kennen, die Leute in der Etappe, ... usw. reicher mit Eisernen Kreuzen ausgestattet sind als die vorn kämpfende Infanterie. ... Wir hatten immer volle Erfurcht vor dem schönen, einfachen, blanken Kreuz – und jetzt – ein wahrer Jammer – ... an der Front heißt es: "Von vorne kommt der Kugelhagel, von hinten kommt der Ordenssegen." ... Vielleicht wäre es möglich, so rasch als es geht, irgendein besonderes Kennzeichen für die tapferen Frontsoldaten zu finden. Diejenigen, die das Eiserne Kreuz sich erkämpft und nicht ersessen haben, sollten eine ganz besondere Auszeichnung erhalten; ... Eine Gefechtsspange oder sonst ein besonderes Abzeichen! ..."
Vermutlich auf Druck aus einer dieser Debatten wurde vielleicht die Stiftung des Verwundeten-Abzeichen iniziert?
Danke & Gruß Jens

Geändert von Jensus (15.04.2019 um 18:43 Uhr)
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  #10  
Alt 15.04.2019, 20:40
Basil Basil ist offline männlich
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Hallo Jens,

ja stimmt, "Kasinokreuz" war auch so ein Ausdruck. Mein obiger Link zur Geschichte des EK beschreibt ganz gut die schrittweise Entwertung, und dass das in Berlin und an der Front nicht gut ankam. Auch ein geplanter Zusatz zum EK und die späte Stiftung des Verwundetenabzeichens werden erwähnt.

Ich lese gerade mit großem Interesse die Rede des Abgeordneten Dr. Müller, habe sogar eben noch zum Anfang der Rede zurück geblättert. Vielen Dank dafür!

Gruß
Basil
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