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  #1  
Alt 14.11.2018, 12:36
Scherfer Scherfer ist offline
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Registriert seit: 25.02.2016
Beiträge: 1.206
Standard DNA-Tests von Verstorbenen mit Proben von alten Briefmarken!

Liebe MitleserInnen,


vielleicht habe einige von euch es bei der kürzlichen MyHeritage-Nutzerkonferenz mitverfolgt:

MyHeritage wird bald (vermutlich im Verlauf des kommenden Jahres) einen DNA-Test auf Basis von Speichel auf alten Briefmarken anbieten. Das heißt, dass man beispielsweise von der Feldpostkarte des verstorbenen Großvaters bald die DNA dieses Großvaters rekonstruieren kann.

Ich bin immer noch erstaunt, dass dies technisch überhaupt schon möglich ist. Ist es wohl aber in der Forensik schon seit einigen Jahren. Und da der MyHeritage-Gründer momentan gerade DNA-Proben von Mitgliedern seiner eigenen Familie mit dieser Technik testen lässt, glaube ich, dass er wohl genügend positive Belege hatte, bevor er sich mit der Nachricht an die Öffentlichkeit gewagt hat. Auch von anderen Anbietern wird es wohl bald ähnliche Tests geben. Übrigens hat MyHeritage auch angekündigt, mit Hilfe dieser Technik die DNA von berühmten Persönlichkeiten zu analysieren und als Vergleichsdaten in ihrer Datenbank zur Verfügung zu stellen!

Einerseits finde ich das eine tolle Nachricht, denn so besteht die Möglichkeit, die DNA der Vorfahren zu rekonstruieren. So kann ich meine eigenen DNA-Testergebnisse dann auch einfacher einer bestimmten Linie zuordnen. Allerdings denke ich auch, dass sich hier ein ganzer Rattenschwanz an ethischen und rechtlichen Bedenken anschließt. Um nur mal ein Beispiel zu nennen:

Wenn ich beispielsweise eine Briefmarke einreiche und angebe, dass der "Lecker" bereits verstorben ist, aber gleichzeitig weiß, dass das nicht der Fall ist, habe ich mal so eben ohne Einverständnis einen DNA-Test für jemand anders auf den Weg geschickt. Da mir keiner Vorsatz wirklich nachweisen kann, ist das rechtlich sehr bedenklich.

"Schöne neue Welt" oder eine Riesen-Chance für die Familienforschung? Ich persönlich denke: Beides!

Mich würden eure Gedanken dazu sehr interessieren!

Ein Link zum Weiterlesen:
https://thefamilycurator.com/how-to-...-grandmas-dna/

Geändert von Scherfer (14.11.2018 um 12:38 Uhr)
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  #2  
Alt 14.11.2018, 12:59
Benutzerbild von scheuck
scheuck scheuck ist offline weiblich
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Registriert seit: 23.10.2011
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Standard Dna

Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
..... Wenn ich beispielsweise eine Briefmarke einreiche und angebe, dass der "Lecker" bereits verstorben ist, aber gleichzeitig weiß, dass das nicht der Fall ist, habe ich mal so eben ohne Einverständnis einen DNA-Test für jemand anders auf den Weg geschickt. Da mir keiner Vorsatz wirklich nachweisen kann, ist das rechtlich sehr bedenklich.
Hallo, Scherfer!

Ja, auch "Technik" hat generell zwei Seiten ...

In Deinem Beispiel sehe ich das etwas anders, denn ich glaube bzw. hoffe nicht, dass man Dir eine DNA-Analyse liefern wird, wenn Du eine gestempelte Briefmarke aus z.B. 1990 einschickst. Abgesehen vom Stempel, der nicht mehr unbedingt lesbar sein muss, haben auch Briefmarken "ihre Zeit". Dabei stellt sich natürlich die Frage, ob das analysierende Institut sich mit weltweiten Briefmarken auskennt bzw. die einer bestimmten Zeit zuordnen kann und somit bleibt das Verfahren bedenklich.
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Herzliche Grüße,
Scheuck
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  #3  
Alt 14.11.2018, 13:47
Benutzerbild von Garfield
Garfield Garfield ist offline weiblich
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Standard

Ich finde es sehr spannend, dass sowas inzwischen möglich ist (bzw. sein soll).

Allerdings habe ich auch so meine Bedenken. Einerseits zum Technischen: dass DNA mit der Zeit "zerfällt", ist bekannt und für eine Analyse wird auch eine gewisse Mindestmenge benötigt. VIelleicht wurde die Briefmarke auch gar nicht abgeleckt? Ich kann mich zumindest erinnern, dass auf dem Postamt früher, bevor die Briefmarken selbstklebend waren, dafür ein nasses Schwämmchen benutzt wurde.

Aber auch beim ethischen habe ich meine Bedenken. Wer sagt denn, dass wirklich der Grossvater die Briefmarke auf der Feldpost abgeleckt hat? Und nicht sein Kumpel, warum auch immer? Oder bei reicheren Personen die Sekretärin, der Dienstbote, der Postbeamte selbst? Oder der Hund? Ob Mensch und welches Geschlecht lässt sich ja einfach sagen, aber ich befürchte, da wird es sehr viele falsche Zuweisungen geben, wenn eben nicht die vermutete Person die Briefmarke abgeleckt hat. Und selbst wenn es die vermutete Person war, gibt es ein gewisses Risiko auf Unstimmigkeiten (sprich, eventuelle Kuckuckskinder könnten entdeckt werden, wenn genetisch keine Übereinstimmung vorhanden ist) und dann hat man wenig Möglichkeiten, weitere Nachforschungen anzustellen (Kontrolle, von wem die DNA-Probe nun wirklich stammt).

Betreffend Briefmarken einer bestimmten Zeit zuordnen: zwar kann man halbwegs gut im Internet herausfinden, wann eine bestimmte Briefmarke heraus gegeben wurde und teilweise auch, wie lange sie in Gebrauch war. Aber z.B. in der Schweiz verliert eine Briefmarke ihre Gültigkeit meines Wissens nicht. Wenn ich also in einem Nachlass alte Briefmarken finde, kann ich die heute immer noch benutzen.
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Geändert von Garfield (14.11.2018 um 13:49 Uhr)
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  #4  
Alt 16.11.2018, 19:28
Scherfer Scherfer ist offline
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Danke für eure Antworten!


Wie ich es verstehe, wird das Ganze noch für einige Zeit preislich nicht für den Otto-Normal-Genealogen erschwinglich sein - im von mir verlinkten Artikel steht ein vierstelliger Betrag angegeben - aber das kann sich je nach Stand der Technik und der Nachfrage durchaus schnell ändern!
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  #5  
Alt 16.11.2018, 21:00
Benutzerbild von anika
anika anika ist offline
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Standard DNA-Tests von Verstorbenen mit Proben von alten Briefmarken!

Hallo

Das erinnert mich an meine Jugend, ich habe mit meinen Freundinnen alle Adressen in der Hitparade Disco so und so abgeschrieben um Autogramme zu bekommen.

Eine schrieb die Briefe, die zweite die Adressen und steckte die Briefe den Umschlag und leckte den beim verschließen ab. Die dritte hatte die undankbare Aufgabe die Briefmarken auf zu kleben und alles zur Post zu bringen.

Ein DNA Test anhand einer Briefmarke halte ich für fragwürdig

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  #6  
Alt 16.11.2018, 22:50
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@ Garfield,


Zitat:
Ich kann mich zumindest erinnern, dass auf dem Postamt früher, bevor die Briefmarken selbstklebend waren, dafür ein nasses Schwämmchen benutzt wurde.
Eine entsprechende DNA - Analyse "nasses Schwämmchen" würde bei den Jüngsten in der Familie zu einer Jubelarie führen.
Wer kann schon nachweisen, mit "Schwammkopf" eng verwandt zu sein?


Grüße

Arno
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  #7  
Alt 17.11.2018, 15:08
Holy Holy ist offline
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Davon halte ich gar nichts, denn woher will ich wissen, von wem die DNA wirklich stammt und ob sie nicht verunreinigt wurde? Ausserdem, wenn ich dieses Thema anpacken würde, nehme ich einfach meine eigene, da sollte ja dann auch nichts anderes dabei rauskommen.
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  #8  
Alt 17.11.2018, 15:37
Scherfer Scherfer ist offline
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Wenn die DNA aus dem Speichel hinter der Briefmarke nicht die des Vorfahren ist, würde man das sehr schnell daran erkennen, dass sie keine Ähnlichkeit mit der eigenen DNA-Probe aufweist.
Und Holy, das ist so nicht richtig. Man könnte flapsig sagen, dass Du eine "verdünnte Mischung" der DNA Deiner Vorfahren in Dir trägst. Mit der kann man auch nur Verwandtschaft über ein paar Generationen zurück nachweisen. Wenn man nun die DNA-Testergebnisse des Vorfahren hat (und damit der "unverdünnten" DNA), dann kann man entsprechend die Verwandtschaft mit weiter entfernt Verwandten nachweisen.
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  #9  
Alt 18.11.2018, 10:09
Benutzerbild von Garfield
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@Arno:

Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
Wenn die DNA aus dem Speichel hinter der Briefmarke nicht die des Vorfahren ist, würde man das sehr schnell daran erkennen, dass sie keine Ähnlichkeit mit der eigenen DNA-Probe aufweist.
Jein. Man weiss dann ja nicht, ob die Probe nun von einer anderen Person stammt als jene, die man vermutet hat oder ob es die vermutete Person ist, aber es ein Kuckuckskind in der Familie gibt.
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  #10  
Alt 18.11.2018, 10:52
Holy Holy ist offline
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Zitat:
Zitat von Scherfer Beitrag anzeigen
Wenn die DNA aus dem Speichel hinter der Briefmarke nicht die des Vorfahren ist, würde man das sehr schnell daran erkennen, dass sie keine Ähnlichkeit mit der eigenen DNA-Probe aufweist.
Und Holy, das ist so nicht richtig. Man könnte flapsig sagen, dass Du eine "verdünnte Mischung" der DNA Deiner Vorfahren in Dir trägst. Mit der kann man auch nur Verwandtschaft über ein paar Generationen zurück nachweisen. Wenn man nun die DNA-Testergebnisse des Vorfahren hat (und damit der "unverdünnten" DNA), dann kann man entsprechend die Verwandtschaft mit weiter entfernt Verwandten nachweisen.
Ja, aber den Aufwand und vorallem die Kosten hätte man trotzdem. Ich denke auch, dass man mit der heutigen Technik schon einige Generationen zurück eine Verwandschaft nachweisen kann. Hätte man dann einen Kandidaten gefunden, müsste man dann dies ohnehin anhand der Kirchenbücher nachweisen können und die sind ja maximal auf das 16.Jahrhundert begrenzt.
Mir wäre das zu wage, aber das muss jeder selbst entscheiden.
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